Ihr 19 Monate altes Kleinkind hat Ihnen vielleicht schon richtig viel zu sagen und erfreut sich selbst am meisten an seinem niedlichen Gebrabbel. Waren bisher noch so einige Fantasiewörter dabei, werden diese schon sehr bald durch echte Wörter ersetzt, die mit Garantie Ihr Herz zum Schmelzen bringen.

Wie sich Ihr 19 Monate altes Kleinkind entwickelt

Manche Kleinkinder erreichen bestimmte Entwicklungsmeilensteine etwas früher oder später als andere Kinder in ähnlichem Alter. Jedes Kind ist einzigartig und lernt und wächst in seinem eigenen Tempo.

Links oder rechts?

Um den 19. Monat herum könnte Ihr Kleinkind eine Vorliebe für eine bestimmte Körperseite entwickeln. Benutzt es die rechte Hand beim Malen oder hält es den Löffel beim Essen häufiger mit Links? Oder verhält es sich gar umgekehrt? Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Ihr Baby sich definitiv zum Rechts- oder Linkshänder entwickelt. Diese Entwicklung vollzieht sich in der Regel über mehrere Jahre hinweg. Ihr Kind ist vielleicht sogar beidhändig und kann sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand alle Tätigkeiten problemlos ausführen.

Sprachentwicklung

Manch ein 19 Monate altes Kind quasselt ununterbrochen, während ein anderes noch gar nicht spricht. Besonders Jungs brauchen in der Regel immer etwas länger als Mädchen, um vermeintlich einfache Wörter zu sagen, wie z. B. die für ihre Lieblingsspielzeuge oder Körperteile. Gerade am Anfang sind Sie als Eltern vielleicht die Einzigen, die das Kauderwelsch Ihres kleinen Lieblings verstehen, denn es kann sein, dass der Wortschatz aus ganz vielen Fantasiewörtern besteht, deren Bedeutung nur Sie kennen. Mit ein wenig Geduld und Ihrer Unterstützung wird ihr Kleinkind bald lernen, seine ersten deutlichen Wörter zu sprechen. Mit der Zeit versteht und verwendet Ihr Liebling mehr und mehr neue Wörter. Helfen Sie ihm dabei, seinen Wortschatz zu erweitern, indem Sie Wörter wiederholen und Ihre Aktivitäten kommentieren. Führen Sie erste kleine Gespräche und stellen Sie Fragen, selbst wenn Sie von einem 19 Monate altem Kind vielleicht noch keine echte Antwort bekommen werden.

Erste Wutanfälle

Im Alter zwischen 15 und 19 Monaten könnten Sie bereits Bekanntschaft mit den ersten Vorboten der Trotzphase machen, die bei vielen Kindern ungefähr im Alter von zwei Jahren einsetzt. Nichts und niemand wird Sie so richtig auf die eventuelle Trotzphase ihres Kleinkindes vorbereiten können, allerdings ist es vielleicht gar nicht schlecht, sich schon einmal darüber zu informieren und ein paar Tricks in der Hinterhand zu haben:

  • Loben Sie, wo es angebracht ist. Wenn Sie sehen, dass Ihr Kind sich gut benimmt, loben Sie es und belohnen Sie es mit lieben Worten oder Umarmungen. Diese positive Reaktion könnte in Zukunft zu gutem Verhalten anspornen.

  • Lassen Sie Ihrem Kind die Wahl. Bieten Sie z. B. statt der Frage "Willst du jetzt Mittagessen?" eine Option an: "Willst du vor oder nach dem Spielen zu Mittag essen?“ Die Möglichkeit zu wählen, trägt zu einem Gefühl der Unabhängigkeit bei.

  • Lenken Sie Ihr Kind ab. Wenn mal wieder nicht alles so läuft, wie sich das Ihr 19 Monate altes Kind vorgestellt hat, könnte es deshalb einen Wutanfall bekommen. Sie könnten versuchen, ihr Kleinkind einfach abzulenken. Schlagen Sie zum Beispiel eine neue Aktivität oder einen Ortswechsel vor. Manchmal ist der Auslöser der Wut dann ganz schnell wieder vergessen.

  • Kennen Sie die Grenzen Ihres Kleinkindes. Sie könnten einem Wutanfall vorbeugen, indem Sie sich auf das Energie-Level und die Stimmung Ihres Kindes einstellen. Wenn es müde ist, wird es vielleicht eher einen Trotzanfall bekommen. Dann ist es vielleicht keine gute Idee, an einem bereits anstrengenden Tag noch eine weitere Besorgung mit ihm zu machen.

