Alles über Frühgeburten

Alles über Frühgeburten

Rund neun Prozent aller Babys kommen zu früh auf die Welt. 

Wann gilt ein Baby als frühzeitig geboren?

Im Normalfall dauert eine Schwangerschaft rund 280 Tage, also gut 40 Wochen, ausgehend vom ersten Tag der letzten Periode. Der voraussichtliche Geburtstermin wird entweder mittels einer Ultraschalluntersuchung im ersten Schwangerschaftsdrittel oder eben anhand des ersten Tages der letzten Regelblutung abhängig von der Länge des Menstruationszyklus berechnet. So wird der ET (errechneter Termin) bestimmt. Allerdings kommen an diesem Datum nur rund vier Prozent aller Kinder zur Welt. Alle anderen kommen in den drei Wochen davor (ab 37+0 SSW) bzw. bis zu zwei Wochen später (42+0 SSW). Für diesen Zeitraum spricht man von einer voll ausgetragenen Schwangerschaft.

Findet die Entbindung vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche statt, spricht man von einer Frühgeburt bzw. von einem frühzeitig geborenen Säugling.

Wie kann ich das Alter eines Frühgeborenen berechnen?

Das Gestationsalter eines frühgeborenen Säuglings wird aus der Anzahl der bis zum Zeitpunkt der Geburt in der Gebärmutter verbrachten Wochen ab dem ersten Tag der letzten Menstruation der Mutter sowie den Reifemerkmalen des Säuglings zur Zeit der Geburt berechnet. Das chronologische Alter ist das tatsächliche Lebensalter seit der Geburt. Das korrigierte Alter ist das um die Anzahl der Wochen, die das Kind zu früh geboren ist, korrigierte chronologische Alter. Das korrigierte Alter wird gemeinhin verwendet, wenn es sich um die Entwicklung des Babys handelt. Das chronologische Alter wird meist zur Planung von Arztterminen und Vorsorgeuntersuchungen verwendet.

Was sind die Ursachen für eine Frühgeburt?

Es gibt verschiedene bekannte Risikofaktoren für eine Frühgeburt. Dazu zählen Nikotin- und Alkoholkosum in der Schwangerschaft. Auch sozial und wirtschaftlich schwierige Verhältnisse können das Risiko erhöhen. Schwangere, die bereits ein oder mehrere Kinder zu früh geboren haben, unterliegen ebenfalls einem erhöhten Risiko, erneut ein Kind zu früh zur Welt zu bringen. Da Infektionserkrankungen, vor allem der Geschlechts- und Harnwegsorgane ein häufiger Auslöser sind, ist es wichtig, bei Beschwerden immer zeitnah einen Arzt aufzusuchen. Mittels gezielter Tests kann der Erreger bestimmt und eine Therapie eingeleitet werden. Eine Behandlung vor oder während der Wehen kann verhindern, dass eine Infektion auf das ungeborene Kind übergeht. Zahnfleischerkrankungen und unentdeckte Viruserkrankungen werden ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt in Verbindung gebracht.

Mehrlingsgeburten

Zwillinge, Drillinge und höhergradige Mehrlinge werden nur selten bis zum errechneten Geburtstermin ausgetragen. Zwillinge haben ein um 25 bis 50 Prozent höheres Risiko für eine Frühgeburt. Die Gefahr steigt mit zunehmender Anzahl ungeborener Säuglinge in der Gebärmutter.

Angeborene Unregelmäßigkeiten

Bei einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob es Unregelmäßigkeiten bei der Entwicklung des ungeborenen Kindes gibt und ob womöglich eine frühzeitige Entbindung in die Wege geleitet werden muss. Benötigt das ungeborene Kind vor dem errechneten Geburtstermin einen medizinischen Eingriff, wird unter Umständen erwogen, einen Entbindungstermin zu planen.

