Wenn kleine Hände sprechen – Zeichensprache für Babys

Auf der Suche nach einem Freizeitprogramm für Dein Baby bist Du vielleicht schon einmal über einen Kurs „Zeichensprache für Babys“ gestolpert. Die Babyzeichensprache soll der Verständigung zwischen Eltern und ihren Babys dienen, bevor die Kleinen sprechen können. Wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist, erfährst Du hier.

Was ist die Zeichensprache für Babys?

In Deutschland gibt es unterschiedliche Gebärdensysteme, die vornehmlich von Gehörlosen bzw. taubstummen Personen als Kommunikationsmittel verwendet werden. Aber auch für hörende Eltern mit ihren hörenden Babys wurden in den letzten Jahren Zeichensprachen entwickelt, die unterstützend zur Lautsprache verwendet werden können. Diese werden als „Baby Signing“ (Baby-Gebärdensprache) bezeichnet, da sich die Handzeichen an der Gebärdensprache orientieren. Die Babyhandzeichen sollen es den Kleinen ermöglichen, sich mitzuteilen, noch bevor sie überhaupt die ersten Worte sprechen können. Die „Zwergensprache“ und „babySignal“ sind zwei erwähnenswerte Beispiele der Babysprache für den deutschsprachigen Raum:

  • Zwergensprache: Für diese Handsprache werden Zeichen aus der offiziellen Deutschen Gebärdensprache (DGS) verwendet. Schwierige Gebärden werden allerdings für die Babys verkürzt oder vereinfacht. Die Zielgruppe beinhaltet primär Eltern und ihre hörenden Kinder. Dies ist aber auch eine geeignete Kommunikationsmethode für Kinder, deren Sprachentwicklung zum Beispiel durch eine Behinderung verlangsamt oder gestört ist.

  • BabySignal: Auch diese Zeichensprache macht sich die Gebärdensprache zunutze. Sie richtet sich an die engen Bezugspersonen des Babys, die diese Babysprache dafür nutzen wollen, das Kind und dessen Bedürfnisse besser zu verstehen.

Neben der „Zwergensprache“ und „babySignal“ existieren noch einige andere Konzepte, die sich ebenfalls teilweise aus dem Repertoire der Gebärdensprache bedienen. Es gibt zahlreiche Eltern-Kind-Kurse, Bücher, Webseiten, Apps und Videos, die sich mit dem Thema der Babyzeichensprache beschäftigen. Eltern können hier die Gebärden und wie sie diese am besten an ihr Baby weitervermitteln lernen.

Ab wann kann Dein Baby circa mit der Zeichensprache beginnen?

Selbst für uns Erwachsene spielen Gesten in der Kommunikation mit anderen eine große Rolle. Durch ein Handzeichen kann so manches Mal einer Aussage mehr Nachdruck verliehen werden.

Zeichensprache im Alltag

In unserem Alltag verwenden wir mehr Zeichen und Gesten, als uns eigentlich bewusst ist. Wahrscheinlich machst Du besonders in Konfliktsituation ganz intuitiv davon Gebrauch. Die Wirkung der Worte verändert und verstärkt sich sogar, wenn sie mit einer Gebärde unterlegt werden. Ein „Stopp“ zusammen mit der entsprechenden Handbewegung wirkt nachdrücklicher als ohne sie. Auch Dein Baby beginnt schon sehr früh, mit Zeichen und Gesten auf sich aufmerksam zu machen. Es wird zum Beispiel auf einen Gegenstand zeigen, wenn es diesen haben möchte oder die Arme nach Dir ausstrecken, wenn Du es tragen sollst. Später wird es womöglich zum Abschied winken oder den Finger auf den Mund legen, wenn es leise sein soll. All diese Gesten sind bereits eine Art Babyzeichensprache und werden von Deinem Liebling benutzt, weil Du sie ihm gezeigt hast und eine bestimmte Reaktion darauf folgt. In den ersten 12. Lebensmonaten verwendet Dein Baby im Alltag also ganz automatisch Gesten, um sich mitzuteilen. Später werden sie mit Wörtern kombiniert und erst ab dem 20. Lebensmonat ist die Lautsprache in der Regel so weit entwickelt, dass Dein Baby nicht mehr auf Handzeichen zurückgreift, um sich Dir mitzuteilen. Die Babyzeichensprache erweitert diese alltäglichen Gesten um einige Gebärden, mit denen es Deinem Baby möglich ist, Wünsche und Bedürfnisse schnell und allgemein verständlich auszudrücken – zum Beispiel, dass es etwas essen oder gestillt werden möchte.

Gibt es ein gutes Einstiegsalter für die Babyzeichensprache?

Bevor Dein Kind lernt zu sprechen, müssen erst gewisse grob- und feinmotorische Fähigkeiten ausgebildet werden. Die Handmotorik reift dabei früher heran als diejenigen Kompetenzen, die für das Sprechen nötig sind.

LebensmonatFähigkeit 
ab dem 6. MonatDein Baby kann wahrscheinlich seine Hände vor dem Körper zusammenbringen.
ab dem 7. MonatDie Hände können normalerweise überkreuzt und Gegenstände von einer Hand in die andere übergeben werden.
ab dem 9. MonatBabys klatschen in diesem Alter oftmals mit Begeisterung in die Hände.
ab dem 10. MonatMit dem sogenannten Pinzettengriff können nun in der Regel auch sehr kleine Objekte aufgehoben werden.

Wenn Du gern zusammen mit Deinem Liebling die Babyzeichensprache entdecken möchtest, eignet sich das Alter zwischen 6.- 18. Monaten am besten dafür.Die meisten Babykurse zum Themawerden ab dem 6. Lebensmonat angeboten. Teilweise kann man auch Folgekurse für Fortgeschrittene belegen.

Die Babyzeichensprache wenden manche Kinder schon weit vor ihrem ersten Geburtstag erfolgreich an. Bitte beachte aber immer, dass sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln und ihre Interessen sehr individuell sind. Das gilt natürlich auch für den Gebrauch der Babyhandzeichen!

Babyzeichensprache: Sinnvoll, oder nicht?

Ab dem 6. Monat kann Dein Baby in der Regel bereits Wörter verstehen, die Du häufig verwendest. Allerdings sind die einzelnen Wörter eines Satzes für Deinen Liebling wahrscheinlich nur schwer auszumachen.

Zeichensprache als Kommunikationshilfe

Verwendest Du für das Schlüsselwort Deiner Aussage zusätzlich ein Handzeichen, wird es Deinem Baby leichter fallen, Dich zu verstehen. Fragst Du zum Beispiel: „Möchtest Du jetzt etwas essen?“ und benutzt die entsprechende Gebärde für „essen“, weiß Dein Liebling sofort, um was es geht.

Den passiven Wortschatz, den sich Dein Baby ab dem 6. Monat aneignet, könnte es nutzen, indem es die dafür entsprechenden Babyhandzeichen verwendet. Denn das kleine Gehirn kann Zeichen und Gesten viel einfacher und schneller abrufen als Wörter.

Die Befürworter der Babyzeichensprache sind überzeugt, dass Babys so nonverbal und doch sehr klar ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können und Eltern so die Möglichkeit haben, gezielt darauf einzugehen.

Sollte also die Zeichensprache im Alltag erfolgreich angewendet werden, könnte dies die Kommunikation zwischen den Eltern und dem Kind erleichtern – so zumindest in der Theorie. Selbstverständlich sollte man nicht all seine Hoffnung daraufsetzen, dass die Zwergensprache ein echter Übersetzer der Babysprache ist.

Fakt ist, dass Dein Baby Spaß daran hat, sich einzubringen und mit Dir in Kontakt zu treten. Dies kann es u. a. mit der Babyzeichensprache tun. Wenn es sich verstanden fühlt, fördert das obendrein noch sein Selbstwertgefühl und die Freunde an Sprache.

Kann die Zeichensprache die Sprachentwicklung Deines Babys fördern?

Einige Fürsprecher der Babyzeichensprache vertreten den Standpunkt, dass der Gebrauch von Gesten Kinder dabei entlasten, etwas ausdrücken zu müssen, für das sie noch keine Worte haben. Das wiederum soll den nötigen Freiraum schaffen, das dazugehörige Wort zum Handzeichen zu erlernen und zu üben.

Einige vertreten die These, dass Babys, die eine Zeichensprache verwenden, früher anfangen zu sprechen. Indem Du die Gebärde mit dem gesprochenen Wort kombinierst, kannst Du die Sprachentwicklung fördern, denn Kinder lernen am besten, wenn möglichst viele Sinne angesprochen werden. Die Babyzeichensprache, aber auch zum Beispiel Fingerspiele, kombinieren Sehen, Fühlen und Hören.

Es gibt keine wissenschaftlich gesicherte Studienlage, die den Vorteil der Babyzeichensprache für die Sprachentwicklung eindeutig belegt. Allerdings hemmt der Gebrauch von Gebärden auch nicht die allgemeine Entwicklung und den Aufbau des Wortschatzes.

Eltern, die sich aktiv mit dem Baby Signing-Konzept auseinandersetzen, lassen ihrem Baby automatisch viel Aufmerksamkeit zukommen und legen wahrscheinlich Wert auf Kommunikation und Sprache. Dies wird die Sprachentwicklung eines Babys sicher positiv beeinflussen.

Integrativer Aspekt der Babyzeichensprache

Für zwei- oder mehrsprachig aufwachsende Kinder könnte die Baby-Gebärdensprache eine zusätzliche Orientierung im Alltag sein. Eine Geste umschreibt ein Wort, egal ob die Muttersprache Deutsch, Englisch, Türkisch oder Spanisch ist. Die Babyzeichensprache könnte eine Brücke zwischen den verschiedenen Sprachen schlagen und dem Baby weitere Sicherheit vermitteln.

Auch Kinder verschiedener Altersstufen können mithilfe von Gebärden kommunizieren und somit ganz ohne Worte in Kontakt treten. Gerade in Kindertagesstätten mit altersgemischten Gruppen könnte die Babyzeichensprache zur Verständigung beitragen.

Aber besonders für kognitiv oder sprachlich eingeschränkte Kinder ist die Zeichensprache ein Hilfsmittel, um anzuzeigen, was sie gerade brauchen und was sie sich wünschen. Wird die Zeichensprache zum Beispiel in einem integrativen Kindergarten (Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung) verwendet, trägt sie zweifellos einen Teil zur Inklusion bei.

Beliebte Babyhandzeichen

Verwende vor Deinem Kind ein Babyhandzeichen, um das Wort zu verdeutlichen, das Du gerade aussprichst. Wenn Du diese Geste regelmäßig über einen längeren Zeitraum mit dem Wort kombinierst, wird Dein Baby vielleicht damit beginnen, Dich nachzuahmen.

Wenn Du mit der Babyzeichensprache beginnen möchtest, kannst Du Dir ein paar Begriffe heraussuchen und diese nach und nach in Euren Alltag integrieren. Die meisten Babyzeichen beschreiben Worte aus dem Alltag von Babys.

Du siehst selbst: Viele dieser Gebärden der Babyzeichensprache hättest Du so oder so ähnlich wahrscheinlich selbst benutzt. Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Zeichen, die komplexere Tätigkeiten (z. B. arbeiten) ausdrücken oder auch Gefühle beschreiben. Beginne erst einmal mit ein paar Gebärden, die zu Deinem Baby und seinen Interessen passen. Hat Dein Kind Freude daran, kannst Du das Repertoire erweitern. Manche Kinder sind mit wenigen Babyzeichen zufrieden, während andere geradezu nach mehr verlangen. Du solltest schon früh damit beginnen, ein Wort mit dem entsprechenden Zeichen zu verbinden. Das ständige Wiederholen erleichtert Deinem Baby das Nachahmen. Du brauchst allerdings viel Geduld und solltest die Babyzeichensprache nicht mit Lernzielen oder ähnlichen Erwartungen verknüpfen. Der Spaß steht im Vordergrund und wenn Dein kleiner Schatz lieber gar keine und ganz andere Babyzeichen verwenden möchte, ist das natürlich auch völlig in Ordnung!

Babyzeichensprache: Tipps & Tricks

Es gibt ein paar Tipps, die Dir den Einstieg in die Zeichensprache für Babys erleichtern könnten:

  • Eltern-Kind-Kurse: Du findest mittlerweile viel Material zum Thema. Aber unter professioneller Anleitung und zusammen mit anderen Eltern macht das Lernen der Babyzeichen einfach mehr Spaß. Vielleicht kann Dir sogar Deine Hebamme einen Kurs in Deiner Nähe empfehlen.

  • Übung macht den Meister: Je öfters Dein Baby das Zeichen in Verbindung mit dem dazugehörigen Wort sieht, desto leichter wird es ihm fallen, sich daran zu erinnern. Beim Spielen und Vorlesen können die Babyhandzeichen zum Beispiel wunderbar zum Einsatz kommen.

  • Sprache nicht vergessen: Bei aller Begeisterung für die Babyzeichensprache solltest Du nicht vergessen, auch gesprochene Wörter zu benutzen. Denn schließlich geht es früher oder später darum, dass Dein Baby sprechen lernt.

  • Musik und Babyzeichen: Die meisten Kinder können sich für Musik begeistern. Begleite Kinder- oder Schlaflieder mit der Zeichensprache und Du wirst sehen, dass Dein Liebling schon nach kurzer Zeit gelernt haben wird, welches Zeichen zu welchem Wort gehört.

  • Kein Druck: Mach Dir und Deinem Baby keinen Druck. Es ist wichtig Pausen einzulegen und nicht zu viel zu erwarten, denn manche Babys sind vielleicht auch gar nicht empfänglich für diese Form der Kommunikation.

Sprache mit Gesten zu verknüpfen, bereitet Kindern in der Regel Spaß – egal, ob Du dafür die Zeichensprache für Babys verwendest oder Dir ganz eigene Gebärden ausdenkst, um beispielsweise ein Tier zu imitieren oder Deinen Liebling mit Pantomime-Spielen zum Lachen zu bringen.

FAKTEN IM ÜBERLICK

Die Babyzeichensprache ist ein Mittel zur Kommunikation mit Babys, die noch nicht sprechen können. Mithilfe von Zeichen kann sich das Kind mitteilen und ggf. auch nonverbal seine Bedürfnisse (z. B. Hunger) ausdrücken. Das Erlernen der Babyzeichensprache setzt etwas Geduld voraus und auch nicht jedes Baby hat Spaß daran.

Die Zeichensprache sollte nicht als Frühförderprogramm falsch verstanden werden. Vielmehr ist sie eines von vielen spielerischen Elementen, wie Du Kontakt zu Deinem Baby aufnehmen kannst.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Es kann keine Garantie oder gar Haftung übernommen werden, ob die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen für Dein Kind praktikabel sind.

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