Zuckertest in der schwangerschaft

Der Zuckertest in der Schwangerschaft und was Sie darüber wissen sollten

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28.03.19
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Zukünftige Mütter durchlaufen in ihrer Schwangerschaft verschiedene Vorsorgeuntersuchungen, die im Mutterpass festgehalten werden. Eine dieser Untersuchungen ist der Zuckertest. Er dient dazu, frühzeitig einen Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen. Hier erfahren Sie alles Wichtige über den Zuckertest, wie und wann er durchgeführt wird und worauf Sie achten sollten.

Was Sie in diesem Artikel finden:

Worum geht es in diesem Artikel?

Was ist ein Zuckertest? Schwangerschaftsdiabetes: Wie kommt es dazu? Wann wird ein Zuckertest in der Schwangerschaft durchgeführt und wie läuft dieser ab? Auswertung der Zuckertestwerte und mögliche Auswirkungen auf Ihre Schwangerschaft Diagnose Schwangerschaftsdiabetes: Was ist zu tun?

Was ist ein Zuckertest?

Mithilfe des Zuckertests, auch oraler Glukosetoleranztest (oGTT) genannt, kann Ihr Arzt überprüfen, wie Ihr Körper auf Glukose (Zucker) reagiert und diese verarbeitet. Je nachdem wie hoch die Werte Ihres Blutzuckerspiegels im Laufe des Tests ausfallen, kann dies auf einen Schwangerschaftsdiabetes hinweisen. Bei einer positiven Diagnose sind weitere und regelmäßige Arztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen nötig, damit Komplikationen in der Schwangerschaft vorgebeugt werden können.

Besonders schwangere Frauen mit erhöhten Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabeteserkrankung in der Familie oder in der letzten Schwangerschaft, wird empfohlen, sich einem Zuckertest zu unterziehen. Eine ausführliche Liste der Risikofaktoren, die auf einen Schwangerschaftsdiabetes hinweisen können, finden Sie hier.

Auch werdende Mütter, auf die das nicht zutrifft, können vorsorglich einen Zuckertest machen lassen – dies ist aber ein freiwilliger Anspruch und keine Pflicht. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in beiden Fällen die Kosten für den Test.

Schwangerschaftsdiabetes: Wie kommt es dazu?

Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, kann bei manchen Frauen während der Schwangerschaft auftreten. Bei etwa 4 von 100 werdenden Müttern kann sich eine solche Form der Diabetes entwicklen. Er tritt in der Regel zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche auf.

In dieser Zeit verändert sich der Hormonspiegel durch die Ausschüttung von Schwangerschaftshormonen. Diese lösen wiederum einen erhöhten Insulinbedarf aus, wodurch der Körper die aufgenommene Glukose (Zucker) nicht mehr ausreichend abbauen kann; anstatt als Energie in den Zellen verwertet zu werden, bleibt die Glukose im Blut zurück.

Der daraus resultierende zu hohe Blutzuckerspiegel kann negative Auswirkungen auf Ihre und die Gesundheit Ihres Kindes haben. Mit dem Glukoseüberfluss im Körper, ausgelöst durch einen unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes, kann es zu einem verstärkten Wachstum Ihres Kindes kommen, was dann wieder zu Komplikationen bei der Geburt führen kann.

Da betroffene Frauen oft keine direkten Symptome spüren, kann ein Schwangerschaftsdiabetes leicht übersehen werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, einen Zuckertest zu machen – besonders wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Diabetes aufweisen.

Wann wird ein Zuckertest in der Schwangerschaft durchgeführt und wie läuft dieser ab?

Der kleine Zuckertest

Die erste Untersuchung, auch kleiner Zuckertest genannt, wird in der Regel zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Unabhängig Ihrer letzten eingenommenen Mahlzeit erscheinen Sie hierfür bei Ihrem Arzt – Sie müssen also nicht mit nüchternem Magen kommen. Ihr Arzt wird Ihnen eine 50 Gramm Glukoselösung zum Einnehmen geben. Etwa eine Stunde nachdem Sie die Glukoselösung getrunken haben, wird Ihnen Blut abgenommen. Anhand dieser Probe wird nun Ihr Blutzuckerspiegel bestimmt. Sollten Ihre Blutzuckerwerte

  • größer oder gleich ≥ 7,5 mmol/l (≥ 135 mg/dl)
  • und kleiner oder gleich ≤ 11,1 mmol/l (≤ 200 mg/dl) sein, müssen Sie zeitnahe einen zweiten Test machen: den großen Zuckertest.

