Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

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26.04.19
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Wie und warum entstehen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Über die Hälfte der Schwangeren klagt über Schmerzen im Rücken- und Beckenbereich – und das zu ganz unterschiedlichen Phasen Ihrer Schwangerschaft.

Tatsächlich sind es vor allem Frauen, die öfter unter Rückenschmerzen leiden. Der Aufbau des weiblichen Körpers ist darauf ausgelegt, ein Kind zu gebären. Daher ist die Region um Bauch und Lenden verlängert und der Winkel des Beckens größer als beim Mann. In der Schwangerschaft wird dieser Bereich dann durch den Druck der Gebärmutter und das Gewicht des Babys stärker belastet. Der Körperschwerpunkt verschiebt sich: Der Bauch zieht nach vorne und auch das Becken kippt nach hinten. Viele Schwangere tendieren deshalb zum Hohlkreuz.

Zusätzlich trägt auch die hormonelle Veränderung ihren Teil zu den Rückenschmerzen bei. Durch die vermehrte Ausschüttung des Hormons Progesteron, wird die gesamte Muskulatur der werdenden Mutter gelockert. So bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Das betrifft auch die Schambein- und Iliosakralfuge sowie die Bandscheiben. Es entstehen neben Kreuzschmerzen oft auch Schmerzen im Lendenbereich und der Beckenregion.

Rückenschmerzen im Schwangerschaftsverlauf

Zwar können Rückenschmerzen auch schon im ersten Trimester der Schwangerschaft auftreten, in ihrer Häufigkeit und Intensität nehmen sie aber vor allem ab der 24. SSW - also während des zweiten Trimesters - zu. Grund dafür sind vor allem der stetig wachsende Bauch und das zunehmende Gewicht. Beides zieht den Körper regelrecht nach vorne und übt mehr Druck auf die Bänder im Beckenbereich aus.

Im dritten Trimester kommen dann weitere Ursachen für Rückenschmerzen hinzu: Wenn das Kind mit seinem Köpfchen tiefer ins Becken rutscht, drückt es auf die Beckennerven. Je näher Ihr Entbindungstermin rückt, desto lockerer werden die Bänder im Becken. Auch kann es sich bei Rückenschmerzen in der späten Schwangerschaft um Wehen handeln, die sich bis in den Rücken hineinziehen und als schmerzhaft wahrgenommen werden können.

Was Sie selbst gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft tun können

Damit Ihre Schwangerschaft nicht zur körperlichen Belastung wird und Sie diese Zeit in vollen Zügen genießen können, haben wir ein paar Übungen und Anregungen gesammelt, mit denen Sie Ihrem Rücken nun etwas Gutes tun können:

  • Machen Sie die Kuh-Katze! Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wenn diese, aus dem Yoga stammende, Übung erst einmal komisch klingen mag, ist sie für Schwangere mit Rückenschmerzen doch ideal. So geht’s: Gehen Sie zuerst in den Vierfüßlerstand (also Knie und Hände berühren den Boden). Nun machen Sie abwechselnd erst ein Hohlkreuz (Bauch nach unten hängen lassen und den Kopf dabei in den Nacken legen) und anschließend einen Katzenbuckel (ziehen Sie das Kinn dabei zur Brust). Wiederholen Sie diese Übung am besten einige Male, denn sie kräftigt und lockert zugleich.
  • Entspannen Sie Ihren Rücken! Eine weitere leicht durchführbare Übung ist die sogenannte Stufenlagerung. Hierbei legen Sie sich auf den Rücken und erhöhen Ihre Unterschenkel und Füße mithilfe eines oder mehrerer Kissen. So bilden die Beine eine „Stufe“. Ihr Rücken wird durch diese Position in die Länge gestreckt und kann sich so optimal entspannen. Bitte führen Sie diese Übung jedoch nicht mehr zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft durch, da das Gewicht Ihres Babys dann zu stark auf Ihre Hohlvene drückt und somit die Durchblutung blockieren kann.
  • Bewahren Sie Haltung! Viele Schwangere verfallen durch das zunehmende Gewicht Ihres Bauches in ein Hohlkreuz. Diese Körperhaltung begünstigt jedoch Rückenschmerzen in der Schwangerschaft. Statt Ihr Kind im Bauch vor sich herzutragen, sollten Sie versuchen, es wieder zu Ihrem Körper heranzuholen. Das geht am besten, indem Sie Ihr Becken nach unten ausrichten, Ihren unteren Rücken lang machen und den Unterleib leicht nach innen ziehen.
  • Lassen Sie sich massieren! Auch Ihr Partner kann Sie bei der Bekämpfung Ihrer Rückenschmerzen unterstützen. Zeigen Sie ihm genau, wo es wehtut und lassen Sie sich bei einer schönen Massage verwöhnen. Sparen Sie dabei allerdings besser den Bereich des Kreuzbeins aus, da dies unter Umständen Wehen auslösen könnte. Unser Tipp: Mit ein wenig Massage- oder Baby-Öl geht es leichter von der Hand.
  • Sorgen Sie für Wärme! Wärme ist eins der besten Mittel gegen Verspannungen und Schmerzen im Rückenbereich. Ein wohltuendes Bad, eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen können bei Schmerzen Linderung verschaffen. Seien Sie jedoch vorsichtig! Zu heiß darf es auch nicht sein, denn das kann ebenfalls zu vorzeitigen Kontraktionen führen.

Wann sollte man besser einen Arzt aufsuchen?

Rücken- und Beckenschmerzen sind leider eine sehr häufige Begleiterscheinung der Schwangerschaft. Auch wenn Sie Ihnen zurecht lästig erscheinen, sind solche Schmerzen meistens nicht schwerwiegend, sondern eher harmlos.

Trotzdem sollten Sie besonders in den ersten Wochen Ihrer Schwangerschaft vorsichtig sein. Wenn Sie nun Rückenschmerzen verspüren, kann dies auch andere Ursachen (zum Beispiel eine Eileiterschwangerschaft) haben. Suchen Sie im ersten Drittel Ihrer Schwangerschaft bei starken und kontinuierlichen Rückenschmerzen also lieber gleich Ihren Arzt auf.

Generell gilt: Konsultieren Sie bei starken Rückenschmerzen lieber Ihren Arzt. Nur er kann feststellen, woher die Schmerzen wirklich stammen und was gegebenenfalls dagegen unternommen werden muss.

Gegen Ende der Schwangerschaft können Rückenschmerzen hingegen ein Anzeichen einer nahenden Geburt sein. Viele Schwangere empfinden die Geburtswehen als sogenannte Rückenwehen. Sollten Sie also kurz vor Ihrem Entbindungstermin stehen, kann es ratsam sein, bei extremen Rückenschmerzen besser den Weg ins Krankenhaus anzutreten. Gut, wenn Sie jetzt also schon Ihre Kliniktasche gepackt haben. Hier verraten wir Ihnen noch einmal, was alles hineingehört.

Vorbeugende Maßnahmen bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Sie sind schwanger und haben keine Rückenschmerzen? Trotzdem sollten Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um dem Schmerzen zuvorzukommen.

Zur Vorbeugung hilft vor allem Bewegung. Machen Sie sanftes Yoga, gehen Sie schwimmen und/oder Spazieren und machen Sie Schwangerschaftsgymnastik. Ein leichtes Fitnesstraining für Schwangere tut auf jeden Fall gut und bereitet Sie auf die kommenden Wochen Ihrer Schwangerschaft und die Geburt vor.

Eine gute und effiziente Übung ist übrigens die sogenannte Beckenwiege. Hierbei handelt es sich um eine Übung, die Sie wirklich überall und sowohl im Stehen und Liegen als auch im Sitzen durchführen können. Kippen Sie dabei Ihr Becken abwechselnd nach hinten und dann wieder nach vorne. Mehrmals hintereinander wiederholt und immer wieder in den Tag eingebaut, können Sie damit Ihre Bauchmuskulatur stärken und Rückenschmerzen vermeiden.

Wichtig ist natürlich auch eine richtige Haltung. Zwar verleitet der schöne Bauch Sie dazu, ihn regelrecht raushängen zu lassen, doch sollten Sie immer darauf achten, dabei nicht in ein Hohlkreuz zu gehen. Denn diese Fehlhaltung kann schnell zu Rückenschmerzen führen. Versuchen Sie Ihren Bauch also mehr über Ihrer Körpermitte zu tragen und Ihren Rücken lang und aufrecht zu halten.

Wie kann man Rückenschmerzen in der Schwangerschaft behandeln?

Sollten die oben erwähnten Maßnahmen nicht zu dem gewünschten Erfolg führen, können Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Hebamme sicherlich weiterhelfen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel eine Physio- oder manuelle Therapie. Auch professionelle Massagen, sowie Akupunktur können Ihre Rückenschmerzen lindern.

Eine relativ neue Maßnahme ist das Kinesio-Taping. Sie stammt aus Japan und soll den Körper durch hautähnliche spezielle Pflaster bei seiner Selbstheilung unterstützen. Dies funktioniert über Reibung, die dadurch entsteht, dass die Tapes direkt auf die „Problemzonen“ aufgeklebt werden. Daher wird das Kinesio-Taping seit Kurzem auch oft bei Rücken- und Beckenschmerzen angewendet.

Niemand sollte während der Schwangerschaft unter ständigen Rückenschmerzen leiden. Scheuen Sie also nicht davor zurück Ihren Arzt zu befragen, nur weil Sie denken, dass Rückenschmerzen zu einer Schwangerschaft dazugehören. Sie sollten diese besondere Zeit schmerzfrei genießen können!

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