
Das Wichtigste im Überblick
Regelmäßiges Wickeln gehört zum Alltag von Eltern – genauso wie das Stillen oder Füttern, aber auch das Tragen, Kuscheln und Spielen. Gerade am Anfang wirst du und dein:e Partner:in viel Zeit am Wickeltisch verbringen. Vielleicht habt ihr gerade als frisch gebackene Eltern Fragen rund um das Wickeln und die richtige Pflege des Babypopos.
Die folgenden Empfehlungen orientieren sich an etabliertem Hebammenwissen, unter anderem am Deutschen Hebammenverband und an Ingeborg Stadelmanns „Die Hebammen-Sprechstunde“, ergänzt um aktuelle pädiatrische Hinweise des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie man eine Windel richtig wechselt, was Hebammen dabei besonders betonen und wie du eine schmutzige Windel hygienisch entsorgst.
Der richtige Wickelplatz für dein Baby
Dein kleiner Schatz ist endlich auf der Welt – das Wickeln nimmt also ab sofort einen festen Platz in deinem Leben ein und sollte so angenehm wie möglich gestaltet werden. Zu Hause kann es dafür zum Beispiel einen festen Platz wie eine Wickelkommode geben, an dem alles griffbereit liegt. Aber auch unterwegs eine Windel zu wechseln, wird sicher schnell zum Kinderspiel für dich – versprochen!
Der Wickeltisch
Bei der Wahl des Wickeltisches solltest du auf folgende Dinge achten:
Der Wickeltisch gehört auf jeden Fall auf die Liste für die Erstausstattung. Es muss nicht immer ein neuer Wickeltisch sein: Es gibt auch sehr schöne gebrauchte Wickelkommoden. Ein Blick auf diverse Online-Plattformen oder der Besuch eines Flohmarktes lohnt sich.
Ist eine Wärmelampe notwendig?
In welchem Zimmer du dir den Wickelplatz einrichtest, ist ganz dir überlassen. Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad? Die Vorlieben sind hier ganz individuell. Es sollte nur ausreichend warm sein. Babys fühlen sich bei einer Temperatur von 22 Grad am wohlsten. Steht die Wickelkommode in einem eher schlecht beheizten Raum, ist es sinnvoll, wenn du dir eine Wärmelampe anschaffst.
Wärmelampen sollten allerdings nicht zu nah über dem Wickeltisch angebracht werden. Es muss mindestens ein Abstand von einem Meter eingehalten werden. Am besten prüfst du die Wärmeentwicklung, indem du die Hand oder den Arm auf die Wickelunterlage legst. Ist es hier angenehm warm, wird sich auch dein Baby wohlfühlen. Wenn die Unterlage zu heiß ist, kannst du die Temperatur etwas zurückdrehen oder die Lampe weiter entfernt anbringen.
Utensilien für den Wickelplatz
Damit das Wickeln reibungslos gelingen kann, sollten sich alle wichtigen Wickelutensilien in deiner direkten Nähe, bestenfalls nur einen Handgriff entfernt, befinden:
Richte dir den Wickelplatz so ein, dass er für dich und dein Baby zu einem schönen und vor allem sicheren Ort wird. Achtung: Dein kleiner Schatz durchläuft eine rasante motorische Entwicklung und könnte plötzlich in der Lage sein, sich selbst umzudrehen. Stürze vom Wickeltisch gehören zu den häufigsten Unfällen von Babys. Es gilt also: „Immer die Hand am Kind!“
Welche Windel solltest du benutzen?
Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Windeln. Für dein Baby muss eine Windel vor allem drei Kriterien erfüllen: Sie muss Urin und Stuhl gut aufnehmen können, auslaufsicher sein und sie muss für deinen Liebling bequem sein.
Die meisten handelsüblichen Windeln saugen den Urin schnell auf und halten ihn über mehrere Stunden hinweg in einem Saugkern zurück. Somit bleibt die Haut deines Babys weitestgehend trocken. Außerdem verhindert der Saugkörper, dass sich Stuhl mit Urin vermischt, was die Bildung von Ammoniak minimiert. Ammoniak ist unter anderem für einen wunden Po und Windeldermatitis (Windelausschlag) verantwortlich.
In der Regel laufen Windeln selten aus, da sie mit einem flexiblen Bündchen am Bauch und meist auch an den Beinchen versehen sind. So bleibt die Kleidung trocken und dein Baby kann sich trotzdem ungehindert bewegen. Sollte die Windel plötzlich schnell voll sein und sogar auslaufen, benötigt dein Baby vielleicht eine andere Windelgröße.
Es gibt Windeln für Neugeborene, Babys und Kleinkinder. Für welche Größe du dich entscheidest, hängt ganz von der Größe und dem Gewicht deines Babys ab. Finde hier die richtige Windelgröße für dein Baby. du kannst dafür auch unseren Windelgrößen-Rechner verwenden.