Der große Zuckertest

Für den großen Zuckertest, auch als Glukosetoleranztest (oGTT) bekannt, dürfen Sie mindestens acht Stunden vor der Behandlung nichts zu sich nehmen (außer Wasser) – zu diesem Test müssen Sie also mit nüchternem Magen bei Ihrem Arzt erscheinen.

Diesmal wird Ihnen vorab Blut abgenommen und danach eine 75 Gramm Glukoselösung zum Trinken verabreicht. Nach einer Stunde und nochmals nach zwei Stunden wird Ihr Blutzuckerspiegel erneut gemessen. Für diesen Arztbesuch müssen Sie also etwas mehr Zeit einplanen. Am besten nehmen Sie sich für die Wartezeit ein spannendes Buch mit oder Sie nutzen die Zeit, um in unserem Schwangerschaftsratgeber zu stöbern.

Auswertung der Zuckertestwerte und mögliche Auswirkungen auf Ihre Schwangerschaft

Erst mithilfe des großen Zuckertests kann der Arzt eine sichere Diagnose auf Schwangerschaftsdiabetes stellen.

Werte des Zuckertests

Entscheidend hierfür sind die drei verschiedenen Werte in der folgenden Tabelle:

  • Nüchtern: 5,1 mmol/l (92 mg/dl)
  • nach einer Stunde: 10,0 mmol/l (180 mg/dl)
  • nach zwei Stunden: 8,5 mmol/l (153 mg/dl)
  • Sollte bei Ihnen einer der drei Werte erreicht oder überschritten werden, spricht das für eine Schwangerschaftsdiabetes. Das Ergebnis wird in Ihrem Mutterpass dokumentiert.

Auswirkungen auf Ihre Schwangerschaft

Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes mag für Sie erst mal sehr beunruhigend klingen. Damit Sie sich nicht unnötig sorgen, sollte gleich anfangs erwähnt werden, dass Schwangerschaftsdiabetes oft nach der Geburt von alleine abklingt und sich Ihre Blutzuckerwerte wieder normalisieren.

Auch wenn Sie unter Schwangerschaftsdiabetes leiden sollten: Die meisten Kinder kommen trotzdem gesund zur Welt. Allerdings ist für Sie das Risiko später an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken dadurch erhöht (anders als Schwangerschaftsdiabetes, der meist nach der Geburt verschwindet, ist der Typ-2-Diabetes eine chronische Stoffwechselkrankheit).

Wie so oft, spielt eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft auch hier eine entscheidende Rolle. Treffen Sie ggf. frühzeitig Maßnahmen und stellen Sie Ihre Ernährung um, damit Ihre Blutzuckerwerte in einem sicheren Bereich bleiben.

Diagnose Schwangerschaftsdiabetes: Was ist zu tun?

Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes brauchen weder zusätzliche Medikamente einnehmen noch Insulin zu spritzen. Wichtig ist aber, dass Sie auf eine gesunde Gewichtszunahme in der Schwangerschaft achten und Ihr Blutzuckerspiegel regelmäßig beobachtet wird. Aus diesem Grund müssen Sie öfter Ihren Arzt aufsuchen. Unter Umständen überprüfen Sie zusätzlich Ihre Blutzuckerwerte selbst zu Hause in regelmäßigen Abständen.

Mit ausreichender Bewegung und Sport während der Schwangerschaft und einer ausgewogenen und gesunden Ernährung lassen sich die Blutzuckerwerte meist in den Griff bekommen.

Nach der Geburt müssen Sie erneut einen Zuckertest durchführen, damit Ihr Arzt kontrollieren kann, ob sich Ihre Werte wieder normalisiert haben.

Es ist für Sie bestimmt erst einmal nicht leicht, mit der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes umzugehen. Jede Frau wünscht sich eine unkomplizierte Schwangerschaft und möchte ein gesundes Kind zur Welt bringen. Aber auch mit Schwangerschaftsdiabetes ist dies möglich.

Und lassen Sie sich nicht entmutigen: Sie müssen nun nicht Ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen. Mit ein wenig Umsicht bleiben Sie und Ihr Kind auch mit einem positiven Zuckertest-Ergebnis gesund. Ihr Arzt wird Sie mit allen wichtigen Informationen versorgen.

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