Mutter hält neugeborenes Baby sicher auf dem Arm

Vielleicht hast Du Dir in Deiner Schwangerschaft öfters vorgestellt, wie es wohl sein wird, Dein Baby zum ersten Mal richtig in Deinen Armen zu halten. Wenn der Moment dann endlich gekommen ist, sind viele frischgebackene Eltern unsicher, ob sie ihren Säugling beim Füttern, beim Baden oder beim Bäuerchen machen auch richtig und sicher halten.

Wir zeigen Dir, wie Du Dein Baby in den verschiedenen Alltagssituationen richtig halten kannst. Du wirst sehen, dass Du mit der Zeit immer sicherer im Umgang mit Deinem kleinen Liebling werden wirst.

Ein neugeborenes Baby richtig halten

Die meisten frischgebackenen Eltern sind nervös, wenn sie ihr Neugeborenes ohne fremde Hilfe zum ersten Mal richtig im Arm halten müssen. Das ist vollkommen normal. Tatsächlich gibt es ein paar Dinge, die man beim Halten eines sehr jungen Babys beachten sollte.

Haut-zu-Haut-Kontakt beim Halten

Die erste Halteposition nach einer natürlichen Geburt ist oft das sogenannte „Känguruen“. Dabei liegt das nackte Baby auf Deiner Brust oder auf dem nackten Oberkörper Deines Partners / Deiner Partnerin. Damit Dein Baby nicht auskühlt, solltest Du eine leichte Decke über seinen Rücken legen.

Diese Position kann während der gesamten Säuglingszeit immer mal wieder eingenommen werden. Deinem Baby solltest Du dann vielleicht eine Mütze aufsetzen und eine Windel anziehen.

Der Haut-zu-Haut-Kontakt fördert bei stillenden Müttern den Milcheinschuss. Wird ein Säugling auf diese Art und Weise gehalten, hat dies nicht nur einen positiven Effekt auf die Eltern-Kind-Bindung, sondern hilft auch, die Temperatur, die Atmung und den Herzschlag des Neugeborenen zu regulieren. Daher ist das „Känguruen“ auch eine sehr erfolgreiche Bindungs- und Behandlungsmethode bei Frühchen.

Dein Baby richtig hochheben

Den kleinen Kopf und Hals richtig zu stützen, ist das Allerwichtigste beim Tragen und Halten eines Neugeborenen. Dein Baby wird erst mit etwa 4 Monaten echte Kontrolle über seinen Kopf erlangen. Bis dahin braucht es Deine Hilfe und Du musst sicherstellen, dass der Kopf nicht von einer Seite auf die andere kippt oder nach vorne oder hinten abknickt.

Bevor Du Dein Baby z. B. aus seinem Bettchen hebst, musst Du den Kopf und Nacken richtig stützen. Achte darauf, dass Du dabei keinen Druck auf die Fontanellen (die weichen Stellen am Kopf) ausübst.

Du kannst zum Beispiel folgendermaßen vorgehen:

  • Schiebe eine Hand unter den Kopf und Nacken.

  • Lege die andere Hand unter den Po.

  • Beuge Deine Knie etwas, damit Du Dir beim Heben nicht den Rücken verrenkst.

  • Wenn Du Dein Baby gut im Griff hast, kannst Du es vorsichtig hochheben und dicht an Deine Brust ziehen, während Du Deine Beine wieder durchstreckst.

Bei den meisten Babybettchen kann man die Höhe der Matratze verstellen, sodass Du Dich in den ersten Wochen nicht so sehr runter bücken musst. Wenn Dein Baby später mobiler ist, sollte die Matratze abgesenkt werden, damit es sich nicht beim Versuch aus dem Bettchen herauszuklettern verletzt.

Dein Baby liegend richtig im Arm halten

Intuitiv werden die meisten Eltern ihr Baby anfangs im Arm liegend halten. In dieser Position kannst Du besonders gut mit Deinem Baby in Kontakt treten: Ihm in die Augen schauen, es anlächeln und mit ihm sprechen.

So kannst Du Dein Baby richtig im Arm halten:

  • Den Kopf solltest Du in einer Hand halten und ihn gleichzeitig sanft gegen Deine Brust legen.

  • Lege den Kopf in Deine Armbeuge des anderen Armes ab und stütze mit der Hand dieses Armes auch den Po.