Von der Mutter ausgehende Faktoren

Fehlbildungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses, chronische Krankheiten wie Nierenerkrankungen, Präeklampsie (eine schwangerschaftsbedingte Krankheit einhergehend mit hohem Blutdruck), Diabetes oder eine in ihrer Funktion beeinträchtigte oder beschädigte Plazenta machen häufiger eine frühzeitige Entbindung erforderlich. Die Geburt kann per Kaiserschnitt erfolgen oder im Interesse des Wohlergehens der Mutter und/oder des Kindes eingeleitet werden. Der Geburtsmodus ist auch davon abhängig, in welcher Schwangerschaftswoche das Kind sich befindet.

Auch andere Faktoren werden mit einer erhöhten Frühgeburtsrate in Verbindung gebracht

Ein höheres Risiko besteht für:

  • Frauen, die bereits in der Vergangenheit eine Frühgeburt hatten 

  • Frauen, die eine sehr kurze Schwangerschaftsfolge haben

  • Sehr junge und ältere Schwangere

  • Frauen, die schwere körperliche Arbeit verrichten oder starkem körperlichen oder seelischen Stress ausgesetzt sind.

Mythen über Frühgeburten

Die meisten frühzeitig zu Eltern gewordenen Frauen und Männer fragen sich, ob sie eine Mitschuld an der Frühgeburt haben und werden oft von Schuldgefühlen geplagt. In der Mehrzahl der Fälle kann nichts unternommen werden, um eine Frühgeburt zu verhindern. Bei über 40 % der Frühgeburten ist die Ursache unklar. Doch einige Mythen bestehen fort, sie sind nicht wissenschaftlich belegbar. Dies sind unter anderem:


  • Sex in der Schwangerschaft – bei normalem Schwangerschaftsverlauf wird durch Sex keine Frühgeburt ausgelöst. Diese Gefahr besteht allerdings für Frauen, die bereits eine Frühgeburt hatten bzw. Frühgeburtsbestrebungen haben. Hier sollte immer Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

  • Sorgen

  • Negative Gedanken

  • Streit mit dem Partner

  • Flugreisen – die meisten Airlines nehmen Schwangere nur bis zu vier Wochen bzw. bei Mehrlingsschwangerschaften oft nur bis acht Wochen vor dem ET mit

  • Schlechtes Essen

  • Schwimmen

Geburt

Für ungefähr 20 Prozent der zu früh geborenen Säuglinge wird die Geburt im Hinblick auf den gesundheitlichen Zustand der Mutter oder des Kindes im Voraus geplant, um bei der Geburt so wenig wie möglich zu belasten. Bei einigen Geburten wird die Geburt künstlich eingeleitet. Weitere 30 Prozent kommen nach einem Blasensprung frühzeitig zur Welt, und etwa die Hälfte aller Frühgeburten erfolgen nach dem Einsetzen frühzeitiger Wehen. 

Die Wehen werden eingeleitet oder eine operative Entbindung wird angeraten, wenn das Leben des ungeborenen Kindes oder der Mutter bedroht ist. Besteht bei der Mutter ein hohes Risiko für eine Frühgeburt oder steht eine sehr frühzeitige Entbindung unmittelbar bevor, wird die Schwangere in eine Geburtsklinik für Risikoschwangerschaften verlegt. Damit ist gewährleistet, dass ihre Versorgung und die ihres Säuglings garantiert sind. Ein Perinatalzentrum Level 1 bietet alle Versorgungsmöglichkeiten auch für sehr kleine Frühgeborene. In Level-2- Perinatalzentren werden in der Regel erst Frühgeborene betreut, die jenseits der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden.

Frühgeburten verhindern

Es ist nicht möglich, das Risiko einer Frühgeburt völlig auszuschließen, aber eine gute gesundheitliche Versorgung in der Schwangerschaft kann das Risiko verringern. Nehmen Sie deshalb die in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme war. Frauen, für die ein Risikofaktor zutrifft oder die an einer akuten oder chronischen Erkrankung leiden, werden in der Regel engmaschiger überwacht. Eine gute Ernährung, eine angemessene Gewichtszunahme und der Verzicht auf Zigaretten- sowie Drogenkonsum reduzieren das Risiko einer Frühgeburt erheblich. 

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