Schwangerschaftstest

Ist Ihre Periode ausgeblieben oder spüren Sie andere Anzeichen einer Schwangerschaft? Dann fragen Sie sich sicherlich, ab wann es sinnvoll ist, einen Schwangerschaftstest zu machen. Erfahren Sie hier, wie Schwangerschaftstests eigentlich genau funktionieren, was ein Frühschwangerschaftstest ist und wie sicher die Tests sind.

Wie funktionieren Schwangerschaftstests?

Ein Schwangerschaftstest schlägt immer dann positiv an, wenn sich das Schwangerschaftshormon hCG - das humane Choriongonadotropin - nachweisen lässt. Dieses wird in der Plazenta produziert, nachdem sich das befruchtete Ei einige Tage nach der Empfängnis eingenistet hat.

Während der ersten drei bis vier Monate einer Schwangerschaft ist der hCG-Spiegel besonders hoch. Dieses wichtige Hormon signalisiert Ihrem Körper, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, und lässt sich in Ihrem Urin und Ihrem Blut nachweisen. Es ist im Übrigen auch für die morgendliche Übelkeit verantwortlich.

Ob nun ein Frühschwangerschaftstest, ein Bluttest oder ein herkömmlicher Test aus der Apotheke: Alle sind darauf ausgerichtet, dieses eine wichtige Hormon ausfindig zu machen. Einen herkömmlichen Schwangerschaftstest erhalten Sie auch in der Drogerie oder manchmal sogar in größeren Lebensmittelgeschäften. Die Kosten variieren hierbei und es hängt ganz davon ab, was Sie bevorzugen: Günstige Heimtests gibt es bereits ab vier Euro, digitale Varianten können bis zu 15 Euro kosten.

Welche Typen von Schwangerschaftstests gibt es?

Eine Schwangerschaft kann mittels unterschiedlicher Verfahren festgestellt werden. Einige davon kann nur Ihr Gynäkologe durchführen, während andere Tests ganz einfach zu Hause gemacht werden können.

Der Urintest

Bei dieser Methode wird der hCG-Wert in Ihrem Urin gemessen. Sie urinieren dabei auf einen Teststreifen oder tauchen ihn in einen Becher mit Ihrem Urin. Auf diese Weise funktionieren eigentlich alle Schwangerschaftstests, die Sie zu Hause durchführen können.

Lediglich bei der Wartezeit und der genauen Handhabung können die unterschiedlichen Marken voneinander abweichen. Einige Tests reagieren zum Beispiel sensibler bzw. früher als andere.

Es gibt zahlreiche Urintests: Vom klassischen Modell, welches Ihnen die frohe Botschaft mit einem Pluszeichen oder einer Linie anzeigt, bis hin zum digitalen Schwangerschaftstest mit genauer Wochenbestimmung. Selbstverständlich können Sie einen Urintest auch von Ihrem Frauenarzt durchführen lassen.

Der Frühschwangerschaftstest

Schon neun Tage nach der Empfängnis liegt die hCG-Konzentration im Urin bei ungefähr 0,93 mIU/mL und steigt täglich stark an. Frühschwangerschaftstests können schon bei einer Konzentration von 10 mIU/mL ein Ergebnis liefern. Dieser Wert ist schon vor dem Ausbleiben der Periode erreicht, daher könnten Sie theoretisch bereits dann einen Frühschwangerschaftstest durchführen. Im Vergleich dazu: Ein normaler Urintest fällt erst positiv aus, wenn ein hCG-Wert von 25 mIU/mL erreicht ist.

Die Erfahrungen haben allerdings gezeigt, dass ein Frühschwangerschaftstest nicht unbedingt sicher ist. Je höher die hCG-Konzentration ist, desto zuverlässiger ist auch das Testergebnis. Daher wird empfohlen, einen Urintest erst ab dem Ausbleiben der Periode zu machen.

Führen Sie den Test vorher durch, kann es vorkommen, dass der Teststreifen nur schwierig abzulesen ist – also ein Strich, der sich eigentlich bei einer vorliegenden Schwangerschaft verfärben sollte, nur sehr schwach bis gar nicht zu erkennen ist.

Es ist nur allzu verständlich, wenn Sie dennoch zu einem Frühschwangerschaftstest greifen. Wiederholen Sie den Test aber ab dem Ausbleiben der Regelblutung oder suchen Sie Ihren Frauenarzt auf, für ein sichereres Ergebnis. Da die hCG-Werte im Blut höher sind als im Urin, könnte ihr Frauenarzt beispielsweise Ihr Blut testen.

