Entwicklung von Frühgeborenen

Entwicklung von Frühgeborenen

Viele früh geborene Babys haben Schwierigkeiten, wach zu bleiben, Reize mit Augen und Ohren zu verarbeiten und positiv auf Berührungen zu reagieren. Ein Frühchen benötigt ggf. einen Großteil seiner Energie für Essen, Wachstum und die Ausschaltung starker Licht- und Tonreize, sodass nur wenig Energie für soziale Interaktion übrig bleibt.


Die Eltern fühlen sich manchmal unzulänglich, wenn es ihnen nicht gelingt, Augenkontakt herzustellen oder die besondere Bindung zu spüren, die durch positive Reaktionen auf Berührung und gegenseitiges Ansehen entsteht. Seien Sie versichert, dass diese Anfangsschwierigkeiten normal sind.


Lassen Sie sich in Ihrer Interaktion von Ihrem Baby leiten.


Vielleicht wendet es zunächst den Blick ab, schläft ein oder wird schlapp, wenn Sie mit ihm sprechen und es ansehen. Damit signalisiert Ihr Baby, dass es noch nicht bereit ist, gleichzeitig zu gucken, zu sprechen und sich zu bewegen. Bedrängen Sie es nicht. Zeigen Sie ihm einfach nur Ihr Gesicht. Dann erst ermutigen Sie es mit weicher, flüsternder Stimme, Ihre langsamen Kopfbewegungen mit seinen Augen zu verfolgen. Zuerst aber sollten Sie die Signale Ihres Babys respektieren und wegsehen oder ruhig sein. Damit geben Sie ihm eine Pause, in der es Kraft für mehr Interaktion schöpfen kann. Mahlzeiten sind für viele Frühgeborene ein schwieriger Moment. Gleichzeitig zu essen, zu schauen und zu hören, erfordert viel Konzentration und Koordination. Ruhe bei den Mahlzeiten ist daher wichtig. Ihr Baby signalisiert Ihnen, wann es Anregung verträgt.


Die Signale eines Frühchens verstehen


„Ich bin überfordert“-Signale, die anzeigen, dass es einem Frühchen zu schnell geht oder es eine Pause braucht, sind zum Beispiel:



  • Beschleunigung oder Aussetzen der Atmung

  • Hinunterkrümmen (als hätte es einen Stuhlgang)

  • Erblassen oder Erröten der Haut

  • Gähnen

  • Schluckauf

  • Veränderung der Muskelspannung, wie Ausstrecken oder Erschlaffen der Arme oder Beine

  • Plötzliche, ruckartige Bewegungen, Zucken oder Erschrecken

  • Krümmen des Rückens nach hinten

  • Herausstrecken der Zunge

  • Nervosität und Quengelei, die länger anhalten können

  • Abwenden des Blickes bei sozialer Interaktion

  • Einschlafen, obwohl das Baby eigentlich wach sein müsste

„Ich bin bereit“-Signale, die anzeigen, dass ein Baby „gesammelt“ und fähig ist, eintreffende Reize bzw. Informationen zu verarbeiten, sind zum Beispiel:



  • Regelmäßige Atmung

  • Gleichbleiben der Hautfarbe

  • Fließende Bewegungen von Armen und Beinen

  • Ruhige Aufmerksamkeit

  • Ruhiges Blicken auf ein Gesicht oder einen Gegenstand

  • Einschlafen und ungestörtes Schlafen zu angemessenen Zeiten, damit das Baby Energie für das Aufnehmen von Informationen hat, wenn es wieder wach ist

Weitere nützliche Tipps, wie Sie Ihr Frühchen unterstützen können:


Für eine beruhigende Umgebung sorgen


Eventuell reagiert Ihr Baby empfindlich auf Licht, Geräusche oder neue Reize, seien Sie also besonders vorsichtig, wenn es müde ist oder versucht, sich auf schwierige Aufgaben wie Essen oder das Zuhören Ihrer Stimme zu konzentrieren. Berücksichtigen Sie, dass bestimmte Orte oder Situationen Ihr Baby überfordern, und versuchen Sie, diese zu vermeiden. Ein einfacher Einkauf im Supermarkt kann für einen sensiblen Säugling ein Übermaß an Reizen bedeuten. Er braucht vielleicht mehr Zeit und Reife, um die dabei auftretende Stimulierung verarbeiten zu können.


