Babyakne

Pickel und Pubertät gehören für die meisten Menschen zusammen. Aber auch Babys können bereits kleine Pickelchen auf der Haut haben. Erfahre hier alles, was du über Babyakne wissen musst – und warum du dir deshalb keine Sorgen machen brauchst.

Woran erkennt man Babyakne?

Viele Eltern rechnen nicht damit, dass auch Neugeborene Akne bekommen können. Die Verwunderung ist dann oft groß, wenn die Haut des kleinen Lieblings kurz nach der Geburt aufblüht und kleine Pickelchen im Gesicht zu sehen sind.

Doch genau wie die Akne bei Jugendlichen, ist auch die Babyakne ganz normal und gesundheitlich absolut unbedenklich. Im Gegensatz zu den Hautunreinheiten in der Pubertät ist sie aber schneller wieder verschwunden.

Schon einige Tage nach der Geburt kann die harmlose Neugeborenenakne erstmals in Erscheinung treten. Optisch unterscheidet sie sich nur geringfügig von der Akne, die wir von Pubertierenden kennen: Feine, rötliche Pusteln mit gelbem Kopf sind auf der Haut zu erkennen. Bei Babys sind die Pickel allerdings meist kleiner und enthalten etwas weniger Talg.

Vor allem im Gesicht tritt die Babyakne auf, doch auch andere Körperstellen können betroffen sein. So zeigt sich Neugeborenenakne neben Gesichtsregionen wie Wangen, Kinn und Stirn auch an Brust, Bauch oder Rücken.

Warum tritt Akne bei Neugeborenen auf?

Die Haut deines kleinen Schatzes kann gerade in den ersten Wochen nach der Geburt verschiedene Veränderungen zeigen. Die meisten davon sind harmlos. Manche sind einfach eine Laune der Natur, andere sind äußere Anzeichen wichtiger Körperfunktionen.

So auch bei der Babyakne: Die Ursache hierfür ist eine Hormonumstellung, die bei Neugeborenen unweigerlich stattfindet. Hormone steuern nicht nur die emotionale Entwicklung, sondern auch Wachstum und Stoffwechsel.

Es wird zudem vermutet, dass auch die Schwangerschaftshormone der Mutter eine Rolle spielen. Sie sind während der Schwangerschaft unter anderem für die Organentwicklung deines kleinen Schatzes verantwortlich.

Auch nach der Geburt können die Schwangerschaftshormone noch auf deinen Liebling übertragen werden – und zwar beim Stillen. Die Muttermilch trägt somit also auch ein wenig zur Babyakne bei.

Obwohl die Hormone bei allen Babys fleißig arbeiten, muss dein kleiner Schatz nicht zwangsläufig von der Neugeborenenakne betroffen sein. Etwa 20 Prozent aller Säuglinge entwickeln sie. Auch die Veranlagung spielt hier eine Rolle. Eltern von Kindern, die Babyakne bekommen, haben häufig eigene Erfahrung mit schlechter Haut gemacht. Babys mit Neugeborenenakne werden außerdem mit etwas höherer Wahrscheinlichkeit auch in der Pubertät mit unreiner Haut zu tun haben.

Aufgrund der hormonellen und genetischen Ursachen ahnst du es vielleicht schon: Du kannst der Neugeborenenakne leider nicht vorbeugen.

Verwechslungsgefahr: Babyakne oder nicht?

Nicht alle Hautveränderungen sind eine Babyakne.

Hautirritationen

Wenn in den ersten Lebenstagen kleine, weißlich-gelbe Pickelchen mit rotem Hof an Kopf, Brust und Bauch zu sehen sind, kann es sich neben der Babyakne auch um folgende Hautveränderungen handeln:

  • Erythema toxicum neonatorum: Trotz des etwas unheimlich klingenden Namens ist diese Hautveränderung vollkommen ungefährlich. Sie kommt bei etwa der Hälfte aller Neugeborenen vor und verschwindet in der Regel innerhalb von zwei Wochen von ganz allein wieder.

  • Milien: Das sind winzige Zysten an Talg- oder Schweißdrüsen, die sich durch gelblich-weiße Pünktchen äußern. Auch hier ist keine Behandlung nötig.

  • Kopfgneis: Wie die Neugeborenenakne ist auch der Kopfgneis hormonell bedingt. Dieser tritt jedoch fast ausschließlich auf der behaarten Kopfhaut und hinterm Ohr des Kindes auf. Es bilden sich gelbliche, fettige Schüppchen. Nach kurzer Zeit klingen diese Symptome aber schon wieder ab.

Babyakne oder Neurodermitis?

Bei Rötungen und Hautveränderungen befürchten manche Eltern außerdem eine Vorstufe der Neurodermitis, die bei Babys als Milchschorf beginnen kann. Dieser äußert sich durch rote, entzündliche Stellen, gelbliche Schuppen und nässende Bläschen – vor allem an der Kopfhaut, der Stirn und den Augenbrauen.

Doch anders als bei der Babyakne juckt die Kopfhaut bei Neurodermitis stark. Dein kleiner Schatz würde sich hierbei durch Quengeln oder Weinen bemerkbar machen. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Liebling möglicherweise an Milchschorf leidet, suche bitte deinen Arzt / deine Ärztin auf.

Säuglingsakne

Häufig wird anstelle von Babyakne auch der Begriff Säuglingsakne verwendet. Dabei handelt es sich allerdings um ein anderes Phänomen, das normalerweise erst zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auftritt. Auch die Säuglingsakne lässt sich vorwiegend im Gesicht deines kleinen Schatzes finden.

Im Gegensatz zur Babyakne juckt die Säuglingsakne meist. Sie kann stärker verlaufen und klingt unter Umständen nicht ohne eine Behandlung ab.

Wie lange bleibt die Babyakne?

Wenn sich herausstellt, dass es sich bei den roten Pusteln im Gesicht oder an der Brust deines Lieblings tatsächlich um Babyakne handelt, musst du dir keine weiteren Gedanken machen. Eine sichere Auskunft zur Dauer der Neugeborenenakne kann dir nur der Kinderarzt / die Kindeärztin geben. Ihren Höhepunkt hat die Babyakne aber oft schon nach zwei bis drei Wochen erreicht und klingt danach langsam von allein ab.

Innerhalb von vier Monaten ist sie meistens wieder verheilt. In seltenen Fällen kann es bis zu einem halben Jahr dauern. Auch aus kosmetischer Sicht besteht kein Grund zur Sorge: Eine Narbenbildung ist nicht zu befürchten.

Was hilft gegen Babyakne?

Entscheidend ist beim Behandeln der Babyakne vor allem der Grundsatz: Weniger ist mehr! Babyakne klingt von allein wieder ab und sollte nicht mit zu viel Pflege in Angriff genommen werden. Bestimmte, gut gemeinte Maßnahmen bewirken womöglich sogar eine Verschlechterung des Hautbildes.

Was du bei Babyakne nicht tun solltest

  • Die Pickel ausdrücken: Dies könnte dazu führen, dass sich die kleinen Pusteln entzünden.

  • Mit Medikamenten behandeln: Pharmazeutische Mittel gegen Neugeborenenakne sollten auf der zarten Haut des Säuglings nicht angewendet werden.

  • Übermäßige Pflege: Fetthaltige Creme, Öl oder Salbe kann die Babyakne eher noch verschlimmern. Wenn eine Creme verwendet wird, sollte diese möglichst frei von Konservierungsstoffen und Parfum sein.

Was du stattdessen bei Babyakne tun kannst

  • Sanfte Reinigung: Bei Babyakne genügt es, Gesicht, Brust und andere betroffene Bereiche mit lauwarmem Wasser sanft abzuwaschen. Ein paar Mal pro Woche kann zudem eine feuchtigkeitsspendende Seife verwendet werden.

  • Hautirritationen vermeiden: Atmungsaktive Kleidung und ein gutes Raumklima sorgen dafür, dass die Babyhaut nicht zusätzlich gereizt wird.

Es gibt bestimmte Hausmittel, die gegen Babyakne empfohlen werden. So kannst du die betroffenen Stellen am Körper mit Muttermilch abtupfen. Bevor du aber auf Hausmittel zurückgreifst, solltest du immer zunächst Rücksprache mit deinem Arzt / deiner Ärztin oder deiner Hebamme halten.

Keine Frage: Pickel sind immer unerwünscht. Sie gehören jedoch zu den normalsten Hautveränderungen, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens begegnen wird. Babys bilden hier keine Ausnahme. Im Gegensatz zu Jugendlichen und Erwachsenen kümmert es deinen kleinen Schatz aber kein bisschen, wie das Hautbild aussieht.

Lasse dich also ebenso wenig davon aus der Ruhe bringen. Schließlich gibt es doch nichts Schöneres auf der Welt als deinen kleinen Schatz – Pickelchen hin oder her!

Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.

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