Braxton-Hicks-Kontraktionen

Am Ende deiner Schwangerschaft wirst du dich oft fragen, wann du Wehen bekommst. Besonders verwirrend kann es sein, wenn du Kontraktionen im zweiten oder dritten Trimester erlebst, die dann aber wieder verschwinden. Diese werden Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt – und mit ihnen bereitet sich dein Körper auf die Geburt vor.

Was sind Braxton-Hicks-Kontraktionen?

Auch bekannt als „falsche Wehen“ oder „Übungswehen“, sind Braxton-Hicks-Kontraktionen (benannt nach dem Arzt, der sie zuerst identifizierte) keine tatsächlichen Wehen.

Sie werden allerdings – ebenso wie echte Wehen – durch Anspannen der Gebärmuttermuskeln verursacht. Durch diese Kontraktionen wird der Uterusmuskel gut durchblutet und bereitet sich damit auf die bevorstehende Geburt vor.

Die Kontraktionen von Übungswehen fühlen sich typischerweise eher an wie ein enges Zusammenziehen des Unterleibs oder ähneln Menstruationskrämpfen. Viele Frauen spüren diese kleinen Bewegungen der Gebärmutter gar nicht oder höchstens ein kleines Spannungsgefühl im Bauch.

Solltest du Braxton-Hicks-Wehen spüren, musst du nicht unbedingt aktiv werden. Ein Spaziergang, ein Bad oder auch Ausruhen kann helfen, damit die Kontraktionen von ganz allein wieder aufhören.

Übungswehen im Vergleich zu echten Wehen

Liegt der Geburtstermin noch in weiter Ferne, machen sich werdende Mütter bei den ersten Kontraktionen oftmals Sorgen über eine Frühgeburt. Du fragst dich vielleicht auch, ob es sich um eine Braxton-Hicks-Kontraktion handelt oder um eine echte Wehe.

Um dies zu klären, sollten dir die Symptome der Wehen bekannt sein. Behalte bei auftretenden Kontraktionen aber auch immer die Braxton-Hicks-Anzeichen im Hinterkopf:

  • Übungswehen treten unregelmäßig und in unvorhersehbaren Abständen auf – beispielsweise einmal nach zehn Minuten, dann nach zwei Minuten, dann nach acht Minuten. Es hilft also, die Abstände zu notieren.

  • Die Kontraktionen hören wieder auf. Zuerst wird durch das Zusammenziehen der Gebärmutter der Bauch hart. Er entspannt sich aber wieder, wenn du spazieren gehst, dich ausruhst oder anders hinlegst.

  • Falsche Wehen sind schwach und werden auch nicht stärker. Du spürst die Wehe, kannst dich aber währenddessen noch auf etwas Anderes konzentrieren. Es ist auch möglich, dass sie stark beginnen und dann schwächer werden. Rückt der Geburtstermin näher, können jedoch stärkere und häufigere Übungswehen auftreten.

Obwohl Übungswegen völlig normal sind, können sie dennoch manchmal schmerzhaft sein. Wende dich an deinen Arzt / deine Ärztin, wenn du starke Beschwerden verspürst.

Bist du unsicher, ob du echte oder falsche Wehen spürst?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob es sich um echte oder falsche Wehen handelt, kontaktiere deinen Arzt / deine Ärztin oder deine Hebamme. Das solltest du auch tun, wenn du folgendes bemerkst:

  • Die Kontraktionen halten bei Bewegung oder einer veränderten Körperhaltung an.

  • Die Kontraktionen treten in regelmäßigen Abständen auf, die mit der Zeit kürzer werden.

  • Die Dauer der Übungswehen wird immer länger und die Intensität mit der Zeit stärker.

  • Es geht blutiger Schleim ab.

  • Fruchtwasser tritt aus deiner Scheide aus.

Wann treten Übungswehen auf?

Normalerweise beginnen die Übungswehen im dritten Trimester. Manchmal treten sie auch schon im zweiten Trimester auf. Bei Frauen, die bereits Kinder geboren haben, können Braxton-Hicks-Kontraktionen früher beginnen.

Übungswehen unterscheiden sich von den Senkwehen, die erst ab der 35. Schwangerschaftswoche auftreten. Im Gegensatz zu den Braxton-Hicks-Kontraktionen sind diese oft schmerzhafter. Das Baby rutscht durch die Senkwehen tiefer ins Becken und begibt sich somit in die „Startposition“.

Der Zeitpunkt des Auftretens gibt auch Aufschluss darüber, ob es sich um eine Übungswehe oder Vorwehe handelt. Vorwehen treten erst etwa drei bis vier Tage vor der Geburt auf. Diese Wehen sind ebenfalls oft schmerzintensiver als die Braxton-Hicks-Kontraktionen.

Häufig gestellte Fragen

  • Die Braxton-Hicks-Kontraktionen, mit denen sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet, treten etwa ab der 25. Schwangerschaftswoche auf.

  • In der Regel verursachen die „falschen Wehen“ keine Schmerzen, aber durch das Zusammenziehen der Gebärmutter wird der Bauch hart. Manchmal können die Übungswehen aber auch ein wenig schmerzhaft sein.

  • Übungswehen treten hin und wieder während der Schwangerschaft auf. Wenn die Kontraktionen allerdings mehr als drei Mal die Stunde oder insgesamt über zehn Mal am Tag auftauchen – und nach Ruhepausen nicht nachlassen –, solltest du deinen Arzt / deine Ärztin aufsuchen.

  • Nein. Braxton-Hicks-Kontraktionen können während der gesamten Dauer der Schwangerschaft auftreten. Manche Frauen erleben die Kontraktionen öfter tagsüber, andere nachts.

  • Vorzeitige Wehen können den Muttermund bereits öffnen. In diesem Fall solltest du umgehend deinen Arzt / deine Ärztin aufsuchen.

  • Sobald die Kontraktionen in regelmäßigen Abständen auftreten, zunehmend schneller werden, blutiger Schleim oder Fruchtwasser austritt.

Eine Wehe inmitten der Schwangerschaft zu spüren, kann ganz schön beunruhigend sein. Sei aber unbesorgt. Übungswehen sind nur Gebärmutterkontraktionen, mit denen sich dein Körper auf das größte Wunder des Lebens vorbereitet: die Geburt deines kleinen Schatzes!

Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.