Übelkeit in der Schwangerschaft

Du erträgst plötzlich den Geruch deines Parfums nicht mehr? Dein sonst heiß geliebter Morgenkaffee ist dir zuwider oder löst sogar Brechreiz aus? Dann könntest du, wie etwa 50 bis 70 Prozent aller schwangeren Frauen, unter Schwangerschaftsübelkeit leiden. Diese wird nicht selten auch von Erbrechen begleitet. Ab wann tritt Übelkeit in der Schwangerschaft auf und wann lässt sie wieder nach? Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Warum tritt Übelkeit in der Schwangerschaft auf?

Man spricht oft von „Morgenübelkeit“ während der Schwangerschaft, da die Symptome dann häufig am schlimmsten sind. Schon in der Frühschwangerschaft kann dir jedoch zu jeder Tages- und Nachtzeit übel werden. Auch abends kann Übelkeit in der Schwangerschaft also auftreten. Aber warum kommt Schwangerschaftsübelkeit überhaupt vor?

  • Man nimmt an, dass die Symptome durch das Schwangerschaftshormon hCG verursacht werden.

  • Es wird von der sich entwickelnden Plazenta produziert und trägt zur Erhaltung der Schwangerschaft bei.

  • Es können jedoch auch andere Faktoren, etwa niedriger Blutzucker, vermehrte Magensäure, Vitamin-B-Mangel, Stress und Müdigkeit eine Rolle spielen.

  • Außerdem besteht der Verdacht, dass eine gewisse Abneigung gegenüber bestimmten leicht verderblichen Lebensmitteln (beispielsweise Fleisch und Fisch) Mutter und Kind vor Infektionen schützen soll.

Gerade für Frauen, die während der Schwangerschaft viel arbeiten oder noch ein oder mehrere Kinder zu Hause betreuen, kann die Schwangerschaftsübelkeit abends wie morgens zu einer starken Belastung werden. Quäle dich nicht unnötig damit! Du kannst deswegen jederzeit deinen Gynäkologen / deine Gynäkologin aufsuchen und mit ihm über eine geeignete Therapie sprechen.

Ab wann ist Übelkeit in der Schwangerschaft gefährlich?

  • Im Allgemeinen ist Übelkeit ein Zeichen dafür, dass mit dir, deinem Kind und deiner Schwangerschaft alles in Ordnung ist.

  • Allerdings leidet ein geringer Prozentsatz aller Schwangeren unter krankhafter Übelkeit, der sogenannten Hyperemesis gravidarum.

  • Die betroffenen Frauen übergeben sich überdurchschnittlich oft – das heißt mehr als fünfmal am Tag.

  • In der Konsequenz drohen Gewichtsverlust und Dehydrierung. Der Körper greift dann auf seine natürlichen Reserven zurück.

  • Dies kann für die schwangere Frau zu einer starken körperlichen Belastung werden.

  • Ist das bei dir der Fall, solltest du so schnell wie möglich einen Arzt / eine Ärztin aufsuchen. Nur so kann eine sinnvolle Behandlung erfolgen.

Mach dir aber bitte keine Gedanken, wenn bei dir keine Übelkeit in der Schwangerschaft auftritt. Dann gehörst du einfach zu den Glücklichen, die in der Schwangerschaft nicht unter diesem typischen Schwangerschaftssymptom leiden.

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Es gibt einiges, was du gegen Übelkeit während der Schwangerschaft tun kannst. Ein Geheimrezept gibt es allerdings nicht und bei jeder Frau wirken andere Hilfsmittel. Probiere einfach einmal Folgendes für dich aus:

  • Bewahre Cracker, Reiscracker oder ein Stück Schokolade in der Nähe des Betts auf. Iss einen Bissen, wenn du aufwachst. So steigt dein Blutzuckerspiegel, bevor du aufstehst.

  • Anstelle von drei großen Mahlzeiten pro Tag, solltest du fünf bis sechs kleine Mahlzeiten zu dir nehmen. So vermeidest du einen leeren Magen und dein Blutzuckerspiegel bleibt konstant.

  • Iss genügend Eiweiß (Fleisch, Fisch, Eier, Käse) und komplexe Kohlenhydrate (Obst, Gemüse, Getreide). So bekommt dein ungeborenes Baby, was es braucht, um sich gut entwickeln zu können.

  • Einige Ernährungsexpert:innen empfehlen 50 bis 100 Milligramm Vitamin B6 als Ergänzung, um Übelkeit zu verhindern. Nimm zusätzlich auch deine normalen Schwangerschaftsvitamine ein.

  • Verzichte auf stark gewürzte oder fettige Speisen.

  • Manche schwören im Kampf gegen Schwangerschaftsübelkeit auf die positive Wirkung von Akupunktur oder einer Aromatherapie.

