Foto eines weinenden Babys im Gitterbett, während eine tätowierte Hand sanft sein Gesicht berührt und es zu trösten versucht.

Was ist ein Nachtschreck bei Kleinkindern? Anzeichen, Ursachen und Tipps

4 Min. LesezeitAktualisiert am 27 Februar 2026

Wenn dein Kleinkind nachts schreiend, verwirrt und scheinbar unerreichbar aufwacht, ist es vielleicht kein Albtraum, sondern ein Nachtschreck. Diese Form der Schlafstörung sieht heftig aus, ist aber meistens harmlos und verschwindet von selbst.

Hier findest du die wichtigsten Infos zum Thema Nachtschreck, damit du weißt, was dahinter steckt und wie du reagieren kannst:

  • Was ist ein Nachtschreck? Eine Form von Parasomnie (also eine ungewöhnliche Schlafreaktion), bei der plötzlich starke Angst in einer Tiefschlafphase auftritt – es ist kein schlechter Albtraum.

  • Wie sieht ein Nachtschreck aus? Schreien, wildes Zappeln, Schwitzen und manchmal geöffnete Augen – aber dein Kind nimmt die Umgebung kaum wahr.

  • Was löst den Nachtschreck aus? Typische Auslöser sind Stress, Schlafmangel und Überreizung.

  • Ist ein Nachtschreck ein Zeichen für eine psychische Erkrankung? Nein, der Nachtschreck hat nichts mit psychischen Störungen zu tun.

  • So kannst du helfen: Lass dein Kind weiterschlafen, halte die Schlafumgebung sicher und stelle kleine Dinge in der Abendroutine um.

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Was ist ein Nachtschreck?

Der Nachtschreck kann Eltern wirklich verunsichern. Er sieht manchmal dramatisch aus, ist aber gar nicht so gefährlich.

Generell gehört der Nachtschreck wie auch zum Beispiel Schlafwandeln oder Sprechen im Schlaf zu den sogenannten Parasomnien (ungewöhnliche Schlafstörungen). Er taucht zwar selten auf, betrifft aber vor allem Kleinkinder und Vorschulkinder.

Ein typisches Nachtschreck-Szenario sieht wie folgt aus: Dein Kind erlebt plötzlich große Angst, weint oder bewegt sich heftig – und das mitten im Schlaf. Obwohl es so aussieht, als wäre dein Kind wach und aufgelöst, ist es in Wahrheit gerade gar nicht richtig bei Bewusstsein. Im Gegensatz zu Albträumen erinnert sich dein Kind am nächsten Morgen meist nicht an die Szene.

So ein Nachtschreck kann sehr beängstigend sein – aber meistens ist es für dein Kind gar nicht schlimm. Während ein Albtraum oft nachwirkt, schläft dein Kind nach einem Nachtschreck einfach weiter und bekommt davon am nächsten Tag nichts mehr mit.

Ein Nachtschreck ist normalerweise kein Grund zur Sorge und deutet nicht auf ernsthafte Krankheiten hin.

Was verursacht einen Nachtschreck?

Man fragt sich schnell, warum ein Nachtschreck gefühlt aus dem Nichts auftaucht. Die Wissenschaft hat noch keine eindeutige Antwort, aber vieles spricht dafür, dass ein Nachtschreck entsteht, wenn das Gehirn irgendwo zwischen Tiefschlaf und Aufwachen „steckenbleibt“. In diesem Moment wirkt dein Kind zwar wach, ist aber innerlich noch völlig im Schlaf versunken – darum lässt es sich auch kaum wecken oder beruhigen.

Hier einige Faktoren, die Nachtschrecks bei Kleinkindern und Kindern begünstigen können:

  • Fieber

  • Schlafmangel

  • Obstruktive Schlafapnoe

  • Stress oder Ängste

  • Starke emotionale Anspannung

Gerade bei veränderten Tagesabläufen oder nach besonders aufregenden Tagen kann der Nachtschreck häufiger auftreten. Auch wenn in deiner Familie schon jemand ähnliche Schlafprobleme hatte, ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher. Kinder mit anderen Schlafstörungen wie Schlafapnoe oder periodischer Bewegungsstörung sind ebenfalls anfälliger.

Mehr zu Schlafproblemen bei Kleinkindern und wie Routinen helfen, findest du in unserem Ratgeber.

Ist der Nachtschreck bei Kleinkindern ein Zeichen für eine psychische Erkrankung?

Natürlich machen sich Eltern Sorgen, wenn ihr Kind nachts so auffällig wird. Aber ein Nachtschreck ist keine Anzeichen für eine psychische Erkrankung bei Kleinkindern. Oft verlieren sich diese nächtlichen Erlebnisse im Laufe der Zeit ganz von allein. Sie wirken zwar dramatisch, haben aber zum Glück keine langfristigen psychischen Folgen.

Falls dich das Verhalten deines Kindes trotzdem beschäftigt oder andere Veränderungen hinzukommen, sprich am besten mit einem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin.

Eine Behandlung wird nur empfohlen, wenn Nachtschrecks:

  • ein Sicherheitsrisiko darstellen;

  • den Schlaf deines Kindes stark beeinträchtigen;

  • über längere Zeit bestehen bleiben;

  • immer häufiger werden.

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*Gib die Ergebnisse der letzten Messung deines Babys ein. **Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Anzeichen und Symptome vom Nachtschreck bei Babys und Kleinkindern

Du möchtest wissen, wie sich ein Nachtschreck bei Kindern äußert? Damit du die Symptome erkennen kannst und sicher bist, ob es wirklich ein Nachtschreck ist, haben wir dir hier die wichtigsten Merkmale zusammengestellt. Gerade beim ersten Mal ist der Schreck für Eltern meist am größten, weil die Episoden so plötzlich und heftig wirken – obwohl dein Kind danach meist nichts mehr weiß.

