Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen in der Schwangerschaft

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10.04.19
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Was ist Sodbrennen und wodurch wird es in der Schwangerschaft ausgelöst?

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit. Etwa ein Viertel aller Schwangeren wird jeden Tag davon heimgesucht. Wie intensiv das Sodbrennen empfunden wird, ist dabei sehr individuell. Doch was genau ist Sodbrennen überhaupt und wodurch wird es ausgelöst?

Als Sodbrennen bezeichnet man ein, von vielen als sehr unangenehm wahrgenommenes, beißendes brennendes Gefühl im Brust- und Halsbereich. Es wird durch das Aufsteigen von Magensäure verursacht, wenn der Schließmuskel (Sphinkter) zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig arbeitet. Diesen Rückfluss bezeichnet man häufig auch als Reflux.

In der Schwangerschaft tritt Sodbrennen häufiger auf. Der Körper produziert nun mehr von den Hormonen Progesteron und Östrogen. Diese lockern die Muskulatur der Schwangeren, damit es nicht zu vorzeitigen Wehen kommt. Dabei werden allerdings auch die anderen Muskeln im Körper „entspannt“, so auch der Sphinkter, weshalb es zum Reflux kommt.

Zudem verlangsamt sich die Entleerung des Magens während der Schwangerschaft - und das vor allem im dritten Trimester. Die wachsende Gebärmutter und das Baby darin üben zunehmend Druck auf den Magen aus. Dass die Nahrung nun länger im Magen bleibt, begünstigt den Reflux noch zusätzlich.

Sodbrennen in der Schwangerschaft kann sich durch viele Symptome und Begleiterscheinungen äußern. Manche spüren einen Druck im Oberbauch, andere stoßen Luft auf oder schmecken den Rückfluss von Magensäure im Mund. Auch nehmen Betroffene das Sodbrennen als Beschwerden im Hals oder Übelkeit wahr. Andere können nachts deswegen oft kein Auge zu tun.

Versuchen Sie es nicht so schwer zu nehmen, falls Sie betroffen sein sollten. Nach Ihrer Schwangerschaft wird sich dieses Problem von ganz allein wieder lösen. Aber auch jetzt gibt es schon einige Hilfsmittel und Tipps gegen das Sodbrennen.

Worum geht es in diesem Artikel?

Was ist Sodbrennen und wodurch wird es in der Schwangerschaft ausgelöst? Wie lange dauert Sodbrennen in der Schwangerschaft an? Wie kann man Sodbrennen in der Schwangerschaft vorbeugen? Was hilft gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft? Tipps gegen Sodbrennen

Wie lange dauert Sodbrennen in der Schwangerschaft an?

Die Dauer von Sodbrennen in der Schwangerschaft ist von Frau zu Frau verschieden. Auch wenn es einige Fälle gibt, die schon in den ersten beiden Trimestern von Sodbrennen geplagt werden, tritt es am häufigsten erst im letzten Trimester auf. Nämlich dann, wenn der Uterus und der Fötus darin auf den Magen drücken. In der Regel hört das Sodbrennen einige Tage nach der Geburt von alleine wieder auf.

Wie kann man Sodbrennen in der Schwangerschaft vorbeugen?

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Sie spielt bei der Vermeidung von Sodbrennen in der Schwangerschaft eine große Rolle. Denn alles, was Säure beinhaltet und produziert, begünstigt auch die Entstehung von Sodbrennen. Meiden Sie daher am besten Lebensmittel wie Zitrus- und Hülsenfrüchte, Fettiges, Scharfes und Süßes, koffein- und kohlensäurehaltige Getränke, frische Zwiebeln und Knoblauch sowie Essig. Auch eiweißhaltige Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Fleisch, können zu Sodbrennen führen und sollten daher lieber seltener konsumiert werden.
  • Auf die richtigen Lebensmittel kommt es an. Falls Sie jetzt denken, dass Sie gar nichts mehr essen können, möchten wir Sie beruhigen. Andere Lebensmittel helfen nämlich sogar dabei, Sodbrennen vorzubeugen. Dazu zählen stilles Wasser und Tee, Weißbrot und Zwieback, Vollkornprodukte (u. a. Brot und Haferflocken), fettarme Milchprodukte, säurearmes Obst (u. a. Erdbeeren und Bananen) sowie Salat und gedämpftes Gemüse. Sie binden die Magensäure und können Ihnen somit Linderung verschaffen.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten. Auch wie Sie Ihre Nahrung zu sich nehmen, ist bei der Vermeidung von Sodbrennen nicht unwesentlich. Mehrere kleine Mahlzeiten, die Sie über den Tag verteilt essen, sind deutlich besser für Ihre Verdauung, als wenige große, die Ihren Magen sehr belasten können. Zudem sollten Sie es vermeiden, Ihre letzte Mahlzeit kurz vor dem Schlafengehen zu sich nehmen.

Was hilft gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft?

