Babyakne

Babyakne: Ursachen, Behandlung und Tipps

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12.02.20
4 Lesedauer

Pickel und Pubertät gehört für die meisten Menschen zusammen. Aber auch junge Mütter stellen nicht selten fest, dass ihre Babys kleine Pickelchen auf der Haut haben. Alles, was Sie über Babyakne wissen müssen – und warum Sie sich deshalb keine Sorgen machen müssen – erfahren Sie hier.

Worum geht es in diesem Artikel?

Woran erkennt man Babyakne? Warum tritt Akne bei Neugeborenen überhaupt auf? Verwechslungsgefahr: Babyakne oder nicht? Wie lange bleibt die Babyakne? Welche Pflege ist bei Babyakne nötig?

Woran erkennt man Babyakne?

Viele Eltern rechnen nicht damit, dass auch Neugeborene Akne bekommen können. Wenn die Haut des kleinen Lieblings dann kurz nach der Geburt aufblüht und kleine Pickelchen im Gesicht sprießen, ist die Verwunderung oft groß.

Doch genau wie die Akne bei Jugendlichen ist auch die Babyakne nicht nur ganz normal, sondern gesundheitlich absolut unbedenklich. Und im Gegensatz zu den Pickeln, gegen die Teenager oft jahrelang mit Cremes, Gesichtswasser und allerlei Hausmitteln ankämpfen, ist sie schneller wieder verschwunden.

Schon einige Tage nach der Geburt kann die harmlose Neugeborenenakne erstmals in Erscheinung treten. Optisch unterscheidet sie sich nur geringfügig von der Akne, die wir von Pubertierenden kennen: Feine, rötliche Pusteln mit gelbem Kopf machen den Ausschlag aus. Auf der feinporigen Haut von Babys sind die Pickel allerdings meist kleiner und enthalten etwas weniger Talg.

Vor allem tritt die Babyakne im Gesicht des Kindes auf, doch auch andere Stellen am Körper können betroffen sein. So zeigt sich Neugeborenenakne neben Gesichtsregionen wie Wangen, Kinn und Stirn auch an Brust, Bauch oder Rücken.

Warum tritt Akne bei Neugeborenen überhaupt auf?

Die Haut Ihres Babys kann gerade in den ersten Wochen seines Lebens verschiedene Veränderungen zeigen, die meisten davon sind harmlos. Manche sind einfach eine Laune der Natur, anderen sind äußere Anzeichen wichtiger Körperfunktionen.

So auch bei der Babyakne: Die Ursache hierfür ist eine Hormonumstellung, die beim Neugeborenen unweigerlich stattfindet. Hormone steuern schließlich alles: vom Wachstum über den Stoffwechsel bis hin zur emotionalen Entwicklung.

Es wird zudem vermutet, dass auch die Schwangerschaftshormone der Frau eine Rolle spielen. Sie sind unter anderem verantwortlich für die Organentwicklung beim Fötus im Mutterleib. Ein paar Pickel als Nebenwirkung nimmt man hierfür doch gerne in Kauf.

Übrigens können die Schwangerschaftshormone der Mutter auch nach der Geburt noch auf das Kind übertragen werden - und zwar beim Stillen. Ein klein wenig trägt zur Babyakne also auch die Muttermilch bei. Dies soll jedoch keinesfalls als Grund verstanden werden, dem Kind nicht die Brust zu geben. Zu groß und zahlreich sind die Vorteile, die das Stillen hat.

Obwohl die Hormone bei allen Babys fleißig arbeiten, sind nicht alle von der Neugeborenenakne betroffen. Etwa 20 Prozent aller Säuglinge entwickeln sie. Es ist wie so oft auch eine Frage der Veranlagung. Eltern von Kindern, die Babyakne bekommen, haben häufig eigene Erfahrung mit schlechter Haut gemacht. Babys mit Neugeborenenakne werden es in der Pubertät außerdem mit größerer Wahrscheinlichkeit mit Pickeln zu tun haben.

Aufgrund der hormonellen und genetischen Ursachen ahnen Sie es vielleicht schon: Sie können der Neugeborenenakne leider nicht vorbeugen.

Verwechslungsgefahr: Babyakne oder nicht?

Nicht alle Hautveränderungen sind gleich eine Babyakne.

Hautirritationen

Wenn in den ersten Lebenstagen kleine, weißlich-gelbe Pickelchen mit rotem Hof an Kopf, Brust und Bauch zu sehen sind, kann es sich neben der Babyakne auch um folgende Hautveränderungen handeln:

  • Erythema toxicum neonatorum: Trotz des etwas unheimlich klingenden Namens ist diese Hautveränderung vollkommen ungefährlich. Sie kommt bei etwa der Hälfte aller Neugeborenen vor und verschwindet in der Regel innerhalb von zwei Wochen von ganz alleine wieder.
  • Milien: Das sind winzige Zysten an Talg- oder Schweißdrüsen, die sich durch gelblich-weiße Pünktchen äußern. Auch hier ist keine Behandlung nötig.
  • Kopfgneis: Wie die Neugeborenenakne ist auch der Kopfgneis hormonell bedingt, tritt jedoch fast ausschließlich auf der behaarten Kopfhaut und hinterm Ohr des Kindes auf. Es bilden sich gelbliche, fettige Schüppchen. Nach kurzer Zeit klingen diese Symptome aber schon wieder ab.

Neurodermitis

Bei Rötungen und Hautveränderungen befürchten manche Eltern außerdem eine Vorstufe der Neurodermitis, die bei Babys als Milchschorf beginnen kann. Dieser äußert sich durch rote, entzündliche Stellen, gelbliche Schuppen und nässende Bläschen, vor allem an der Kopfhaut, der Stirn und den Augenbrauen.

Doch anders als bei der Babyakne juckt die Kopfhaut bei Neurodermitis stark, was Ihr Kind durch Quengeln oder Weinen bemerkbar machen würde. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Schatz möglicherweise an Milchschorf leidet, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Säuglingsakne

Häufig wird anstelle von Babyakne auch der Begriff Säuglingsakne verwendet. Dabei handelt es sich allerdings um ein anderes Phänomen, das normalerweise erst zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auftritt. Auch die Säuglingsakne lässt sich vorwiegend im Gesicht des Kindes finden.

Im Gegensatz zur Babyakne juckt die Säuglingsakne meist. Sie kann stärker verlaufen und klingt unter Umständen nicht ohne eine Behandlung ab.

Wie lange bleibt die Babyakne?

Eine sichere Diagnose bei Hautveränderungen kann nur der Kinderarzt stellen. Wenn sich herausstellt, dass es sich bei den roten Pusteln im Gesicht oder an der Brust des Kindes tatsächlich um Babyakne handelt, müssen sich Eltern keine weiteren Gedanken machen. Ihren Höhepunkt hat die Neugeborenenakne oft schon nach zwei bis drei Wochen erreicht und klingt danach langsam von alleine ab.

Innerhalb von vier Monaten ist sie meistens wieder verheilt. In seltenen Fällen kann es bis zu einem halben Jahr dauern. Auch aus kosmetischer Sicht besteht kein Grund zur Sorge: Eine Narbenbildung ist nicht zu befürchten.

Welche Pflege ist bei Babyakne nötig?

Entscheidend ist beim Behandeln der Babyakne vor allem der Grundsatz: Weniger ist mehr! Babyakne klingt von alleine wieder ab und sollte nicht mit zu viel Pflege in Angriff genommen werden. Bestimmte, gut gemeinte Maßnahmen bewirken womöglich sogar eine Verschlechterung des Hautbildes. Auch gibt es nichts, was Sie vorbeugend unternehmen können.

Was Sie bei Babyakne nicht tun sollten

  • Die Pickel ausdrücken: Dies könnte dazu führen, dass sich die kleinen Pusteln entzünden.
  • Mit Medikamenten behandeln: Pharmazeutische Mittel gegen Babyakne, egal ob verschreibungspflichtig oder rezeptfrei, sollten auf der zarten Haut des Säuglings nicht angewendet werden.
  • Übermäßige Pflege: Fetthaltige Creme, Öl oder Salbe kann die Babyakne eher noch verschlimmern. Wenn eine Creme verwendet wird, sollte diese möglichst frei von Konservierungsstoffen und Parfum sein.

Was Sie stattdessen machen können

  • Sanfte Reinigung: Bei Babyakne genügt es, Gesicht, Brust und andere betroffene Bereiche mit lauwarmem Wasser sanft abzuwaschen. Ein paar Mal pro Woche kann zudem eine feuchtigkeitsspendende Seife verwendet werden.
  • Hautirritationen vermeiden: Atmungsaktive Kleidung und ein gutes Raumklima sorgen dafür, dass die Säuglingshaut nicht zusätzlich gereizt wird.

Es gibt bestimmte Hausmittel, die gegen Babyakne empfohlen werden. So könnten Sie zum Beispiel die von Babyakne betroffenen Stellen am Körper mit Muttermilch abzutupfen. Bevor auf Hausmittel zurückgegriffen wird, sollten Sie jedoch immer zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt oder der behandelnden Hebamme halten.

Keine Frage: Pickel sind immer unerwünscht. Doch gehören Sie zu den normalsten Hautveränderungen, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens begegnen wird. Säuglinge bilden hier keine Ausnahme. Und im Gegensatz zu Jugendlichen und Erwachsenen kümmert es ein Baby kein bisschen, ob sich ein wenig Neugeborenenakne für eine Weile auf seinem Gesicht breitmacht.

Lassen Sie sich also ebenso wenig davon aus der Ruhe bringen. Schließlich gibt es doch nichts Schöneres auf der Welt als Ihr Baby – Pickelchen hin oder her!

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SOURCES:

DEVZ: Hormone bei Kindern

Kinderaerzte im Netz: Baby-Akne

Kinder-& Jugendärzte im Netz: Baby-Akne

Kinderaerzte im Netz: Kopfgneis verschwindet meist von selbst

Pharmazeutische Zeitung: Richtig gepflegt

Derma.plus: Milchschorf

American Family Physician: Newborn Skin: Part 1. Common Rashes

Dr Gumpert: Neugeborenenenakne

Book: Dr. med. Illing, Stephan. Das gesunde und das kranke Neugeborene. Stuttgart: Enke Verlag, 1993, Seite 19f

Book: Prof. Blume-Paytavi, Ulrike et al. Atlas der Pädiatrischen Dermatologie. Wiley Verlag, 2018. Seiten 511ff

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