Doch das Wichtigste ist, dass Sie die Wut Ihres Kindes nicht persönlich nehmen. Halten Sie sich immer vor Augen, dass die Trotzphase nicht ewig dauern wird und es vielen Eltern ähnlich ergeht.

Wie Sie Ihr 19 Monate altes Kleinkind jetzt unterstützen können

Ihr kleiner Schatz ist jetzt schon ein völlig anderes Kind als noch vor drei Monaten. Wahrscheinlich haben sich auch seine Interessen geändert und es zeigt erste Vorlieben, wie Tanzen, Malen oder Dinge zu ordnen.

Kreativität ist Trumpf

Kritzelt Ihr 19 Monate altes Kind wild darauf los, sobald es einen Stift in die Hand bekommt? Gehen Sie ruhig auf dieses Bedürfnis ein. Sie fördern damit die Kreativität. Am besten haben Sie immer einen kleinen Vorrat an Stiften, Pinseln, Wasser- oder Fingerfarben und Papier im Haus, damit Ihr kleiner Picasso jeder Zeit loslegen kann. Aber Achtung: Liegen Stifte offen herum, kann schon mal der ein oder andere Strich an der Wand statt auf dem Papier landen. Auch Tanzen und Singen stimuliert die Sinne Ihres Kindes. Nutzen Sie einfach sich anbietende Gelegenheiten, Musik und Bewegung zu verbinden. Denken Sie sich zum Beispiel ein kleines Lied aus, wenn Sie Ihr Kind anziehen, oder veranstalten Sie im Kinderzimmer eine spontane Tanzparty. Das macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die Entwicklung Ihres Kleinkindes und schafft schöne Momente. Im Kontrast dazu sollten Sie die Zeit vor dem Bildschirm limitieren. Ihr Kleinkind möchte vielleicht fernsehen oder ein Videospiel spielen, vor allem dann, wenn ältere Geschwister das tun. Zu viel Konsum – auch wenn er nur passiv sein mag – könnte die kognitive Entwicklung verzögern. Ziehen Sie also lieber den Stecker und schwingen Sie das Tanzbein!

Kleine Leseratte

Auch ein 19 Monate altes Kleinkind hat schon eine Lieblingslektüre und holt diese vielleicht immer und immer wieder hervor und fordert Sie dazu auf, das Buch vorzulesen. Super! Währenddessen arbeitet das Gehirn Ihrer kleinen Leseratte auf Hochtouren. Stellen Sie dabei gern einige Fragen oder fügen Sie Gesten oder Geräusche hinzu. Bald schon könnte Ihr Kind die Worte mit Ihnen zusammen sprechen bzw. diese wiederholen. Wenn Sie oder Ihr Partner eine Fremdsprache sprechen, können Sie diese auch verwenden oder Sie lesen Ihrem Kind Bücher in dieser Sprache vor. Und machen Sie sich keine Sorgen, wenn es mit 19 Monaten beide Sprachen vermischt. Das ist völlig normal und irgendwann wird es lernen, sie getrennt voneinander zu verwenden.

Ernährung Ihres 19 Monate alten Kleinkinds

Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihr 19 Monate altes Kind von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mehr das isst, was gestern noch seine Leibspeise war.

Zu Tisch, bitte!

Bieten Sie auch einem pingeligen Esser weiterhin drei Hauptmahlzeiten und mindestens zwei Snacks pro Tag an. Wenn Ihr Kind eine Mahlzeit oder einen Snack auslässt, ist das auch in Ordnung, solange Sie nahrhafte und gesunde Lebensmittel zur Verfügung stellen. Lassen Sie Ihr Kleinkind ruhig selbst wählen, was und wie viel es essen möchte. Sie können das gemeinsame Essen auch dazu nutzen, Ihr Kleinkind langsam mit ein paar Tischmanieren bekannt zu machen. Erwarten Sie aber nicht zu viel, denn es muss zum Beispiel erst einmal den Umgang mit Besteck lernen. Und bis dahin wird viel auf dem Boden landen. Und auch das Sprechen mit vollem Mund begreift ein 19 Monate altes Kleinkind nicht unbedingt als schlechte Angewohnheit. Achten Sie aber immer darauf, dass Ihr kleiner Tischnachbar im Sitzen isst, da Essen beim Herumlaufen zum Ersticken führen könnte.

Ist das eine Lebensmittelallergie?

