Frühchen brauchen nach der Geburt besonders viel Nähe und Fürsorge – beim Känguruhen kommen sie Mama, Papa und Geschwistern besonders nah und erleben einen liebevollen Start ins Leben.

Wie funktioniert das Känguruhen?

Für das Gefühl von Nähe und Geborgenheit wird das Baby bei der Känguru-Methode nur mit einer Windel bekleidet auf die nackte Brust von Mama, Papa oder einem Geschwisterkind gelegt. Dort genießt es den warmen Hautkontakt, hört den Herzschlag – und spürt ganz viel Liebe. Die sanften Berührungen sorgen beim Frühchen für die Ausschüttung des sogenannten „Kuschelhormons“ Oxytocin. Dabei handelt es sich um einen Botenstoff, der die emotionale Bindung zwischen dem Baby und seinen engsten Bezugspersonen fördert. Für kleine Weltentdecker:innen ist der Haut-an-Haut-Kontakt vor allem auch gesundheitlich sehr wertvoll: Er führt nachweislich zu einer ruhigeren Herzfrequenz, einem tiefen Schlaf und besseren Sauerstoffwerten.

Das Känguruhen mit Mama ist außerdem ein wunderschöner Weg, das Stillen ein erstes Mal auszuprobieren. Über die Muttermilch nimmt dein kleiner Schatz wertvolle Antikörper auf, die ihn gesundheitlich unterstützen und stärken.

Wer hilft mir und was muss ich beim Känguruhen beachten?

Die Pflegemitarbeiter:innen im Krankenhaus sind mit der Känguru-Methode vertraut und helfen dir gerne dabei. Verzichte auf Parfüm oder duftende Körperlotion, denn diese könnten das Baby reizen – Mama und Papa riechen natürlich am besten. Spezielle Bonding-Tücher geben deinem kleinen Schatz außerdem mehr Halt. Frage das Pflegepersonal im Krankenhaus danach! Plane zudem genug Zeit ein, denn es dauert eine Weile, bis das Baby den Ortswechsel vom Inkubator zur Brust der Eltern verarbeiten kann.

Wie lange sollte man känguruhen?

Das hängt vom Zustand des Babys ab. Grundsätzlich gilt für die Känguru-Methode natürlich: So oft es geht. Ein- bis dreimal pro Tag für jeweils anderthalb bis drei Stunden ist realistisch.

Hilfe für Eltern

Die gemeinnützige wellcome gGmbH steht Eltern rund um die Themen Schwangerschaft, Baby und Kind zur Seite: mit praktischer Hilfe nach der Geburt sowie über www.elternleben.de mit Hebammensprechstunden, Online-Beratung und nützlichen Download-Ratgebern.