Wachstumstabelle Baby

Wachstumstabelle Baby: Das Wachstum Ihres Babys festhalten

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25.11.19
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Pummelig, schmächtig, mit langen oder mit kurzen Beinen: Auch Babys unterscheiden sich in Ihrem Aussehen und Ihrem Wachstum sehr stark voneinander. Und das ist auch gut so! Bei den regelmäßig stattfinden Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Kind vermessen und gewogen. Anhand einer Wachstumstabelle kann Ihr Kinderarzt ganz genau erkennen, wo Ihr Baby in seiner körperlichen Entwicklung gerade steht.

Auch für Sie als Eltern ist diese Tabelle spannend. Werfen Sie in ein paar Jahren noch einmal einen Blick darauf, werden Sie staunen, wie schnell und stetig sich Ihr einst so winziger Säugling zu einem Kleinkind entwickelt hat. Dieses rasche Wachstum ist eines der größten Wunder überhaupt!

Finden Sie im Folgenden heraus, wie die Wachstumstabelle zu lesen ist und was Sie über Ihr Baby aussagt:

Worum geht es in diesem Artikel?

Was ist eine Wachstumstabelle? Was beinhaltet eine Wachstumstabelle? Wie sieht eine Wachstumstabelle aus? Wie interpretiert man die Wachstumstabelle? Wie erkennt man Wachstumsprobleme? Was brauchen Babies für ein gesundes Wachstum?

Was ist eine Wachstumstabelle?

Die Wachstumstabelle (Perzentilenkurve) ist ein zentrales Element bei der Aufzeichnung der Gesundheit Ihres Babys. Kinder, die normal wachsen und deren Gewicht und Größe in einem guten Verhältnis zueinander stehen, sind in der Regel gesund. Ihr Kinderarzt trägt beide Werte in das gelbe Untersuchungsheft ein. Er und auch Sie selbst können das Wachstum anhand einer Tabelle über einen langen Zeitraum hinweg beobachten.

Im Grunde dient diese Tabelle also zur Dokumentation der körperlichen Entwicklung Ihres Babys. Ihr Kinderarzt wird Sie sicherlich bei einer der ersten U-Untersuchungen darüber aufklären, dass bei gesunden Kindern das Wachstum schwanken kann und auch hier kein Ei dem anderen gleicht. Der Begriff dessen, was als „normales“ Wachstum betrachtet wird, ist einfach sehr weit gefasst.

Was beinhaltet eine Wachstumstabelle?

Die Wachstumstabelle zeigt auf einen Blick die Körpergröße und das Gewicht Ihres Babys an.

Körpergröße

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird Ihre kleine Frau oder Ihr kleiner Mann gemessen. Solange Ihr Baby noch nicht stehen kann, wird das im Liegen passieren. Hierfür gibt es einen Messtisch oder einen Messstab. Auch Ihre Mithilfe ist gefragt: Wahrscheinlich wird Sie der Arzt darum bitten, den Kopf Ihres Kindes festzuhalten. Denn die kleinen Patienten verstehen noch nicht, was hier vor sich geht und könnten ganz schön zappeln. Das würde natürlich das Messergebnis verfälschen. Später können die Kinder dann im Stehen gemessen werden. Vielen macht es Spaß herauszufinden, wie groß sie schon sind.

Gewicht

In den ersten Tag nach der Geburt nehmen alle Babys erst mal ein wenig ab. Nach ungefähr zwei Wochen erreichen die meisten aber wieder ihr Geburtsgewicht. Und ab diesem Zeitpunkt wird ordentlich an Gewicht zugelegt: Bereits nach fünf Monaten sind viele Babys schon doppelt so schwer und gegen Ende des ersten Lebensjahres wiegen sie bereits das dreifache.

Um frühzeitig mögliche Gewichtsprobleme ausmachen zu können, gehört das regelmäßige Wiegen zum Besuch beim Kinderarzt dazu. Sollte Ihr Kind mal keine Lust haben, auf die Waage zu steigen, nehmen sie es doch einfach auf den Arm und wiegen sich gemeinsam mit ihm. Danach lassen Sie den Arzt wissen, wie schwer Sie sind und er ermittelt aus der Differenz das Gewicht Ihres Kindes.

Kopfumfang

Das Messen des Kopfumfangs kennen Sie wahrscheinlich noch aus der Schwangerschaft. Während der Ultraschalluntersuchung gehört das zum gewöhnlichen Prozedere dazu. Auch nach der Geburt wird der Kopf Ihres Kindes immer wieder vermessen. Dieser Wert findet sich zwar nicht in der Wachstumstabelle, wird aber dennoch bis einschließlich zur U-7 im gelben Heft eingetragen.