So kann sich ein Nachtschreck zeigen. Dein Kind könnte dabei:

  • plötzlich im Bett aufrecht sitzen

  • schreien oder laut rufen

  • schnell atmen

  • einen schnellen Herzschlag haben

  • schwitzen

  • wild um sich schlagen

  • aufgebracht oder verängstigt reagieren

  • mit weit aufgerissenen Augen starren

Das sind einige der häufigsten Anzeichen für einen Nachtschreck bei Kleinkindern und Kindern. Jedes Kind reagiert individuell, und es gibt Unterschiede. Wenn dein Kind in einem anderen Zimmer schläft oder du selbst einen tiefen Schlaf hast, fällt ein Nachtschreck meist erst auf, wenn Geräusche oder plötzliches Bewegen dich aufschrecken lassen.

In welchem Alter kann ein Nachtschreck auftreten?

Schlafforscher sagen, dass der Nachtschreck bei Kleinkindern manchmal schon ab etwa 12 Monaten auftreten und bis zum Alter von 8 Jahren in seltenen Fällen auch bis etwa zwölf Jahren immer mal wieder vorkommen können. Besonders häufig sind Nachtschrecks zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr.

Natürlich ist jedes Kind einzigartig: Bei manchen taucht der Nachtschreck nur vereinzelt auf, bei anderen gibt es eine kurze Phase mit gehäuften Episoden. Wenn dir irgendetwas ungewöhnlich erscheint oder du dir Sorgen machst, sprich am besten mit deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin.

Was ist der Unterschied zwischen Nachtschreck und Albtraum?

Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Albträumen und dem Nachtschreck auf einen Blick:

Was hilft beim Nachtschreck im Kleinkindalter?

Wenn der Nachtschreck öfter vorkommt, gibt es ein paar einfache und liebevolle Strategien, die euch entspanntere Nächte bereiten können.

Folgendes kannst du tun:

Auf ausreichend Schlaf achten

Übermüdung ist ein häufiger Auslöser für den Nachtschreck. Probiere eine frühere Schlafenszeit oder eine gleichmäßigere Schlafroutine. Ein kurzer Mittagsschlaf kann helfen, damit dein Kind genügend Erholung bekommt.

Eine entspannte Abendroutine etablieren

Mit ruhigen Aktivitäten wie Vorlesen, gemeinsam Puzzeln oder einem warmen Bad kommt dein Kind zur Ruhe. Ein dunkles, gemütliches und ruhiges Schlafzimmer unterstützt das Einschlafen.

Koffein und Aufregung am Abend vermeiden

Alles, was das Einschlafen erschwert oder ein stressiges Gefühl auslöst, solltest du besser vermeiden.

Die Schlafumgebung sicher machen

Wenn dein Kind im Nachtschreck wild um sich schlägt, ist Sicherheit das A und O: Entferne scharfkantige oder zerbrechliche Gegenstände, sichere Fenster und Türen, bringe eventuell ein Schutzgitter an der Treppe an und verzichte auf Hochbetten.

Weniger Stress und emotionale Spannung

Sprecht gemeinsam über Ängste oder belastende Erlebnisse. Viel persönliche Zuwendung oder ggf. der Kontakt zu einer psychologischen Fachkraft können helfen.

Sanfte Begleitung während eines Nachtschrecks

Bleibe ruhig in der Nähe, damit kein Unfall passiert. Wecke dein Kind nicht auf – das kann alles schlimmer machen. Meistens geht die Episode ganz von allein nach ein paar Minuten vorbei.

Muster beobachten

Führe ein Schlaftagebuch: Tritt der Nachtschreck immer etwa zur selben Uhrzeit auf, kannst du dein Kind einige Minuten vorher vorsichtig wecken („antizipiertes Wecken“), um die Schlafphase zu durchbrechen.

Alle diese Ansätze gelten als natürliche, schonende Methoden gegen den Nachtschreck bei Kleinkindern. Es ist zwar kein Wundermittel, aber häufig werden die nächtlichen Episoden mit der Zeit seltener – und dein Kind schläft wieder sicher und entspannt durch.

Wann solltest du einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin konsultieren?

In den allermeisten Fällen ist der Nachtschreck harmlos, aber es gibt Situationen, in denen du ärztlichen Rat suchen solltest.

Wende dich an den Kinderarzt oder deine Kinderärztin, wenn:

  • der Nachtschreck mehrmals pro Woche auftritt;

  • du oder dein Kind kaum noch zur Ruhe kommen oder euch der Schlaf fehlt;

  • Verletzungsgefahr besteht;

  • die Episoden häufig in der zweiten Nachthälfte vorkommen;

  • jede Episode sehr kurz ist (unter 1 Minute);

  • dein Kind zusätzlich schnarcht, durch den Mund atmet oder tagsüber auffallend schläfrig ist.

Häufig gestellte Fragen: Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Ein Nachtschreck ist eine Parasomnie. Dein Kind schreit, weint oder richtet sich plötzlich im Bett auf – ist aber nicht wirklich wach. Fachleute empfehlen: nicht aufwecken. Meist schläft das Kind schnell wieder ein und weiß morgens nichts davon.

Fazit

Der Nachtschreck bei Kleinkindern wirkt beängstigend, ist aber meistens harmlos und am nächsten Tag auch vergessen. Lass dein Kind möglichst schlafen – die Episoden sind nach kurzer Zeit vorbei.

Eine liebevolle Schlafroutine und ausreichend Erholung können helfen, die Häufigkeit vom Nachtschreck zu verringern. Wenn die Episoden häufiger werden oder der Schlaf insgesamt leidet, wende dich an deinen Kinderarzt oder deine Kinderärztin.

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Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt.

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