Fingerspiel mit Baby

Fingerspiele sind bei Babys und Kleinkindern sehr beliebt! Ob beim Aufwachen, vor dem gemeinsamen Essen, beim Wickeln, vor dem Zu-Bett-Gehen oder zum Tränentrocknen, Fingerspiele sind immer eine schöne Beschäftigung für Sie und Ihren kleinen Liebling und zaubern Ihrem Kind ganz bestimmt ein Lächeln ins Gesicht.

Fingerspiele fördern die Entwicklung

Fingerspiele, Kinderreime und einfache, sich wiederholende Lieder fördern die Entwicklung des Sprach- und Erinnerungsvermögens Ihres Kindes. Es lernt dabei, verschiedene Klänge voneinander zu unterscheiden und Sprachmuster zu identifizieren. Dies sind Fähigkeiten, die für die Sprachentwicklung und für das spätere Lesenlernen wichtig sind. Während Sie Fingerreime aufsagen und sich dazu entsprechend bewegen, z.B. indem Sie mit Ihren Fingern die Bewegungen eines Tieres nachahmen, lernt Ihr Baby, gewisse Wörter bestimmten Handlungen und Bedeutungen zuzuordnen. Es wird anfangen, die Fingerbewegungen vorauszuahnen und diese irgendwann auch nachzuahmen. So unterstützen Fingerspiele ganz nebenbei die Feinmotorik und regen überdies die Fantasie an. Auch stimulieren sie die Sinne, die Gehirnentwicklung und erfordern ein gewisses Maß an Konzentration. Fingerspiele fördern die Entwicklung Ihres Kindes und machen vor allem sehr viel Spaß!

Tierische Fingerspiele

In fast jedem Kinderzimmer lässt sich ein kleiner Kuschelhase oder Teddybär finden. Denn die meisten Kinder lieben Tiere und sind von ihnen fasziniert. Daher kann es sehr gut sein, dass auch Ihr kleiner Schatz ganz aufmerksam zuhört, wenn Sie Tierlaute imitieren.

Kommt ein Mäuschen

„Kommt ein Mäuschen, baut ein Häuschen. Kommt ein Mückchen, baut ein Brückchen. Kommt ein Floh, der macht so!“

Die Fingerbewegung:

Beginnen Sie, indem Sie die Mäuseschritte mit Ihren Fingern nachahmen und dann ein imaginäres Dach formen. Bei „Kommt ein Mückchen“, formen Sie Kreise in der Luft und machen ein surrendes Geräusch. Bilden Sie dann bei „baut ein Brückchen“ eine Brücke, indem Sie die Hand des Kindes auf Ihre Schulter legen. Krabbeln Sie mit zwei Fingern von der Hand des Kindes bis zu seiner Schulter. Bei „kommt der Floh, der macht so“, kitzeln Sie das Kind spielerisch mit den Fingerspitzen am Körper.

Igel Isidor

„Des Nachts geht Igel Isidor spazieren durch das Gartentor. Da kommt die schwarze Katze und haut ihn mit der Tatze. Isidor nimmt das nicht in Kauf und richtet seine Stacheln auf. Aua, maunzt die Katze und leckt sich ihre Tatze. Isidor aber, schlauer Wicht, tippelt ganz schnell außer Sicht.“ Die Fingerbewegung: Das ist Ihr Igel: Bilden Sie mit der rechten Hand eine Faust und strecken Sie den Daumen aus. Lassen Sie diesen durchs Gartentor spazieren, indem Sie die Faust vor sich her bewegen. Ihre linke Hand ist die Katze, die sanft bei „haut ihm die Tatze“ auf Ihre rechte Hand klatscht. Der Igel stellt nun seine Stacheln auf, indem Sie die Finger der rechten Hand langsam nacheinander nach oben strecken, bis die Hand ganz geöffnet ist. Formen Sie die linke Hand wieder zu einer Katze und spielen Sie mit ihren Fingern das Lecken der Katzentatze nach. Bilden Sie mit der rechten Hand wieder einen Igel wie oben beschrieben und lassen Sie diesen hinter Ihren Rücken wandern, während Sie die letzte Zeile des Fingerspiels aufsagen.

Die Mücke

„Schau, die Mücke, summ, summ, summ. Sie fliegt um deinen Kopf herum. Sie fühlt sich so bei dir Zuhaus und ruht sich auf der Nase aus.“

Die Fingerbewegung:

Bei diesem Fingerspiel lassen Sie Ihre Finger um den Kopf Ihres Kindes kreisen. Nacheinander landet die Mücke auf dem Arm, dem Bauch, dem Bein, dem Knie etc. und ruht sich am Ende auf der Nase Ihres Lieblings aus.

