Geburtsvorbereitungskurs während der Schwangerschaft

Der Geburtsvorbereitungskurs

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10.01.20
4 Lesedauer

Man liest so viel online über den Verlauf der Geburt, sodass viele Frauen dem Ereignis mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Unsicherheiten sind völlig normal und Sie sind damit nicht alleine. Ein Geburtsvorbereitungskurs wird Ihnen Ihre Bedenken nehmen und Sie mit vielen spannenden und hilfreichen Informationen versorgen.

Worum geht es in diesem Artikel?

Wann Sie mit einem Geburtsvorbereitungskurs beginnen sollten Inhalte eines Geburtsvorbereitungskurses Wer sollte einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen? Was können Sie aus einem Geburtsvorbereitungskurs mitnehmen?

Wann Sie mit einem Geburtsvorbereitungskurs beginnen sollten

Einen Geburtsvorbereitungskurs zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht, da sie sehr beliebt sind. Es macht also auf jeden Fall Sinn, sich früh genug zu erkundigen, was in Ihrer Nähe stattfindet. Wahrscheinlich bietet auch Ihre Hebammenpraxis oder Ihre Hebamme Kurse in ihrem Programm an.

Die Zeit der 24. Schwangerschaftswoche ist ein perfekter Moment damit zu beginnen. Falls Sie sich dazu entschließen einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen, sollten Sie auf jeden Fall bis zur 28. Schwangerschaftswoche damit starten.

Ein Kurs dauert zwischen 8 und 14 Wochen und umfasst 14 Stunden. Er kann aber auch an einem Wochenende als Crashkurs besucht werden.

Die Kosten dafür werden von der Krankenkasse übernommen. Es kann dennoch vorkommen, dass Ihre Hebamme Sie um einen kleinen zusätzlichen Betrag bitten wird, da die Kassengebühren oft nicht die Unkosten der Praxis decken.

Inhalte eines Geburtsvorbereitungskurses

Aber was macht man im Geburtsvorbereitungskurs genau? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen einen Überblick über die Inhalte der Geburtsvorbereitung geben. Selbstverständlich wird jede Hebamme den Ablauf ihres Kurses ganz individuell gestalten und diese Themen sind nicht in Stein gemeißelt.

  • Atemübungen. Besonders das Atmen und die richtige Atemtechnik sind ein hilfreicher Tipp für die Wehen und die Geburt. Sie lernen verschiedene Techniken und ab wann Sie welche am besten anwenden. In dieser Situation kann Sie Ihr Geburtsbegleiter unterstützen, indem er Sie immer wieder an die Atmung erinnert und selbst mitmacht.
  • Körperübungen. Dieser Teil des Geburtsvorbereitungskurses ist auch schon während der Schwangerschaft selbst nützlich und soll Ihnen dabei helfen, schwangerschaftsbedingte Beschwerden zu lindern. Im dritten Trimester leiden einige Frauen durch das Gewicht des Kindes zum Beispiel an Rückenschmerzen. Daher bieten viele Geburtsvorbereitungskurse Körperwahrnehmungs- und Haltungsübungen an. Man braucht also bequeme Kleidung, damit sie diese Übungen ungestört mitmachen können.
  • Geburtspositionen. Ihre Hebamme wird Ihnen vermutlich auch verschiedene Geburtshaltungen vorstellen. Diese Positionen können Ihnen die Entbindung erleichtern und Schmerzen lindern. Manche davon integrieren auch Ihren Geburtspartner. Während der Wehen können Sie die Positionen immer wieder wechseln. Bewegung ist sogar förderlich.
  • Geburtsphasen. Um besser verstehen zu können, was in Ihrem Körper während des Geburtsprozesses vor sich geht, ist es empfehlenswert sich die Phasen der Geburt und die Mechanismen dahinter näher anzuschauen. Was erwartet Sie in der Eröffnungsphase, was in der Austreibungsphase und was passiert genau bei der Nachgeburt?
  • Wochenbett. Auch wenn Ihnen die Zeit danach noch in sehr weiter Ferne erscheint und Sie wahrscheinlich eher auf die Entbindung selbst fokussiert sind, ist das Wochenbett und die Regeneration nach der Geburt dennoch ein sehr wichtiger Punkt. Hier wird unter anderem der Wochenfluss, die Wundheilung oder auch Ihre Ernährung thematisiert. Vor der Geburt haben Sie noch genügend Zeit, die dafür nötigen Vorbereitungen zu treffen.
  • Stillen. Auch das Stillen wird im Moment nicht zu Ihren priorisierten Themen gehören. Dennoch wird Ihnen Ihre Hebamme jetzt schon Wissenswertes zum Stillen erzählen und erste Tipps und Tricks vermitteln. In der Zeit des Wochenbetts wird sie Sie sicherlich hierzu noch zusätzlich unterstützen und beraten.
  • Pflege. Es wird Ihnen noch schwerfallen, sich vorzustellen, Ihr Baby schon bald selbst in den Armen zu halten. Aber bald ist es soweit und dann sollten Sie schon die Grundkenntnisse des Wickelns und der Pflege beherrschen. Im Vorbereitungskurs zur Geburt wird dies meist anhand einer Puppe geübt.