Diese Position fördert sogar die Entwicklung Deines Lieblings und transportiert ein Gefühl von Sicherheit. Somit kann das richtige Halten auch zum Bonding-Prozess mit Deinem Baby beitragen.

Dein Baby in der aufrechten Position halten

Eine Alternative zur liegenden Position ist auch schon bei Neugeborenen die aufrechte Haltung:

  • In dieser Position liegt Dein Baby auf Deiner Brust.

  • Seinen Kopf kann es dabei auf Deiner Schulter ablegen.

  • Stütze unbedingt mit einer Hand den oberen Rücken, den Kopf und den Nacken Deines Säuglings richtig.

  • Mit der anderen Hand oder dem Unterarm hältst Du den Po.

Beim Füttern: Wie kannst Du Dein Baby richtig halten?

Trinken und Schlafen sind die Hauptbeschäftigungen von jungen Babys. Gerade beim Füttern benötigt Dein kleiner Schatz Deine Hilfe.

Dein Baby beim Stillen richtig halten

Verbringst auch Du viel Zeit beim Stillen? Umso wichtiger ist es, dass Du Dein Baby dabei richtig hältst. Es gibt vier Positionen, die stillende Mütter bevorzugt einnehmen:

  • Wiege-Haltung. Dabei wird das Kind mit dem Arm gehalten, der sich auf der gleichen Seite wie die Stillbrust befindet. Der Kopf Deines Babys ruht in der Ellbogenbeuge, während es auf Deine Brust schaut. Der Kopf sollte eine Linie mit dem Rest des Körpers bilden und nicht zur Seite gedreht sein. Das Ohr, die Schulter und die Hüfte bilden also eine Linie.

  • Kreuzwiegenhaltung. Sie ähnelt dem Wiegengriff, nur dass Du beim Halten den anderen Arm benutzt (also gegenüber der stillenden Brust). Stütze den Kopf Deines Babys mit der Hand und lege seinen Po in Deine Armbeuge. Mit der anderen Hand kannst Du Deine Brust von unten halten. Diese Position eignet sich richtig gut für Babys, die beim Anlegen Probleme haben.

  • Die Fußball-Haltung. Bei dieser Position klemmst Du Dein Baby unter Deinen Arm – ganz so, als würdest Du einen Fußball halten. Dabei liegt es seitlich auf Höhe Deiner Taille in Deinem Arm und Du stützt den Rücken und den Kopf. Der Kopf ist Deiner Brust zugewendet und die Beinchen zeigen nach hinten. Diese Stellung ist genau das Richtige für Mütter, die ihre Zwillinge gleichzeitig stillen wollen oder nach einem Kaiserschnitt, um die Narbe zu schützen.

  • Die Seitenlage. Lege Dich für diese Stillposition auf die Seite und ziehe eventuell die Beine dabei an. Dein Baby liegt mit seinem Bauch zu Dir gewandt und sein Mund sollte auf Höhe Deiner Brustwarze sein. Beim Anlegen solltest Du Deinen kleinen Schatz richtig eng an Dich heranziehen. Deinen Kopf musst Du nicht hochhalten, sondern kannst ihn ganz bequem auf einem Kissen ablegen. Daher eignet sich die Seitenlage auch gut für das Stillen in der Nacht.

Neben diesen vier Arten Dein Baby beim Stillen zu halten, gibt es noch einige weitere Stillpositionen, die Du ausprobieren kannst. Befrage dazu auch gern Deine Hebamme. Alles ist erlaubt, solange es sich für Dich und Dein Baby richtig anfühlt und es gut funktioniert.

Dein Baby beim Flasche geben richtig halten

Solltest Du mit der Flasche füttern, egal ob mit Muttermilch oder mit Ersatzmilch, ist es ratsam, Dein Baby in einer halb aufrechten Position zu halten, um ihm das Schlucken zu erleichtern.

Vermeide es, Dein Baby zu füttern, wenn es ganz flach liegt, denn dann besteht die Gefahr, dass es sich verschluckt. Du solltest den Kopf in der Armbeuge halten, während der Rest des Körpers auf dem Inneren Deines Unterarms aufliegt und eine Art schiefe Ebene bildet. Setze Dich zum Füttern bequem hin und stütze auch gern Deinen Ellenbogen ab, sodass dieser höher als Dein Unterarm positioniert ist.

