Pfefferminztee in der Schwangerschaft: Was du wissen solltest

Pfefferminztee in der Schwangerschaft ist ein beliebtes Hausmittel – doch nicht ganz ohne Risiko. Während gelegentlicher Konsum in der Regel unbedenklich ist, sollten Schwangere einige Punkte beachten, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Vorteile:

  • Linderung von Übelkeit, Juckreiz, Blähungen und Erkältungssymptomen

  • Unterstützt die Flüssigkeitszufuhr und sorgt für Entspannung

Risiken bei übermäßigem Konsum:

  • Regt möglicherweise die Gebärmutter an

  • Unklare Inhaltsstoffe bei nicht industriell hergestelltem Pfefferminztee

  • Kann Sodbrennen hervorrufen

  • Vorsicht bei Leberproblemen oder anderen Vorerkrankungen

In der Stillzeit wird Pfefferminztee oft nicht empfohlen, da er die Milchbildung hemmen kann.

Im weiteren Verlauf dieses Artikels erfährst du, worauf du in deiner Schwangerschaft achten solltest und wie du Pfefferminztee sicher genießen kannst.

Pfefferminze: Fakten und Wirkung des Heilkrauts

Die Pfefferminze (Mentha × piperita) gilt als eines der ältesten bekannten Heilkräuter. Man konnte in 10.000 Jahren alten Ausgrabungen Spuren davon finden. Heute geht man davon aus, dass die uns allgemein bekannte Pfefferminze aus einer natürlichen Kreuzung von Grüner Minze und Bachminze entstanden ist. Ursprünglich stammt die Pfefferminze aus dem gemäßigten Klima Eurasiens und Afrikas; heute ist sie fast weltweit verbreitet.

Sie ist ein robustes, winterhartes und mehrjähriges Gewächs, das im Frühjahr zuverlässig neu austreibt. Pfefferminze erreicht eine Wuchshöhe von rund 45 cm und kann bis zu einem Meter in die Breite wachsen. Sie liebt einen leicht sonnigen oder halbschattigen Platz mit nährstoffreicher Erde und ist eine sehr dankbare Pflanze mit Heilwirkung für den Garten. Du kannst sie jedoch auch beliebig stutzen und auf deinem Balkon oder in einem Kräutertopf direkt in deiner Küche platzieren.

Die Blätter der Pfefferminze sind meist hell- bis mittelgrün, manche Sorten zeigen sogar eine leichte lila Färbung. Von Juli bis Mitte September kannst du ihre zarten Blüten bewundern – doch vor allem die intensiv nach Minze duftenden Blätter sind wertvoll: Sie werden wegen ihres Geschmacks und ihrer heilenden Wirkung für Teeaufgüsse verwendet oder oft auch zusammen mit den Blüten zu ätherischem Öl verarbeitet. Pfefferminze wirkt

  • krampflösend

  • verdauungsfördernd

  • anregend

  • und besitzt sogar antibiotische Eigenschaften.

Wenn du dir einen Tee aus Pfefferminze selbst zubereiten möchtest, gieße einfach siedend heißes (nicht mehr kochendes) Wasser über die frischen oder getrockneten Blätter. Lasse den Tee etwa 5 Minuten zugedeckt ziehen, damit die wertvollen ätherischen Öle nicht entweichen.

  • Botanischer Name: Mentha × piperita
  • Herkunft: Eurasien & Afrika, heute fast weltweit
  • Wuchs: ca. 45 cm hoch, bis 1 m breit
  • Blätter: meist hell- bis mittelgrün, minzig duftend
  • Blüte: Juli–September
  • Standort: halbschattig, nährstoffreiche Erde, winterhart
  • Wirkung: u. a. krampflösend, verdauungsfördernd, anregend
  • Verarbeitung: Tee, ätherisches Öl

Darf man Pfefferminztee in der Schwangerschaft trinken?

In deiner Schwangerschaft kann eine Tasse Tee beruhigend wirken – gerade in einer Zeit, in der dein Körper auf Hochtouren arbeitet.

Pfefferminztee & Co.: Das musst du in deiner Schwangerschaft beachten

Tee ist nicht gleich Tee: So wird etwa davon abgeraten, zu viel schwarzen oder grünen Tee zu trinken. Er enthält Koffein, das in der Schwangerschaft nur in Maßen genossen werden sollte.

Kräutertees, zu denen auch der Pfefferminztee zählt, gelten hingegen allgemein für Schwangere als gut verträglich. Wie bei allen anderen Lebensmitteln und Getränken können aber auch hier die enthaltenden Stoffe die Plazenta passieren und dein ungeborenes Baby erreichen.

Auch wenn Pfefferminztee eigentlich auf natürlichen Zutaten basiert, heißt das nicht unbedingt, dass alle Inhaltsstoffe sicher für dich und dein Baby sind. Die Mengen an enthaltenen Wirkstoffen können stark schwanken. Zudem können Kräutertees Inhaltsstoffe enthalten, die nicht auf dem Etikett aufgeführt sind. In der Schwangerschaft ist also immer Vorsicht geboten.

