3D-Ultraschallbilder in der Schwangerschaft

3D-Ultraschallbilder in der Schwangerschaft

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12.02.20
4 Lesedauer

Wohl kaum etwas schürt die Vorfreude auf ein Baby mehr, als via Ultraschall einen ersten Blick auf das kleine Würmchen erhaschen zu können. Moderne Ultraschallbilder in 3D erlauben eine viel naturgetreuere und spannendere Aufnahme des Kindes. Doch wann macht ein 3D-Ultraschall Sinn? Und wie lange ist er überhaupt noch erlaubt? Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zu den 3D-Bildern vom Baby.

Worum geht es in diesem Artikel?

3D-Ultraschall: Wie wird das gemacht? Für wen ist ein 3D-Ultraschall sinnvoll? Zu welchem Zeitpunkt lohnen sich 3D-Ultraschallbilder? 3D-Ultraschall: Was soll es denn kosten? Ist ein 3D-Ultraschall gefährlich?

3D-Ultraschall: Wie wird das gemacht?

Dank moderner Technik muss das erste Bild im Fotoalbum kein schwer erkennbarer Umriss in schwarz-weiß sein. Ultraschall in 3D erlaubt lebensechte Bilder von Ihrem Baby schon während der Schwangerschaft.

Im Grunde funktioniert ein Ultraschallbild in 3D nach einem ähnlichen Prinzip wie in 2D: Mittels Schallwellen und dem davon zurückgeworfenen Echo errechnet der Sonograph die Entfernung des Gewebes von der Körperoberfläche. Aus diesen Daten wird ein Bild erstellt, von Organen, Knochen – oder eben einem heranwachsenden Fötus.

Bei der 3D-Variante wird der Schallkopf zusätzlich geschwenkt, um die Wellen aus unterschiedlichen Winkeln zu senden. Dadurch entsteht ein räumliches Bild. Nimmt das Gerät keine einzelnen Standbilder auf, sondern ein Live-Video, spricht man übrigens von 4D-Ultraschall: Die vierte Dimension, die hier hinzugefügt wird, ist die Zeit.

Für wen ist ein 3D-Ultraschall sinnvoll?

Welchen Vorteil bietet 3D also zum zweidimensionalen Ultraschallbild? Aus medizinischer Sicht erst mal gar keinen. Nur in manchen Fällen gibt es einen gesundheitlichen Grund für einen 3D-Ultraschall.

Besteht der Verdacht auf eine Fehlentwicklung, kann diese mittels Ultraschall in 3D unter Umständen deutlicher zu sehen sein. Dazu gehören beispielsweise Lippenspalten, Skelett- oder Neuralohrdefekte (Anomalie des embryonalen Nervensystems).

Auch das Herz oder die Gehirnstrukturen lassen sich in 3D gelegentlich besser untersuchen als mit einem herkömmlichen Ultraschallbild. Vermutet der Arzt einen Herzfehler, kann er für eine genauere Untersuchung einen 3D-Ultraschall anordnen.

Gesicht und Geschlecht: auch für Laien erkennbar

Oft genügt Ihrem Arzt jedoch ein 2D-Ultraschall als diagnostisches Tool. Dies gilt auch, wenn es darum geht, das Geheimnis um das Geschlecht des Babys zu lüften. Das ist in der Regel ab der 15. Schwangerschaftswoche (SSW) möglich, wenn sich die Geschlechtsorgane ausgebildet haben.

Auch in den Wochen zuvor lassen sich bereits erste Vermutungen anstellen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Geschlechtsbestimmung allerdings noch relativ unsicher. Daran ändert auch die 3D-Technik nichts. Wer es mit der Vergabe des Babynamens also besonders eilig hat, wird normalerweise auch mit einem Ultraschallbild in 3D nicht schneller dran sein.

Bei der zweiten regulären Ultraschall-Untersuchung, die um die 20. SSW stattfindet, kann der Arzt meist definitiv sagen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird.