Achte darauf, dass Dein Kind nicht mit der Flasche im Mund einschläft, da dies zu Karies führen kann.

Die richtige Position fürs Bäuerchen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du Dein Baby beim Aufstoßen nach dem Füttern halten kannst. Eine davon ist die aufrechte Position, eine andere davon die sitzende Position. Auch ein Bäuerchen in der Bauchlage ist möglich:

  • Aufrechte Haltung: Halte Dein Baby aufrecht, während Du seinen Kopf auf Deine Schulter legst und seinen Kopf und Rücken richtig abstützt. Klopfe mit der anderen Hand sanft auf seinen Rücken, zwischen den Schulterblättern.

  • Bauchlage: Lege Dein Baby bäuchlings auf Deinen Schoß und stütze dabei sein Köpfchen so, dass es höher als seine Brust ist. Klopfe oder reibe mit einer Hand sanft seinen Rücken, zwischen den Schulterblättern.

  • Sitzende Haltung: Setze Dein Kind auf Deinen Schoß und stütze den Kopf, das Kinn und die Brust. Klopfe mit der anderen Hand sanft auf seinen Rücken. Diese Position kommt erst dann infrage, wenn Dein Baby seinen Kopf schon richtig sicher und selbstständig halten kann.

Jedes Kind ist anderes und was dem einen beim Bäuerchen machen hilft, bewirkt bei dem anderen vielleicht gar nichts. Du wirst mit der Zeit herausfinden, was für Dein Baby am besten funktioniert.

Dein Baby beim Füttern von Beikost richtig halten

Selbst wenn Dein Kind dann schon etwas älter ist, ist es noch wichtig, dass Du es in bestimmten Situationen richtig hältst bzw. Du es beim Sitzen unterstützt.

Beikost sollte erst dann eingeführt werden, wenn Dein Baby schon in der Lage ist, richtig aufrecht zu sitzen. Du kannst Deinen Liebling beim Füttern entweder auf Deinen Schoß setzen oder in einen Hochstuhl – je nachdem wie sicher Dein Kind sein eigenes Körpergewicht schon halten kann. Wichtig ist dabei immer, dass es nicht droht umzukippen.

Nicht immer ist das aufrechte Sitzen automatisch der Startschuss für die Beikosteinführung. Der Ernährungsplan im ersten Lebensjahr kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein.

“Schreibaby“: Wie Du Dein Baby richtig halten kannst

Was heute als „Schreibaby“ bezeichnet wird, wurde früher 3-Monats-Kolik genannt. Wie der Name schon besagt, bezieht sich dieses Phänomen auf einen begrenzten Zeitraum: In der Regel sind Säuglinge in den ersten 3 bis 4 Monaten davon betroffen.

Leidet ein Baby unter Koliken, weint es viel und scheint untröstlich zu sein. Laut Definition spricht man dann von einer Kolik, wenn dieses Weinen mehr als drei Stunden lang, mehr als drei Tage pro Woche und über drei Wochen hinweg andauert. Abgesehen von dem Weinen ist das Baby aber gesund.

Bei einer 3-Monats-Kolik handelt es sich um eine sogenannte Regulationsstörung. Im Gegensatz zu anderen Säuglingen haben Kolik-Babys noch nicht gelernt, sich selbst zu beruhigen und weinen daher viel. Durch das häufige Schreien gelangt mehr Luft in den Bauchraum des Säuglings und das wiederum kann zu einem aufgeblähten Bauch und infolgedessen zu Schmerzen führen.

Für die meisten Eltern ist dies eine starke Belastung – nicht zuletzt, weil sie trotz aller Bemühungen das Kind nicht richtig beruhigen können und sie dem Weinen hilflos ausgesetzt sind. Verschiedene Methoden, den Säugling zu halten, haben sich allerdings als hilfreich erwiesen:

  • Enger Körperkontakt: Halte Dein Baby richtig eng an Deinem Körper und atme dabei langsam, tief und ruhig ein und aus.

  • Babytrage: Viele Schreibabys beruhigen sich auch, wenn sie für einen längeren Zeitraum in einer Babytrage oder einem Tragetuch gehalten werden.

  • Aufrecht: Dein Baby beim Stillen oder beim Flasche geben aufrecht zu halten, könnte dabei helfen, dass beim Füttern weniger Luft mit geschluckt wird.

