Fieber bei Babys

Normalerweise ist eine erhöhte Temperatur beim Baby ein Zeichen dafür, dass der Körper des Kindes gegen eine Infektion kämpft. Das Fieber selbst ist per Definition keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom. Mit einer Erhöhung der Normaltemperatur eines Babys versucht dessen Körper, sich gegen Eindringlinge von außen zu wehren. Dies ist somit bei vielen Kinderkrankheiten Ausdruck einer normalen Abwehrreaktion. Tritt Fieber bei Neugeborenen und jungen Babys auf, ist jedoch besondere Aufmerksamkeit geboten, da sich bei ihnen eine Infektion sehr schnell im ganzen Körper ausbreiten kann.

Fieber beim Baby erkennen und messen

Dein kleiner, sonst so zufriedener Schatz ist plötzlich quengelig und man kann ihm nichts recht machen? Vielleicht hat er ja Fieber.

Baby hat Fieber: Ab wann?

Beobachte deinen Liebling genau:

  • Ist das Gesicht heiß und gerötet?

  • Oder fühlt sich die Haut ungewöhnlich kühl an?

  • Ist deine kleine Maus sehr blass?

  • Wirkt sie schläfrig und hat müde Augen?

  • Verweigert dein Schatz das Essen oder fällt das Stillen schwer?

  • Ist er unzufrieden mit allem?

Nicht immer sind die Anzeichen so deutlich und manche Babys sind bei Fieber trotzdem quietschvergnügt.

Fieber messen beim Baby: So machst du es richtig

Wenn du nicht sicher bist, ob dein kleiner Engel Fieber hat, solltest du auf jeden Fall die Temperatur messen. Bei Säuglingen misst man am besten im Po, um ein genaues Ergebnis zu erzielen. Manche Babys lassen sich das allerdings nicht ohne Weiteres gefallen. Folgende Tricks können euch beiden die Sache erleichtern:

  • Ablenkung: Gib deinem Schatz etwas zum Spielen in die Hand. Am besten klappt es, wenn ihr zu zweit seid. Eine Person kann beruhigend auf das Baby einreden und mit ihm spielen, während die andere die Temperatur misst.

  • Position: Die Rückenlage eignet sich am besten, um die Temperatur bei Neugeborenen und Babys zu messen.

  • Vorsicht: Wärme die Spitze des Thermometers leicht an, damit sich dein Liebling nicht erschreckt. Mit etwas Creme darauf lässt sich das Thermometer leichter einführen.

Schiebe nun das Fieberthermometer vorsichtig einen bis maximal zwei Zentimeter tief in den Po und warte, bis du ein Signal hörst.

Es gibt auch Geräte, die im Ohr oder an der Stirn messen. Sie arbeiten mit Infrarotstrahlung, weil der fiebernde Körper mehr Wärme abgibt als sonst. Da die Messung im Ohr durch die geringe Größe des Gehörgangs verfälscht werden kann, sollte dein Schatz bei dieser Messmethode schon 7 Monate oder älter sein. Auch Stirnthermometer gelten als weniger genau, aber zur groben Orientierung sind sie bei älteren Kindern meistens ausreichend.

Erhöhte Temperatur beim Baby oder Fieber?

Hast du nun erfolgreich die Temperatur deines kleinen Schatzes gemessen und fragst dich, ab welcher Temperatur man bei Neugeborenen und jungen Säuglingen eigentlich von Fieber spricht?

Fieber bei Neugeborenen

Bei einem Neugeborenen oder einem jungen Säugling verhält es sich anders als bei einem älteren Baby oder Kleinkind. Da der Körper eines Neugeborenen noch nicht die Fähigkeit hat, mithilfe einer Temperaturerhöhung Bakterien oder Viren erfolgreich zu bekämpfen, kann sich eine Infektion sehr schnell ausbreiten Daher kann auch schon eine erhöhte Temperatur beim Neugeborenen darauf hinweisen, dass der Körper bereits mit einem Infekt zu kämpfen hat. In manchen Fällen steigt sogar bei schweren Infektionen die Körpertemperatur gar nicht an. Dann können andere Symptome in den Vordergrund treten.