  • Sie fragen sich nun wahrscheinlich, was Sie gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft tun können. Der Griff zu Medikamenten liegt da oft nahe. Wer Sodbrennen auch außerhalb der Schwangerschaft kennt, ist wahrscheinlich bereits mit allem vertraut, was dagegen hilft: vom säurehemmenden Antazid über sogenannte Protonenpumpenhemmer bis hin zu rezeptfrei erhältlichen Mitteln mit Kalzium- und Magnesiumkarbonat. Die Einnahme vieler dieser Medikamente kann jedoch Nebenwirkungen mit sich bringen. Besser ist es daher gerade in der Schwangerschaft, auf Pflanzliches, zum Beispiel Heilmittel auf Algenbasis oder Heilerde, zurückzugreifen. In jedem Fall sollten Sie eine Einnahme von Medikamenten immer zuerst mit Ihrem Arzt besprechen, um kein Risiko für sich und Ihr Kind einzugehen.
  • Auch wenn Sie keine Medikamente einnehmen: Es gibt einige Hausmittel, die sich als Therapie gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft bewährt haben. Ein geläufiges Mittel ist die Einnahme von zwei Teelöffeln Natron aufgelöst in Wasser. Natron, das Sie vielleicht als Zutat beim Backen kennen, bindet die Magensäure und lindert den Reflux. Jedoch sollten Sie vorsichtig sein. Eine zu häufige Einnahme von Natron kann den pH-Wert Ihres Körpers negativ beeinflussen und zu einem Ungleichgewicht führen. Die Folge: Magen-Darm-Beschwerden.
  • Wie bereits weiter oben erklärt, befinden sich auch unter Ihren Lebensmitteln viele Hausmittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft. Es ist erstaunlich, was Ihr Gewürzregal in diesem Zusammenhang alles zu bieten hat: Kümmel, Fenchel, Anis, Ingwer, Koriander und Basilikum können frisch eingenommen oder als Zutat beim Kochen verwendet werden. Auch frische Tees lassen sich damit zubereiten. Hier sei noch hinzugefügt, dass Sie keine Angst vor einer wehenfördernden Wirkung vieler Gewürze zu haben brauchen. Die tritt nämlich nur dann ein, wenn Sie diese weit über den üblichen Hausgebrauch hinweg konsumieren. Auch das Kauen ganzer Mandeln mit Schale hilft vielen Schwangeren.
  • Schwören Sie auf die Wirkung homöopathischer Mittel und alternativer Medizin? Auch hier gibt es Wege und Mittel, die bei Sodbrennen Linderung versprechen. Robinia pseudacacia zum Beispiel soll gegen Reflux und die Symptome helfen. Auch Schüßler-Salz Nummer 9 soll eine entsprechende Wirkung haben.
  • Wenn Sie lieber gar nichts einnehmen möchten, kann Sodbrennen auch durch alternative Heilmethoden behandelt werden. So versprechen zum Beispiel Akupunktur und Akupressur Linderung.

Egal, für welche Behandlungsmethode Sie sich entscheiden, besprechen Sie diese vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Nur sie haben das entsprechende Fachwissen und kennen Ihre individuelle Situation, um Ihnen eine passende Therapie vorzuschlagen.

Tipps gegen Sodbrennen

  • Bewegung. Sorgen Sie für häufige Bewegung an der frischen Luft. Das entspannt, tut Ihrem Körper gut und kann somit auch Ihre Beschwerden lindern.
  • Entspannung. Oft kann Sodbrennen auch durch Stress entstehen. Sollten Sie feststellen, dass Ihr Sodbrennen häufig in Zusammenhang mit stressigen Situationen beginnt, gilt es diese zu meiden. Stress und Nervosität lassen sich zum Beispiel mit Hilfe von Yoga oder Anti-Stress-Techniken für Schwangere mindern. Nehmen Sie sich so oft es geht Zeit für sich! Machen Sie sich eine schöne Tasse Tee und entspannen Sie sich, indem Sie zum Beispiel über den Babynamen nachdenken oder in unserem Schwangerschaftsratgeber schmökern.
  • Nachtruhe. Wenn Ihr Sodbrennen vor allem nachts auftritt, sollten Sie ungefähr zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Auch tagsüber ist es besser, sich nicht gleich nach dem Essen hinzulegen, sondern vorher etwas Zeit vergehen zu lassen. Vielen hilft es zudem, den Oberkörper beim Schlafen mit einem großen Kissen leicht zu erhöhen, damit die Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt.
  • Achtsamkeit. Essen Sie bewusst und langsam! Was gut gekaut ist, wird auch leichter verdaut. Zudem ist Achtsamkeit beim Essen ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft.
  • Kleidung. Das Tragen lockerer Kleidung kann ebenfalls etwas sein, was Sie gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft tun können. Der Druck auf den Magen wird dadurch nämlich zumindest äußerlich nicht noch zusätzlich erhöht.

Sodbrennen ist ein typisches Symptom, unter dem viele Schwangere leiden. Durch eine umsichtige Ernährung können die Beschwerden in der Regel auch ohne Medikamente oder Hausmittel gelindert werden. Sollte das Sodbrennen jedoch länger anhalten oder Ihnen das Leben allzu schwer machen, suchen Sie Rat bei Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt!

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