Dies ist nur ein Auszug der Themen, die bei der Geburtsvorbereitung relevant sind. In den 14 Stunden können manche Punkte einfach nur kurz angesprochen werden.

Daher wird darüber hinaus empfohlen, gezielt Kurse zu besuchen, die sich einem Thema widmen, das für Sie besonders relevant ist. Es gibt Yogakurse für Schwangere, Entspannungs- und Atmungstrainings, Stillberatungen und vieles mehr. Informieren Sie sich bei Ihrer Hebamme und Ihrem Gynäkologen.

Wer sollte einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen?

Die erste Schwangerschaft ist mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden. Nicht alle Details werden Sie in den regelmäßigen Gesprächen mit Ihrer Hebamme klären können. Gerade, wenn es um die Geburt selbst geht, ist ein spezieller Kurs die beste Möglichkeit der Vorbereitung.

Nehmen Sie die Person mit, die Sie auch bei der Geburt begleiten soll. Gerade für den Partner gibt der Schwangerschaftskurs einen besseren Einblick in Ihre momentane Lage und Sie haben die Möglichkeit unter professioneller Anleitung Fragen zu klären und Probleme zu diskutieren.

Nicht nur für Paare, die zum ersten Mal Eltern werden, ist so ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll. Auch Frauen und Männer, die ihr zweites oder vielleicht sogar schon drittes Kind erwarten, können hier etwas für sich mitnehmen. Vieles hat man vielleicht schon wieder vergessen: Was muss in die Kliniktasche? Wie pflege ich den Nabel meines Neugeborenen? Und manches nimmt man jetzt beim zweiten Hören viel bewusster wahr.

Auch wird es Ihnen guttun, die Zeit exklusiv nur sich und Ihrem neuen Baby zu widmen. Das kann im Alltag mit Kind bzw. Kindern oft zu kurz kommen. Geben Sie Ihre Erfahrungen an die anderen werdenden Eltern weiter. Sie werden sehr dankbar dafür sein und vielleicht können Sie ihnen sogar ein paar Ängste und Sorgen nehmen.

Was können Sie aus einem Geburtsvorbereitungskurs mitnehmen?

In dieser Elternschule geht es nicht darum, dass Sie zum absoluten Experten werden und Ihre Begleitung zum Geburtshelfer ausgebildet wird. Vielmehr soll der Kurs Ihren Partner oder die Person Ihres Vertrauens auf das Ereignis vorbereiten, sodass er oder sie Ihnen eine Stütze sein kann.

Ihnen selbst wird der Kurs viele Unsicherheiten nehmen können. Es soll vermittelt werden, dass die Geburt ein ganz natürlicher Vorgang ist, für den der Köper einer Frau perfekt geschaffen ist.

Vielleicht sind Sie in Ihrem Freundeskreis die Ersten, die ein Kind bekommen. Der Kontakt mit anderen werdenden Eltern und der Austausch können bereichernd sein. Man teilt dieselbe Vorfreude und Spannung, aber auch manchmal dieselben Bedenken und Sorgen. In dieser Gruppe können Sie sich ungehemmt austauschen. Es können hier sogar enge neue Freundschaften entstehen oder man verabredet sich bereits für die Zeit nach der Geburt zum Beispiel zum Beckenbodentraining oder Babyschwimmen.

Ihr Körper hat sich in den letzten Monaten bereits ganz alleine auf die Geburt vorbereitet: Das Kind ist tiefer ins Becken gerutscht, Ihre Bänder haben sich gedehnt und Sie werden in den letzten Wochen vor der Entbindung die ersten kleinen Übungswehen spüren. Vertrauen Sie auf Ihren Körper und gehen Sie vor allem positiv an dieses Großereignis Ihres Lebens heran.

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Sources

Charité: Familien und Perinatalzentrum der Charité

Frauenärzte im Netz: Kindliche und Mütterliche Entwicklung in den Schwangerschaftsdritteln

Jahn-Zöhrens, Ursula: Entspannt erleben: Schwangerschaft & Geburt. Deutscher Hebammenverband e.V. Trias Verlag. Stuttgart. 2011. S. 46,222-285, 288-296

Stadelmann, Ingeborg: Die Hebammen-Sprechstunde. S.43-46

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