Der wirklich große und entscheidende Unterschied zur klassischen Schwarz-Weiß-Aufnahme ist, dass Laien auf den 3D-Bildern viel besser erkennen können, was der Experte sieht.

Vorsicht: Nicht immer gelingen die Bilder

Überhaupt ist der Ultraschall in 3D für Eltern in erster Linie eine Möglichkeit, schon früh naturgetreue Bilder von ihrem Baby zu bekommen. Hat es das Stupsnäschen von Mama oder die vollen Lippen von Papa? All das verraten 3D-Ultraschallbilder – zumindest im Idealfall.

Denn dass die Aufnahmen auch gelingen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Die Lage des Kindes: Selbst im Mutterleib sind manche Kinder kamerascheu. Hat der Fötus der Bauchdecke den Rücken zugedreht, sind gute Bilder nicht möglich.
  • Der Sitz der Plazenta: Meist liegt der Mutterkuchen im oberen Teil der Gebärmutter. Er kann sich aber auch an der Hinter- oder Vorderwand befinden. In letzterem Fall würde sie beim 3D-Ultraschall die Sicht auf das Baby versperren.
  • Die Fruchtwasser-Menge: Zu wenig Fruchtwasser macht gute Aufnahmen schwierig.
  • Die Dicke der Bauchdecke: Je mehr Gewebe sich über dem Kind befindet, desto schwieriger haben es die Schallwellen, ein gutes Bild zu zeichnen. Bei schlanken Frauen gelingt der 3D-Ultraschall also etwas besser.
  • Die Qualität des Ultraschall-Geräts: Ältere Modelle oder schwächere Schallwellen sorgen meist für eine geringere Fotoqualität.
  • Die Geschicklichkeit des Arztes: Frauenärzte sind Ultraschallprofis. Doch mit der neuen 3D-Technik, bei der der Schallkopf anders bewegt werden muss, hat nicht jeder das gleiche Maß an Übung.

Zu welchem Zeitpunkt lohnen sich 3D-Ultraschallbilder?

Qualitativ hochwertige Bilder sind natürlich dennoch möglich. Entscheidend ist hierbei auch der Zeitpunkt: Vor allem zwischen der 20. und 30. SSW lassen sich die besten Aufnahmen machen.

Grundsätzlich ist ein 3D-Ultraschall zwar während der gesamten Schwangerschaft möglich. Ab der 20. SSW ist das Gesicht des Babys jedoch besonders gut zu erkennen, was für viele werdende Eltern der Hauptgrund für einen 3D-Ultraschall ist. Wer zwischen der 12. und 20. SSW 3D-Bilder machen lässt, bekommt oft gute Aufnahmen vom gesamten Körper des heranwachsenden Kindes.

Ultraschallbilder nach der 30. SSW lassen in 3D nicht mehr viele Details erkennen. Das Kind hat ab diesem Zeitpunkt schon deutlich weniger Platz im Bauch der Mutter. Je weiter es sich zusammenrollt, desto geringer ist die Chance, einen Winkel zu erwischen, aus dem man Näschen, Füßchen oder Kopfform noch gut sehen kann. Auch das Geschlecht lässt sich aus diesem Grund jetzt nur noch schwer bestimmen.

3D-Ultraschall: Was soll es denn kosten?

Wie bereits gesagt, ist der 3D-Ultraschall in vielen Fällen purer Luxus und keine medizinische Notwendigkeit. Wer also 3D-Bilder von seinem Baby haben will, zahlt für eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (auch bekannt als IGel). Das bedeutet: Die Kosten übernimmt nicht die Krankenkasse, sondern die Eltern selbst.

Die Kosten hierbei belaufen sich auf etwa 50 bis 150 Euro pro Untersuchung. Ausgenommen sind jene Fälle, in denen eine ärztliche Verordnung vorliegt. Dann zahlt die Krankenkasse.

Ist ein 3D-Ultraschall gefährlich?

So schön es auch ist, gut erkennbare Bilder des Babys bei Großeltern, Freunden und vielleicht auch älteren Geschwistern herzeigen zu können: Lange wird das in der jetzigen Form nicht mehr möglich sein.

Im Rahmen der neuen Strahlenschutzverordnung hat das Bundesumweltministerium beschlossen: Ab Ende 2020 soll das sogenannte „Baby-TV“ zum reinen Vergnügen der Eltern abgeschafft werden. Beginnend mit dem 1. Januar 2021 ist jeder 3D-Ultraschall, der keinem medizinischen Zweck dient, also verboten.

Bedeutet dies also, dass Ultraschallbilder in 3D gefährlich für Mutter oder Baby sind? Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V (DEGUM) weist dies klar zurück. Trotz zahlreicher Studien gebe es bisher keine Anhaltspunkte, dass Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft ein gesundheitliches Risiko für das ungeborene Kind darstellen.

Wieso wird der 3D-Ultraschall verboten?

Auch der Bundesverband der Frauenärzte e.V. bestätigt, dass 3D-Ultraschall aktuellen Untersuchungen zufolge ungefährlich sein dürfte. Ohnehin wird das Baby selbst kaum von den Schallwellen erfasst, wenn ein geschickter Arzt am Werk ist.

Weshalb also das Verbot? In erster Linie ist das Bundesministerium mit dem Verbot einfach besonders vorsichtig. Denn Tatsache ist, dass nicht nur routinierte Ärzte die Untersuchungen anbieten, sondern auch nicht-medizinische Anbieter. Sogenannte Ultraschallstudios bieten Sitzungen von teilweise bis zu 45 Minuten samt Foto- oder Videopaketen an.

Das alles dient der Kundenzufriedenheit. Schließlich will dieses kommerzielle „Baby-Kino“ den Eltern gute Bilder liefern, um weiterempfohlen zu werden. Dafür wenden moderne Ultraschall-Geräte nicht nur immer stärkere Schallwellen an, sondern wiederholen den ohnehin schon längeren Prozess zur Not auch. Denn wie bereits erwähnt, hängt der Erfolg der 3D-Untersuchung von verschiedenen Faktoren, wie der Lage des Kindes, ab.

„Wenn es aber etwa mit dem Gesicht nach unten liegt – dann sind solche Dinge wie Nase, Augen, Ohren nicht so gut gesehen. Und wenn man dann so lange rummacht, bis sich das Kind dreht, dann wäre das eine Schallwellen-Exposition, die aus medizinischer Sicht nicht ideal ist“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V., Prof. Dr. Christian Albring, dem MDR.

Was ist weiterhin erlaubt?

Solange der Ultraschall das ungeborene Kind allerdings nicht minutenlang abfotografiert, ist er nicht gefährlich. Nur soll er eben weiterhin eine medizinische Anwendung sein und kein kommerzielles „Baby-Watching“, bei dem gesundheitliche Aspekte übersehen werden können.

Einem Ultraschall zu diagnostischen Zwecken, auch in 3D, steht also absolut nichts im Wege. Das sieht auch der Gesetzgeber so: Auch ab 2021 dürfen Eltern ihr Kind weiterhin via 3D-Ultraschall kennenlernen, sofern es einen medizinischen Grund dafür gibt. Und wenn Mama oder Papa die Bilder dann mit dem Handy festhalten wollen, wird sie wohl niemand davon abhalten.

Für viele zukünftige Eltern mag es schade sein, bald auf die 3D-Bilder von ihrem heranwachsenden Baby verzichten zu müssen. Von den frühsten Anzeichen der Schwangerschaft über das erste Strampeln des Kindes in Ihrem Bauch: Genießen Sie diese Zeit in vollen Zügen und schätzen Sie jedes Signal Ihres kleinen Schatzes – ob Sie einen bildlichen Beweis davon haben oder nicht. Sie werden Ihr kleines Baby bald selbst in den Armen halten und von allen Seiten betrachten können.

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