
Bäuerchen machen für Neugeborene: Positionen, Techniken und Zeitpunkte
Das Bäuerchen gehört für viele Familien zum Füttern dazu: Beim Trinken gelangt manchmal Luft in den Magen, und ein Bäuerchen machen kann entlasten.
Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Kind muss nach jeder Mahlzeit aufstoßen. Manche Stillkinder tun das selten oder gar nicht. Ob dein Neugeborenes Bäuerchen macht oder nicht entscheidet sich daher vor allem daran, wie zufrieden dein Baby nach dem Trinken wirkt.
In diesem Artikel erfährst du, wann ein Bäuerchen sinnvoll ist, welche Positionen helfen, was du tun kannst, wenn es nicht klappt, und wann ärztlicher Rat wichtig ist.
Wissenswertes zum Bäuerchen
Von Ernährungstipps bis zu vielen gut gemeinten Ratschlägen: Beim Bäuerchen machen hilft eine klare Orientierung.
Warum ist das Bäuerchen wichtig?
Wenn Säuglinge beim Trinken Luft schlucken, kann das zu Bauchschmerzen oder Blähungen führen. Flaschenkinder schlucken oft mehr Luft, etwa wenn das Saugerloch zu groß ist: „Bei einem zu großen Saugerloch trinken Babys meist zu hastig und schlucken zu viel Luft.” Ein Bäuerchen nach dem Stillen kann entlasten, muss aber nicht: „Manche Stillkinder stoßen nie oder selten auf.” Wichtig: Wirkt dein Baby nach dem Trinken zufrieden, ist ein ausbleibendes Bäuerchen oft kein Problem.
Wann solltest du dein Baby aufstoßen lassen?
Nach jeder Mahlzeit kannst du kurz prüfen, ob ein Bäuerchen kommt. Auch zwischendurch kann das helfen, z. B. beim Brustwechsel oder wenn die Flasche halb leer ist. „Wenn Sie die Mahlzeit ohne Riesengeschrei unterbrechen können, tut ein Bäuerchen zwischendurch ganz gut.”
Anzeichen für Luft im Bauch:
Wenn dein Baby unruhig wirkt, probiere eine andere Position oder mach Pause.
Bäuerchen bei schlafenden Babys
Nachts trinken viele Babys ruhiger – ein Bäuerchen ist dann oft seltener nötig. Schläft dein Baby nach dem Trinken friedlich weiter, musst du es meist nicht wecken: Laut Dr. med. Andreas Busse (Pädiater, Expertenforum) „Wenn Ihr Kleiner friedlich weiter schläft nach der Flasche, dann müssen Sie ihn nicht wecken, es geht auch ohne Bäuerchen.” Halte es kurz aufrecht und lege es langsam ab; den Oberkörper kannst du leicht erhöht lagern (Handtuch unter der Matratze).
Welche Positionen helfen beim Bäuerchen?
Jedes Baby ist anders – manche brauchen beim Bäuerchen machen nur wenig Unterstützung, andere profitieren von einer bestimmten Haltung. Grundsätzlich gilt für alle Bäuerchen-Positionen: Neugeborene müssen an Kopf und Nacken immer gut gestützt werden.

Was tun, wenn das Bäuerchen nicht kommt?
Wenn du trotzdem helfen möchtest: Wechsle die Position, denn jedes Baby hat oft eine Lieblingshaltung. Bleib dabei aufrecht und gib deinem Kind ein paar Minuten (z. B. 2–5), manchmal dauert es etwas länger. Sanftes Wiegen, Schaukeln oder ein kurzer Spaziergang kann ebenfalls unterstützen.
Wichtig: Nicht erzwingen. Wenn dein Baby nach 5–10 Minuten ruhig bleibt, kannst du es meist lassen. Wirkt es nach dem Trinken regelmäßig unwohl, schreit sehr viel oder hat anhaltende Blähungen, sprich mit Kinderärztin oder Kinderarzt. Ein Bäuerchen kann helfen, ist aber nicht immer nötig.
Welche Tipps erleichtern das Bäuerchen?
Ein Bäuerchen nach Stillen oder der Flasche gelingt oft leichter, wenn das Füttern ruhig abläuft und du kleine Pausen einplanst.
Normales Spucken versus Reflux
Wenn dein Baby beim Bäuerchen etwas Milch spuckt, ist das oft normal: es spucken zwei von drei Säuglingen bis zum 6 Monat. Meist wird es im ersten Lebensjahr besser; bei Refluxkrankheit heißt es, sie verschwindet in über 90 % der Fälle bis zum 1. Geburtstag.
Lass dein Baby ärztlich abklären bei schwallartigem Erbrechen, schlechter Gewichtszunahme, anhaltendem starkem Weinen nach dem Füttern oder krampfartigem Überstrecken. Das kann eher zu einer gastro-ösophagealen Refluxkrankheit (GÖRK) passen.
Hinweis: Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine medizinische Betreuung.
Häufige Fragen
Beim Trinken schlucken viele Babys Luft, die sich dann im Bauch sammelt. Dies kann zu Bauchschmerzen und/oder Blähungen führen. Mithilfe des Bäuerchens kann diese Luft entweichen.
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest Du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Deinen Arzt oder Deine Ärztin.
- American Academy of Pediatrics: Caring for Your Baby and Young Child. 6th Edition: Birth to Age 5. Bantam Books. New York. 2014.
- Grässer, Melanie; Hovermann, Eike: Gelassen durch die Babyzeit. Humboldt. Hannover. 2015.
- Laue, Birgit: Das Baby 1x1. Die wichtigsten Hebammentipps fürs erste Jahr. Gräfe & Unzer. München. 2016.
- Nolte, Stephan Heinrich; Nolden, Annette: Das große Buch für Babys erstes Jahr. Gräfe und Unzer. München.2013.
- Stadelmann, Ingeborg: Die Hebammen-Sprechstunde. Stadelmann Verlag. Wiggensbach. 2005.
- Kids Health: Burping Your Baby (Stand: 19.08.2021)
- BZgA / kindergesundheit-info.de: Tipps für die Fläschenfütterung
- BZgA / kindergesundheit-info.de: Hilfreiche Tipps für den Stillalltag
- Magen-Darm-Ratgeber: Warum Babys ein Bäuerchen machen sollten und wie Eltern dabei helfen können
- BEBA Family: Das Bäuerchen beim Baby – wann es nötig ist und wie es gelingt
- Aptaclub: Häufiges Spucken und Aufstoßen beim Baby verstehen
- Apotheken.de: Refluxkrankheit bei Babys – Symptome und Behandlung
- Rund-ums-Baby: Bis zu welchem Alter Babys ein Bäuerchen brauchen
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