Wassereinlagerung in der Schwangerschaft

Wassereinlagerung in der Schwangerschaft

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06.06.19
4 Lesedauer

Die Schwangerschaft ist für Ihren Körper eine große Herausforderung. Gerade zum Ende hin bemerken Sie vielleicht, dass Ihre Hände, Füße und Beine anschwellen und sich schwer und aufgedunsen anfühlen. Grund dafür sind Wassereinlagerungen im Gewebe.

Diese Wassereinlagerungen nennt man auch Ödeme; sie gehören zu den ungefährlichen Schwangerschaftsbeschwerden und verschwinden in der Regel nach der Geburt wieder von selbst. Aber warum bilden sich Ödeme gerade in der Schwangerschaft und was kann man dagegen tun?

Worum geht es in diesem Artikel?

Was sind Wassereinlagerungen und wie entstehen sie? Welche Mittel helfen gegen Wassereinlagerungen? Welche Auswirkungen können Ödeme auf das ungeborene Kind haben? Verschwinden Wassereinlagerungen nach der Geburt wieder?

Was sind Wassereinlagerungen und wie entstehen sie?

Was sind Wassereinlagerungen?

Wassereinlagerungen sind eine von zahlreichen möglichen Schwangerschaftsbeschwerden, von denen rund 80 Prozent der werdenden Mütter betroffen sind.

Wenn Flüssigkeit aus den Gefäßen austritt und sich im umliegenden Gewebe ansammelt, spricht man von einer Wassereinlagerung – auch Ödem genannt. Diese Wassereinlagerungen bilden sich in der Schwangerschaft überwiegend an den Füßen, Händen und Beinen, aber ebenso kann das Gesicht betroffen sein.

Sie können Wassereinlagerungen daran erkennen, dass der jeweilige Körperteil anschwillt und sich prall anfühlt. Entweder passt ein Ring nicht mehr am Finger oder die Schuhe drücken an den Füßen aufgrund der Schwellung.

Außerdem spannt sich die Haut um das Ödem herum und fühlt sich warm an. Wenn man mit dem Finger darauf drückt, entstehen Dellen. Das jeweilige Gelenk ist in der Beweglichkeit eingeschränkt und der betroffene Bereich kann Schmerzen verursachen.

Wie und ab wann entstehen Wassereinlagerungen?

Wassereinlagerungen können sich jederzeit in der Schwangerschaft bemerkbar machen, allerdings bilden die Ödeme sich häufig erst ab dem dritten Trimester.

Die Zunahme an Körperwasser, die unter anderem auch für die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft verantwortlich ist, begünstigt die Bildung von Ödemen in der Schwangerschaft.

Hinzu kommt, dass während der Schwangerschaft die Blutmenge ansteigt und die Blutgefäße elastischer und durchlässiger werden. Aus diesem Grund kann mehr Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe übertreten.

Auch die Wadenpumpe, die normalerweise das Blut durch die Venen zurück nach oben pumpt, ist während der Schwangerschaft weniger aktiv. Das Blut staut sich daher leichter in den Beinen, wo die Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe gedrückt wird.

Ödeme können aber auch durch einen Mangel an Bewegung entstehen – zum Beispiel nach langem Stehen oder Sitzen. Auf Langstreckenflügen oder nach einem ganzen Tag am Schreibtisch haben Sie vielleicht schon einmal bemerkt, dass Ihre Füße anschwellen. Auch hier hat sich zu viel Flüssigkeit im Gewebe angesammelt.

Durch Ihren größer werdenden Bauch in der Schwangerschaft schränkt sich zunehmend Ihre Beweglichkeit ein. Und eben dies begünstigt das Entstehen von Wassereinlagerungen.

In den meisten Fällen sind Ödeme in der Schwangerschaft ungefährlich. Lästig sind sie dennoch: Niemand möchte sich gerne mit geschwollenen Füßen, Händen oder einem aufgedunsenen Gesicht rumplagen. Was kann man also dagegen tun?

Welche Mittel helfen gegen Wassereinlagerungen?

Zum Glück gibt es eine Reihe von natürlichen Mitteln, die gegen die Schwellungen helfen.

