Fieber bei Babys

Fieber bei Neugeborenen und Babys

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14.05.20
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Normalerweise ist eine erhöhte Temperatur ein Zeichen dafür, dass der Körper Ihres Kindes gegen eine Infektion kämpft. Das Fieber selbst ist definitionsgemäß keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom. Mit einer Erhöhung der Körpertemperatur versucht der Körper, sich gegen Eindringlinge von außen zu wehren und ist somit bei vielen Kinderkrankheiten Ausdruck einer normalen Abwehrreaktion. Bei Neugeborenen und jungen Babys mit Fieber ist jedoch besondere Aufmerksamkeit geboten, da sich bei ihnen eine Infektion sehr schnell im ganzen Körper ausbreiten kann.

Worum geht es in diesem Artikel?

Fieber erkennen und messen Erhöhte Temperatur oder Fieber? Wenn das Fieber plötzlich kommt Was können Sie gegen das Fieber tun? Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Fieber erkennen und messen

Ihr kleiner, sonst so zufriedener Schatz, ist plötzlich quengelig und man kann ihm nichts recht machen? Vielleicht hat er ja Fieber.

So erkennen Sie Fieber

Beobachten Sie Ihr Kind genau:

  • Ist das Gesicht heiß und gerötet?
  • Oder fühlt sich die Haut ungewöhnlich kühl an?
  • Ist Ihr Baby sehr blass?
  • Wirkt es schläfrig und hat müde Augen?
  • Verweigert Ihr Kind das Essen oder fällt das Stillen schwer?
  • Ist Ihr Baby unzufrieden mit allem?

Nicht immer sind die Anzeichen so deutlich und manche Babys sind auch bei Fieber quietschvergnügt.

Richtig Fiebermessen

Sollten Sie sich also nicht sicher sein, messen Sie auf jeden Fall die Temperatur. Bei Säuglingen misst man am besten im Po, um ein genaues Ergebnis zu erzielen. Manche Babys werden sich das allerdings nicht so ohne Weiteres gefallen lassen. Versuchen Sie dann Folgendes:

  • Ablenkung. Geben Sie Ihrem Kind etwas zum Spielen in die Hand. Am besten sind Sie zu zweit und eine Person kann beruhigend auf das Baby einreden und mit ihm spielen, während der andere die Temperatur misst.
  • Position. Platzieren Sie Ihr Kind in entspannter Lage auf dem Rücken.
  • Vorsicht! Damit Ihr Baby sich nicht erschreckt, wärmen Sie die Spitze des Thermometers an. Geben Sie etwas Creme darauf, damit es sich leichter einführen lässt.

Führen Sie nun das Fieberthermometer vorsichtig ein- bis maximal zwei Zentimeter in den Po ein und lassen Sie es dort für ungefähr anderthalb Minuten bzw. so lange, bis ein Signal zu hören ist.

Es gibt auch Geräte, die im Ohr oder an der Stirn messen. Diese arbeiten mit Infrarotstrahlung, weil der fiebernde Körper mehr Wärme abgibt als sonst. Da die Messung im Ohr, durch die geringe Größe des Gehörgangs verfälscht werden könnte, sollte Ihr Baby bei dieser Messmethode möglichst schon 7. Monate oder älter sein. Auch Stirnthermometer gelten als weniger genau, aber zur „groben Orientierung“ sind sie bei älteren Kindern in den meisten Fällen ausreichend.

Erhöhte Temperatur oder Fieber?

Haben Sie nun erfolgreich die Temperatur Ihres kleinen Schatzes gemessen und fragen sich, ab welcher Temperatur man eigentlich von Fieber spricht? Und was gilt bei Neugeborenen und jungen Säuglingen?

Fieber bei Neugeborenen

Bei einem Neugeborenen oder einem jungen Säugling verhält es sich anders, als bei einem schon älteren Baby oder bei einem Kleinkind. Da der Körper eines Neugeborenen noch nicht die Fähigkeit hat, mit Hilfe eines Temperaturanstiegs Bakterien oder Viren erfolgreich zu bekämpfen, kann sich bei Neugeborenen und jungen Säuglingen eine Infektion sehr schnell im Körper ausbreiten Daher kann auch schon eine erhöhte Temperatur ein Hinweis darauf sein, dass der Körper bereits mit einem Infekt zu kämpfen hat. In manchen Fällen kommt es sogar, selbst bei schweren Infektionen im Neugeborenenalter, zu keinem Anstieg der Körpertemperatur. In diesen Fällen können andere Symptome in den Vordergrund treten.

Bei Neugeborenen (erste vier Lebenswochen) und jungen Säuglingen spricht man daher schon von Fieber, wenn die Körpertemperatur bei 38 Grad liegt. Ist Ihr Baby dazu noch ungewöhnlich lethargisch, trinkt nur sehr wenig oder zeigt eine veränderte Hautfärbung (blass, bläulich, rot), müssen Sie das sehr ernst nehmen. Suchen Sie bitte in diesen Fällen zeitnah Ihren Arzt auf.

Fiebertabelle

Ein Baby bzw. Kind hat öfters einmal Fieber, ohne dass Symptome einer Krankheit zu erkennen sind. Auch schwankt die Temperatur im Laufe des Tages: So ist sie abends meist höher als tagsüber.

Folgende Angaben können aber zur Orientierung dienen:

36,5 – 37,5 Grad37,6 - 38,4 GradAb 38,5 Grad:Ab 39 Grad
Normaltemperatur eines Babyserhöhte TemperaturIhr Baby hat FieberIhr Baby hat hohes Fieber

Beobachten Sie Ihr Kind gut. Gerade bei Kleinkindern ist es nämlich gar nicht so selten, dass diese mal eine Temperatur zwischen 38 und 39 Grad haben, ohne eigentlich so richtig krank zu sein.

Wenn das Fieber plötzlich kommt

Tritt bei Ihrem Baby ganz plötzlich Fieber auf, könnte es sich um eine Infektionskrankheit handeln. Typisch ist zum Beispiel das Drei-Tage-Fieber.

Drei-Tage-Fieber

Das Drei-Tage-Fieber (Roseola Infantum) ist eine eigentlich harmlose Viruserkrankung, die über den Speichel übertragen wird. Das Fieber dauert hier drei bis vier Tage an und sinkt dann ganz plötzlich wieder. Darauf folgt dann typischerweise ein Hautausschlag.

Von dieser Art Fieber sind häufig Babys und Kleinkinder bis zu einem Alter von 3 Jahren betroffen. Man geht davon aus, dass fast alle Kinder bis zu ihrem 3. Lebensjahr schon einmal unter dem Drei-Tage-Fieber gelitten haben. Gelegentlich verläuft diese Krankheit auch ganz ohne Symptome bzw. ohne den typischen Hautausschlag und bleibt somit unerkannt.

Der Fieberkrampf

Der Fieberkrampf hingegen bleibt in der Regel nicht unbemerkt und versetzt, gerade beim ersten Mal, viele Eltern in große Sorge. Dabei ist er im Kindesalter gar nicht so selten. Definitionsgemäß handelt es sich bei einem Fieberkrampf um einen Krampfanfall, der bei Kindern im Zusammenhang mit Fieber auftritt. Diese Fieberanfälle können im Alter zwischen 6. Monaten und dem 5. Lebensjahr auftreten. Besonders häufig sind sie zwischen 1. - 3. Jahren. Eigentlich kann jede Erkrankung, die mit Fieber einhergeht, einen solchen Krampfanfall auslösen.

Das Fieber steigt sehr plötzlich an und wird oft erst bemerkt, wenn das Kind schon krampft. Dabei kann es zu Bewusstseinsverlust, blauen Lippen und Muskelzuckung oder Schlaffheit kommen. Der Anfall ist in den allermeisten Fällen nach wenigen Minuten wieder vorüber und bleibt in der Regel ohne weitere Folgen. Um kein Risiko einzugehen, sollten Sie auf jeden Fall danach Ihren Kinderarzt aufsuchen.