Gerade wenn es in Ihrer Familie schon jemanden gibt, der auf bestimmt Lebensmittel allergisch reagiert, machen Sie sich vielleicht Sorgen, ob Ihr Kind auch eine Nahrungsmittelallergie entwickeln könnte. Glücklicherweise ist diese Art der Allergie bei Kindern relativ selten. Nur vier bis sechs Prozent sind überhaupt betroffen. Für den Fall der Fälle ist es aber dennoch wichtig zu wissen, auf welche Anzeichen Sie achten sollten:

  • Reaktionen der Haut (Nesselsucht, Ausschlag oder Schwellungen)

  • Atembeschwerden (Niesen, Keuchen oder Engegefühl im Rachen)

  • Magenbeschwerden (Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall)

  • Durchblutungsstörungen (Blässe, Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit)

Schon kleinste Menge bestimmter Lebensmittel lösen diese Reaktionen aus. Das passiert häufig nach dem Genuss von:

  • Kuhmilch

  • Ei

  • Nüssen

  • Soja

  • Weizen

  • Fisch oder Meeresfrüchten

Oft haben Kinder keine echte Lebensmittelallergie, sondern stattdessen eine Lebensmittelintoleranz oder -überempfindlichkeit. Von einer echten Allergie spricht man erst, wenn die Reaktion vom körpereigenen Abwehrsystem ausgelöst wird. Einige Kinder haben eine sogenannte Laktoseintoleranz, was bedeutet, dass sie Schwierigkeiten haben, den natürlichen Zucker, der in Milchprodukten enthalten ist, zu verdauen. Dies kann zu Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen und weichem Stuhlgang führen. Sollten Sie nun vermuten, dass Ihr Kind allergisch bzw. besonders sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, besprechen Sie das mit Ihrem Kinderarzt. Mithilfe eines Bluttests, Hauttests und einem Ausschlussverfahren bestimmter Lebensmittel kann schlussendlich eine sichere Aussage darüber getroffen werden, was genau die Reaktionen hervorruft und was man dagegen tun kann.

Der Tagesablauf eines 19 Monate alten Kleinkinds

Der Tagesablauf eines 19 Monate alten Kleinkinds

Die Gesundheit Ihres Kleinkinds

Ob es mit Spielzeugklötzen etwas baut oder einen Ball wirft, das freie Spiel ist für die Entwicklung Ihres Kindes entscheidend, da es dabei viel lernt. Jede seiner Bewegungen, ob klein oder groß, sind entscheidende Schritte hin zu einer besseren Koordination, Muskelkontrolle, Balance und vieles mehr. Ermutigen Sie Ihr 19 Monate altes Kind dazu, aktiv zu sein, indem Sie sich selbst mit einbringen. Spiele wie z.B. Fangen können auch Erwachsenen noch sehr viel Spaß bereiten. Experten empfehlen, dass man Kleinkinder täglich mindestens 30 Minuten zu strukturierter körperlicher Aktivität anhalten soll – also Bewegung unter der Anleitung eines Erwachsenen. Das kann ein kleines Sportprogramm sein oder eine Art Tanzstunde. Daneben sollte Ihr Kind weitere 60 Minuten pro Tag mehr oder weniger tun und lassen dürfen, was es will. Die Hauptsache dabei ist, dass es in Bewegung bleibt und jemand ein wachsames Auge auf Ihr Kind hat. Das mag nach einer Menge Aktivität klingen, aber diese Mischung aus strukturiertem und unstrukturiertem Spiel gepaart mit Ruhephasen, trägt zu einer glücklichen und gesunden Entwicklung Ihres Kindes bei.

Wie Ihr 19 Monate altes Kleinkind schläft

Im Alter von 19 Monaten benötigt Ihr Kind etwa 12 bis 14 Stunden Schlaf pro Tag, wozu auch mindestens ein Mittagsschlaf gehört. Wenn Ihr Kleinkind schlecht einschläft, sich vielleicht sogar gegen das Schlafengehen wehrt, nachts viel aufwacht oder von Albträumen geplagt wird, könnte es hilfreich sein, noch einmal die Schlafgewohnheiten genauer unter die Lupe zu nehmen. Manchmal helfen auch schon diese kleinen Tipps und Tricks:

  • Kontinuität: Streben Sie an, dass Ihr Kleinkind jeden Abend zur gleichen Zeit zu Bett geht und jeden Morgen ungefähr um dieselbe Uhrzeit wieder aufsteht. Halten Sie sich auch beim Mittagsschlaf an einen konsistenten Zeitplan.

