Baby Bauchlage: Ab wann auf dem Bauch liegen?

Spielerisch in die Bauchlage! Wie Sie Ihr Baby unterstützen können

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20.04.20
4 Lesedauer

Auf dem Bauch zu liegen, ermöglicht Ihrem Baby, die Welt aus einem völlig neuen Blickwinkel zu betrachten. Es ist eine spannende Zeit für Sie und Ihren Liebling.

Worum geht es in diesem Artikel?

Die Bauchlage: Ein wichtiger Entwicklungsschritt Wie Sie Ihr Baby in der Bauchlage unterstützen können So liegt Ihr Baby sicher in der Bauchlage Warum Babys auf dem Rücken schlafen sollten

Für einen gesunden und sicheren Schlaf sollte ihr Baby auf dem Rücken liegen. Wenn es jedoch wach ist und Sie dabei sind, können Sie mit ihrem Baby spielerisch die Bauchlage trainieren.

Die Bauchlage: Ein wichtiger Entwicklungsschritt

Denn die Bauchlage ist ein wichtiger Schritt für die körperliche Entwicklung Ihres Babys. In dieser Lage erlernt es im Laufe der Zeit, den Kopf zu heben und zu drehen. Dadurch trainiert es seine Nacken und Schultermuskulatur und erlangt darüber die sogenannte Kopfkontrolle. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um später sitzen, krabbeln und laufen zu können.

Verbringt ein Baby zu viel Zeit auf dem Rücken und/oder bewegt sich dabei wenig oder kaum, kann es zu Verformungen des Schädels kommen (z.B. Abflachung des Hinterkopfes und/oder Schädelasymmetrie). Lassen Sie sich aber bitte davon nicht verrückt machen, denn früher oder später entdeckt so ziemlich jedes Baby die Liebe zur Bauchlage. Mit zunehmender Mobilität des Babys korrigieren sich somit viele Schädeldeformitäten von selbst. Sollte dies nicht der Fall, oder der Schädel zu stark verformt sein, wird Ihr Kinderarzt entsprechende Schritte einleiten (z.B. Verordnung von Physiotherapie).

Ab wann genau Ihr Baby sich auf dem Bauch liegend wohlfühlt, ist von der individuellen Entwicklung abhängig. Ganz grob kann man aber feststellen:

  • Im 1.-2. Monat: Schon in den ersten Wochen kann Ihr Baby in Bauchlage den Kopf für kurze Zeit anheben und zur Seite drehen. Im 2. Monat hebt Ihr Baby seinen Kopf in der Bauchlage bereits für einige Sekunden so hoch an, dass das Kinn die Unterlage nicht mehr berührt.
  • Im 3. - 4. Monat: Innerhalb dieser Monate können die meisten Babys ihren Kopf schon etwas länger aufrichten, wobei sie sich zunächst auf ihre Ellenbogen bzw. Unterarme und später auf die Hände stützen.
  • Im 7. - 8. Monat: Nun schafft es Ihr Baby wahrscheinlich schon, sich über die Seite von der Rückenlage aus in die Bauchlage zu drehen und sich mit den Händen abzustützen.

Diese Zeitangaben sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Jedes Baby erreicht die sogenannten Meilensteine zu seiner ganz persönlichen Zeit. Die Fähigkeit, auf dem Bauch zu liegen und dabei den Kopf zu heben und zu drehen, wird während der Vorsorgeuntersuchungen von Ihrem Kinderarzt überprüft.

Wie Sie Ihr Baby in der Bauchlage unterstützen können

Die Bauchlage ist also sehr wichtig für die motorische Entwicklung eines Kindes. Ihr Baby eignet sich diese Fähigkeit von selbst an. Sie können diesen Vorgang nicht beschleunigen, allerdings können Sie Ihren kleinen Schatz dabei unterstützen und tagsüber immer mal wieder dazu motivieren in der Bauchlage zu liegen - vorausgesetzt natürlich, Sie sind dabei und Ihr Baby fühlt sich in der Lage wohl.

Tipps

Wir haben hier einige Tipps für Sie zusammengetragen, die Ihnen dabei helfen, Ihr Kind nach und nach an diese Position zu gewöhnen:

  • Sie können Ihr Baby bereits nach der Geburt ab und an auf Ihrem Schoß oder auf Ihrer Brust auf den Bauch legen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie dabei, auch wenn es noch so verlockend erscheint, nicht versehentlich einschlafen. Denn dabei könnte Ihr Baby verrutschen und unbemerkt in eine ungünstige und potenziell gefährliche Schlafposition geraten.
  • Wie lange Ihr Baby auf dem Bauch liegt, ist von seinem Alter abhängig. Je älter es wird, desto länger kann es in dieser Position bequem liegen. Zu Beginn sollten es nur wenige Minuten sein. Mit zunehmendem Alter kann man die Zeitintervalle langsam erhöhen. Bleiben Sie jedoch in der Nähe Ihres Babys und beobachten Sie es. Es wird sich bemerkbar machen, sobald ihm die Position zu anstrengend wird. Wenn es sich von selbst auf den Bauch und zurück auf den Rücken drehen kann, wird es die Dauer selbst bestimmen. Bis dahin sollten Sie Ihr Baby unterstützen und dann zurückdrehen, wenn Sie merken, dass es müde oder quengelig wird.
  • Diesen und den nächsten Absatz würde ich in der Reihenfolge tauschen.
  • Legen Sie sich mit dem Rücken auf den Boden und platzieren Sie ein Kissen unter Ihrem Kopf. Legen Sie anschließend Ihr Baby mit seinem Bauch auf Ihren Oberkörper. Es wird sich (je nach Alter) mit seinen Armen hoch stützen, um Ihr Gesicht sehen zu können.