Bei Neugeborenen in den ersten vier Lebenswochen und jungen Säuglingen spricht man daher schon von Fieber, wenn Babys Temperatur bei 38 Grad liegt. Ist dein Schatz dazu noch ungewöhnlich lethargisch, trinkt nur sehr wenig oder zeigt eine veränderte Hautfärbung (blass, bläulich, rot), musst du das sehr ernst nehmen. Suche in diesem Fall bitte möglichst schnell deine Ärztin / deinen Arzt auf.

Fiebertabelle

Ein Baby oder Kleinkind hat öfter einmal Fieber, ohne dass Symptome einer Krankheit zu erkennen sind. Auch schwankt die Temperatur im Laufe des Tages. Abends ist sie meist höher als tagsüber.

Folgende Angaben können aber zur Orientierung dienen:

36,5 – 37,5 Grad37,6 - 38,4 GradAb 38,5 Grad:Ab 39 Grad
Normaltemperatur eines Babyserhöhte TemperaturIhr Baby hat FieberIhr Baby hat hohes Fieber

 

Beobachte dein Kind sorgfältig. Gerade bei Kleinkindern ist es gar nicht so selten, dass sie mal eine Temperatur zwischen 38 und 39 Grad haben, ohne richtig krank zu sein.

Wenn das Fieber plötzlich kommt

Tritt das Fieber bei deinem Baby ganz plötzlich auf, könnte es sich um eine Infektionskrankheit handeln. Typisch ist zum Beispiel das Drei-Tage-Fieber.

Drei-Tage-Fieber

Beim Drei-Tage-Fieber (Roseola Infantum) handelt es sich um eine eigentlich harmlose Viruserkrankung, die über den Speichel übertragen wird. Es dauert etwa drei bis vier Tage an und sinkt dann ganz plötzlich wieder. Darauf folgt typischerweise ein Hautausschlag.

Von dieser Art Fieber sind häufig Babys und Kleinkinder bis zu einem Alter von drei Jahren betroffen. Man geht davon aus, dass fast alle Kinder bis zu ihrem 3. Lebensjahr schon einmal unter dem Drei-Tage-Fieber gelitten haben. Gelegentlich verläuft diese Krankheit auch ganz ohne Symptome beziehungsweise ohne den typischen Hautausschlag und bleibt somit unerkannt.

Der Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf hingegen bleibt in der Regel nicht unbemerkt und versetzt gerade beim ersten Mal viele Eltern in große Sorge. Dabei ist er im Kindesalter gar nicht so selten. Laut Definition handelt es sich dabei um einen Krampfanfall, der bei Kindern im Zusammenhang mit Fieber auftritt. Diese Fieberanfälle können im Alter von 6 Monaten bis zum 5. Lebensjahr auftreten. Besonders häufig sind sie zwischen dem 1. und dem 3. Lebensjahr. Im Prinzip kann jede Erkrankung, die mit Fieber einhergeht, einen solchen Krampfanfall auslösen.

Das Fieber steigt sehr plötzlich an und wird oft erst bemerkt, wenn das Kind schon krampft. Dabei kann es zu Bewusstseinsverlust, blauen Lippen und Muskelzuckungen oder Schlaffheit kommen. Der Anfall ist in den meisten Fällen nach wenigen Minuten wieder vorüber und bleibt in der Regel ohne Folgen. Um kein Risiko einzugehen, solltest du danach aber auf jeden Fall deine Kinderärztin / deinen Kinderarzt aufsuchen.

Baby hat Fieber: Was tun?