  • Gute-Nacht-Rituale: Führen Sie mindestens 30 Minuten vor dem Zubettgehen eine Art Schlafenszeit-Routine ein. Dazu kann gehören, dass Sie Ihr Kleinkind baden, ihm ein Buch vorlesen oder ein Schlaflied singen.

  • Kuscheltier: Erlauben Sie Ihrem Kind ein Sicherheitsobjekt, wie das Lieblingsplüschtier oder eine Kuscheldecke, mit ins Bett zu nehmen. Dies könnte gerade dann nützlich sein, wenn Ihr Liebling nicht durchschläft. Das Objekt vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und kann beim Wiedereinschlafen helfen.

  • Schlaf-Atmosphäre: Vielleicht stellen Sie nun nach 19 Monaten plötzlich fest, dass Ihr Kind mit etwas Licht viel besser schläft. Lassen Sie in dem Fall die Tür einen Spalt geöffnet oder besorgen Sie sich eine Nachtlampe. Das Schlafzimmer sollte immer ein ruhiger und kuscheliger Ort zum Wohlfühlen sein.

  • Ablegen: Wenn Sie Ihr Kind in sein Bettchen legen, achten Sie darauf, dass es sich in einem schläfrigen, aber dennoch wachen Zustand befinden. Das kann helfen, dieses wohlige Gefühl mit dem Einschlafen zu verbinden.

Falls in den letzten 19 Monaten immer wieder Schlafprobleme Ihren Alltag erschwerten, zögern Sie bitte nicht, Ihren Kinderarzt darauf anzusprechen bzw. sich Hilfe zu holen, damit schlechter Schlaf nicht zum Dauerthema wird.

Wie sich Ihr Leben verändert

Das Leben mit einem 19 Monate alten Kleinkind kann ganz schön anstrengend und chaotisch sein. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie gut auf sich achten. Ihr Kind fordert Sie in jeder Minute des Tages und das kostet viel Energie. Es ist also kein Wunder, falls Sie erschöpft sind. In solchen Momenten sollten Sie unbedingt Ihren Partner, ein Familienmitglied oder einen Babysitter einspannen, damit Sie sich auch etwas "Ich-Zeit" gönnen können. Sie werden sehen: Das wird Ihnen einen regelrechten Energie-Schub geben und Sie können danach wieder voll und ganz für Ihr Kind da sein.

In 19 Monaten kann sich vieles verändern. Treffen Sie sich mit anderen Eltern und organisieren Sie eine Spielverabredung für Ihr Kind. Es könnte Ihnen gut tun, sich auch mit anderen Eltern über Themen wie die nahende Trotzphase oder Trennungsängste auszutauschen und sich vielleicht auch den ein oder anderen Tipp holen.

Versuchen Sie Momente mit den Kleinen bewusst zu genießen, denn die Kleinen wachsen so schnell heran, dass man manchmal gar nicht hinterherkommt. Ihr ehemals so kleines Baby ist nun schon 19 Monate alt! Nutzen Sie sich anbietende Gelegenheiten, um gemeinsam zu tanzen, zu singen und zu spielen. Das macht nicht nur Spaß, sondern Sie fördern damit auch die Kreativität Ihres kleinen Lieblings!

Checkliste: Ihr 19 Monate altes Kleinkind

  • Lernen Sie ein paar Reime und Lieder. Auch Fingerspiele kommen gut an. Ihr Kind wird es lieben, zusammen mit Ihnen zu reimen und zu singen.

  • 19 Monate im Dauereinsatz hinterlässt auch an Spielzeug Spuren: Sortieren Sie kaputte Sachen aus – besonderes die, die durch Absplitterungen scharfe Kanten haben, an denen Ihr Kind sich verletzen könnte.

  • Ein Wachstumsschub reicht und Ihr 19 Monate altes Kleinkind ist kurz davor, aus seinem Gitterbettchen herauszuklettern. Es ist also langsam an der Zeit für ein Kinderbett. Dabei kommt es nicht nur auf das Aussehen an. Vor allem muss es praktisch und für Ihr Kind sicher sein.

  • Wenn Sie viel mit Ihrem Kleinkind unterwegs sind, ist es eine Überlegung wert, sich einen kompakten Buggy, der möglichst wenig Gewicht hat, zuzulegen. Achten Sie dabei darauf, dass er sich leicht zusammenklappen und ggf. im Kofferraum Ihres Autos verstauen lässt.