Besonders in der Frühschwangerschaft wird meist davon abgeraten, zu große Mengen Pfefferminztee zu trinken, da er bei einigen Expert:innen im Verruf steht, die Gebärmutter anzuregen und im allerschlimmsten Fall Wehen auszulösen. Wissenschaftlich konnte dies jedoch noch nicht belegt werden.

Praktische Tipps für den sicheren Genuss

Wie bei so vielem gilt auch in der Schwangerschaft: alles in Maßen! Auf Pfefferminztee musst du generell nicht verzichten. Wenn du auf die folgenden Dinge achtest, kannst du auch weiterhin dieses leckere und erfrischende Getränk genießen:

  • Vorsicht bei nicht industriell hergestellten Tees. Selbstgemischte oder lose Kräutertees können Stoffe enthalten, die nicht klar deklariert sind. Das erhöht das Risiko von unerwünschten Wirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten, die du während deiner Schwangerschaft zu dir nimmst.

  • Süßholz meiden. Der in manchen Tees enthaltene Süßstoff Glycyrrhizin kann die Plazenta für das Hormon Cortisol durchlässiger machen. Dieser Stoff könnte unter Umständen eine negative Wirkung auf die körperliche und geistige Entwicklung deines Kindes haben und deinen Blutdruck erhöhen. Achte daher auf der Pfefferminztee-Verpackung auf entsprechende Angaben.

  • Pfefferminztee in Maßen trinken. Bei dauerhaft zu hohem Konsum kann Pfefferminztee nicht nur in der Schwangerschaft zu Übelkeit, Magenbeschwerden oder allergischen Reaktionen führen. Greife also nicht ausschließlich zu einer Tee-Sorte, sondern variiere deine Getränkeauswahl.

  • Rücksprache mit ärztlichem Fachpersonal. Bei Gallenproblemen oder Leberschäden solltest du Pfefferminztee nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt trinken.

Pfefferminztee ist auch in der Schwangerschaft wohltuend und unterstützend – vorausgesetzt, du trinkst ihn bewusst und nicht zu viel davon.

Pfefferminztee kann in der Schwangerschaft wohltuend sein, sollte aber vor allem in der Frühschwangerschaft nicht in zu großen Mengen konsumiert werden. Achte auf die Inhaltsangabe auf der Verpackung, vermeide Süßholz und sprich bei Unsicherheiten oder Vorerkrankungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

 

Positive Wirkung von Pfefferminze in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändert sich viel für dich: Dein Körper stellt sich auf die neuen Umstände ein und du bereitest dich emotional auf das Muttersein vor. Manche Frauen haben zudem mit mehr oder weniger schweren Schwangerschaftsbeschwerden zu tun.

Da einige Medikamente in dieser Zeit nur eingeschränkt oder gar nicht eingenommen werden dürfen, bieten sich sanfte Alternativen wie Tee an. Besonders beliebt ist darunter auch Pfefferminztee.

Neben seiner erfrischenden Wirkung dank des kühlenden Menthols bringt er eine Vielzahl hilfreicher Eigenschaften mit sich:

  • Gesunder Flüssigkeitslieferant: Während der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen, der Körper bildet Fruchtwasser, zusätzliches Wasser lagert sich im Gewebe an und der Flüssigkeitsbedarf steigt. Um dich und dein Baby optimal zu versorgen, solltest du viel trinken – mindestens 1,5 Liter, besser sogar 2 bis 3 Liter am Tag. Gesund sind Wasser, aber auch Getränke wie ungesüßter Pfefferminztee, andere Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Säfte.

  • Hilfe bei Übelkeit: Morgendliche Übelkeit bis zum Erbrechen sind typische Begleiterscheinungen der Frühschwangerschaft. Das Unwohlsein beginnt meist schon zwischen der 2. und 4. Schwangerschaftswoche und kann bis zum Beginn des 2. Trimesters andauern. Bei Übelkeit schwören einige Frauen auf Pfefferminztee, der in kleinen Schlucken gleich morgens getrunken werden sollte.

  • Gegen lästige Blähungen: Die meisten schwangeren Frauen geben es nur ungern zu, dabei gehören Blähungen aber zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Pfefferminze – als Tee oder ätherisches Öl angewendet – kann für Linderung sorgen.

  • Behandlung von Erkältungskrankheiten: Pfefferminze besitzt eine schleimlösende und antibakterielle Wirkung, die sich Schwangere bei einer Erkältung zunutze machen können. Ein Minze-Dampfbad etwa wirkt beruhigend bei Halsschmerzen und kann festsitzenden Husten lösen.

  • Lindert Juckreiz: Juckreiz in der Schwangerschaft betrifft viele Frauen. Ursachen können die starke Dehnung der Haut am Bauch oder eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Pflegeprodukten sein. Durch ihre kühlende Wirkung kann Pfefferminze in Form kalter Umschläge wohltuende Kräfte entfalten.