Wie man eine Windel richtig wechselt
Schon wenige Tage nach der Geburt wird dir das Windelwechseln sicher leicht von der Hand gehen und du kannst die Zeit am Wickeltisch gemeinsam mit deinem Liebling genießen.
Windeln wechseln Schritt für Schritt
Bevor du Schritt für Schritt zum Wickelprofi wirst, sollten allerdings ein paar Handgriffe eingeübt werden, damit sie in jeder Situation sitzen – egal ob mitten in der Nacht oder unterwegs.
Feuchttücher oder nur Wasser – was empfehlen Experten bei Neugeborenen?
Gerade in den ersten zwei bis vier Wochen empfehlen viele Hebammen und Kinderärzt:innen, den Po deines Neugeborenen ausschließlich mit lauwarmem Wasser und einem weichen Waschlappen zu reinigen. Der Hintergrund: Die natürliche Schutzbarriere der Babyhaut baut sich erst nach der Geburt vollständig auf und reagiert in dieser Phase besonders empfindlich auf Duft- und Reinigungsstoffe.
Sobald sich die Haut stabilisiert hat, sind parfüm- und alkoholfreie Baby-Feuchttücher eine ebenso schonende und sichere Alternative. Unterwegs sind sie besonders praktisch, da dort selten warmes Wasser zur Verfügung steht. Trockne den Windelbereich anschließend immer sanft ab – so verringerst du das Risiko für Reizungen und einen wunden Po.
Wie rollt und entsorgt man eine schmutzige Windel richtig?
Eine gebrauchte Windel wird von vorn nach hinten fest zusammengerollt, mit den seitlichen Klebestreifen verschlossen und im Restmüll entsorgt – niemals im Biomüll, in der Gelben Tonne oder im Altpapier. Diese hygienische Vorgehensweise schützt vor Gerüchen und entspricht der offiziellen Empfehlung des Umweltbundesamts zur Mülltrennung im Haushalt.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
Tipp für unterwegs: Nimm einen verschließbaren Beutel mit und entsorge die Windel erst zu Hause oder an einem geeigneten öffentlichen Mülleimer.
Beim Windelwechsel geht es nicht nur darum, alle Schritte des Wickelns genau zu befolgen, sondern es ist außerdem eine gute Gelegenheit, Kontakt zu deinem Liebling aufzunehmen. Dein Baby wird sich über deine Aufmerksamkeit und die zärtlichen Berührungen freuen. Lass dir also ruhig Zeit, wenn du die Windel wechselst, und genieße zusammen mit deinem Baby diesen besonderen Moment.
Windeln wechseln unterwegs
Ob zu Hause oder unterwegs: Wenn die Windel voll ist, muss sie gewechselt werden und das kann meist nicht warten. Für den Windelwechsel unterwegs solltest du allerdings gut vorbereitet sein. Daher ist eine Wickeltasche mit allen nötigen Utensilien für unterwegs ein Must-have während der Windelzeit.
Draußen eignen sich viele Plätze zum Wickeln: eine Bank, ein Tisch oder eine Decke auf der Wiese. Du solltest auf jeden Fall Feuchttücher dabei haben, da du unterwegs nicht immer warmes Wasser zur Verfügung haben wirst. Allerdings haben auch viele Restaurants einen extra Wickelplatz, den sie dir und deinem Baby sicherlich gern zur Verfügung stellen.
Jungen und Mädchen: Der kleine Unterschied beim Wickeln
Es macht keinen Unterschied, ob du ein kleines Mädchen oder einen kleinen Jungen hast: Die Windeln müssen regelmäßig gewechselt werden. Lediglich beim Saubermachen des Windelbereiches gibt es ihn doch – den kleinen feinen Unterschied:
Wenn dein Baby beim Wickeln nach seinen Geschlechtsteilen greift, lass es ruhig gewähren. Dein Kind möchte seinen Körper erforschen und dazu gehören auch die Genitalien.

Benötigt ein Baby schon Pflegeprodukte?
Die Haut deines Babys ist viel dünner als deine eigene. Säuglinge haben noch keinen natürlichen Fettfilm und auch die Säureschutzbarriere muss sich erst noch aufbauen. Stoffe dringen deshalb schneller in den Körper ein. Dies ist auch der Grund, warum du mit Pflegeprodukten (Creme, Öl, Feuchttücher etc.) sparsam umgehen und darauf achten solltest, dass sie für die zarte Babyhaut geeignet sind. Weitere Hinweise zur sanften Hautpflege findest du in unserem Ratgeberbereich Neugeborenes – Pflege.
Im ersten Jahr benötigt dein Baby zur Hautpflege lediglich ein pflanzliches Pflegeöl. Im Fall eines wunden Pos kannst du zusätzlich einen rückfettenden Badezusatz oder Wundsalbe verwenden.
Ist dein Baby im Windelbereich besonders empfindlich, helfen auch die folgenden Dinge:
Verbessert sich trotz all dieser Versuche der Zustand der Haut nicht, solltest du dir unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Wie oft muss man eine Windel wechseln?