Auf den Rhythmus Ihres Babys achten


Respektieren Sie das Bedürfnis Ihres Babys, selbst aus dem Schlaf zu erwachen. Zu früh geborene Babys müssen ihren Schlaf-Wach-Rhythmus finden und zugleich mit der Pflege durch ständig wechselnde Personen fertig werden. Achten Sie auf Signale dafür, dass Ihr Baby zum Spielen bereit ist, gönnen Sie ihm aber genug Pausen, wenn es Ruhe oder ein Nickerchen braucht.


Gleichmäßigkeit und Vorhersehbarkeit bieten


Wie die meisten Erwachsenen wollen auch Babys wissen, was als Nächstes kommt. Es nimmt ihnen Angst und hilft ihnen dabei, Erfolge zu erzielen. Sorgen Sie für einen regelmäßigen Tagesablauf mit gleich bleibenden Bezugspersonen und legen Sie das Kind stets im gleichen Bett schlafen, um eine strukturierte und vorhersehbare Welt für den Säugling zu schaffen. Das gibt ihm die zum entspannten Erlernen neuer Fertigkeiten erforderliche Sicherheit.


Ihr Baby in seinen Bemühungen unterstützen, sich selbst zu helfen


Mit zunehmendem Alter lernt ein Baby, immer mehr Aufgaben selbst zu verrichten, und es freut sich an diesen Erfolgserlebnissen. Auch die kleinsten Errungenschaften, wie Nuckeln an der Hand, um sich selbst zu beruhigen, führen zu Selbstbestätigung und Genugtuung. Ein schwaches Baby braucht möglicherweise zusätzliche Hilfe. Unterstützen Sie z. B. seine Schulter, damit es seine Hand zum Mund führen und leichter daran saugen kann. Oder helfen Sie ihm mit Ihrem Arm, damit es seine Füße umfassen und mehr Stabilität erzielen kann. Diese kleinen Hilfen haben einen großen Einfluss auf die Leistungen Ihres Babys.


Den Säugling vorsichtig halten und positionieren


Bemühen Sie sich um ruhige, behutsame Bewegungen, wenn das Kind wach ist. Es kostet Frühchen viel Mühe, sich fließend zu bewegen und die Arme und Beine nicht zu überstrecken oder baumeln zu lassen. Halten Sie Ihr Kind fest, damit es die Wärme und Unterstützung Ihres Körpers spürt, oder wickeln Sie es in eine Decke ein, bis seine Bewegungen zielgerichteter und kontrollierter werden. Schnelle Bewegungen können Frühgeborenen Probleme bereiten. Sie bemerken in Situationen, in denen das Kind zu schnell bewegt wird oder ihm die Unterstützung der Mutter oder einer Decke fehlt, vielleicht häufig „Ich bin überfordert“-Signale.


Babys haben individuelle Strategien, um sich mit ihrer Umwelt in Einklang zu bringen. Dazu zählen folgende:



  • Greifen nach Decken, Ihrem Finger oder anderen Gegenständen

  • Umklammern der Füße auf dem Bett

  • Bedecken des Gesichts mit den Händen oder In-Den-Mund-Stecken der Hände

  • Saugen an Schnuller oder Finger

  • Krümmen des Körpers durch Vorwärtsbeugen von Armen und Beinen

Sie sind mit der ganz speziellen Art der Kommunikation Ihres Babys bald vertraut und können ihm dann die Unterstützung geben, die es benötigt, um mit der Umwelt in Kontakt zu treten.

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