Für Eltern kann es eine Tortur sein: Plötzlich schreit ihr Baby nachts – und empfindet offenbar Angst oder Wut. Es scheint dabei weder richtig zu schlafen noch richtig wach zu sein. Deshalb ist es auch bei älteren Kindern schwierig, sie zu beruhigen. Zum Glück ist der Spuk meist schnell vorbei und in der Regel auch kein Anlass zur Sorge. Wir erklären, was es mit dem Nachtschreck auf sich hat.

Nachtschreck Baby: Daran kannst du ihn erkennen

Nachtschreck Baby: Dein kleiner Schatz schläft gerade noch friedlich in seinem Bettchen. Plötzlich – meist in der ersten Nachthälfte – dringt ein panischer Schrei, dann lautes Weinen aus dem Kinderzimmer. Dein Kind sitzt im Bett und atmet heftig. Es ist schweißgebadet, der Puls rast. Du sprichst dein Baby an, aber es reagiert nicht darauf. Es schläft nicht, ist aber auch nicht richtig wach. Vielleicht schlägt es um sich, wenn du es beruhigen willst. Seine Augen sind weit aufgerissen, die Pupillen geweitet, aber es ist nicht ansprechbar. Das nennt man Nachtschreck. Der Nachtschreck ist in der Regel nach 15 Minuten vorbei und dein Kind schläft wieder ein. Am Morgen kann es sich nicht an die nächtliche Aufregung erinnern.

Wann und wie häufig tritt der Nachtschreck bei Babys circa auf?

Der Nachtschreck tritt normalerweise seltener bei Babys, sondern vermehrt bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter auf. Am häufigsten vom Nachtschreck betroffen sind Kleinkinder und Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, vereinzelt auch ältere Kinder bis neun Jahre. Etwa drei bis sechs von einhundert Kindern schrecken gelegentlich oder phasenweise auch regelmäßiger, meist in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen, auf.

Nachtschreck Baby: Welche Ursache kann die Schlafstörung haben?

Der Nachtschreck ist meist völlig harmlos, aber für euch als Eltern im wahrsten Sinne des Wortes ein Schreck. Seine Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Er tritt meist am Übergang vom Tiefschlaf zum Traumschlaf (REM) auf. Expert:innen gehen davon aus, dass kindliche Gehirne den richtigen Übergang zwischen den Schlafphasen erst mit der Zeit lernen. Ist das Nervensystem überreizt, stört es diesen Übergang und löst den Nachtschreck aus.

Expert:innen vermuten weiterhin eine familiäre, genetische Veranlagung zum Nachtschreck, ähnlich wie beim Schlafwandeln. Diese Faktoren können das Auftreten begünstigen:

  • körperlicher und seelischer Stress, z.B. Leistungsdruck

  • Schlafmangel, Übermüdung und Erschöpfung

  • extreme psychische Belastungen

  • Krankheit, Fieber und bestimmte Medikamente

  • Veränderungen, z.B. neue Umgebung, Kita-Eingewöhnung, neues Geschwisterkind

Was kannst du tun, um deinem Kind bei Nachtschreck zu helfen?

So schwer es dir fällt, bleibe ruhig, wenn dein Baby einen Nachtschreck hat. Bleib bei deinem Baby und stelle sicher, dass es sich nicht verletzen kann. Polstere harte Kanten vielleicht mit einem Kissen ab. Besondere Vorsicht ist hier bei Hochbetten geboten. Versuche dein Kind nicht aufzuwecken. Warte ab, bis der Nachtschreck nach wenigen Minuten wieder vorbei ist. Erzähle deinem Kind am nächsten Tag nicht alle Einzelheiten. Das kann bei deinem Kind Ängste auslösen und dazu führen, dass es auch in der nächsten Nacht schlecht schläft.

Vorbeugend helfen gegen Nachtschreck können:

Nachtschreck beim Baby: Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Zur Kinderärztin oder dem Kinderarzt musst du in der Regel nicht gehen. Der Nachtschreck ist normalerweise eine harmlose Schlafstörung und führt in der Regel bei deinem Kind nicht zu bleibenden Schäden. Hole dir vorsichtshalber ärztlichen Rat ein, wenn der Nachtschreck bei deinem Baby:

  • über einen längeren Zeitraum fast jede Nacht auftritt

  • tagsüber ausgeprägte Müdigkeit verursacht

  • zu besonders aggressiven Verhaltensweisen mit hoher Verletzungsgefahr führt

  • dich oder andere Familienmitglieder sehr stark belastet

Wissenschaftlicher Hintergrund zum Nachtschreck bei Babys

Der Nachtschreck heißt in der Fachsprache Pavor nocturnus. Genau genommen ist er eine Aufwachstörung, wird jedoch oft als Schlafstörung bezeichnet. Auch der Begriff Parasomnie fällt manchmal im Zusammenhang mit dem Nachtschreck. Parasomnien definieren sich als (unerwünschte) Verhaltensweisen, die beim Einschlafen, im Schlaf oder beim Aufwachen auftreten.

Neben dem Pavor nocturnus zählen auch Schlafwandeln, Albträume, Zähneknirschen oder Sprechen im Schlaf zu den Parasomnien. Hat dein Kind etwa einen Albtraum, wacht es auf und sucht aktiv Trost. Es kann sich an den Albtraum erinnern, manchmal wochenlang. Beim Schlafwandeln befindet sich dein Kind in einem ähnlichen Zustand zwischen Wachsein und Schlafen wie beim Nachtschreck, ist aber ruhig. Die Unfallgefahr ist das größte Problem für kleine und große Schlafwandler, die sich am Morgen auch nicht daran erinnern.

Tipp: Du machst dir Sorgen, weil dein Baby hin und wieder nur schwer einschläft oder nicht durchschläft? Das kommt häufiger vor und kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Überreizung, Zahnen oder nach einer Impfung. Welche Faktoren zu Einschlafproblemen bei deinem Baby führen können, erfährst du auf pampers.de.

Nachtschreck Baby: So schrecklich er daherkommt, meistens ist er völlig harmlos und kein Grund zur Sorge. Bleib bei deinem kleinen Schatz, schau, dass er sich nicht verletzt und warte, bis der Spuk vorbei ist. Beobachte den Tagesablauf deines Kindes und überlege, ob Stress, Übermüdung oder eine Krankheit den Nachtschreck ausgelöst haben können. Vorbeugend solltest du auf einen geregelten Tagesablauf und ein beruhigendes Einschlafritual achten – für eine ruhige Nacht für dich und dein Kind.

Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deine Kinderärztin bzw. deinen Kinderarzt.