Ein auffälliges Wachstum des Kopfes kann auf mögliche Erkrankungen des Gehirns hinweisen. Im ersten Jahr wächst der Kopf eines Babys mit vier bis fünf Zentimetern am stärksten. Er erreicht in dieser Zeit bereits unglaubliche 82 % (bei Jungen) bzw. 83 % (bei Mädchen) seiner Endgröße.

Wie sieht eine Wachstumstabelle aus?

Da sich nicht nur die Größe des Kopfes, sondern auch das Gewicht und die Körpergröße bei Jungen und Mädchen unterschiedlich entwickeln, gibt es im Untersuchungsheft Ihres Kindes insgesamt vier verschiedene Tabellen. Diese befinden sich ganz hinten – nach den Notizen zur U9-Untersuchung. Im Durchschnitt sind Jungs etwas größer und schwerer als Mädchen.

Die erste Tabelle beschreibt die Wachstumsentwicklung eines Mädchens in der Altersspanne von null bis sieben Jahren:

Wachstumstabelle eines Mädchens in der Altersspanne von null bis sieben Jahren

Die zweite Grafik beschäftigt sich mit dem Wachstum eines Jungen zwischen null und sieben Jahren:

Wachstumstabelle eines Jungen in der Altersspanne von null bis sieben Jahren

Etwas genauer lassen sich die Körperlänge und das Gewicht von Neugeborenen bis hin zum zweiten Lebensjahr in den beiden anschließenden Tabellen ablesen:

Für Mädchen:

Tabelle zur Körperlänge und Gewicht von Neugeborenen bis hin zum zweiten Lebensjahr für Mädchen

Für Jungen:

Wachstumstabelle eines Mädchens in der Altersspanne von null bis sieben Jahren

Die Linien der Tabellen beschreiben ein exponentielles Wachstum. So geradeaus wird sich wahrscheinlich kein Kind entwickeln, denn es gibt immer mal wieder Ausreißer nach oben oder unten. Das kann zum Beispiel schon durch eine harmlose Kinderkrankheit ausgelöst werden.

Am Anfang spiegelt die Wachstumskurve vor allem das Wachstum vor der Geburt und die Ernährung in den ersten Monaten wieder. Mit Muttermilch gefütterte Babys sind zunächst dicker, im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres schmaler als mit Fertigmilch ernährte Babys.

Wie interpretiert man die Wachstumstabelle?

Um die Wachstumstabelle bzw. den Kurvenverlauf richtig beurteilen zu können, muss man die gesamte Entwicklung und auch die Veranlagung Ihres Babys genauer betrachten.

Die Eltern

Können Sie die Elternschaft nicht abstreiten, weil Ihr Nachwuchs Ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht? Genauso verhält es sich auch mit der Größe und dem Gewicht. Bei vielen Kindern verändert sich um den sechsten Monat herum der Wachstumsrhythmus. Ihr Körperbau unterliegt nun stärker den genetischen Einflüssen.

Sind Sie beide selbst sehr groß und schwer, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr Baby nun auch schon eher über dem Durchschnitt liegt. Auch wann und wie schnell Sie selbst gewachsen sind, könnte sich so oder so ähnlich bei Ihrem Kind wiederholen.

Die Perzentilenkurve

Die sogenannten Perzentilenkurven zeigen an, wie sich das Wachstum Ihres Kindes entwickelt. Eine Perzentile ist eine Art Maßeinheit, die eine Aussage treffen soll, wo Ihr Kind im Vergleich zu anderen Kindern seines Alters steht.

Betrachten Sie zum Beispiel einmal die folgende Tabelle:

Wachstumstabelle eines Mädchens in der Altersspanne von null bis sieben Jahren

Ein 1 Jahr altes Mädchen erreicht in diesem Beispiel also eine Größe von ca. 72 Zentimetern und liegt damit auf der P10-Linie – also der zehnten Perzentile. Für eine Aussage über das Wachstum bedeutet das: Zehn Prozent der Kinder im selben Alter sind kleiner und 90 Prozent größer. In puncto Gewicht liegt das Baby in unserem Fall genau im Mittelmaß.

Body-Mass- Index (BMI)

Mithilfe des Gewichts und der Körpergröße lässt sich der BMI ermitteln. Dieser kann ebenfalls Aufschluss darüber geben, wie sich das Gewicht Ihres Kindes im Vergleich zu seinen Altersgenossen entwickelt.

