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Wie man ein Baby beim Bäuerchen unterstützen kann

Bäuerchen machen für Neugeborene: Positionen, Techniken und Zeitpunkte

3 Min. LesezeitAktualisiert am 25 November 2021

Das Bäuerchen gehört für viele Familien zum Füttern dazu: Beim Trinken gelangt manchmal Luft in den Magen, und ein Bäuerchen machen kann entlasten.

Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Kind muss nach jeder Mahlzeit aufstoßen. Manche Stillkinder tun das selten oder gar nicht. Ob dein Neugeborenes Bäuerchen macht oder nicht entscheidet sich daher vor allem daran, wie zufrieden dein Baby nach dem Trinken wirkt.

In diesem Artikel erfährst du, wann ein Bäuerchen sinnvoll ist, welche Positionen helfen, was du tun kannst, wenn es nicht klappt, und wann ärztlicher Rat wichtig ist.

Wissenswertes zum Bäuerchen

Von Ernährungstipps bis zu vielen gut gemeinten Ratschlägen: Beim Bäuerchen machen hilft eine klare Orientierung.

Warum ist das Bäuerchen wichtig?

Wenn Säuglinge beim Trinken Luft schlucken, kann das zu Bauchschmerzen oder Blähungen führen. Flaschenkinder schlucken oft mehr Luft, etwa wenn das Saugerloch zu groß ist: „Bei einem zu großen Saugerloch trinken Babys meist zu hastig und schlucken zu viel Luft.” Ein Bäuerchen nach dem Stillen kann entlasten, muss aber nicht: „Manche Stillkinder stoßen nie oder selten auf.” Wichtig: Wirkt dein Baby nach dem Trinken zufrieden, ist ein ausbleibendes Bäuerchen oft kein Problem.

Wann solltest du dein Baby aufstoßen lassen?

Nach jeder Mahlzeit kannst du kurz prüfen, ob ein Bäuerchen kommt. Auch zwischendurch kann das helfen, z. B. beim Brustwechsel oder wenn die Flasche halb leer ist. „Wenn Sie die Mahlzeit ohne Riesengeschrei unterbrechen können, tut ein Bäuerchen zwischendurch ganz gut.”

Anzeichen für Luft im Bauch:

Wenn dein Baby unruhig wirkt, probiere eine andere Position oder mach Pause.

Bäuerchen bei schlafenden Babys

Nachts trinken viele Babys ruhiger – ein Bäuerchen ist dann oft seltener nötig. Schläft dein Baby nach dem Trinken friedlich weiter, musst du es meist nicht wecken: Laut Dr. med. Andreas Busse (Pädiater, Expertenforum) „Wenn Ihr Kleiner friedlich weiter schläft nach der Flasche, dann müssen Sie ihn nicht wecken, es geht auch ohne Bäuerchen.” Halte es kurz aufrecht und lege es langsam ab; den Oberkörper kannst du leicht erhöht lagern (Handtuch unter der Matratze).

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*Gib die Ergebnisse der letzten Messung deines Babys ein. **Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Welche Positionen helfen beim Bäuerchen?

Jedes Baby ist anders – manche brauchen beim Bäuerchen machen nur wenig Unterstützung, andere profitieren von einer bestimmten Haltung. Grundsätzlich gilt für alle Bäuerchen-Positionen: Neugeborene müssen an Kopf und Nacken immer gut gestützt werden.

  • Über deiner Schulter: Halte dein Baby aufrecht an deinem Körper, das Kinn liegt auf deiner Schulter. Eine Hand stützt Kopf und Nacken, die andere klopft sanft oder reibt kreisförmig über den Rücken.

  • Auf dem Bauch liegend: Lege dein Baby bäuchlings auf deinen Schoß. Achte darauf, dass der Kopf höher als die Brust liegt, und stütze ihn dabei.

  • Auf dem Schoß sitzend: Setze Dein Kleines möglichst aufrecht auf deinen Schoß. Stütze mit deiner Hand seinen Bauch und klopfe vorsichtig auf den Rücken. Diese Bäuerchen-Position kommt erst dann infrage, wenn sein Baby seinen Kopf schon sicher und stabil halten kann. Für ein Neugeborenes ist sie daher ungeeignet.