  • Ritual der Entspannung: Einen kurzen Moment innezuhalten, die Füße hochzulegen und eine Tasse Minztee zu trinken, kann in der Schwangerschaft zu einem wertvollen Selbstfürsorge-Ritual werden und dein Wohlbefinden steigern.

Pfefferminze ist sicherlich nicht das Allheilmittel gegen alle Beschwerden in der Schwangerschaft, aber ist ein wertvoller Begleiter – erfrischend, entspannend und unterstützend bei kleinen Beschwerden.

Pfefferminztee kann in der Schwangerschaft wohltuende und sanfte Unterstützung bieten – ob zur Linderung von Übelkeit, Blähungen, Erkältungen oder Juckreiz. Dank seiner kühlenden, beruhigenden und antibakteriellen Eigenschaften eignet er sich ideal als begleitendes Hausmittel. Zudem trägt er zur Flüssigkeitsversorgung bei und kann als kleines Entspannungsritual deinen Alltag bereichern.

 

Unter Verdacht: Pfefferminztee in der Schwangerschaft

Pfefferminztee riecht intensiv und hinterlässt umgehend ein erfrischendes Gefühl. Es ist daher wenig verwunderlich, dass man ihn in einer so sensiblen Zeit wie der Schwangerschaft auf eine mögliche negative Wirkung hin etwas genauer unter die Lupe nimmt.

Im Folgenden findest du einige Nebenwirkungen und Gründe, warum manche Frauen in der Schwangerschaft lieber keinen Pfefferminztee trinken:

  • Der tägliche Verzehr von Pfefferminztee könnte in Kombination mit anderen Risikofaktoren die Produktion der Magensäure anregen und Sodbrennen begünstigen.

  • Besonders in der Frühschwangerschaft wird vorsichtshalber davon abgeraten, zu große Mengen Pfefferminztee zu trinken. Bei einigen Expert:innen hat er den Ruf, die Gebärmutter anzuregen und im allerschlimmsten Fall wehenfördernd zu wirken.

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in Tees Pyrrolizidinalkaloide (PA) gefunden. Das sind pflanzliche Gifte, die bei maschineller Ernte in den Tee gelangen können und die Leber schädigen. Besonders für Schwangere, Stillende und Kinder besteht ein erhöhtes Risiko. Daher gelten EU-weite Grenzwerte.

Gehe auf Nummer sicher und informiere dich immer zuerst bei deiner Gynäkologin / deinem Gynäkologen und halte dich an ein gesundes Maß von etwa zwei Tassen Minztee täglich.

Allgemein gilt Pfefferminztee in der Schwangerschaft als ungefährlich. Dennoch können einige Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden. Konsultiere also immer deine Frauenarztpraxis und informiere dich dort ausführlich, wie viel Pfefferminztee in deinem Fall angebracht ist.

 

Pfefferminztee und Stillen: Geht das?

Auch während der Stillzeit spielt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr eine wichtige Rolle. Stillende Frauen sollten etwa 400 ml mehr Flüssigkeit täglich zu sich nehmen. Dies kann sowohl über Getränke als auch über wasserhaltige Lebensmittel erfolgen. Kräutertees gelten in der Stillzeit grundsätzlich als unbedenklich, dennoch sollten stillende Mütter aufmerksam bleiben: Wenn nach dem Konsum von Pfefferminztee ungewöhnliche Reaktionen bei deinem Baby auftreten, ist es ratsam, deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme zu konsultieren.

Einige Kräuter, wie Fenchelsamen oder Bockshornklee, werden häufig in sogenannten Stilltees verwendet, da ihnen eine milchfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Wissenschaftlich belegt ist dieser Effekt jedoch nicht. Vielmehr geht man davon aus, dass der Nutzen solcher Tees hauptsächlich auf einem Placeboeffekt beruht oder schlicht darauf, dass durch den Konsum mehr Flüssigkeit aufgenommen wird – was wiederum die Milchbildung unterstützt.

Einen gegenteiligen Effekt kann man bei Pfefferminztee beobachten. Bei einer übermäßigen Milchproduktion oder zum gezielten Abstillen können Salbei- und Pfefferminze hilfreich sein, da sie die Milchbildung hemmen. Diese Tees sollten in der Stillzeit jedoch nur gezielt und in kleinen Mengen eingesetzt werden, da ihre Wirkung individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Hebammen empfehlen hier meist nur eine Tasse pro Tag, langsam und über mehrere Stunden verteilt zu trinken.

Pfefferminztee kann in der Stillzeit die Milchproduktion hemmen und sollte deshalb nur gezielt und in kleinen Mengen (ca. 1 Tasse pro Tag) getrunken werden. Bei ungewöhnlichen Reaktionen des Babys nach dem Konsum hole dir Rat in deiner Kinderarztpraxis.

 

Fakten im Überblick

In der Schwangerschaft sind etwa ein bis zwei Tassen Pfefferminztee ideal. Wichtig ist, auf hochwertige Produkte ohne Süßholz zurückzugreifen und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einzuholen.

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