Umgang mit der Schwangerschaftsübelkeit

An manchen Tagen scheint einfach kein Hausmittelchen mehr zu wirken. Du fragst dich, was du nun noch gegen die Übelkeit tun kannst? Da in der Schwangerschaft die meisten Medikamente tabu sind, könntest du zum Beispiel Folgendes versuchen:

  • Entspanne dich: Atme langsam und lange durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus, konzentriere dich auf etwas Angenehmes oder träume dich an einen schönen Ort. Lass dich darüber hinaus von unseren Anti-Stress-Techniken für Schwangere inspirieren.

  • Vermeide den Anblick, Geruch und Geschmack von Lebensmitteln oder anderen Substanzen (etwa Zigarettenrauch), die bei dir seit Beginn der Schwangerschaft Übelkeit auslösen.

  • Lutsche oder kaue Eisstückchen oder lutsche an einer frisch geschnittenen Zitrone.

  • Wenn das tägliche Zähneputzen abends und morgens Brechreiz auslöst, gebrauche stattdessen ab und an (aber nur ausnahmsweise während der Schwangerschaft) ein Mundwasser.

  • Trinke ein Glas Milch oder nimm zwei Kalziumtabletten zu dir, um die Säure in deinem Magen zu neutralisieren.

  • Probiere Ingwer aus. Er ist ein natürliches Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit. Rasple ihn auf Gemüse oder andere Lebensmittel.

  • Der Klassiker: Trink Kamillen- oder Ingwertee.

  • Sorge grundsätzlich immer für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, selbst wenn dir nicht danach ist. Es kann helfen, wenn du feste und flüssige Nahrung getrennt zu dir nimmst, du also während einer Mahlzeit nichts trinkst.

  • Sind die Übelkeits- und Brechsymptome hartnäckig? Treten sie mehr als ein oder zwei Mal pro Tag auf? Und hindern sie dich am Essen oder Trinken oder bestehen sie nach den ersten drei Monaten fort. In diesen Fällen solltest du dies deinem Arzt / deiner Ärztin mitteilen.

Ab wann lässt die Übelkeit in der Schwangerschaft nach?

Es ist erstaunlich, ab wann manche Frauen schon über Übelkeit in ihrer Schwangerschaft klagen: Sie kann nämlich bereits ab der ersten Woche ein häufiges Symptom sein.

  • Meistens begleitet die Schwangerschaftsübelkeit betroffene Frauen während des ersten Trimesters.

  • Die gute Nachricht ist, dass sie tatsächlich oft nur bis zum vierten Schwangerschaftsmonat anhält.

  • Danach sinkt der Hormonspiegel wieder etwas ab und dein Körper hat sich an die Schwangerschaft gewöhnt.

  • Manchmal kann Übelkeit in der Schwangerschaft aber länger andauern.

  • Nur in sehr seltenen Fällen kommt es vor, dass sie bis zur 40. Schwangerschaftswoche – also bis zum Ende – andauert.

  • Auch ist es nicht gesagt, dass bei deiner zweiten beziehungsweise nächsten Schwangerschaft die Beschwerden die gleichen sind. Hier kann alles wieder ganz anders sein.

Häufig gestellte Fragen

  • Die Übelkeit kann bereits ab der ersten Schwangerschaftswoche auftreten. Allerdings verläuft jede Schwangerschaft anders. Innerhalb des ersten Trimesters sind die meisten Frauen von der Schwangerschaftsübelkeit betroffen.

  • Die Ursachen für Übelkeit in der Schwangerschaft sind oft verschieden. Unter anderem können die Schwangerschaftshormone für das Unwohlsein verantwortlich sein. Aber auch ein niedriger Blutzucker, überschüssige Magensäure, Stress und Müdigkeit sowie ein instinktiver Infektionsschutz vor verderblichen Lebensmitteln können Schwangerschaftsübelkeit hervorrufen.

  • Vier von zehn schwangeren Frauen leiden nicht nur unter Übelkeit, sondern müssen sich auch erbrechen. Die Ursache hierfür ist bisher noch nicht eindeutig geklärt.

  • Ein allgemeines Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit gibt es leider nicht. Vielen Frauen hilft es, auf fettige und stark gewürzte Speisen zu verzichten. Auch mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag, eine ausreichende eiweiß- und ballaststoffreiche Ernährung sowie Vitamin B6 als Nahrungsergänzung sind hilfreich. Akupunktur und Aromatherapie können ebenfalls Linderung verschaffen.

  • Meist klingt das Unwohlsein ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ab. Nur in manchen Fällen hält die Schwangerschaftsübelkeit noch länger an.

  • Nein. Übelkeit ist ein ganz normales Schwangerschaftssymptom. Eine Ausnahme: Musst du dich öfter als fünf Mal am Tag übergeben, dann leidest du unter Hyperemesis gravidarum. In diesem Fall benötigst du eine ärztliche Behandlung.

Erinnere dich immer wieder daran, dass die Übelkeit ein normales Symptom dieser ganz besonderen Zeit in deinem Leben ist. Sie wird bald von selbst wieder verschwinden. Konzentriere dich auf die positiven Aspekte deiner Schwangerschaft und denke daran, wie glücklich du sein wirst, wenn du erst einmal dein kleines Wunder in den Armen hältst.

Alle Inhalte in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.

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