  • Viel trinken. Auch wenn es paradox klingen mag, nehmen Sie reichlich Flüssigkeit zu sich. Zwei Liter Wasser oder Kräutertee täglich sind empfehlenswert (die Einnahme von entwässernden Tees sollten Sie vorab mit Ihrem Arzt besprechen). Dies fördert Ihren Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen. Sie brauchen also nicht befürchten, dass sich dadurch noch mehr Wasser in Ihrem Gewebe ansammelt – das Gegenteil ist der Fall.
  • Eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Essen Sie viel Obst, Gemüse und achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Proteinen. Kartoffeln helfen außerdem, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.
  • Regelmäßige Bewegung. Unsere Fitnessübungen für Schwangere helfen Ihnen dabei, Ihren Kreislauf anzukurbeln. Dadurch kann die Flüssigkeit besser aus dem Gewebe abtransportiert werden.

Außerdem können Sie folgende Übungen ganz einfach in Ihren Alltag integrieren. Sie helfen ebenfalls, Beschwerden die durch Wassereinlagerungen entstehen, zu lindern.

  • Hochlagern der Beine. Legen Sie mehrmals täglich Ihre Beine für etwa 20 bis 30 Minuten hoch. Auch in der Nacht können Sie mit leicht erhöhten Beinen schlafen. Das unterstützt das Ausschwemmen der angesammelten Flüssigkeit.
  • Wechselduschen. Duschen Sie die betroffene Stelle wechselnd mit kaltem und heißem Wasser ab. Beenden Sie das Wechselbad immer mit kaltem Wasser. Das fördert die Durchblutung und lindert die Schwellung.
  • Massagen. Massieren Sie die Schwellung mit sanftem Druck und streichen Sie dabei Ihre Beine in Richtung des Herzens aus. Dadurch aktivieren Sie den Rückfluss des Blutes.

Oft helfen schon die hier genannten Mittel und Übungen, um die Beschwerden loszuwerden. Routine und Regelmäßigkeit sind das A und O. Der große Vorteil ist, dass Sie hiermit nicht nur etwas gegen die Wassereinlagerungen tun, sondern auch zu Ihrer allgemeinen Gesundheit und der Ihres Kindes beitragen.

Und sollten Sie noch keine Ödeme haben, können Sie mit den oben genannten Maßnahmen der Entstehung von Wassereinlagerungen vorbeugen. Sie schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe!

Welche Auswirkungen können Ödeme auf das ungeborene Kind haben?

Jede neue körperliche Beschwerde ist zunächst besorgniserregend. Denn jetzt ist nicht mehr nur Ihre Gesundheit betroffen, sondern auch die Ihres Babys.

Doch es gibt keinen Grund zu bangen. Die meisten Ödeme, die in der Schwangerschaft auftauchen, sind harmlos und stellen keine Gefahr dar – weder für Sie noch für Ihr ungeborenes Kind.

Überwiegend treten die Wassereinlagerungen erst im dritten Trimester auf. Doch sollten Sie ein Ödem schon früher in der Schwangerschaft bemerken, etwa im ersten oder zweiten Trimester, sollten Sie es sorgfältig beobachten.

In diesem Fall weisen Sie am besten Ihren Arzt auf das Ödem hin. Unter Umständen können Wassereinlagerungen ein Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Dies ist eine Schwangerschaftserkrankung, die mit erhöhtem Bluthochdruck und vermehrter Eiweißausscheidung einhergeht und gefährlich für Sie und Ihr Kind werden könnte.

Verschwinden Wassereinlagerungen nach der Geburt wieder?

Wie wird man die Wassereinlagerungen nach der Schwangerschaft wieder los? Ganz einfach: Die Ödeme verschwinden in der Regel von selbst.

Sollten die Schwellungen nach der Schwangerschaft vorerst stärker werden, ist dies unbedenklich und völlig normal. Ihr Körper ist zahlreichen Veränderungen ausgesetzt und braucht Zeit zur Regeneration nach der Geburt.

Vielleicht bemerken Sie, dass Sie in den ersten Wochen mit Ihrem Neugeborenen vermehrt schwitzen und einen stärkeren Harndrang verspüren. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass Ihr Körper anfängt, die übermäßige Flüssigkeit auszustoßen.

Haben Sie also etwas Geduld. Die Wassereinlagerungen werden Sie ganz von alleine los. Geben Sie Ihrem Körper die benötigte Ruhe, um sich zu regenerieren, und genießen Sie die erste Zeit mit Ihrem frisch geborenen Baby.

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