Mit Fingerspielen durch die Jahreszeiten

Bringen Sie Ihrem Kind die unterschiedlichen Jahreszeiten und ihre Eigenschaften durch Fingerspiele näher.

Fingerspiel: Frühling

„Liebe Kinder, wisst Ihr was? Jetzt wird´s Frühling - das macht Spaß! Auf der Wiese wächst neues Gras, Frühlingsregen macht uns nass.

Hin und wieder gibt es Sonnenschein, da wachsen auch die Blümlein. Die Vögel zwitschern durch die Luft, erste Schmetterlinge sind verzaubert vom Blumenduft.

Knospen springen auf und die Bienen fliegen gleich darauf. Nun Kinder wisst Ihr das! Wir haben Frühling – das macht Spaß.“

Die Fingerbewegung: Bei diesem Fingerspiel führen Sie zu jeder Zeile eine andere Handbewegung aus. Machen Sie eine fragende Geste bei „Liebe Kinder, wisst ihr was?“ und klatschen Sie fröhlich in die Hände zum Stichwort „Spaß“. Lassen Sie das Gras wachsen, indem Sie die Handinnenflächen nach oben drehen und mit den Fingern zappeln. Mit der umgedrehten Bewegung lassen Sie es auf Ihren Kopf regnen.

Die Sonne formen Sie, indem Sie Ihre Arme mit ausgestreckten Fingern nach oben heben. Der Zeigefinger bewegt sich Stück für Stück nach oben und symbolisiert so die wachsenden Blumen. Zeigen Sie mit dem Finger auf die zwitschernden Vögel in der Luft und formen Sie einen Schmetterling, indem Sie die Daumen eng aneinanderlegen und Ihre Handinnenflächen auf und ab bewegen. Ballen Sie am Anfang der letzten Strophe Ihre Faust zu einer Knospe, öffnen Sie diese langsam und lassen Sie mit dem Zeigefinger der anderen Hand eine Biene darauf landen. Bei „Spaß“ klatschen Sie noch einmal kräftig in die Hände.

Fingerspiel: Sommer

„Sonne, Strand, Meer, Muscheln und viel mehr. Das gibt‘s vor allem in der Sommerzeit – seid ihr auch bereit?“

Die Fingerbewegung:

Malen Sie mit beiden Händen eine Sonne in die Luft. Mit gespreizten Fingern zeichnen Sie dann eine gerade Strandfläche. Machen Sie eine Wellenbewegung, formen Sie eine Muschel und machen Sie zum Schluss dieses Fingerspiels eine einladende Handbewegung.

Fingerspiel: Herbst

„Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf, der bringt sie nach Haus und der winzig Kleine isst sie alle auf.“

Die Fingerbewegung:

Zeigen Sie Ihrem Baby nacheinander alle beschriebenen Finger und lassen Sie diese am Schluss wild zappeln. Begonnen wird mit dem Daumen, dann folgt der Zeigefinger, der Mittelfinger, der Ringfinger und ganz zum Schluss der kleine Finger. Alternativ könnten Sie die entsprechenden Finger auch an der Hand Ihres Kindes zeigen und diese am Ende vorsichtig ausstreichen.

Fingerspiel: Winter

„Schnee, Schnee, Flöckchen fällt auf meine Söckchen. Meine Söckchen werden nass. Flöckchen, Flöckchen, was ist das?“

Die Fingerbewegung:

Setzen Sie sich auf den Boden und lassen Sie langsam Schneeflocken auf Ihre Füße rieseln, indem Sie die Finger von oben auf Ihre Zehenspitzen zappeln lassen. Zucken Sie am Ende des Reims fragend mit den Schultern und halten Sie dabei die Hände hoch.

Fingerspiele für besondere Anlässe

Auch auf besondere Anlässe wie Weihnachten oder Fasching können Sie Ihren Liebling mit Fingerspielen vorbereiten.

Fingerspiel: Weihnachten

„Das ist der erste Weihnachtswichtel. Der knipst das Licht an im Raum.

Das ist der zweite Weihnachtswichtel. Der schleppt herein den Weihnachtsbaum.

Das ist der dritte Weihnachtswichtel. Der trägt die bunten Kugeln heran. Das ist der vierte Weihnachtswichtel. Der bringt die Kerzen an.