Was können Sie gegen das Fieber tun?

Wenn Ihr Baby Fieber bzw. eine erhöhte Temperatur hat, heißt das, dass sich der Körper gegen Viren oder andere Erreger wehrt. Mit der Erhöhung der Körpertemperatur versucht der Körper, die Keime daran zu hindern, sich zu vermehren. Das ist gut so und trägt zur Genesung Ihres kleinen Patienten bei. Trotzdem können Sie Ihrem Baby das Leben nun etwas erleichtern.

Maßnahmen ab 37,6 Grad

Bei einer leicht erhöhten Temperatur müssen Sie noch keine besonderen Maßnahmen ergreifen:

  • Lassen Sie es ruhig angehen und bleiben Sie vielleicht besser zu Hause, als raus auf den Spielplatz zu gehen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby genügend Flüssigkeit zu sich nimmt und animieren Sie es, jede halbe Stunde etwas zu trinken.
  • Messen Sie regelmäßig Fieber, um festzustellen, ob die Temperatur steigt oder sogar schon wieder sinkt.

Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass Sie da sind und nehmen Sie es tröstend in den Arm, wenn es sich schlecht fühlt.

Maßnahmen ab 38,5 Grad

Ab 38,5 Grad spricht man von Fieber. Nun sollten Sie Folgendes beachten:

  • Ihr Baby bzw. Kind sollte im Bett oder auf dem Sofa bleiben und nun nicht mehr rausgehen.
  • Weiterhin sollte es etwa jede halbe Stunde etwas trinken.
  • Bieten Sie nur leicht verdauliches Essen kann.

Kontrollieren Sie weiterhin die Temperatur. Geht es Ihrem Baby sehr schlecht, können Sie zum Beispiel auch nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein Fieberzäpfchen oder einen fiebersenkenden Saft geben.

Maßnahmen ab 39 Grad

Für Fieber höher als 38,5 Grad machen, neben den bereits erwähnten Maßnahmen, noch folgende Sinn:

  • Wechseln Sie häufiger die Bettwäsche, da Ihr Kind vielleicht jetzt viel schwitzen wird.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nicht zu warm angezogen ist.
  • Bauch- und Wadenwickel sind bewährte Hausmittel, um das Fieber auf natürlichem Weg zu senken.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Generell gilt: Zögern Sie nicht, Ihren Arzt aufzusuchen, wenn Sie unsicher sind oder Ihr Kind ungewöhnlich schlapp ist und krank wirkt. Gehen Sie aber auf jeden Fall sicherheitshalber zum Kinderarzt, wenn:

  • Ihr Baby jünger als 3. Monate ist, erhöhte Temperatur oder Fieber (schon ab 38 Grad) hat, krank wirkt oder z.B. empfindlich auf Berührungen reagiert. Dies können Zeichen einer sich ausbreitenden Infektion sein.
  • Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen oder ein ungewöhnlicher Hautausschlag hinzukommen.
  • bei einer Temperatur von 38,5 Grad das Fieber nach einem Tag nicht niedriger wird (bei Kindern ab 2 Jahren, nach ungefähr 3 Tagen).
  • Ihr Kind nicht ausreichend trinkt.

Informieren Sie Ihren Arzt über folgende Dinge: Isst das Baby gut, lässt es sich leicht wecken, ist es lebhaft oder zeigt es andere Anzeichen einer Krankheit? Sie sollten außerdem erwähnen, ob das Baby in den letzten ein bis zwei Wochen Kontakt zu kranken Menschen hatte und den Arzt darüber aufklären, ob chronische Gesundheitsprobleme vorliegen.

Wenn Ihr kleiner Schatz Fieber hat, braucht er wahrscheinlich erst mal eines: Sie und Ihren Trost. Verpassen Sie allerdings nicht den Zeitpunkt, Ihren Arzt aufzusuchen, wenn das Fieber nicht zurückgeht oder weitere Symptome dazu kommen.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

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