In den ersten 24 Stunden nach der Geburt muss die Windel eines Neugeborenen ungefähr zweimal gewechselt werden. Während dieser Zeit geht das sogenannte Kindspech (Mekonium) ab – ein teerartiger Stuhlgang. Später haben Babys dann in der Regel sechs- bis achtmal innerhalb von 24 Stunden eine volle Windel. Größere Kinder benötigen täglich ungefähr fünf bis sieben frische Windeln. Ausführliche Hinweise, wie oft die Windel wechseln in welchem Alter sinnvoll ist, findest du in unserem separaten Ratgeber.
Während der Mahlzeiten machen viele Babys die Windel voll. Es lohnt sich also, einen Blick in die Windel zu werfen, nachdem du dein Baby gefüttert hast. Ist dein Baby hungrig und müsste eigentlich gleichzeitig gewickelt werden, sollte das Füttern aber erst einmal Vorrang haben. Selbstverständlich solltest du auch auf die Signale deines Babys hören. Ist die Windel nass, wird sich dein Baby melden und wahrscheinlich weinen oder quengeln.
Sicherlich wirst du nicht immer mitbekommen, wenn die Windel voll ist. Ein Urin-Indikator an der Außenseite bestimmter Windeln bietet hier eine Hilfestellung: Er zeigt an, wann der nächste Windelwechsel ansteht. Es ist wichtig, immer daran zu denken, die Windeln deines Babys regelmäßig auf deren Inhalt zu prüfen, damit diese dann auch bei Bedarf zügig gewechselt werden kann. Stuhlgang und Feuchtigkeit können die empfindliche Babyhaut reizen und zu einem wunden Po führen.
Windeln wechseln: Tipps und Tricks
Im Laufe der Zeit wirst du ganz bestimmt zum Windel-Profi. Einige hilfreiche Tipps haben wir hier schon einmal für dich zusammengestellt:
Wie erklären Hebammen das richtige Windelwechseln?
Laut Deutschem Hebammenverband und der Hebamme Ingeborg Stadelmann kommt es beim Wickeln vor allem auf Sicherheit, sanfte Reinigung und sparsame Pflege an. Konkret bedeutet das: immer eine Hand am Baby lassen, den Po von vorn nach hinten reinigen (besonders bei Mädchen), die Vorhaut bei Jungen nicht zurückstreifen und in den ersten Wochen lauwarmes Wasser mit einem Waschlappen bevorzugen. Da sich die Schutzbarriere der Babyhaut in den ersten Lebensmonaten erst aufbaut, empfehlen Hebammen Pflegeprodukte grundsätzlich sparsam einzusetzen und im Zweifel Rücksprache mit der betreuenden Hebamme oder Kinderärztin bzw. dem Kinderarzt zu halten.
Fakten im Überblick
Bei kleinen Babys wechselt man bis zu achtmal innerhalb von 24 Stunden die Windel. Etwas größere Kinder brauchen täglich ungefähr sechs frische Windeln. Oft ist die Windel direkt nach dem Füttern voll. Du solltest auf die Signale deines Kindes achten und die Windel zwischendrin immer wieder kontrollieren, um sie nach Bedarf zu wechseln.
Im Laufe der Windelzeit wirst du so einige Zeit am Wickeltisch verbringen. Durchschnittlich wechselt man zweieinhalb Jahre volle Windeln, bis ein Kind trocken ist. Jedes Kind hat hier sein individuelles Tempo. Lass dich für das Wickeln belohnen und sammle mit jedem Windelkauf wertvolle Punkte, die du gegen tolle Prämien eintauschen kannst. Wie? Ganz einfach: Werde Mitglied in unserem Pampers-Club.
Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest Du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Für eine professionelle Diagnose und Behandlung solltest Du immer Deine Ärztin, Deinen Arzt oder Deine Hebamme konsultieren.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Das Baby. Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr. Kunst- und Werbedruck GmbH. Köln. 2020.
- Deutscher Hebammenverband: Entspannt erleben: Babys 1. Jahr. Alles Wichtige: Ernährung, Schlafen, gesunde Entwicklung, Pflege. Trias. Stuttgart. 2011.
- Langanki, Daniela: Babypflege. Alles, was Eltern wissen müssen. Urban & Fischer. München, Jena. 2007.
- Nolden, Annette; Dr. Med. Nolte, Stephan Heinrich: Das große Buch für Babys erstes Jahr. Gräfe & Unzer. München. 2013.
- Stadelmann, Ingeborg: Die Hebammen-Sprechstunde. Stadelmann Verlag. Wiggensbach. 2005.
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.: Windeldermatitis/Windelsoor (Stand: 20.05.2021)
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Ein lautstarkes Signal: Schreien (Stand: 20.05.2021)
- Apotheken Umschau – Richtig Wickeln: Schritt für Schritt erklärt
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. – Windeldermatitis/Windelsoor
- Umweltbundesamt – Mit richtiger Mülltrennung Ressourcen schonen und Umwelt schützen
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