Milchschorf Baby

Während der ersten Lebensmonate werden Sie zahlreiche Veränderungen bei ihrem Baby beobachten – manche erfreulich, andere weniger, und einige davon verwirrend.

Wenn Sie gelblich-weiße Schüppchen auf dem Kopf Ihres Babys entdecken, kann dies mehrere Ursachen haben, vom Kopfgneis bis zum Milchschorf. Und nein, die beiden Begriffe bezeichnen nicht ein und dasselbe. Was der echte Milchschorf wirklich ist und was Sie dagegen tun können, verraten wir Ihnen hier.

Was ist Milchschorf?

Milchschorf ist eine Hautveränderung, die etwa jedes zehnte Baby bekommt. Sie kann sich zu einer Neurodermitis weiterentwickeln, was jedoch keinesfalls eintreten muss. Seinen Namen verdankt der Milchschorf seinem Aussehen, da die Schüppchen häufig eine Kruste bilden, die angebrannter Milch ähnelt. Er hat jedoch nichts mit einer Unverträglichkeit von Milchprodukten zu tun.

Zunächst zeigt sich der Milchschorf durch eine rote, entzündliche Stelle im Scheitelbereich, auf der sich nach einiger Zeit gelbliche Schuppen und nässende Bläschen bilden. Der Milchschorf kann sich auf mehrere Körperregionen ausbreiten: Neben der Kopfhaut sind vor allem Stirn und besonders häufig auch die Augenbrauen betroffen. Doch auch in der Windelregion des Babys können sich die Schüppchen bilden.

Ansteckend ist der Milchschorf nicht. Eltern müssen sich auch nicht darum sorgen, dass das Haarwachstum dauerhaft beeinträchtigt wird. Haarausfall bei Babys wird nicht durch Milchschorf oder Kopfgneis verursacht, sondern eher durch die sogenannte „Liegeglatze“. Die kann entstehen, wenn das Kind viel auf der gleichen Stelle liegt, solange es den Kopf noch nicht heben kann.

Zwar haben es die feinen Härchen zunächst schwer, durch die verkrusteten Schuppen durchzuwachsen. Doch sobald der Milchschorf abgeklungen ist, was spätestens bis zum zweiten Lebensjahr geschehen sein sollte, steht einer stolzen Haarpracht nichts mehr im Wege.

Was ist die Ursache von Milchschorf?

Endgültig haben Forscher nicht klären können, warum manche Babys Milchschorf bekommen und andere nicht. Allerdings scheint die Genetik eine große Rolle zu spielen. Haben beide Eltern Neurodermitis, liegt die Wahrscheinlichkeit bei ihren Babys bei mindestens 60 Prozent, selbst irgendwann Milchschorf oder Neurodermitis zu bekommen.

Auch Umweltfaktoren wie Stress oder Nikotinkonsum während der Schwangerschaft der Mutter spielen eine Rolle. Die gute Nachricht hierbei ist: Man kann unter Umständen einen kleinen Teil dazu beitragen, dass selbst in Familien mit größerer Anfälligkeit für Neurodermitis nicht jedes Baby Milchschorf bekommt. Das heißt: Finger weg von Zigaretten und immer genug Pausen machen.

Lässt sich dem Milchschorf vorbeugen?

Beim Thema Prävention gelten dieselben Regeln wie bei der Neurodermitis. Auch, wenn es keine Garantien gibt, sollte auf folgende Dinge geachtet werden:

  • Nikotinkonsum vermeiden: Es ist beinahe überflüssig zu erwähnen, dass für Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit aktives und auch passives Rauchen tabu sind. Selbstverständlich sollte auch ein Säugling möglichst keinem Qualm ausgesetzt werden. Denn dies gehört zu den Faktoren, die eine Neurodermitis und auch Milchschorf auslösen können.

  • Stillen: Soweit es machbar ist, sollte das Baby mindestens in den ersten vier Lebensmonaten ausschließlich gestillt werden. Sollte dies nicht möglich sein, kann eine spezielle, hypoallergene (also arm an Allergie auslösenden Bestandteilen) Flaschenmilch eine Alternative sein. Wenn Sie Ihr Baby mit der Flasche füttern müssen oder möchten, haben wir hier einige Richtlinien für die Ernährung mit Ersatzmilch für Sie zusammengestellt.

Milchschorf und Kopfgneis – was ist der Unterschied?

Es ist kein Wunder, dass viele Eltern verwirrt sind, denn oft wird das Wort Milchschorf verwendet, wenn eigentlich Kopfgneis gemeint ist. Zwar sehen sich diese Hautveränderungen auf den ersten Blick sehr ähnlich und treten beide am behaarten Kopf auf, sind jedoch vollkommen unterschiedlich.

Der wesentlich häufiger vorkommende Kopfgneis wird durch eine überhöhte Talgproduktion ausgelöst. Er ist also in erster Linie hormonell bedingt. Beim seltener vorkommenden Milchschorf ist die Ursache hingegen nicht vollständig geklärt. Auch Symptome und Verlauf weichen bei den beiden Erkrankungen voneinander ab.

Milchschorf

Daran erkennen Sie Milchschorf:

  • Erscheinungsbild: Er äußert sich durch gelblich-weiße, festhaftende Hautschuppen, die mit geröteter Kopfhaut und teils mit nässenden Bläschen einhergehen.

  • Körperstelle: Milchschorf tritt vor allem am Kopf, im Gesicht und im Windelbereich auf. Auch Rumpf und Gliedmaßen können betroffen sein.

  • Beginn und Dauer: In der Regel bekommen Babys Milchschorf ab dem dritten Lebensmonat. Wann er wieder abklingt, ist jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Bei etwa der Hälfte der Fälle heilt der Milchschorf bis zum zweiten Lebensjahr wieder ab, ohne sich zu einer Neurodermitis zu entwickeln.

Kopfgneis

Daran erkennen Sie den Kopfgneis:

  • Erscheinungsbild: Auch hier erscheinen die Schuppen gelblich-weiß, sind jedoch eher fettig und weich. Juckreiz oder andere störende Nebenwirkungen sind hier nicht zu erwarten. Eine besondere Behandlung oder spezielle Maßnahmen zur Vorbeugung sind also normalerweise nicht nötig.

  • Körperstelle: Kopfgneis tritt in der Regel nur an der behaarten Kopfhaut auf.

  • Beginn und Dauer: Schon ab der dritten Lebenswoche können die Schüppchen beim Baby auftreten, in manchen Fällen jedoch auch später. Sie klingen in der Regel von ganz alleine wieder ab.

Während Kind und Eltern den Kopfgneis in der Regel entspannt aussitzen können, lässt sich der Milchschorf leider weniger leicht ignorieren: Vor allem der starke, störende Juckreiz kann für Quengeln, Tränen und schlaflose Nächte bei ihrem Würmchen sorgen. Doch es gibt Hausmittel, mit denen Sie Ihrem Sonnenschein Linderung verschaffen können, wenn es mit dem lästigen Milchschorf zu tun hat.

Wie lässt sich Milchschorf behandeln?

Leider bekommt man den Milchschorf bei Babys nicht durch Einweichen mit Öl und anschließendem Abwaschen weg, wie es beim Kopfgneis manchmal gemacht wird. Tatsächlich ist eher davon abzuraten, die Schüppchen beim Milchschorf durch Bürsten, Rubbeln oder Kratzen entfernen zu wollen, denn dabei können kleine Verletzungen der Haut und damit weitere Entzündungen entstehen.

Ihr Kinderarzt kann Ihnen jedoch Mittel gegen Milchschorf empfehlen oder verschreiben: Bestimmte Gele und Salben zeigen Erfolge bei der Behandlung. Falls es nötig sein sollte, kann er außerdem antibiotische Mittel gegen potenzielle Entzündungen verschreiben.

Alle Produkte, mit denen die betroffenen Stellen von Babys Haut in Berührung kommen, sollten frei von anderweitigen Wirkstoffen sowie Duft- und Konservierungsstoffen sein. Bevor Sie auf eigene Faust zu Cremes und Ölen greifen oder gar versuchen, den Milchschorf vom Kopf des Babys zu lösen, sollten Sie sich also ärztlich beraten lassen.

Allgemeine Tipps zur Versorgung und Pflege von Babys Haut finden Sie hier.

Was können Eltern bei Milchschorf tun?

Auch wenn Sie sich auf den Arzt verlassen sollten, wenn es konkret darum geht, den Milchschorf zu behandeln, gibt es dennoch ein Paar praktische Hausmittel, die Sie sich zu Herzen nehmen können. Dazu gehören:

  • Kratzen verhindern: Schneiden Sie Ihrem Baby die Nägel möglichst kurz und ziehen Sie Ihrem Liebling vor allem in der Nacht kleine Fäustlinge aus Baumwolle an. So kann er sich die vom Milchschorf befallenen Stellen im Gesicht und am Kopf nicht wund kratzen.

  • Juckreiz vorbeugen: Vollkommen vermeiden lässt es sich leider nicht, dass Milchschorf eben einfach juckt. Doch es gibt Faktoren, die das unangenehme Gefühl noch verstärken können. Dazu gehören eine hohe Luftfeuchtigkeit, große Hitze und Kontakt mit Wolle oder Hausstaub.

  • Juckreiz lindern: An oberster Stelle steht hierbei tägliches Eincremen mit einer ärztlich abgesegneten Basispflege. Macht ihr Baby an einigen Stellen akut Anstalten, sich kratzen zu wollen, können kühlende Umschläge kurzfristig Abhilfe schaffen.

Natürlich wünschen sich alle Eltern gesunde, unbeschädigte Babyhaut unter einem zarten Flaum von Haaren und keinen störenden Juckreiz, der Ihrem kleinen Schatz auf die Laune schlägt. Doch in diesem Fall hat Ihr kleiner Liebling Sie vor eine Herausforderung gestellt, die durchaus handhabbar ist.

Viel Zuwendung und tägliche Hautpflege sind jetzt gefragt – und was könnte es schließlich Schöneres für Ihr Baby geben, als derart viel liebevollen Körperkontakt zu Mama und Papa? Das stärkt Bindung und Urvertrauen. Und Sie als Eltern können sich darauf verlassen, dass der Milchschorf sehr wahrscheinlich keine weiteren Folgen hat und Ihr Kleines die lästigen Nebenwirkungen schon bald vergessen haben wird.

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