Was ist eine Kolik? Ursachen, Symptome und was helfen kann

Was ist eine Kolik? Symptome und Heilmittel

Fast jedes Baby hat irgendwann im Laufe des Tages eine zornige Phase – scheinbar ohne Grund. Das kann schon im Alter von zwei Wochen vorkommen. Manchmal jedoch verwandelt sich das normale Nörgeln in ausgedehntes Weinen, das nicht mehr aufhören will und nur schwer beruhigt werden kann. Diese nervenaufreibenden Episoden könnten darauf hinweisen, dass Ihr Baby an einer Kolik leidet. Am schlimmsten sind Koliken normalerweise im zweiten und dritten Lebensmonat. Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich in dieser Situation hilflos fühlen. Lesen Sie weiter, um mehr über Koliken zu erfahren und was Sie tun können, um Ihrem Kind zu helfen.

Was ist eine Kolik?

Eine Kolik kann als Anfall von intensivem, lautem und untröstlichem Weinen bezeichnet werden, der ohne ersichtlichen Grund mehrere Stunden am Tag über mehrere Wochen anhält. Ungefähr ein Fünftel aller Babys leidet an Koliken. Studien haben gezeigt, dass Babys, die in den ersten Wochen Ihres Lebens besonders viel Körperkontakt haben, später weniger lange weinen. Sorgen Sie also dafür, dass Sie und Ihr Baby so viel Körperkontakt haben wie nur möglich!

Was verursacht Koliken?

Experten sind unsicher, was Koliken verursacht. Hier sind einige mögliche Erklärungen aufgelistet:

  • Das Verdauungssystem eines Babys ist noch mitten in der Entwicklung, das kann Schmerzen verursachen.
  • Ein Magensäure-Rückfluss kann dazu führen, dass sich das Baby unwohl fühlt.
  • Das Baby hat Blähungen.
  • Junge Babys sind am Ende des Tages von ihrer Umgebung überfordert – und wenn diese neuen Informationen verarbeitet werden müssen, beginnt das Baby, zu weinen.
  • Einige Studien legen nahe, dass Nahrungsmittelallergien (gegen die Allergene, denen das Baby in der Muttermilch ausgesetzt ist) oder Tabakrauch Koliken verursachen können.

In der Regel sind Koliken nicht der einzige Grund dafür, dass Babys in den ersten Lebenswochen sehr unruhig sind. Aufgrund der vielen körperlichen und geistigen Entwicklungsschritte, die Ihr Baby durchläuft, braucht es in den ersten Wochen viel Unterstützung durch die Eltern. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nicht überreizt ist und genügend Schlaf bekommt. Auch das können Gründe für häufiges Weinen sein. Beim Weinen schluckt Ihr Baby viel Luft, was wiederum zu Koliken führen kann.

Symptome von Koliken

Es ist natürlich, sich um die Entwicklung Ihres Neugeborenen zu sorgen – und verständlich, den Unterschied zwischen Koliken und normalem Weinen noch nicht zu kennen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Baby an Koliken leidet, lesen Sie hier die Anzeichen einer Kolik:

  • Ihr Baby streckt seine Beine aus oder zieht sie zum Bauch.
  • Ihr Baby windet sich beim Weinen.
  • Ihr Baby wirft seine Arme und Beine beim Weinen umher.
  • Ihr Baby hat beim Weinen ein gerötetes Gesicht.
  • Ihr Baby ballt seine Fäuste, während es weint.
  • Ihr Baby scheint Schmerzen zu haben.
  • Ihr Baby hat einen aufgeblähten Magen und häufig Blähungen.

Wie Sie Koliken vorbeugen können

Viele Eltern fühlen sich hilflos und sind sich unsicher, wie sie ihrem Kolik-Baby helfen können. Hier sind einige Dinge, die helfen können, Ihr Baby zu beruhigen:

  • Füttern Sie Ihr Baby, wenn Sie das Gefühl haben, dass es hungrig ist. Halten Sie sich nicht an einen festgelegten Fütterungsplan.
  • Lassen Sie Ihr Baby nach jedem Füttern ein Bäuerchen machen. Halten Sie es dazu über die Schulter und klopfen Sie ihm sanft auf den Rücken.
  • Halten Sie Ihr Baby während des Stillens oder der Flaschenfütterung so aufrecht, wie möglich, um zu verhindern, dass es Luft schluckt.
  • Wenn Sie Ihr Baby mit der Flasche füttern und Ihr Baby unter Koliken leidet, wechseln Sie die Flasche oder das Mundstück – manchmal hilft das, die Luftmenge, die Ihr Baby schluckt, zu reduzieren.

