U1-Untersuchung
Wann?Was wird untersucht?
direkt nach der Entbindung
  • Aussehen und allgemeiner Zustand
  • Atmung und Puls 
  • Muskelbewegung
  • Reflexe (Reaktion auf Reize) 
  • ph-Wert im Blut (Entnahme aus Nabelschnur)
  • Messen und wiegen

 

Es ist ein kleines Wunder, wenn ein Kind das Licht der Welt erblickt – und auch ganz schön anstrengend. Direkt nach der Geburt wird kontrolliert, ob es der Mutter und dem Baby gutgeht. Die erste Untersuchung eines Neugeborenen nennt man U1.

Was ist die U1-Untersuchung?

Die U1 ist die erste ärztliche Untersuchung deines Babys. Die Neugeborenenuntersuchung konzentriert sich in der Regel auf die Atmung, die Herzfunktion, die Reflexe, das Gewicht und die Größe. Direkt nach der U1-Untersuchung wird dir dein:e Geburtshelfer:in wahrscheinlich sagen können, ob alles mit deinem kleinen Wunder in Ordnung ist.

Bis zum sechsten Lebensjahr wird es mehrere dieser sogenannten U-Untersuchungen (Vorsorgeuntersuchungen oder auch kurz U genannt) geben. Dabei wird die allgemeine Entwicklung deines Kindes beurteilt: Größe, Gewicht, körperliche und geistige Fähigkeiten und Reaktionen. Hierfür gibt es für jedes Alter ganz unterschiedliche Untersuchungsmethoden.

Genau wie direkt nach der Geburt wird bei allen anderen Vorsorgeuntersuchungen auch ein allgemeiner Gesundheitscheck durchgeführt. Der Kinderarzt/die Kinderärztin untersucht dein Baby auf Anzeichen bestimmter Krankheiten, um diese im Zweifel rechtzeitig behandeln zu können. Außerdem erhältst du wertvolle Information und Tipps und kannst zudem Probleme und Sorgen diskutieren.

Die Ergebnisse der jeweiligen U-Untersuchungen werden umgehend mit dir besprochen und im gelben Kinder-Untersuchungsheft notiert. Dieses erhältst du nach der Geburt und es muss gut aufbewahrt werden. Insgesamt wird es nämlich in den nächsten sechs Jahren zehn solcher Vorsorgeuntersuchungen geben. Die Kosten für die Erstuntersuchung sowie für alle darauffolgenden U-Untersuchungen werden von deiner Krankenkasse übernommen.

Die U-Untersuchungen solltest du zu einem Pflicht-Termin machen, denn dabei wird der Entwicklungsstand deines Kindes dokumentiert und du erhältst wertvolle Tipps zur Pflege, Ernährung oder Förderung deines Lieblings. Daher gibt es in vielen deutschen Bundesländern ein Melde- und Erinnerungswesen, welches Eltern zusätzlich regelmäßig auf diesen wichtigen Termin hinweist.

Das Kinder-Untersuchungsheft

Das Kinder-Untersuchungsheft – oder auch kurz gelbes Heft genannt – wird dich in den nächsten Jahren begleiten. Darin werden von den Ärzt:innen sowie teilweise Hebammen und Entbindungspflegern alle Untersuchungsergebnisse der U1 bis U9 festgehalten.

Bewahre das Untersuchungsheft gut auf, denn es dokumentiert die gesundheitliche Entwicklung deines Kindes. Solltest du das gelbe Heft dennoch verlieren, kann es dir erneut in der Kinderarztpraxis ausgehändigt werden.

Alles, was im Heft steht, wird selbstverständlich vertraulich behandelt. Daher befindet sich in dem Büchlein eine herausnehmbare Karte, die lediglich die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen bestätigt und keine weiteren Informationen über dein Kind preisgibt.

Sollte es nötig sein, kannst du diese Karte z. B. bei Behörden, Kindertagesstätten, Schulen oder Jugendämtern vorzeigen.

Alle gesetzlichen (und viele private) Krankenversicherungen bieten das gelbe Heft auch in elektronischer Form (eU-Heft) an. Nähere Informationen dazu erhältst du von deiner Krankenkasse.

Wann und wo findet die U1-Untersuchung statt?

Die zehn U-Untersuchungen im Kindesalter finden jeweils zu ganz bestimmten Zeitpunkten statt, denn manche Erkrankungen oder Fehlentwicklungen können nur innerhalb gewisser Zeitfenster rechtzeitig erkannt und somit erfolgreich behandelt werden.

Im gelben Untersuchungsheft wird ein Aufkleber angebracht, auf dem die konkreten Zeiträume stehen, an denen die Vorsorgeuntersuchungen für dein Kind stattfinden sollten. Die U1 wird unmittelbar nach der Entbindung vorgenommen.

Je nachdem, wo du dein Baby zur Welt gebracht hast, wird diese Untersuchung entweder auf der Geburtsstation eines Krankenhauses, im Geburtshaus oder zu Hause stattfinden. Jede Hebamme ist dazu berechtigt und ausgebildet, die U1 bei Neugeborenen durchzuführen. Solltest du also eine Hausgeburt planen, wirst du deshalb nicht auf diesen ersten wichtigen Check-up verzichten müssen.

