Anzeichen für Wehen – Körpersignale deuten

Anzeichen für Wehen – Körpersignale deuten

Je näher der große Tag heranrückt, desto öfter fragen Sie sich bestimmt, woran Sie die Wehen erkennen werden. Machen Sie sich keine Sorgen: Der Körper einer Frau sendet fast immer eindeutige Signale und Ihr natürliches Körpergefühl lässt Sie diese Signale erkennen.

Anzeichen für das baldige Geburtsbeginn

Es gibt drei Anzeichen, die auf das Einsetzen der Wehen innerhalb der nächsten Stunden oder Tage schließen lassen können.

1. Zeichnungsblutung- der Schleimpropf löst sich

Einige Stunden oder Tage vor dem Beginn der Wehen bemerken Sie möglicherweise einen rosafarbenen oder leicht mit Blut durchsetzten, schleimigen Ausfluss. Die ist ein Anzeichen dafür, dass sich der Schleimpropf im Gebärmutterhals löst, der den Muttermund während der Schwangerschaft verschlossen hat. Dieser Ausfluss wird nicht von allen Frauen bemerkt. In manchen Fällen setzen die ersten Wehen auch vor dem Ausscheiden des Schleimpfropfs ein. Ein leichter blutig-bräunlicher Ausfluss kann auch mal nach einer vaginalen Untersuchung durch die Hebamme oder den Frauenarzt auftreten und ist kein Grund zur Besorgnis. Rötliche Blutungen, die vielleicht sogar regelstark sind sollten sie allerdings immer abklären lassen.

2. Abgang von Fruchtwasser

Man spricht hier auch von einem Blasensprung. In welcher Menge Fruchtwasser aus der Fruchtblase abgeht und aus der Scheide fließt, ist von Frau zu Frau verschieden und hängt auch von der Position des Babys im Bauch ab. Wenn das Köpfchen schon recht tief und fest im Beckeneingang sitzt, läuft das Fruchtwasser vielleicht nur tröpfchenweise ab.  Es kann auch sein, dass das Fruchtwasser in einem Schwall und dann auch immer wiederkehrend abläuft.
Bei einem Abgang von Fruchtwasser vor Wehenbeginn spricht man auch von einem vorzeitigen Blasensprung. Dieser tritt bei rund 20 % aller Geburten auf.
In den meisten Fällen „platzt“ die Fruchtblase erst unter der Geburt, also nachdem schon Wehen aufgetreten sind.
Aber auch nach einem vorzeitigen Blasensprung setzen meist zeitnah von alleine die Wehen ein. Wenn dies nicht der Fall ist, wird zunächst abgewartet und auf mögliche Zeichen einer Infektion geachtet. Sollten die Wehen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nicht von alleine losgehen, werden Ihnen wehenfördernde Massnahmen empfohlen bzw. wird die Geburt eingeleitet.

Informieren Sie beim Abgang von Fruchtwasser Ihre betreuende Hebamme oder begeben Sie sich in die Geburtsklinik, in der Sie angemeldet sind. Notieren Sie die Uhrzeit, Farbe und geschätzte Menge der Flüssigkeit und gegebenenfalls, ob ein unangenehmer Geruch festzustellen ist. Geben Sie diese Informationen an das Fachpersonal weiter.
Nur in sehr seltenen besonderen Situationen kann es erforderlich sein, sich liegend in die Klinik transportieren zu lassen. Besprechen Sie in den letzten Schwangerschaftswochen mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt, wie Sie sich bei einem Blasensprung diesbezüglich verhalten sollen

3. Der Wehenbeginn- das Einsetzen der Kontraktionen

Als Wehen bezeichnet man regelmäßiges Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur, auch Kontraktionen genannt. Die ersten Wehen sind bei vielen Frauen mit den typischen Unterleibskrämpfen während der Menstruation oder Schmerzen im unteren Rücken zu vergleichen. Sie kommen und gehen in meist noch großen Abständen von 20 bis 30 Minuten. Die Wehen werden nach und nach regelmäßiger, allmählich stärker und halten auch länger an. Aber auch längere Pausen sind in dieser ersten Phase durchaus normal. Geburtswehen, die wirksam auf die Eröffnung des Muttermundes sind, kommen meist mindestens alle zehn Minuten und sind 45 bis 60 Sekunden lang.
Sie müssen aber kein exaktes Protokoll darüber führen oder auf einer Wehenapp notieren, wie genau Ihre Wehen kommen und gehen. Wann Sie Ihre Hebamme informieren bzw. Ihren Geburtsort aufsuchen, ist vor allem Ihr persönliches Wohlbefinden unter den Wehen wichtig. 



Falscher Alarm?

Kein Abgang des Schleimpropfes


Echte Wehen



Falscher Alarm


Die Kontraktionen treten in regelmäßigen, vorhersehbaren Abständen und nach einem vorhersehbaren Muster auf (beispielsweise alle acht Minuten).

Die Kontraktionen treten in unregelmäßigen und unvorhersehbaren Abständen auf, beispielsweise einmal nach zehn Minuten, dann nach sechs Minuten, dann nach zwei Minuten, dann nach acht Minuten usw.

Sie stellen 3 Formen der Steigerung fest: Die Kontraktionen a) kommen in immer kürzeren Zeitabständen, b) werden immer länger und c) werden immer stärker.

Es ist keine Form der Steigerung erkennbar.

Sie müssen sich sehr auf die Wehe konzentrieren und diese veratmen.

Sie spüren die Wehe, können sich aber beispielsweise währenddessen noch auf etwas anderes konzentrieren oder sich unterhalten.

Durch eine Änderung der Körperhaltung oder -aktivität können Sie die die Kontraktionen nicht verzögern oder stoppen.

Durch eine Änderung der Körperhaltung oder -aktivität nimmt die Wehentätigkeit ab.

Es geht möglicherweise blutiger Schleim ab.

Kein Abgang des Schleimpropfes

Es geht Fruchtwasser ab.

Es geht kein Fruchtwasser ab..

Ihre Hebamme bzw. Ihr Arzt wird bei der vaginalen Untersuchung Veränderungen feststellen wie  das Weichwerden oder Verkürzen des Gebärmutterhalses sowie eine Eröffnung des Muttermundes.

Es gibt keine Veränderungen am Gebärmutterhals und am Muttermund.


Ein wichtiger Anruf

Falls Sie glauben, dass die Wehen bereits eingesetzt haben, sollten Sie Ihre betreuende Hebamme anrufen, wenn vereinbart ist, dass diese Ihre Geburt begleitet. Ansonsten können Sie in der Geburtsklinik anrufen, in der Sie angemeldet sind bzw. direkt dorthin fahren. Scheuen Sie sich nicht, auch mitten in der Nacht anzurufen. Das Fachpersonal weiß, dass die Wehen sich nicht nach den üblichen Arbeitszeiten richten. Im Bereitschaftsdienst oder im Krankenhaus nehmen Hebammen einen Anruf auf jeden Fall entgegen – egal um welche Uhrzeit.
Möglicherweise müssen Sie sich nicht sofort auf den Weg in die Klinik machen. Die meisten Ärzte und Hebammen empfehlen beim ersten Kind, so lange zu Hause in der vertrauten Umgebung zu bleiben, bis die Zeitabstände zwischen den Kontraktionen sich auf ungefähr fünf Minuten verkürzt haben. Ab dem zweiten Kind müssen Sie vielleicht früher ins Krankenhaus kommen, da der Wehenverlauf diesmal schneller sein könnte. Berücksichtigen Sie dabei auch lange Fahrtwege, da es nicht besonders angenehm ist mit starken Wehen angeschnallt im Auto zu sitzen

Das Einsetzen der Wehen kann unterschiedliche Gefühle auslösen, beispielsweise Aufregung, Zweifel oder auch Angst. Versuchen Sie trotzdem ruhig und konzentriert zu bleiben. Wichtig ist, dass Sie zu Hause nicht alleine sind und Ihr Partner oder auch eine gute Freundin Sie begleitet. Ihre Begleitperson bringt Sie dann auch später in Ihre Geburtsklinik, denn selbst fahren sollten Sie unter Wehen nicht mehr.
Geben Sie sich und Ihrem Körper etwas Zeit, sich auf die nun kommende und sich zunächst ungewohnt anfühlende Geburtsarbeit einzustellen.
Am wichtigsten ist es, sich immer wieder klar zu machen: Die Geburt Ihres Kindes steht nun unmittelbar bevor und Sie werden es schaffen!


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