  • Fliegergriff: Lege dein Baby längs über deinen Unterarm: „Legen Sie Ihr Baby dafür längs über Ihren Arm, sodass sein Köpfchen in Ihrer Armbeuge ruht.” Zum Klopfen nutze am besten die hohle Hand, damit es angenehm bleibt, und wandere am Rücken von unten nach oben. Wenn dein Baby Klopfen nicht mag, hilft oft auch „Sanftes Reiben, Streicheln und rhythmisches Wippen.”

Positioner fur das Bauerchen

Was tun, wenn das Bäuerchen nicht kommt?

Wenn du trotzdem helfen möchtest: Wechsle die Position, denn jedes Baby hat oft eine Lieblingshaltung. Bleib dabei aufrecht und gib deinem Kind ein paar Minuten (z. B. 2–5), manchmal dauert es etwas länger. Sanftes Wiegen, Schaukeln oder ein kurzer Spaziergang kann ebenfalls unterstützen.

Wichtig: Nicht erzwingen. Wenn dein Baby nach 5–10 Minuten ruhig bleibt, kannst du es meist lassen. Wirkt es nach dem Trinken regelmäßig unwohl, schreit sehr viel oder hat anhaltende Blähungen, sprich mit Kinderärztin oder Kinderarzt. Ein Bäuerchen kann helfen, ist aber nicht immer nötig.

Welche Tipps erleichtern das Bäuerchen?

Ein Bäuerchen nach Stillen oder der Flasche gelingt oft leichter, wenn das Füttern ruhig abläuft und du kleine Pausen einplanst.

  • Trink-Pause: Lege beim Trinken gern einmal eine kurze Pause ein und lass dein Baby aufstoßen. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn dein kleiner Schatz unkonzentriert wird. Gib ihm zum Beispiel die Möglichkeit zum Bäuerchen, wenn du beim Stillen die Brust wechselst oder das Fläschchen halb leer ist.

  • Spucktuch: Halte immer ein Spucktuch bereit, denn es kann passieren, dass dein Baby beim Bäuerchen auch ein wenig Milch aufstößt. Lege dir das Spucktuch am besten gleich über die Schulter oder über deinen Schoß.

  • Ruhige Fütteratmosphäre: Weniger Ablenkung hilft vielen Babys, langsamer zu trinken und weniger Luft zu schlucken.

  • Sauger-Lochgröße prüfen: Aus der kopfüber gehaltenen Flasche sollte etwa ein Tropfen pro Sekunde kommen. Bei einem zu großen Saugerloch trinken Babys meist zu hastig und schlucken zu viel Luft.

  • Anti-Kolik-Trinkflasche: Flaschenkinder schlucken generell mehr Luft beim Trinken als Stillbabys. Sollte dein Baby viel aufstoßen, könnte eine spezielle Anti-Kolik-Trinkflasche etwas Besserung bringen. Lass dich dazu in der Apotheke, von deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt bzw deiner Kinderärztin beraten.

  • Sanfte Berührung am Kopf: Sanftes Streicheln über den Kopf kann beruhigend wirken – die Fontanelle ist aber sehr empfindlich. Lass dir von deiner Hebamme zeigen, wie du sie bei der Pflege berücksichtigst.

  • Schichtwechsel: Überlasse deinem / deiner Partner:in gern das Bäuerchen machen. So kann auch er oder sie Teil der regelmäßigen Mahlzeiten sein.

Normales Spucken versus Reflux

Wenn dein Baby beim Bäuerchen etwas Milch spuckt, ist das oft normal: es spucken zwei von drei Säuglingen bis zum 6 Monat. Meist wird es im ersten Lebensjahr besser; bei Refluxkrankheit heißt es, sie verschwindet in über 90 % der Fälle bis zum 1. Geburtstag.

Lass dein Baby ärztlich abklären bei schwallartigem Erbrechen, schlechter Gewichtszunahme, anhaltendem starkem Weinen nach dem Füttern oder krampfartigem Überstrecken. Das kann eher zu einer gastro-ösophagealen Refluxkrankheit (GÖRK) passen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine medizinische Betreuung.

Häufige Fragen

Beim Trinken schlucken viele Babys Luft, die sich dann im Bauch sammelt. Dies kann zu Bauchschmerzen und/oder Blähungen führen. Mithilfe des Bäuerchens kann diese Luft entweichen.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest Du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Deinen Arzt oder Deine Ärztin.

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