Der BMI wird erst ab der U7 Untersuchung – also im Kleinkindalter im Kinderuntersuchungsheft mit notiert. Wie schon beim Wachstum, gibt es für Jungen und Mädchen zwei unterschiedliche Tabellen. Den Body-Mass-Index kann man wie folgt berechnen: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Wiegt Ihr Mädchen also 14 Kilogramm und ist 92 Meter groß, würde das heißen: 14 geteilt durch 0,922.. Das ergibt einen BMI von 16,54, was im Normalbereich liegen würde.

Da sich jedes Kind anders entwickelt, weichen die Zahlen auch hier stark voneinander ab. Ob Ihr Kind an Über- oder Untergewicht leidet, kann am Ende nur Ihr Kinderarzt beurteilen. Der BMI für Kinder kann nicht auf Erwachsene angewendet werden. Das Verhältnis von Größe und Gewicht unterliegt bei Kindern einem ständigen Wandel und der BMI muss hier einfach entsprechend anders bewertet werden.

Wie erkennt man Wachstumsprobleme?

Sollte Ihr Kinderarzt feststellen, dass Ihr Sprössling plötzlich von einer Untersuchung zur nächsten auf einer ganz anderen Perzentile liegt, wird er etwas genauer hinsehen. Zumeist lassen sich Abweichungen nach unten finden – zum Beispiel, dass das Wachstum plötzlich für längere Zeit stoppt oder das Baby an Gewicht verliert.

Nun ist Ihre Hilfe gefragt: Der Arzt wird Sie gründlich befragen, um herauszufinden, ob Ihr Baby viel krank war, wie viel Nahrung es zu sich nimmt und wie es allgemein um sein Wohlbefinden bestellt ist. Lassen sich hier keine Auffälligkeiten feststellen, wird Ihr Kind in ein paar Wochen noch einmal untersucht.

Sollten die Werte auch bei einer zweiten Messung auffällig sein, wird Ihr Arzt weitere Schritte in die Wege leiten. Oft sind die Gründe, warum das Wachstum bei einigen Babys gestört ist, relativ harmlos und vor allem gut behandelbar. In sehr vielen Fällen handelt es sich nämlich um eine hormonelle Erkrankung, die zum Beispiel mit einer Hormonersatztherapie relativ unproblematisch therapiert werden kann.

Was brauchen Babies für ein gesundes Wachstum?

Die meisten Kinder entwickeln sich ganz prächtig. Dennoch treibt viele Eltern die Frage um, wie Sie Ihr Baby in seiner körperlichen Entwicklung unterstützen können. Gerade, wenn Sie stillen, machen Sie damit schon einmal alles richtig, denn Ihr Kind bekommt hier alles, was es für ein gesundes Wachstum benötigt. Selbstverständlich spricht auch nichts gegen die Ernährung mit Ersatzmilch. Diese enthält auch alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine.

Und auch später müssen Sie nur ein paar Dinge beachten, um Ihrem Kind einen guten und gesunden Start ins Leben zu ermöglichen:

  • Sie können schon während Ihrer Schwangerschaft aktiv werden. Die physische und psychische Verfassung der Mutter beeinflusst die Entwicklung und das Wachstum des Babys. Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikament sollten also tabu sein. Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und lassen Sie auch mal die Seele baumeln.
  • Eine bunte und gesunde Mischung aus natürlichen und frischen Nahrungsmitteln enthält in der Regel genug Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, um Ihr Kind optimal zu versorgen. Greifen Sie also nicht zu Vitaminpillen.
  • Bleiben Sie mit Ihrem Baby in Bewegung, denn auch das fördert das Wachstum und verhindert unnötige Fettpolster. Bedenken Sie dabei aber, dass es hier schon ausreicht, wenn Sie dem ganz normalen Bewegungsdrang Ihres Sprösslings nachgeben.
  • Auch ausreichend Schlaf ist ein Wachstumsfaktor. In den Ruhephasen regeneriert sich der Körper und gleichzeitig wird nachts ein körpereigenes Wachstumshormon ausgeschüttet. Gönnen Sie Ihrem Baby also genug Pausen!

Generell gilt: Nicht die Größe oder das Gewicht an sich sind ausschlaggebend, sondern die Geschwindigkeit, mit der sich diese Werte verändern bzw. nicht verändern. Viel wichtiger zu wissen ist aber, dass es meistens überhaupt keinen erkennbaren Hinweis darauf gibt, warum ein Baby vom durchschnittlichen Wachstum abweicht. Es entspricht dann einfach nur nicht der Norm und das ist auch gut so. Seien Sie stolz darauf und geben Sie das an Ihr Kind weiter!

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