Der Bluttest

Im Gegensatz zum Frühschwangerschaftstest muss ein Bluttest von einem Arzt durchgeführt werden. Sollten Sie den Verdacht haben, schwanger zu sein, oder zu Hause schon einen positiven Urintest durchgeführt haben, kann ein Bluttest eine zuverlässige Aussage darüber treffen, ob Sie schwanger sind.

Allerdings müssen Sie sich hier mit dem Ergebnis etwas gedulden. Bis dieses vorliegt, kann es einige Stunden bis hin zu einem ganzen Tag dauern. Dafür ist dieses Verfahren aber auch viel genauer und kann bereits sechs bis neun Tage nach der eigentlichen Empfängnis durchgeführt werden. Ein Bluttest ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie an der Zuverlässigkeit eines Frühschwangerschaftstests zweifeln sollten, aber dennoch möglichst zeitnah wissen wollen, ob Sie schwanger sind oder nicht.

Der Ultraschalltest

Diese Methode gilt ebenfalls als absolut sicher. Ihr Frauenarzt kann ab der fünften Schwangerschaftswoche eine Ultraschalluntersuchung vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt kann man bereits eine Fruchthöhle erkennen, jedoch noch nicht immer einen Embryo. Diesen und unter Umständen bereits seinen Herzschlag könnte man gegen Ende der sechsten Woche sehen.

Im Laufe Ihrer Schwangerschaft wird es mindestens drei Ultraschalluntersuchungen geben, bei denen Ihr Arzt die Möglichkeit hat, die Entwicklung Ihres kleinen Bauchbewohners zu beurteilen.

Wie zuverlässig ist ein Schwangerschaftstest für zu Hause?

Die meisten Selbsttests geben an, zu 99 % sicher zu sein. Auch Frühschwangerschaftstests werben mit hohen Trefferquoten. Aber ab wann fällt ein Schwangerschaftstest nach dem Eisprung positiv aus?

Was Sie bei einem Selbsttest beachten sollten

Ihr persönliches Testergebnis ist von verschiedenen Faktoren abhängen:

  • Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Gehen Sie sicher, dass der von Ihnen erworbene Test das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten hat, da dies das Testergebnis verfälschen könnte. In der Regel sind Schwangerschaftstests bis zu einem Jahr haltbar. Aber auch das ist von Hersteller zu Hersteller verschieden.

  • Führen Sie den Test korrekt durch. Lesen Sie sich die Instruktionen auf dem Beipackzettel genau durch und befolgen Sie diese wie empfohlen. Eine falsche Handhabung kann das Ergebnis verfälschen.

  • Achten Sie auf die Wahl der Marke. Manche Tests schlagen früher an als andere. Informationen, ab wann Sie den Schwangerschaftstest machen können, finden Sie auf der Verpackung.

  • Achtung bei der Einnahme von Medikamenten, die hCG beinhalten. Sollten Sie beispielsweise ein Mittel zur Steigerung Ihrer Fruchtbarkeit einnehmen, könnte dieses das Schwangerschaftshormon hCG enthalten und damit das Testergebnis beeinflussen. Die meisten Medikamente haben aber keine Auswirkungen auf den Schwangerschaftstest.

  • Vor dem Test bitte nicht zu viel trinken! Trinken Sie nicht zu viel, bevor Sie den Schwangerschaftstest durchführen. Flüssigkeit verdünnt Ihren Urin und macht es gerade bei einem Frühschwangerschaftstest schwieriger, das hCG im Urin zu messen. So könnten Sie vielleicht am Ende einen negativen Schwangerschaftstest in den Händen halten, trotzdem aber schwanger sein.

Ist eine Schwangerschaft trotz negativem Schwangerschaftstest möglich?

Tatsächlich könnte es passieren, dass Ihr Schwangerschaftstest Ihnen ein negatives Ergebnis anzeigt, obwohl Sie eigentlich schwanger sind. Dies bezeichnet man als falsch negativ. Falsch negativ kann zum Beispiel vorkommen, wenn Sie den Test zu früh machen oder Ihr Urin stark verdünnt ist. In diesen Fällen lässt sich das Schwangerschaftshormon nur sehr schwer ausmachen.