Wenn dein Schatz Fieber beziehungsweise erhöhte Temperatur hat, heißt das, dass sich der Körper gegen Viren oder andere Erreger wehrt. Mit der Erhöhung der Temperatur versucht der Körper, die Vermehrung der Keime zu verhindern. Das ist gut so und trägt zur Genesung deines kleinen Patienten bei. Trotzdem kannst du deinem Häschen das Leben etwas erleichtern.

Babys Temperatur steigt über 37,5 Grad: So kannst du helfen

Bei einer leicht erhöhten Temperatur deines Babys musst du noch keine besonderen Maßnahmen ergreifen:

  • Lasst es ruhig angehen und bleibt vielleicht besser zu Hause, als auf den Spielplatz zu gehen.

  • Achte darauf, dass dein Schatz genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, und animiere ihn, jede halbe Stunde etwas zu trinken.

  • Miss regelmäßig Fieber, um festzustellen, ob die Temperatur steigt oder sogar schon wieder sinkt.

Zeige deinem Liebling, dass du da bist, und nimm ihn tröstend in den Arm, wenn er sich schlecht fühlt.

Maßnahmen ab 38,5 Grad

Ab 38,5 Grad spricht man von Fieber. Nun solltest du Folgendes beachten:

  • Dein Schatz sollte im Bett oder auf dem Sofa bleiben und nicht mehr rausgehen.

  • Weiterhin sollte sie oder er etwa jede halbe Stunde etwas trinken.

  • Biete nur leicht verdauliches Essen an.

Kontrolliere weiterhin die Temperatur. Geht es deinem Kleinen sehr schlecht, kannst du nach Rücksprache mit deiner Ärztin / deinem Arzt ein Fieberzäpfchen oder einen fiebersenkenden Saft geben.

Wie kannst du das Fieber senken bei deinem Baby?

Steigt das Fieber bei deinem Baby über 38,5 Grad, sind neben den bereits erwähnten Maßnahmen noch folgende sinnvoll:

  • Wechsle häufiger die Bettwäsche, da dein Schatz jetzt wahrscheinlich viel schwitzen wird.

  • Achte darauf, dass deine kleine Maus nicht zu warm angezogen ist.

  • Bauch- und Wadenwickel sind bewährte Hausmittel, um das Fieber bei Babys auf natürlichem Weg zu senken.

Wann solltest du ärztlichen Rat suchen?

Generell gilt: Zögere nicht, deine Ärztin / deinen Arzt aufzusuchen, wenn du unsicher bist oder dein Schatz ungewöhnlich schlapp ist und krank wirkt. Sicherheitshalber solltest du auf jeden Fall medizinischen Rat einholen, wenn:

  • dein Kleines jünger als 3 Monate ist, erhöhte Temperatur oder Fieber (schon ab 38 Grad) hat, krank wirkt oder zum Beispiel empfindlich auf Berührungen reagiert. Dies können Zeichen einer sich ausbreitenden Infektion sein,

  • Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen oder ein ungewöhnlicher Hautausschlag hinzukommen,

  • bei einer Temperatur von 38,5 Grad das Fieber nach einem Tag nicht sinkt (bei Kindern ab 2 Jahren nach ungefähr 3 Tagen) und/oder

  • dein Kind nicht ausreichend trinkt.

Informiere deine Ärztin / deinen Arzt über folgende Dinge: Isst dein Schatz gut? Lässt sie oder er sich leicht wecken, ist lebhaft oder zeigt andere Anzeichen einer Krankheit? Du solltest außerdem erwähnen, ob dein Liebling in den letzten ein bis zwei Wochen Kontakt zu kranken Menschen hatte, und deiner Ärztin / deinem Arzt mitteilen, ob chronische Gesundheitsprobleme vorliegen.

Wenn dein kleiner Schatz Fieber hat, braucht er erst mal eines: dich und deinen Trost. Geht das Fieber bei deinem Baby allerdings nicht zurück oder kommen weitere Symptome dazu, suche lieber zu früh als zu spät deine Ärztin / deinen Arzt auf.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.

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