Ein „Schreibaby“ ist eine Belastung für die ganze Familie. Du solltest Dir also in jedem Fall Hilfe bei Deinem Kinderarzt / Deiner Kinderärztin oder Deiner Hebamme holen.

Tipps & Tricks: Dein Baby richtig halten

Babys wirken so zerbrechlich und sind nach ihrer Geburt noch winzig klein. Es ist verständlich, dass einige frischgebackene Eltern sogar etwas ängstlich sind und nicht wissen, wie sie ihr Baby richtig halten sollen. Die folgenden Tipps und Tricks könnten vielleicht einige Unsicherheiten nehmen:

  • Beim Baden: Gerade beim Baden ist es manchmal schwierig, einem Baby den richtigen Halt zu geben. Beim ersten Bad wird Dir daher wahrscheinlich auch Deine Hebamme zur Hand gehen. Das Wichtigste beim Halten ist auch hier, dass Du den Kopf richtig abstützt. Dieser und auch der größte Teil des Körpers sollten sich über dem Wasserspiegel befinden. Halte alle Waschutensilien (Handtuch, Waschlappen etc.) griffbereit.

  • Safty first: Wenn Du Dein Kleines im Arm hast, konzentriere Dich nur auf das Halten selbst und versuche nicht zusätzlich noch andere Dinge zu tun. Dies gilt besonders für potenziell gefährliche Tätigkeiten, wie der Umgang mit heißem Wasser.

  • Sicheres Übergeben: Wenn Freunde oder Verwandte Dein Baby halten wollen, sollten sie sich zuerst einmal hinsetzen. Übergib Dein Baby lieber nicht im Stehen und minimiere die Gefahr, dass jemand zum Beispiel stolpert und sich Dein Liebling dabei verletzt.

  • Hygiene: Besonders bei Neugeborenen sollte man gewisse Hygienestandards einhalten. Besucher sollten ihre Hände richtig gründlich waschen oder desinfizieren, bevor Sie Dein Baby halten.

  • Nicht schütteln: Babys dürfen niemals geschüttelt werden – weder aus Frust noch als Spaß. Bist Du einmal überfordert oder macht Dich das ständige Weinen richtig wütend, bitte jemand anderen darum, sich um Dein Baby zu kümmern und es zu halten, bis Du Dich wieder beruhigt hast. Und ganz ehrlich: Solche Emotionen sind völlig normal.

  • Deine Körperhaltung: Um Rückenschmerzen zu vermeiden, ist Deine eigene Körperhaltung wichtig. Dein Baby solltest Du möglichst nah an Deinem Körper und in der Körpermitte tragen. Halte Deine Wirbelsäule gerade, nimm Deine Schultern zurück und geh in die Knie, wenn Du Deinen Schatz von einer tiefer gelegenen Stelle hochhebst.

Fragst Du Dich immer noch: „Wie halte ich mein Baby richtig?“ Das ist gerade kurz nach der Geburt nicht ungewöhnlich. Deine Hebamme hat sicherlich noch den ein oder anderen Tipp für Dich und schon bald wird das richtige Halten kein Thema mehr für Dich sein.

FAKTEN IM ÜBERCLICK

Ein Neugeborenes kann man zum Beispiel in liegender Position im Arm oder in einer aufrechten Haltung über der Schulter tragen. Wichtig dabei ist, dass der Kopf des Babys und der Nacken richtig gestützt werden.

Da Babys in den ersten Monaten ihren Kopf noch nicht selbst halten können, muss dieser beim Tragen richtig gestützt werden. Zusätzlich sollte man den kleinen Körper noch am Rücken oder dem Po stabilisieren. Kleine Kinder trägt man überdies am besten eng am Körper und konzentriert sich nur auf das Halten.

Der Babykopf muss so lange gestützt werden, bis das Kind in der Lage ist, seinen Kopf über einen längeren Zeitraum selbstständig zu halten. Mit 3 Monaten heben viele Babys ihren Kopf schon in der Bauchlage und ab dem 6. Monat können sie ihren Kopfmeist auch im Sitzen richtig halten und er muss nicht mehr gestützt werden

Wann immer Du Dein kleines Wunder im Arm hältst, solltest Du das auch in vollen Zügen genießen, denn dies sind die Momente, die Euch beide ein Leben lang verbinden werden.

Zur Entstehung dieses Artikels
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Deinen Arzt bzw. Deine Ärztin.