Die nächste U-Untersuchung (U2) steht bereits nach drei Tagen, spätestens aber bis zum 10. Lebenstag an. Bis zum ersten Geburtstag deines Kindes folgen dann noch in der Regel vier weitere Doc-Checks:

U1direkt nach Geburt
U23.–10. Tag
U34.–5. Woche
U43.–4. Monat
U56.–7. Monat
U610.–12. Monat

 

Inhalt und Ablauf der U1-Untersuchung

Bei der U1-Untersuchung geht es vor allem darum, sofort nach der Entbindung den Zustand deines Neugeborenen zu kontrollieren, um im Zweifelsfall schnell agieren zu können. Dafür wird der sogenannte Agpar-Score ermittelt – eine Art Punktesystem, der die folgenden Körperfunktionen bewertet:

  • Atmung

  • Grundtonus (Muskelbewegung)

  • Puls

  • Aussehen (Hautfarbe)

  • Reflexe (Reaktion auf Reize)

Die Apgar-Untersuchung wird in der Regel nach der ersten Minute der Geburt und dann noch einmal nach etwa fünf und weiteren zehn Minuten durchgeführt.Die meisten Neugeborenen erreichen einen Apgar-Wert von mindestens 7 oder mehr. Wird der Wert nicht erreicht, folgen weitere Untersuchungen. Der Agpar-Score trifft keine Aussage über die Gesundheitsaussichten deines Babys in der Zukunft, sondern spiegelt lediglich den Ist-Zustand direkt nach der Geburt wider.

Um sicher zu sein, dass dein Neugeborenes während der Entbindung nicht an Sauerstoffmangel gelitten hat, wird ein wenig Blut aus der Nabelschnur entnommen und damit der pH-Wert (Säuregrad) bestimmt. Außerdem wird dein Baby noch gemessen und gewogen.

Danach habt ihr Zeit, ausführlich zu kuscheln. Dein Baby wird nach der langen, anstrengenden Reise wahrscheinlich auch hungrig sein. Nutze die U1 Untersuchung also gleich dazu, dich zum Thema Stillen oder anderen Ernährungsformen beraten zu lassen.

Auf was solltest du bei der U1-Untersuchung achten?

Noch während der Erstuntersuchung wirst du gefragt, ob du deinem Baby Vitamin K geben möchtest. Wahrscheinlich hat dich deine Hebamme, dein:e Gynäkologe/ Gynäkologin oder Geburtshelfer:in schon in den Tagen vor der Entbindung darüber aufgeklärt. Dieses Vitamin ist bei Neugeborenen oft nicht in ausreichender Menge vorhanden.

Ein Mangel kann zu einer erhöhten Blutungsneigung führen. Es wird daher empfohlen, drei Dosen Vitamin K einzunehmen. Diese werden bei den ersten drei U-Untersuchungen als Tropfen bereitgestellt. Die Vitamin-K-Gabe ist eine sehr sinnvolle Empfehlung, jedoch keine Pflicht und es wird erst nach Rücksprache mit dir damit begonnen.

Nach der Erstuntersuchung folgen in den nächsten Stunden und Tagen weitere Check-Ups:

  • 24.–48. Lebensstunde: Test auf angeborene Herzfehler

  • 36.–72. Lebensstunde: Bluttest, um Stoffwechselstörungen und Mukoviszidose auszuschließen

  • bis zur 72. Lebensstunde: Neugeborenen-Hörscreening

Der Hörtest kann besonders gut durchgeführt werden, wenn dein Baby gerade schläft. Dabei wird überprüft, ob die Ohren und das Nervensystem Geräusche und Töne wahrnehmen. Für die Blutabnahme reichen ein paar Tropfen, die aus der Ferse entnommen werden. Zu all diesen Untersuchungen erhältst du zeitnah eine Beratung und jeweils ein ausführliches Informationsblatt.

Direkt nach der Geburt wirst du aber sicherlich erst einmal erschöpft sein und die Zeit mit deinem Liebling genießen wollen. Solltest du allerdings Schmerzen haben oder glauben, dass etwas mit deinem Baby nicht in Ordnung ist, sag deinem/deiner Geburtshelfer:in umgehend Bescheid.

FAKTEN IM ÜBERBLICK

Bei der U1-Untersuchung geht es darum, den Zustand des Neugeborenen nach der Entbindung zu kontrollieren. Dabei werden die Atmung, der Puls, die Muskelbewegung, die Reflexe und das allgemeine äußere Erscheinungsbild begutachtet. Außerdem wird das Baby noch gemessen und gewogen.

Die erste Untersuchung deines Babys ist wichtig, um festzustellen, ob dein Liebling die Geburt gut überstanden hat und alles Nötige mitbringt, um sorglos und gut gerüstet ins Leben zu starten.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen, fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt bzw. deine Ärztin.