Ein Test kann auch Ihre Geduld ein wenig auf die Probe stellen. Denn je nachdem, welchen Selbsttest Sie besorgt haben, kann es sein, dass Sie bis zu zehn Minuten auf das alles entscheidende Ergebnis warten müssen. Sollten Sie versuchen es zu früh abzulesen, kann es auch hier zu einem negativen Resultat kommen. Gehen Sie also streng nach Gebrauchsanleitung vor und üben Sie sich in Geduld – vielleicht stellen Sie sich einen Alarm. Sollte nun Ihr Schwangerschaftstest negativ ausfallen, aber Ihre Periode nach einigen Tagen immer noch nicht eingesetzt haben, wiederholen Sie den Test einfach oder suchen Sie am besten gleich Ihren Frauenarzt auf.

Wie kann es zu einem falschen positiven Schwangerschaftstest kommen?

Es kann tatsächlich vorkommen, dass ein Test Ihnen eine Schwangerschaft anzeigt, obwohl Sie nicht schwanger sind. Das kommt allerdings äußerst selten vor, da Ihr Körper nur bei einer bestehenden Schwangerschaft auch das Schwangerschaftshormon hCG produziert.

Wie schon erwähnt, könnte trotz richtiger Handhabung ein positiver Schwangerschaftstest vor Ihnen liegen, wenn Sie Medikamente zur Unterstützung Ihrer Fertilität einnehmen, die hCG enthalten.

Wann sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen?

Besonders für Frauen mit Kinderwunsch stellt sich die Frage, ab wann man einen Schwangerschaftstest machen kann. Mit dem Frühschwangerschaftstest ist es möglich, den Test schon ab dem ersten Tag nach Ausbleiben der Periode durchzuführen. Sie müssen Ihren Zyklus jedoch ganz genau kennen, um zu wissen, wann das ist. Damit Sie ein sichereres Ergebnis erzielen, sollten Sie den Test also erst ungefähr eine Woche nach dem Ausbleiben Ihre Regelblutung durchführen.

Denn in der frühen Phase Ihrer Schwangerschaft verdoppelt sich die hCG-Menge in Ihrem Körper alle zwei bis drei Tage, weswegen es eine gute Idee ist, etwas länger mit dem Test zu warten, um ein eindeutiges Resultat zu erzielen.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, den Schwangerschaftstest nicht abends, sondern morgens zu machen, da zu dieser Tageszeit die hCG-Konzentration im Urin am höchsten ist. Einige Frauen vermuten bei sich schon eine Schwangerschaft, ohne einen Test durchgeführt zu haben, da sie frühe Anzeichen einer Schwangerschaft festgestellt haben. Diese könnten sein:

  • empfindliche und geschwollene Brüste

  • häufiger Harndrang

  • Morgenübelkeit (mit und ohne Erbrechen) oder allgemeines Unwohlsein

  • Ermüdungserscheinung

Sollten Sie diese Anzeichen bei sich bemerken, aber die Pille nehmen, machen Sie dennoch einen Schwangerschaftstest. Denn trotz aktiver Verhütung kann es unter Umständen vorkommen, dass Sie schwanger werden.

Fakten im Überblick

  • Es kann vorkommen, dass trotz einer Schwangerschaft der Heimtest negativ ausfällt. Eine falsche Handhabung oder stark verdünnter Urin können zum Beispiel das Ergebnis beeinflussen. Erfahrungen haben gezeigt, dass besonders der Frühschwangerschaftstest ein irreführendes Resultat anzeigen kann.

  • Ein Frühschwangerschaftstest liefert nicht unbedingt ein zuverlässiges Ergebnis. Wie jeder andere Urintest misst er den hCG-Wert. Einige Tage nach dem Einnisten der befruchteten Eizelle ist dieser noch sehr niedrig und steigt erst im Laufe der Zeit. Je länger man mit einem Test wartet, desto sicherer ist auch das Ergebnis. Daher wird empfohlen, erst nach dem Ausbleiben der Periode einen Frühschwangerschaftstest durchzuführen.

  • Einige Frühschwangerschaftstests liefern laut Anbieter schon bei einem sehr niedrigen hCG-Wert (ca. 10 mIU/mL) ein Ergebnis. Daher könnte man bereits ab dem Fälligkeitstag der Regelblutung einen Test durchführen.

Sie halten ein positives Ergebnis in Ihren Händen? Herzlichen Glückwunsch! Damit beginnt eine aufregende und ganz besondere Zeit in Ihrem Leben. Sie befinden sich damit nun im ersten Trimester Ihrer Schwangerschaft. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Frauenarzt, um das weitere Vorgehen mit ihm zu besprechen.

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Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.