Spielideen

Beim Spielen auf dem Bauch macht das Trainieren dieser Lage aber erst so richtig Spaß:

  • Die Zeit mit Ihrem kleinen Schatz ist etwas ganz Besonderes. Genießen Sie sie in vollen Zügen und beschäftigen sich viel mit Ihrem Baby. Dadurch wird nicht nur die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind gestärkt, sondern auch die Wahrnehmung des Babys gefördert. Versuchen Sie, auch wenn Ihr Baby auf dem Bauch liegt, spielerisch seine Aufmerksamkeit zu erregen: etwa mit einem bunten Spielzeug, einem Stofftier oder einem weichen Kinderbuch für Babys.
  • Der beste und interessanteste Anreiz für Ihr Baby sind übrigens Sie selbst. Legen Sie sich also gerne dazu.
  • Legen Sie Bälle oder buntes Spielzeug vor Ihr Baby. Es wird versuchen, danach zu greifen und den Kopf dabei in die entsprechende Richtung zu drehen.
  • Legen Sie Ihr Kleines mit dem Bauch über einen Gymnastikball und rollen Sie es sanft hin und her. Halten Sie aber dabei Ihr Kind immer gut fest.

Überfordern Sie Ihr Baby allerdings nicht. Es ist ja noch so klein. Stellen Sie ihm neue Dinge langsam vor und achten Sie auf seine Reaktion.

So liegt Ihr Baby sicher in der Bauchlage

Lassen Sie sich nicht von falschem Ehrgeiz treiben und denken Sie immer dran: Sie können den Prozess nicht beschleunigen. Was Sie allerdings tun sollten, ist ein sicheres Umfeld schaffen, damit sich Ihr Liebling frei und doch geschützt ausleben kann:

  • Untergrund: Bei einem Säugling macht das Gewicht des Kopfes ungefähr ein Drittel seines Gesamtkörpergewichtes aus. Hebt Ihr Schatz also seinen Kopf an, kann es leicht passieren, dass dieses enorme Gewicht ganz schnell wieder auf den Boden sinkt. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Baby nicht verletzen kann. Eine leicht gepolsterte Krabbeldecke kann dabei hilfreich sein, allerdings sollte sie nicht zu weich sein, um die Atemwege des Babys in der Bauchlage nicht zu behindern.
  • Aufsicht: Lassen Sie Ihr Baby in dieser Position nicht alleine. Gerade am Anfang kann es den Kopf noch nicht sicher und weit genug zur Seite drehen, was gefährlich werden könnte. Zum Beispiel, wenn Ihr Baby plötzlich spuckt. Es könnte im Erbrochenen liegen bleiben und würde so schlecht Luft bekommt.
  • Im Wachzustand: Daher ist es besonders wichtig, dass sich Ihr Kind immer nur im Wachzustand in der Bauchlage befindet.

Spätestens dann, wenn Ihr Baby sich von alleine drehen kann und mobiler wird, sollten Sie die Umgebung kindgerecht absichern. Auch beim Wickeln auf der Wickelkommode sollten Sie Ihren Schatz grundsätzlich nie aus den Augen lassen. Denn Stürze aus der Höhe (z.B. Wickelkommode oder Sofa) gehören in diesem Alter zu den häufigsten Unfallursachen.

Warum Babys auf dem Rücken schlafen sollten

In den Empfehlungen zur Prävention des plötzlichen Kindstods wird ganz klar dazu geraten, dass Babys auf dem Rücken schlafen sollten. Aber warum ist die Bauchlage als Schlafposition eigentlich gefährlich?

Auf dem Rücken liegend sind Mund und Nase Ihres Babys nicht verdeckt und der Brustkorb kann sich ohne Einschränkungen heben und senken. Ihrem Baby ist es also möglich, ganz frei und uneingeschränkt zu atmen. Auch Speichel kann so leichter über die unten liegende Speiseröhre ablaufen. Darüber hinaus ist es gerade in der Erkältungszeit wichtig, dass Ihr Baby kräftig husten kann und gut Luft über die Nase bekommt – die Rückenlage ermöglicht dies. Legen Sie Ihr Baby daher konsequent auf den Rücken, wenn Sie es ins Bett bringen. Dadurch kann es sich von Anfang an an diese Schlafposition gewöhnen.

Sobald sich Ihr Baby von selbst auf den Bauch drehen kann (ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat), wird es Ihnen nicht immer möglich sein, die Bauchlage Ihres Babys im Schlaf zu verhindern. Achten Sie daher auf eine sichere Schlafumgebung.

Natürlich wäre auch dann die Rücklage noch die ideale Schlafposition, dennoch sollten Sie Ihr Baby, aus Angst, dass etwas passieren könnte, nachts nicht zu oft wieder auf den Rücken drehen. Schließlich ist ein gesunder und ungestörter Schlaf für die Entwicklung Ihres Babys ebenfalls wichtig!

Fakten im Überblick

  • F : Schlafen in Bauchlage als Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod
  • F : Ab wann dreht sich ein Baby auf den Bauch?
  • F : Ab wann darf man ein Baby auf den Bauch legen?
  • F : Wann hebt ein Baby in der Bauchlage den Kopf?

Die Bauchlage eröffnet Ihrem Baby ganz neue Möglichkeiten. Gehen Sie es spielerisch an und genießen Sie zusammen diese ganz neue Erfahrung.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

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