Wie man ein weinendes Baby beruhigt

Sobald Koliken auftreten, können diese Tricks helfen:

  • Schaukeln Sie Ihr Baby oder legen Sie es in eine Schaukel oder eine Wiege.
  • Bieten Sie Ihrem Baby einen Schnuller an – das Saugen wirkt beruhigend.
  • Gehen Sie mit Ihrem Baby in einer Babytrage spazieren oder halten Sie es gegen Ihre Brust. Sowohl die Bewegung als auch der Körperkontakt tun Ihrem Baby gut.
  • Üben Sie behutsam und sanft Druck auf seinen Bauch aus. Eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn hilft, dass sich Luft und eventueller Stuhlgang entleert.
  • Machen Sie das Radio leise an oder schalten Sie einen Ventilator oder Staubsauger ein. Denn „Leises Rauschen“ kann helfen.
  • Singen Sie.
  • Nehmen Sie es mit ins Auto. Die Fahrtbewegung und das Geräusch des Motors können beruhigend wirken.
  • Baden Sie es warm.
  • Geben Sie ihm Raum. Viele Babys genießen es, nackt auf dem Wickeltisch unter der Wärmelampe zu strampeln und beruhigen sich dabei.

Denken Sie daran, dass Ihr Baby manchmal weinen wird, egal was Sie tun. Experimentieren Sie mit verschiedenen Ansätzen. Wenn eine Methode nicht funktioniert, probieren Sie eine andere aus.

Wie man als Eltern mit Koliken fertig wird

Wenn Ihr Baby Koliken hat, ist es wichtig, auf Ihren eigenen emotionalen Zustand zu achten. Ein Kolik-Baby kann anstrengend sein und viele Eltern sind verängstigt und gestresst. Aber egal, wie frustriert Sie sind, schütteln Sie niemals ein Baby! Das Schütteln eines Säuglings kann zu Blutungen im Gehirn und bleibenden Schäden führen, oder sogar mit dem Tod enden. Wenn Sie merken, dass Sie die Kontrolle verlieren und Ihnen alles zu viel wird, bitten Sie einen vertrauenswürdigen Erwachsenen, sich um Ihr Baby zu kümmern. So können Sie sich kurz entspannen und durchatmen. Wenn Sie mit dem Kleinen alleine sind, legen Sie es ins Kinderbett oder an einen anderen sicheren Ort und verlassen Sie den Raum, um kurz eine Pause einzulegen. Boxen Sie in ein Kissen oder lassen sich etwas kaltes Wasser über Gesicht und Hände laufen. Rufen Sie eine Person an, die Ihnen zuhört und Sie unterstützen kann. Wenn Sie das Gefühl haben, häufiger in solche Ausnahmesituationen zu kommen, holen Sie sich unbedingt professionelle Hilfe. Ein erster Ansprechpartner kann Ihre Hebamme oder der Kinderarzt sein.s

Mehr Tipps für den Umgang mit Ihrem Kolik-Baby:

  • Bitten Sie Familienmitglieder und Freunde um Hilfe, die sich um Ihr Baby kümmern können, damit Sie sich mal entspannen können.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie mit der Frustration eines ständig weinenden Babys umgehen können.
  • Sprechen Sie in lokale Müttergruppen oder Online-Foren über Erfahrungen, Ratschläge oder weitere Tipps. Sie sind nicht allein.
  • Versuchen Sie, genügend Ruhe und Schlaf zu bekommen.
  • Reden Sie sich keine Schuldgefühle ein, wenn Sie Ihr Baby nicht beruhigen können. Es ist nicht Ihre Schuld. Indem Sie es halten und trösten, gebe Sie Ihr Bestes.
  • Bleiben Sie positiv: Diese Phase geht vorüber. Ein Baby mit Kolik bedeutet nicht automatisch ein schwieriges Kind.

Wann Sie den Arzt aufsuchen sollten

Nachdem Sie einige der oben erwähnten Techniken ausprobiert haben, wissen Sie, welche am effektivsten bei Ihrem Kind funktionieren. Wenn das ständige Weinen trotzdem andauert und nichts zu helfen scheint, sollten Sie Ihren Arzt aufzusuchen. Er wird in der Lage sein, eine Kolik zu bestätigen, oder einen anderen Grund herausfinden, warum Ihr Baby ständig so stark weint.

Suchen Sie ärztlichen Rat auf, wenn:

  • Die Schreie eher schrill sind oder anormal klingen.
  • Die Lippen oder Haut Ihres Babys beim Weinen einen Blaustich haben.
  • Ihr Baby sich wiederholt erbricht oder an Gewicht verliert.
  • Ihr Baby Durchfall oder Blut im Stuhl hat.
  • Ihr Baby weniger Nahrung zu sich nimmt, oder die Windeln trockener als sonst sind.

Als Mama und Papa machen Sie einen guten Job. Denken Sie daran: Bald wird die Phase des Schreiens vergehen. Lesen Sie über die Pflege von Neugeborenen.

Das könnte Sie auch interessieren: