20 Monate altes Baby

Läuft Ihr Kleinkind vielleicht schon ganz stolz zu Hause? Mit jedem weiteren Tag wird es aktiver und mobiler und damit wächst auch sein Selbstbewusstsein. Es ist aber auch die Zeit der großen Gefühle: Freude kann schnell in Wut oder Unsicherheit umschlagen. Mit einem 20 Monate altem Kind im Haus wird es Ihnen sicherlich nie langweilig werden.

Wie sich Ihr 20 Monate altes Kleinkind entwickelt

Schauen Sie einmal 20 Monate zurück: In Ihren Armen lag ein kleines Neugeborenes, das in allen Belangen auf Sie angewiesen war. Und heute wird Ihr kleiner Schatz vielleicht schon alles selbst, ohne Mamas und Papas Hilfe, machen wollen.

Richtig oder falsch?

Mit 20 Monaten hat ihr Kind vielleicht nur eine sehr vage Ahnung davon, was richtig oder falsch ist und kann die Konsequenzen seines Handelns noch nicht richtig einschätzen. Sie sollten daher immer besonders wachsam sein, um im Zweifel die Aufmerksamkeit Ihres Kindes von etwas Gefährlichem auf etwas Sicheres zu lenken. Wenn ihr Kind zum Beispiel nach einem gefährlichen Gegenstand wie einem Küchenmesser greifen will, geben Sie ihm stattdessen schnell etwas anderes, ungefährliches, wie z.B. ein Spielzeug, mit dem es spielen kann. Es ist eine große Aufgabe, Ihrem Kind in den kommenden Monaten und Jahren, den Unterschied zwischen sicher und unsicher und richtig und falsch nahe zu bringen. Mit fester, aber sanfter Führung und durch das Setzen konsequenter Grenzen wird Ihr kleiner Abenteurer aber auch das lernen.

Trennungsangst

Sollte in den letzten Monaten Trennungsangst noch ein großes Thema gewesen sein, könnte diese so langsam nachlassen. Ihr Kleines mag sich dennoch von Zeit zu Zeit ängstlich fühlen, wenn Sie den Raum oder Ihr Zuhause verlassen. Das ist eine ganze normale Reaktion und gehört zur Entwicklung dazu. Gehen Sie ganz individuell auf die Bedürfnisse Ihres Lieblings ein, denn manchen Kindern fällt eine Trennung leichter als anderen. Wenn Sie den Raum oder die Wohnung verlassen, geben Sie ihrem Kind vielleicht eine kurze Umarmung und sagen Sie ihm, dass Sie bald zurückkommen werden. Extreme Trennungsängste können für Eltern sehr belastend sein. Denken Sie immer daran, dass Ihr Kind erst 20 Monate alt ist und noch viel Zuwendung braucht. Die gute Nachricht ist, dass die Angst sehr wahrscheinlich nur vorübergehend ist, und die Chancen gut stehen, dass sie bald abklingt. Jedes Kind ist in seiner Entwicklung unterschiedlich schnell und das ist auch gut so. Bedenken Sie das also immer und daher sollten Sie am besten gar nicht erst anfangen, Ihren Liebling mit anderen 20 Monate alten Kindern zu vergleichen.

Wie Sie Ihr 20 Monate altes Kleinkind jetzt unterstützen können

Ihr 20 Monate altes Kleinkind nimmt Sie mit jedem Tag mehr und mehr in Anspruch. Das ist toll, denn Sie können nun zusammen viel unternehmen und dabei gleichzeitig seine Entwicklung fördern.

Kreativität

Ermutigen Sie Ihren Liebling zu fantasievollem, kreativem Spiel. Dafür benötigen Sie nicht viel:

  • Stellen Sie ihm zum Beispiel einige Bauklötzchen oder einfach Naturmaterialien, wie Stöcken, Steine oder Blätter zur Verfügung.

  • Bauen Sie mit ein paar Stühlen und einer Decke eine Höhle.

  • Legen Sie Papier und Stifte auf dem Boden aus und Ihr kleiner Künstler wird wahrscheinlich sofort wild darauf los malen.

Ganz gleich, ob Ihr Kleines mit einem neuen Spielzeug, einem sicheren Haushaltsgegenstand oder mit dem Laubhaufen im Garten spielt, zusammen macht es doppelt so viel Spaß. Saisonale Feiertage sind ein großer Spaß und Ihr 20 Monate altes Kind kann Ihnen bei der Herstellung der Dekoration helfen. Stellen Sie zusammen zum Beispiel Weihnachtssterne oder eine Wimpelkette für die nächste Geburtsfeier eines Familienmitgliedes her. Ein Bastelprofi müssen Sie dafür nicht sein, denn im Internet finden Sie sicherlich zahlreiche Bastelanleitungen.

Emotionale Entwicklung

An manchen Tagen ist Ihr Kind vielleicht sehr emotional und neigt zu Trotzanfällen. Eines der wirksamsten Werkzeuge in der Trotzphase ist, gutes Benehmen zu bemerken und Ihr Kind dafür zu loben. Ihr Kind will und braucht Ihre Zustimmung und Aufmerksamkeit. Honorieren Sie also, wenn es etwas richtig oder gut gemacht hat. Sie können ihm ein verbales Kompliment machen oder eine kurze Umarmung geben, um es wissen zu lassen, dass Sie stolz sind. Vielleicht hat Ihr Kleinkind sehr viel Energie, und gelegentlich auch etwas zu viel davon. Besonders, wenn es frustriert oder verärgert ist. Kanalisieren Sie diese aufgestaute Energie und gehen Sie mit Ihrem Kind raus, damit es sich austoben kann. So können Sie vielleicht einige Wutanfälle vermeiden oder zumindest abkürzen.

Geistige Entwicklung

Zu spielen bedeutet, Dinge zu erforschen und auszuprobieren. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Ihr Kind mit 20 Monaten schon Gegenstände ausprobiert und so herausfindet, was funktioniert und was nicht. So könnten Sie es zum Beispiel dabei beobachten, wie es versucht, einen Gegenstand durch eine Öffnung zu schieben und dann so lange damit experimentiert, bis er hindurch passt. Lassen Sie Ihr Kind selbst herausfinden, wie manche Dinge funktionieren. Mit Fragen wie „Ist dieser Block rund oder eckig?“ können Sie selbstverständlich Ihrem kleinen Forscher etwas auf die Sprünge helfen. Kaum ein Kind kann Bilderbüchern wiederstehen. Nehmen Sie sich jeden Tag etwas Zeit zum Lesen. Fordern Sie Ihr Kleinkind vielleicht zwischendrin dazu auf, im Buch auf bestimmte Gegenstände, Personen oder Tiere zu zeigen. Wenn Sie zum Beispiel eine Geschichte über einen Hasen lesen, bitten Sie es doch einfach einmal, auf den Hasen zu tippen. Ein nächster Schritt könnte sein, dass Sie nun Ihre kleine Leseratte fragen, auf was es denn gerade zeigt. Es wäre nicht überraschend, wenn Ihr Kind mit „Hase“ antwortet. Ist die Benennung der Tiere kein Problem mehr, können Sie sogar noch etwas weitergehen und sich darauf konzentrieren, was der Hase so tut: „Der Hase hoppelt.“ Und Sie werden sehen: Es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, bis Ihr Kind eigenständig spricht.

Ernährung Ihres 20 Monate alten Kleinkinds

20 Monate alte Kinder wachsen in einem rasanten Tempo. Um gesund und stark zu bleiben, benötigt Ihr Kleinkind daher auch eine Vielzahl nahrhafter Lebensmittel. Drei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Abendbrot) und zwei kleine Snacks für zwischendurch, sollten dafür sorgen, dass Ihr Kleinkind alle nötigen Nährstoffe bekommt. Ihr Speiseplan sollte also genügend Eiweiße, Milchprodukte, Vollkorngetreide, Obst und Gemüse enthalten. Nicht immer wird Ihr kleiner Gourmet allerdings das essen wollen, was Sie ihm zubereiten. Dies sollte Ihnen aber kein Kopfzerbrechen, solange Sie einfach bei jeder Mahlzeit etwas Gesundes auf den Teller bringen wird sich das wieder ausgleichen. Falls Ihr Kind ungern zum „Grünzeug“ greift, versuchen Sie doch mal Folgendes:

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Für Ihr Kind sind Sie ein Vorbild, zu dem es aufschaut. Wenn Sie selbst also Gemüse und Obst essen, wird es Ihr Kind wahrscheinlich auch tun.

  • Die Abwechslung macht‘s. Bieten Sie eine bunte Auswahl an Obst und Gemüse an. Verschiedene Formen und Farben machen den Obst- oder Gemüsesnack zu einem kleinen Erlebnis.

  • Versteckte Vitamine. Isst Ihr Kind zum Beispiel für sein Leben gern Kartoffelbrei? Dann mischen Sie einfach etwas püriertes Gemüse (wie Blumenkohl) darunter.

  • Gesunde Dips. Servieren Sie Gemüsesticks mit einem leckeren gesunden Dip. Ihr 20 Monate altes Kind wird vermutlich zugreifen.

  • Pizza und Pasta: Kinder lieben Pizza und Pasta. Diese Gerichte müssen nicht immer unter die Kategorie Fast-Food fallen. Ein selbst gemachter Pizza-Belag oder eine Gemüse-Tomaten-Soße kann auch gesund sein, wenn sie z.B. Brokkoli, Zucchini, Paprika, Mais und Tomaten hierfür verwenden.

  • Kochen Sie zusammen. Auch wenn Ihr Kind erst 20 Monate alt ist, können Sie vielleicht trotzdem schon gemeinsam kochen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer gesunden Gemüsesuppe?

Falls Sie auch mit diesen kleinen Kniffen nicht weiterkommen sollten, können Sie Ihrem Kind auch mehr Obst anbieten.

Der Tagesablauf eines 20 Monate alten Kleinkinds

Der Tagesablauf eines 20 Monate alten Kleinkinds

Die Gesundheit Ihres Kleinkinds

Kleinkinder lieben das Abenteuer. Auf Papas oder Mamas Fahrrad mitzufahren und sich dabei den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen, ist für die meisten 20 Monate alten Kinder ein großer Spaß. Bevor Sie sich aber gemeinsam auf den Drahtesel schwingen, sollten Sie sichergehen, dass Sie auch die richtige Ausrüstung dafür haben.

Der Kindersitz

Viele Eltern entscheiden sich für einen Fahrradsitz, den man entweder hinten am Gepäckträger oder vorne im Bereich des Lenkers anbringen kann. Sitzt Ihr Kind vorn, haben Sie es vermutlich besser im Blick. Bedenken Sie aber, dass diese Sitze nur für Kinder bis zu 15 kg geeignet sind. Ein Fahrradsitz auf dem Gepäckträger kann bis zu einem Gewicht von 25 kg benutzt werden und im Falle eines Zusammenstoßes sitzt Ihr Kind etwas stabiler darin. Folgende Dinge sollten Sie beim Kauf beachten:

  • Es gibt Sitze in unterschiedlichen Größen. Beim Kauf sollte also Ihr Kind dabei sein, um zu testen, ob der Sitz auch geeignet ist.

  • Auch macht es Sinn, Ihr Fahrrad mitzunehmen, um auszuprobieren, ob sich der Sitz daran sicher montieren lässt.

  • Bei einem Frontsitz ist darauf zu achten, dass dieser nicht an bewegliche Teile – wie z. B. dem Lenker - befestigt wird.

  • Könnten die Füße in die Speichen geraten, wenn es sich Ihr Kind auf dem Sitz bequem macht, ist er ungeeignet.

  • Die Rückenlehne und die Kopfstütze sollten hoch genug sein.

  • Viele Sitze sind mit einer Beinsicherung bzw. Fußstützen ausgestattet. Das sorgt für mehr Sicherheit.

  • Hosenträgergurte lassen sich leichter an die Größe des Kindes anpassen.

  • Fragen Sie beim Kauf nach, ob der Sitz nach der Norm DIN EN 14344 geprüft ist.

Im Allgemeinen ist es sehr praktisch, wenn sich der Kindersitz leicht an- und abmontieren lässt. So sind Sie flexibel und können ihn, wenn auch da alle Anforderungen stimmen, auch auf einem anderen Rad benutzen.

Der Helm

Erwachsene sind oft Helm-Muffel. Sobald Sie aber mit Ihrem Kind aufs Rad steigen, sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen, denn für Ihr Kind ist der Helm einfach ein Muss. Allerdings schützt er nur dann, wenn er auch gut passt:

  • Der Helm sollte den gesamten Kopf gut umschließen – also auch die Stirn, die Schläfen und den Hinterkopf.

  • Er muss festsitzen. Da man bei einem 20 Monate alten Kind jeden Tag mit einem Wachstumsschub rechnen kann, sind Fahrradhelme immer auch in der Größe verstellbar.

  • Zwischen Kinnriemen und dem Kinn selbst sollte noch ca. ein Finger passen.

  • Nach jedem Sturz muss ein Fahrradhelm ausgewechselt werden. Dabei ist es egal, ob äußerlich eine Beschädigung erkennbar ist oder nicht.

  • Achten Sie hier auf die folgende Norm-Prüfung: DIN EN 1078.

Lassen Sie sich beim Kauf des Sitzes und des Helms in einem Fachgeschäft beraten, damit Sie sicher auf dem Fahrrad unterwegs sind.

Wie Ihr 20 Monate altes Kleinkind schläft

Ihr 20 Monate altes Kleinkind wird wahrscheinlich etwa 11 bis 14 Stunden Schlaf pro Tag benötigen, und dazu gehört vielleicht nur noch ein Mittagsschlaf. Regelmäßige Bettzeiten helfen Ihrem Kind, besser zu schlafen. Doch manchmal kann der eigentliche Zeitplan durcheinandergeraten, z. B. wenn Sie auf Reisen sind. Aber auch in diesem Fall gibt es ein paar Dinge, die Sie tun können, um es Ihrem Kind trotzdem möglichst leicht zu machen:

  • Voraus planen: Wenn eine Reise oder ein Ereignis bevorsteht, das die gewohnte Schlafroutine Ihres Kleinkindes durcheinanderbringen könnte, versuchen Sie, dafür zu sorgen, dass es in den Tagen davor so viel Ruhe wie möglich bekommt. Je ausgeruhter Ihr Kind ist, desto besser wird es mit der Veränderung zurechtkommen.

  • So viel Regelmäßigkeit wie möglich: Versuchen Sie weitestgehend die Tagesroutine beizubehalten. Wenn Sie ab und an davon abweichen, ist das auch kein Weltuntergang. Besonders dann nicht, wenn Ihr Kind ansonsten ausgeruht ist. Haben Sie dabei aber immer auch das Temperament Ihres Kindes im Hinterkopf, denn einige Kinder kommen besser mit Veränderungen zurecht als andere.

  • Zurück zur Routine: Nach dem Urlaub oder Ähnlichem, versuche Sie so schnell wie möglich, wieder zurück zu Ihrer vorherigen Routine zu finden. Bringen Sie Ihr Kind früh ins Bett - auch wenn er sich vielleicht beschwert -, damit es eine extra Portion Schlaf bekommt.

Machen Sie sich allerdings nicht zu viel Stress, denn Kinder verkraften es doch in der Regel sehr gut, wenn Dinge auch mal anders laufen als gewohnt. Nur die Umgewöhnung zurück zum Alltagsrhythmus könnte ein paar Tage dauern.

Wie sich Ihr Leben verändert

Wenn Sie sich an manchen Tagen zu Hause umschauen, verschlägt es Ihnen vielleicht die Sprache: Spielzeug wohin das Auge reicht, das dreckige Geschirr stapelt sich und jede Menge Kleckserei am Essenstisch. Das Leben mit einem 20 Monate alten Kleinkind ist ein Abenteuer und das bedeutet manchmal eben auch ein wenig Chaos. Sie können Ihren Liebling ganz einfach in die täglichen Arbeiten mit einbeziehen:

  • Ein Zuhause für die Spielsachen. Stellen Sie Körbe oder Kisten auf und beschriften oder bemalen Sie, was dort hineingehört. Alle Habseligkeiten Ihres Kindes können dort ihren Platz finden. Bringen Sie vielleicht auch niedrige Regale an, die Ihr Kleines gut erreichen kann. Diese müssen natürlich kindersicher montiert sein.

  • Machen Sie das Aufräumen zu einem Spiel. Legen Sie etwas Musik auf und "rasen" Sie mit Ihrem Kleinkind um die Wette, wer als Erster die Blöcke oder Puzzleteile in die jeweilige Schachtel legt, „gewinnt“.

  • Erzählen Sie, was Sie gerade machen. Während Sie die Sachen wegräumen, sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was Sie tun. Bleiben Sie positiv und sagen Sie gute Dinge wie "das macht unser Zuhause besonders schön", damit ihr Kind eine wohlwollende Haltung zum Aufräumen entwickelt.

Ein wenig Unordnung gehört zum Leben mit Kindern dazu. Gemeinsam spielerisch Aufräumen macht dafür aber umso mehr Spaß.

Die letzten 20 Monate waren sicherlich nicht immer ein Zuckerschlecken. Es gab schlaflose Nächte, unzählige volle Windeln und jede Menge Tränen – und das vielleicht nicht nur bei Ihrem Kind. Sicherlich haben Sie aber auch schon festgestellt, dass viele Sachen einfacher werden und Sie ganz natürlich in die Rolle als Eltern hineingewachsen sind und Schwierigkeiten nun wie echte Profis meistern. Sie können wahrlich stolz auf sich und Ihr kleines Wunder sein!

Checkliste: Ihr 20 Monate altes Kleinkind

  • Lesen Sie mit Ihrem Kind jeden Tag ein Buch. Vielleicht bietet Ihre örtliche Bibliothek sogar eine Vorlesestunde für die Kleinsten an, die Sie gemeinsam besuchen können.

  • Schaffen Sie Ordnung im Kinderzimmer und sortieren Sie altes und kaputtes Spielzeug aus.

  • Kochen Sie zusammen mit Ihrem Kind und bereiten Sie gesunde Snacks für zwischendurch zu.

  • Wenn Sie noch mehr Informationen wünschen, melden Sie sich hier an, um regelmäßig E-Mails von uns zu erhalten: