Schwangere Frau hält ihren Bauch – Sinnbild für die Schwangerschaftsphase mit Schleimpfropf.

Was ist der Schleimpfropf in der Schwangerschaft?

4 Min. LesezeitAktualisiert am 3 April 2026

Der Schleimpfropf ist ein besonders zäher Schleim, der in der Schwangerschaft den Muttermund wie ein natürlicher „Verschluss“ abdichtet. Er schützt vor aufsteigenden Keimen und schützt die Gebärmutterhöhle effektiv vor dem Aufsteigen von Krankheitserregern. Kurz vor der Geburt reift der Gebärmutterhals, der Pfropf kann sich lösen – manchmal unbemerkt, manchmal als zäher Ausfluss, teils mit leichter Blutbeimengung („Zeichnen“). Wichtig: Nach dem Abgang kann es noch Tage bis zu echten Wehen dauern.

Typisch: weißlich bis bräunlich/hellrot, zäh-schleimig

Abklären: stärkere, anhaltende hellrote Blutung oder Schmerzen

Im nächsten Abschnitt schauen wir genauer auf Funktion, Aussehen und den richtigen Zeitpunkt, ärztlichen Rat einzuholen.

Was ist der Schleimpfropf?

Der Schleimpfropf entsteht ganz natürlich während der Schwangerschaft: Im Gebärmutterhals sammelt sich Schleim an, der als schützender „Pfropf“ dafür sorgt, dass keine schädlichen Bakterien in die Gebärmutter eindringen. So hilft er dabei, Infektionen zu verhindern – wie eine schützende Barriere direkt im Gebärmutterhalskanal (Zervixkanal), die ganz unauffällig ihren Dienst tut. Der Schleimpfropf ist also Teil des natürlichen Schutzsystems.

Häufig geht der Abgang des Schleimpfropfens mit der sogenannten 'Zeichnungsblutung' einher. Diese leichte Blutung entsteht, wenn sich der Gebärmutterhals öffnet und dabei feinste Blutgefäße am Muttermund reißen. Dadurch bekommt der Schleimpfropf manchmal eine rosa, rote oder bräunliche Farbe. Ein blutiger Schleimpfropf ist in der Regel unbedenklich, solange keine starken Blutungen auftreten.

Schleimpfropf vs. Zeichnungsblutung

Die Begriffe Schleimpfropf und Zeichnungsblutung werden oft gleichgesetzt. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche klinische Phänomene: Der Schleimpfropf besteht aus zähem, meist trübem, weißlich-gelbem Schleim, der den Gebärmutterhals verschließt. Die Zeichnungsblutung hingegen bezeichnet den Austritt von geringen Mengen Blut aus den feinen Gefäßen des reifenden Gebärmutterhalses, welches den abgehenden Schleim rötlich oder bräunlich einfärben kann.

Die Farbe beim Abgang des Schleimpfropfes reicht von durchsichtig über rosa, rot bis braun – je nachdem, wie viel Blut beigemischt ist. Das ist alles ganz normal und zeigt meist nur, dass sich dein Körper langsam auf die Geburt vorbereitet. Obwohl beide Ereignisse meist zeitnah zusammen auftreten, unterscheidet das geburtshilfliche Fachpersonal in der Diagnose genau zwischen dem Abgang des Schleimpfropfens und einer echten Zeichnungsblutung, um andere, behandlungsbedürftige Blutungsursachen sicher auszuschließen. Du kannst ruhig einfach beschreiben, wie das Aussehen des Schleimpfropfens für dich wirkt.

Schleimpfropf vs. Ausfluss

Auch wenn der Schleimpfropf und der übliche Schwangerschaftsausfluss ähnlich aussehen, erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Der Schleimpfropf bildet früh im Gebärmutterhals eine schützende „Tür“, die Keime fernhält. Vaginaler Ausfluss kommt dagegen häufig während der Schwangerschaft vor – er ist meist dünner, milchig und geruchlos. Man nennt ihn auch Leukorrhö; er hilft, die Scheide sauber zu halten und Infektionen vorzubeugen.

Beim Schleimpfropf ist der Ausfluss eher dickflüssig wie Gelee, oft leicht blutig, wenn er abgeht. Im Gegensatz dazu fühlt sich normaler Ausfluss nie so dick und geleeartig an und enthält normalerweise kein Blut. Achte daher auf den Unterschied zwischen Schleimpfropf und Ausfluss, um Unsicherheiten zu vermeiden. Schleimpfropf oder Ausfluss – bei Zweifeln hilft die Rücksprache mit Hebamme oder Arzt und Ärztin.

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Wie sieht der Schleimpfropf aus?

Wie genau der Schleimpfropf aussieht, kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Manche bemerken auf einmal einen größeren Klumpen oder schleimige Stränge, andere entdecken über mehrere Tage hinweg kleine Schleimreste. Vielleicht siehst du ihn auf dem Toilettenpapier, nach dem Abwischen – oder bemerkst ihn überhaupt nicht. Das Schleimpfropf-Aussehen kann klar, weißlich oder leicht blutig sein. Viele fragen sich daher: Wie sieht ein Schleimpfropf aus?

Typischerweise ist der Schleimpfropf:

  • Durchsichtig, weißlich oder leicht blutig – rosa, rötlich oder bräunlich

  • Zäh, klar, geleeartig, etwas klebrig oder fadenförmig

  • Oft ca. 2–5 Zentimeter lang und ungefähr 15–30 Milliliter (1–2 Esslöffel) groß

  • Meist geruchlos

Falls du hingegen stärkere Blutungen hast – also ähnlich wie bei deiner Periode –, handelt es sich wahrscheinlich nicht um den Schleimpfropf und sollte ärztlich abgeklärt werden. Im Zweifel gilt immer: Lass dich lieber einmal mehr vom Arzt oder von der Ärztin oder der Hebamme beraten. Um die Unterschiede sicher erkennen zu können, suche ggf. gezielt nach: „Wie sieht der Schleimpfropfen aus? " oder vergleiche Schleimpfropf oder Ausfluss Schwangerschaft in vertrauenswürdigen Informationsquellen.

Viele vergleichen den eigenen Ausfluss oder Schleimpfropf mit einer Schleimpfropf-Farbtabelle, vor allem wenn die Farbe braun, grün oder ungewöhnlich erscheint.

Wann geht der Schleimpfropf ab?

Das Ablösen des Schleimpfropfes ist ein Hinweis darauf, dass sich dein Gebärmutterhals langsam öffnet. Sobald sich der Muttermund weitet, wird der Schleimpfropf allmählich nach unten ausgeschieden – das kann ein Zeichen für die bevorstehende Geburt sein oder einfach nur darauf hindeuten, dass dein Körper sich darauf vorbereitet.

Meist passiert das in den letzten Wochen der Schwangerschaft, häufig zwischen der 38. und 42. Schwangerschaftswoche (SSW). Es kann aber auch früher passieren oder erst mit dem Einsetzen der Wehen auffallen. Wann nach dem Ausscheiden des Schleimpfropfens die Geburt stattfindet – darauf gibt es keine einheitliche Antwort: Bei manchen beginnt die Geburt kurz darauf, bei anderen erst einige Tage später.

Bist du also etwa 39 Wochen schwanger und bemerkst den Abgang des Schleimpfropfens, kann die Geburt bald bevorstehen – manchmal dauert es aber auch noch ein paar Tage. Wenn du dir unsicher bist, sprich gerne mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. Gleichzeitig gilt: Ohne zusätzliche Anzeichen wie regelmäßige Wehen oder einen Blasensprung musst du in der Regel nicht sofort ins Krankenhaus fahren.

Manche Frauen verlieren den Schleimpfropf in einem Stück, andere in kleinen Portionen oder bemerken ihn gar nicht. Auch das ist völlig normal. Wann der Schleimpfropf vor der Geburt austritt ist bei jeder Schwangerschaft unterschiedlich – mach dir also keine Sorgen, wenn du keinen klaren Abgang wahrnimmst.

Wenn der Schleimpfropf vor der 37. SSW abgeht

Falls der Schleimpfropf vor der 37. SSW abgeht, melde dich bitte zeitnah bei deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme. Das ist nicht zwangsläufig ein Grund zur Panik: Dein Körper produziert während der gesamten Schwangerschaft kontinuierlich Zervixschleim und kann einen neuen Schleimpfropf bilden, solange der Muttermund noch weitgehend geschlossen ist. Und selbst wenn sich kein neuer Pfropf bildet, bleibt dein Baby durch die intakte Fruchtblase, die gemeinsam mit der Plazenta eine zusätzliche natürliche Schutzschicht bildet, weiterhin gut geschützt. Wichtig ist die ärztliche Abklärung, damit eine mögliche Frühgeburt rechtzeitig erkannt und das Risiko korrekt eingeschätzt werden kann.

Wenn du noch mehr typische Anzeichen für Geburtsbeginn erfahren möchtest, schau dir gerne unseren ausführlichen Artikel dazu an.

Woran merke ich, dass der Schleimpfropf abgegangen ist?

Was passiert, wenn der Schleimpfropf abgegangen ist?

Das Ablösen des Schleimpfropfens zeigt, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet – aber nicht, dass es sofort losgeht. Der Gebärmutterhals beginnt, weicher zu werden und sich langsam zu öffnen; das ist ein ganz normaler Vorgang im Vorfeld der Geburt. Hat sich der Schleimpfropf gelöst, bedeutet das darum noch nicht automatisch den Start der Geburt.

Oft treten nach dem Abgang weitere Geburtsanzeichen auf, zum Beispiel Wehen oder ein Blasensprung. Manchmal dauert es jedoch noch mehrere Tage oder sogar Wochen, bis die Geburt tatsächlich beginnt. Jede Schwangerschaft verläuft anders, und auch das ist völlig normal.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Der Schleimpfropf-Aabgang ist in der Regel ein normaler Teil der Geburtsvorbereitung. Melde dich jedoch umgehend bei deiner Hebamme, deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt oder in der Geburtsklinik, wenn zusätzlich eines der folgenden Anzeichen auftritt:

  • Starke, anhaltende hellrote Blutung, vergleichbar mit einer Monatsblutung oder stärker

  • Starke oder krampfartige Bauch‑ oder Unterleibsschmerzen

  • Regelmäßige Wehen vor der 37.SSW

  • Verdacht auf einen Blasensprung, zum Beispiel durch klare oder leicht gelbliche Flüssigkeit

  • Deutlich weniger oder keine Kindsbewegungen, besonders ab der 24.SSW – lege dich zur Kontrolle auf die Seite und achte etwa eine Stunde lang auf Bewegungen

  • Fieber, Schüttelfrost oder übel riechender bzw. eitriger Ausfluss

  • Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Herzrasen

Bei sehr starken Blutungen, akuten Schmerzen oder dem Verdacht auf einen Blasensprung vor der 37. SSW zögere nicht und kontaktiere sofort deine Geburtsklinik oder den Notruf (112).

Wichtig

Du musst die Situation nicht selbst medizinisch einschätzen. Wenn du unsicher bist oder dir etwas ungewöhnlich vorkommt, ist es immer richtig, fachlichen Rat einzuholen.

Wie lange nach Verlust des Schleimpfropfens beginnt die Geburt?

Der Schleimpfropf ist zwar ein Zeichen für die baldige Geburt, aber nicht immer geht es sofort los. Manchmal löst sich der Schleimpfropf schon einige Tage oder sogar ein bis zwei Wochen vor den ersten Wehen. Bei manchen Frauen beginnt die Geburt erst, wenn der Schleimpfropf abgegangen ist. Jede Schwangerschaft ist anders – bei Unsicherheiten lohnt sich ein Gespräch mit dem Arzt, der Ärztin oder der Hebamme.

Meist verlierst du den Schleimpfropf im neunten Monat der Schwangerschaft, also in den letzten Wochen der Schwangerschaft, meist zwischen der 38. und 42. SSW.

Falls er aber vor der 37. Woche abgeht, könnte das auf eine Frühgeburt hindeuten. Dann solltest du dich unbedingt schnell bei deinem Arzt oder bei deiner Ärztin melden.

Was solltest du nach dem Schleimpfropf Abgang vermeiden?

In der Regel gibt es keine besonderen Einschränkungen, wenn dein Schleimpfropf abgegangen ist -vorausgesetzt, du bist am Ende der Schwangerschaft und deine Fruchtblase ist noch intakt. Im Normalfall musst du deinen Alltag nicht extra anpassen. Nur wenn dein Arzt oder deine Ärztin oder deine Hebamme dir etwas anderes rät, solltest du darauf achten.

Solange du noch keine Wehen oder einen Blasensprung hast, kannst du in der Regel entspannt weitermachen wie bisher. Bei Unsicherheiten lohnt sich die Rücksprache -zum Beispiel, wenn es um Beckenbodentraining oder andere Fragen rund um Bewegung und Wohlbefinden geht.

Falls dein Schleimpfropf-Abgang vor der 37. SSW passiert, besprich das bitte zügig mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin bzw. deinem Frauenarzt. Bis zur Abklärung kann es sinnvoll sein, auf Geschlechtsverkehr sowie auf Schwimmbäder und Badeseen zu verzichten, um das Infektionsrisiko gering zu halten.

FAQs auf einen Blick

Dein Schleimpfropf löst sich, wenn sich der Muttermund zur Geburt öffnet. Der Schleimpfropf-Abgang wird durch Druck in die Scheide ausgelöst. Auch Sex oder eine Untersuchung können begünstigen, dass der Schleimpfropf sich löst.

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Schleimpfropf gehört zum natürlichen Verlauf der Schwangerschaft. Er geht meist einige Wochen bis Stunden vor der Geburt ab. Auch wenn das ein Zeichen ist, dass sich dein Muttermund verändert, bedeutet das nicht, dass die Geburt sofort startet. Behalte andere Geburtsanzeichen wie Wehen oder Blasensprung im Blick und hole dir medizinischen Rat – besonders, wenn der Pfropf vor der 37. Woche abgeht.

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Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt.

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