Der fünfte Weihnachtswichtel zeigt ganz schnell, wie er mit dem Glöckchen läuten kann.

Dann freuen sich alle und zappeln los! Weihnachten feiern sie ganz groß!“ Die Fingerbewegung: Führen Sie den ersten Weihnachtswichtel ein, indem Sie Ihren Daumen hoch zeigen und damit wackeln. Betätigen Sie dann einen imaginären Lichtschalter, bevor Sie Ihren Zeigefinger (den zweiten Wichtel) heben. Tun Sie nun so, als würden Sie über Ihrer Schulter etwas Schweres nach sich ziehen. Der dritte Weihnachtswichtel ist Ihr Mittelfinger, mit dem Sie auch wild wackeln. Im Anschluss formen Sie mit beiden Händen eine Kugel. Der vierte Wichtel bzw. Ihr Ringfinger ist als nächstes an der Reihe und der ausgestreckte Zeigefinger Ihrer anderen Hand dient als Kerze. Der kleine Finger vervollständigt die Wichtel-Freunde. Tun Sie am Schluss so, als würden Sie kleine Glöckchen zum Klingen bringen. Lassen Sie dann alle Finger gleichzeitig zappeln.

Fingerspiel: Fasching

„Fünf Gespenster hocken vor dem Fenster. Das erste schreit: Haaaa. Das zweite schreit: Heeee. Das dritte schreit: Hiiii. Das vierte schreit: Hoooo. Das fünfte schreit: Huuuu. Und was machst du?“ Die Fingerbewegung: Fingerspiele unterstützen auch die Sprachförderung. Dieser sehr lautmalerische Fingerreim könnte schon Kindern ab dem 12. Lebensmonat viel Spaß bereiten, denn sie können die Laute „Haaaa, Heeee, Hiiii, Hoooo, Huuuu“ sehr wahrscheinlich schon nachsagen. Erwecken Sie die fünf Geister zum Leben: Fangen Sie mit dem Daumen an und wackeln Sie nacheinander mit allen anderen Fingern. Bei „Was machst du?“ zeigen Sie auf Ihr Kind. Eine lustige Ergänzung: Verkleiden Sie Ihre Finger mit weißem Stoff oder einem Papiertaschentuch als Gespenster.

Fingerspiel: Nikolaus

„Hallo, lieber Nikolaus Gehst Du wieder von Haus zu Haus?

Ja, ich verteile Geschenke an die Kinder.

Das ist aber lieb von dir!

Ja, ich weiß. Die Kinder sind ja auch sehr lieb.

Hast du uns denn heute auch was mitgebracht?

Aber klar. Für jedes Kind habe ich einen Apfel mitgebracht. Bitte schön. So, Ihr Lieben, ich muss nun gehen, denn die anderen Kinder wollen mich auch noch sehen.“ Die Fingerbewegung: Halten Sie für dieses Fingerspiel einen Apfel bereit und verkleiden Sie Ihren Zeigefinger als Nikolaus. Sie können ihm dafür eine kleine rote Mütze aufsetzen oder die Fingerkuppe einfach mit roter Farbe bemalen. Winken Sie mit der anderen Hand zur Begrüßung dem Nikolaus-Finger zu. Bei „Ja, ich verteile Geschenke“ lassen Sie ihn nicken, d. h. Sie beugen den Finger und richten ihn wieder auf. Sprechen Sie im weiteren Verlauf zu Ihrem Nikolaus und lassen Sie ihn nickend antworten. Den Apfel überreichen Sie am Ende Ihrem Kind und winken ihm zum Abschied zu.

Fingerspiele für Kleinkinder

Wenn Ihr Kind schon älter ist, können Sie es auch zum Mitmachen animieren. Das erfordert viel Konzentration und Koordinationsfähigkeit und kann Ihrem Kind so dabei helfen, sich zu fokussieren.

Zehn kleine Zappelmänner

„Zehn kleine Zappelmänner zappeln hin und her. Zehn kleinen Zappelmännern fällt das gar nicht schwer.

Zehn kleine Zappelmänner zappeln auf und nieder. Zehn kleine Zappelmänner tun das immer wieder.

Zehn kleine Zappelmänner zappeln ringsherum, Zehn kleine Zappelmänner die sind gar nicht dumm.

Zehn kleine Zappelmänner spielen gern Versteck. Zehn kleine Zappelmänner sind auf einmal weg.

