Windeldermatitis bei Babys

Die Windeldermatitis

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24.01.20
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Gibt es etwas Schöneres als einen nackten runden Babypo? Umso besorgter ist man wahrscheinlich, wenn sich beim Windelwechsel gerötete oder gereizte Stellen zeigen. Dabei könnte es sich um Windeldermatitis – einen sehr typischen Ausschlag im Windelbereich handeln.

Wie Sie den wunden Po Ihres kleinen Schatzes behandeln können und vieles mehr, finden Sie hier:

Worum geht es in diesem Artikel?

Was ist eine Windeldermatitis? Windelausschlag: Was sind die Ursachen? Typische Symptome der Windeldermatitis Behandlung und Heilmittel bei Windeldermatitis Beugen Sie dem Windelausschlag vor Ausschlag: weitere Ursachen

Was ist eine Windeldermatitis?

Ein wunder Po: Kaum ein Baby oder Kleinkind ist davor gefeit. Genau genommen sind ganze 25 Prozent betroffen. Bei jedem vierten Baby tritt die Windeldermatitis (Dermatitis ammoniacalis) sogar regelmäßig auf. Zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat lässt sich dieser Ausschlag besonders häufig beobachten.

Babys Haut ist besonders empfindlich. Die Windel kann noch so saugfähig sein: Rund um den kleinen Po herrscht immer ein feuchtwarmes Milieu. Außerdem reibt die Windel an der Hautoberfläche und macht sie somit anfällig für unwillkommene Keime. Entzünden sich nun diese Stellen, spricht man von einer Dermatitis.

Sollte sich sogar ein Pilz ansiedeln und die Entzündung damit verschlimmern, nennt man das Windelsoor. Im Gegensatz zur Windeldermatitis ist Windelsoor ansteckend. Sie sollten dann einen Kinderarzt aufsuchen, da der Pilz auch die Beine, den Rücken und sogar den Mund befallen kann.

Windelausschlag: Was sind die Ursachen?

Sie wechseln wahrscheinlich je nach Alter Ihres kleinen Lieblings die Windel 6 bis 10 Mal am Tag bzw. in der Nacht. Das ist ganz schön oft! Trotzdem verbleibt immer etwas Urin auf der Haut, bis Sie wieder dazu kommen, Ihr Baby zu wickeln.

In der Zwischenzeit wird der Urin von Bakterien zersetzt. Dabei entsteht Ammoniak. Dieser reizt die Babyhaut und lässt den kleinen Po relativ schnell wund werden. Ammoniak erkennt man an seinem beißenden Geruch, den Sie sicherlich aus der Nachtwindel kennen.

Aber auch die Ernährung Ihres Babys kann bei der Entwicklung einer Windeldermatitis eine Rolle spielen. So verändern beispielsweise Zitrusfrüchte oder Fruchtsäfte den Urin und die vermehrte Säure führt wiederum zu einer Hautreizung. Das gilt auch für stillende Mütter. Was immer Sie als Mutter essen, landet auch in abgeschwächter Form in Ihrer Milch und somit bei Ihrem Baby.

Oft wird auch angenommen, dass das Material der Windel selbst für den Ausschlag am Po verantwortlich ist – also, dass das Baby auf gewisse Inhaltsstoffe der Windel überdurchschnittlich stark reagiert. Dies ist aber laut Studien nur selten der Fall. Vielmehr stehen bestimmte Reinigungsmittel oder Pflegeprodukte im Verdacht, einen Windelausschlag zu verursachen.

Typische Symptome der Windeldermatitis

Ihr Baby hat noch keine Worte zur Verfügung, um Ihnen mitzuteilen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es drückt sein Unbehagen durch Schreien und Reizbarkeit – möglicherweise auch durch Appetitlosigkeit – aus.

Daher sollten Sie beim Windelwechsel auf folgende typische Symptome achten:

  • Der Po ist flächenhaft stark gerötet und wund.
  • Die Haut kann auch leicht geschwollen oder warm sein.
  • Sie haben das Gefühl, dass der Windelbereich bei Ihrem Baby Schmerzen verursacht oder juckt.
  • Machen Sie den Geruchstest! Riecht die Windel stark nach Ammoniak, wird dieser der Grund des Windelausschlags sein.
  • Nicht nur am Po lässt sich der Ausschlag finden. Er kann von den Genitalien bis hin zum Unterbauch und den Oberschenkeln reichen.

Tauchen zusätzlich rötliche Pusteln mit einer roten Stelle in der Mitte auf, so könnte es sich um einen Pilzbefall handeln. Bei einer starken Rötung gehen Sie lieber auf Nummer sicher und suchen Sie Ihren Kinderarzt auf.

Behandlung und Heilmittel bei Windeldermatitis

Schon bei den ersten Anzeichen einer Windeldermatitis können und sollten Sie etwas tun, damit sich der Zustand nicht verschlimmert:

  • Windelwechsel: Wechseln Sie nun häufiger die Windel, um die Feuchtigkeit auf der Haut möglichst gering zu halten.
  • Luftdurchlässige Windel: Verwenden Sie möglichst luftdurchlässige Windeln für die Nacht.
  • Nackter Po: Versuchen Sie, Ihr Baby täglich einige Zeit ganz ohne Windel spielen oder schlafen zu lassen.
  • Reinigung: Waschen Sie nach jedem Stuhlgang den Po sorgfältig und trocknen Sie ihn gut ab, bevor Sie Ihr Kleines wieder anziehen. Zum Trocknen könnten Sie auch einen Föhn benutzen.
  • Wundschutzcreme: Verwenden Sie im Kampf gegen Windeldermatitis eine zinkhaltige Salbe. Sie fördert den Heilungsprozess zusätzlich und hilft schnell.
  • Kamillenbad: Kamille ist ein beliebtes Hausmittel gegen Entzündungen. Fügen Sie dem nächsten Babybad 1 Liter Kamillentee hinzu. Er beruht die gereizte Haut.
  • Muttermilch: Sollten Sie noch stillen, könnten auch ein paar Tropfen Muttermilch, auf die betroffenen Stellen getupft, für Linderung sorgen.
  • Heilwolle: Bei leichter bis mittlerer Reizung der Haut schwören manche Mütter auf Heilwolle. Diese legen Sie direkt auf die gerötete Haut Ihres Babys. Verwenden Sie sie bitte nicht bei offenen Wunden.

Ziehen Sie auch mögliche Veränderungen in der Ernährung oder Umgebung Ihres Babys in Betracht, die den Windelausschlag hervorgerufen haben könnten. Um sich ein Bild davon zu machen, ob es sich nicht doch um eine Allergie handelt, lassen Sie vielleicht einmal für eine Zeit lang bestimmte Lebensmittel oder Pflegeprodukte weg.

Sollte die Windeldermatitis trotz all Ihrer Bemühungen nach einer Dauer von ein paar Tagen nicht wesentlich besser sein, gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt, um eine Pilz- oder Streptokokken-Infektion auszuschließen. Dieser wird Ihnen dann sicherlich eine für Ihr Baby geeignete Therapie vorschlagen.

Beugen Sie dem Windelausschlag vor

Vorbeugung ist allerdings der beste Schutz gegen Windeldermatitis. Damit es erst gar nicht zu einem wunden Babypo kommt, sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • Wechseln Sie die Windel, sobald Sie merken, dass sie voll ist.
  • Reinigen Sie den Po nach jedem Stuhlgang gründlich (am besten mit warmem Wasser) und trocknen Sie ihn ordentlich.
  • Wählen Sie immer die richtige Windelgröße, um Reibung zu vermeiden.
  • Lassen Sie Ihr Baby auch einfach mal nackt.
  • Vermeiden Sie Pflegeprodukte, die toxische oder entfettende Substanzen enthalten, um die Barriere-Funktion der zarten Babyhaut nicht zu beschädigen.
  • Achten Sie bei der Hautpflege Ihres Babys mit Creme und Salben darauf, dass diese keine klumpigen Überreste hinterlassen. Das könnten an der Haut reiben und zu Entzündungen führen. Salbenreste können Sie zum Beispiel mit Olivenöl entfernen.

Unsere Expertin und Dermatologin Dr. Barbara Kunz informiert Sie in unserem Video, wie Sie die empfindliche Babyhaut am besten Pflegen und schützen.

Ausschlag: weitere Ursachen

Selbst wenn es für Sie wie ein Windelausschlag aussieht, kann es sich auch um eine andere, für Kinder typische und harmlose Hautirritation handeln. Daher sollten Sie den Unterschied zwischen einer Windeldermatitis und anderen gängigen Erkrankungen kennen. So können Sie Ihrem Baby die optimale Behandlung zukommen lassen. Besonders häufig werden Grindflechte, Milchschorf und Hitzepickel mit Windelausschlag verwechselt.

Grindflechte

Die Grindflechte (Impetigo contagiosa) ist eine ansteckende bakterielle Hautinfektion, die im Windelbereich sowie auf Gesicht und Händen als juckender roter Ausschlag mit wasser- oder eitergefüllten Blasen auftritt. Wegen der Ansteckungsgefahr sollten alle Familienmitglieder ihre Hände häufig mit einer antibakteriellen Seife waschen, um eine Übertragung zu verhindern. Bei derartigem Ausschlag sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen.

Milchschorf

Milchschorf (Seborrhoische Dermatitis) ist eine Hauterkrankung, die häufig bei Kleinkindern im ersten Lebensjahr auftritt. Sie macht sich durch erhabene, tiefrote Stellen mit dicken, weißen oder gelben Schuppen bemerkbar. Diese lassen sich meistens in der Leistengegend, auf den Genitalien, dem Unterleib und vor allem der Kopfhaut Ihres Babys finden. Sollte eine Behandlung mit freiverkäuflichen Salben nichts helfen, suchen Sie bitte Ihren Kinderarzt auf.

Hitzepickel

Durch Hitze und Feuchtigkeit kann es immer dann zu Hitzepickeln kommen, wenn sich auf der Haut Schweiß bildet, der nicht verdampfen kann. Dieser Zustand tritt nach dem dritten Monat eher selten auf und erinnert an einen Akneausschlag mit sehr kleinen, rosafarbenen Pusteln. Er kann in den Hautfalten im Windelbereich besonders dort auftreten, wo die Plastikeinlage der Windelbündchen entlang der Haut verlaufen oder das Windeltuch in Kontakt mit der Haut kommt.

Nässe und Feuchtigkeit sind die häufigsten Ursachen für Juckreiz. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind nicht zu warm angezogen ist und seine Haut trocken bleibt. Bei schwerem Befall sollten Sie immer Ihren Arzt aufsuchen.

Verzichten Sie bei der Pflege der Haut auf unnötige Inhaltsstoffe und wechseln Sie im Fall einer Windeldermatitis die nasse Windel lieber einmal zu oft als zu wenig. Wenn Sie Mitglied in unserem Pampers Club sind, können Sie dabei sogar noch Punkte sammeln und sich tolle Prämien sichern.

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