Zehn kleine Zappelmänner rufen laut Hurra. Zehn kleine Zappelmänner sind jetzt wieder da.“ Die Fingerbewegung: Zappeln Sie mit den Fingern beider Hände entsprechend der Textzeilen und verstecken Sie dann Ihre Hände hinter dem Rücken. Lassen Sie diese mit einem lauten „Hurra“ wieder auftauchen.

Himpelchen und Pimpelchen

„Himpelchen und Pimpelchen, die stiegen auf einen Berg. Himpelchen war ein Heinzelmann und Pimpelchen war ein Zwerg. Sie blieben lange dort oben sitzen und wackelten mit ihren Zipfelmützen. Doch nach fünfundsiebzig Wochen sind sie in den Berg gekrochen, schlafen dort in guter Ruh. Seid mal still und hört gut zu! Chrrchrr, chrrchrr...“ Die Fingerbewegung: Bewegen Sie abwechselnd die Daumen nach oben, um Himpelchen und Pimpelchen wie im Text beschrieben nach oben auf den Berg steigen zu lassen. Bei „wackelten mit ihren Zipfelmützen“ können Sie mit den Händen eine Mütze über Ihrem Kopf andeuten und Ihren Kopf leicht hin und her bewegen. Um zu zeigen, wie Himpelchen und Pimpelchen in den Berg kriechen, lassen Sie Ihre Daumen in Ihren Fäusten verschwinden. Legen Sie dann Ihren Zeigefinger auf den Mund und ahmen Sie Schnarchgeräusche nach.

Finger-Vögel

„Alle meine Fingerlein wollen heute Vögel sein. Sie fliegen hoch, sie fliegen nieder, sie fliegen fort, sie kommen wieder. Sie bauen sich im Wald ein Nest; dort schlafen sie dann tief und fest.“ Die Fingerbewegung: Imitieren Sie mit beiden Händen die Flugbewegungen der Vögel, indem Sie Ihre Finger zappeln lassen und diese von Ihrem Körper weg bzw. hin bewegen. Das Nest bauen die Vögel in den Haaren Ihres Kindes. Platzieren Sie dafür Ihre Finger auf dem Kopf Ihres Kindes. Kraulen Sie anfangs die Kopfhaut mit den Fingerspitzen und lassen Sie diese Bewegung immer weniger werden bis Sie am Schluss nur noch leicht über die Haare streichen.

U-3 Fingerspiele

Bereits in den ersten Lebenswochen beginnen Säuglinge mit Ihren Händen zu spielen. Zeigen Sie Ihrem Baby, was man mit seinen Fingern alles machen kann. Für die Allerkleinsten eignen sich Fingerreime, die mit streichenden Bewegungen verbunden werden, besonders gut.

Kommt ein Floh

„Kommt 'ne Maus, geht ins Haus.

Kommt 'ne Katze, macht 'ne Fratze.

Kommt ein Bär, brummt so sehr.

Kommt ein Floh, der macht so.“ Die Fingerbewegung: Bei jedem „Kommt“ können Sie mit dem Zeige- und Mittelfinger über die Beine und Arme Ihres Babys laufen. Machen Sie dabei die Tierlaute nach. Der Floh kitzelt Ihren kleinen Liebling am Ende sanft am Bauch oder unter dem Kinn.

Mäusebesuch

„Kommt ein Mäuschen übers Häuschen. Wo will es rasten? In … (Name Ihres Kindes) Herzkasten.“

Die Fingerbewegung:

Laufen Sie mit den Fingern über den Bauch Ihres Babys oder von den Füßen aufwärts über den ganzen Körper. Kitzeln Sie Ihr Baby am Schluss in der Herzgegend.

Hasen-Nasen-Kuss

„Kommt ein kleines Häschen, das gibt deinem Näschen mit viel Genuss einen Hasen-Nasen-Kuss.“

Die Fingerbewegung:

Wandern Sie mit Ihren Fingern über den Bauch bis hin zum Kinn Ihres Babys. Kitzeln Sie es dort sanft und reiben Sie beim Stichwort „Hasen-Nasen-Kuss“ Ihre Nasenspitze an der Ihres Lieblings.

Ihr Kind wird die Aufmerksamkeit lieben, die Sie ihm während der Fingerspiele entgegenbringen. Mit Fingerspielern können Sie nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Bindung zu ihrem Kind fördern. Für ältere Kinder könnten Fingerspiele zum Beispiel vor dem Essen zu einem festen Ritual werden und so Ihr Familienleben bereichern.