Übelkeit in der Schwangerschaft

Übelkeit in der Schwangerschaft

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26.04.19
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Sie ertragen plötzlich den Geruch Ihres Parfums nicht mehr? Und Ihr sonst heiß geliebter Morgenkaffee ist Ihnen zuwider oder löst sogar Brechreiz aus? Dann könnten Sie, wie etwa 50 bis 70 Prozent aller schwangeren Frauen, unter Schwangerschaftsübelkeit leiden. Diese wird nicht selten auch von Erbrechen begleitet.

Warum tritt Übelkeit in der Schwangerschaft auf?

Man spricht in der Schwangerschaft oft von „morgendlicher Übelkeit“, da die Symptome häufig morgens am schlimmsten sind. Wenn Sie schwanger sind, kann Ihnen jedoch zu jeder Tages- und Nachtzeit übel werden – also auch abends. Aber warum tritt sie überhaupt auf?

Man nimmt an, dass die Symptome durch das Schwangerschaftshormon hCG verursacht werden, das vom sich entwickelnden Mutterkuchen produziert wird und zur Erhaltung der Schwangerschaft beiträgt. Es können jedoch auch andere Faktoren, wie z. B. niedriger Blutzucker, vermehrte Magensäure, Vitamin-B-Mangel, Stress und Müdigkeit eine Rolle spielen. Außerdem besteht der Verdacht, dass eine gewisse Abneigung gegenüber bestimmten leicht verderblichen Lebensmitteln (z.B. Fleisch und Fisch) Mutter und Kind vor Infektionen schützen soll.

Gerade für Frauen, die während Ihrer Schwangerschaft viel arbeiten oder noch ein oder mehrere Kinder zu Hause betreuen, kann die Übelkeit zu einer starken Belastung werden. Quälen Sie sich nicht unnötig damit! Sie können jederzeit Ihren Gynäkologen deswegen aufsuchen und mit ihm über eine für Sie geeignete Therapie sprechen.

Ab wann ist Übelkeit in der Schwangerschaft gefährlich?

Im Allgemeinen ist Übelkeit ein Zeichen dafür, dass bei Ihnen, Ihrem Kind und mit Ihrer Schwangerschaft alles in Ordnung ist. Allerdings leidet ein geringer Prozentsatz aller Schwangeren unter krankhafter Übelkeit: der sogenannten Hyperemesis gravidarum. Die betroffenen Frauen übergeben sich durchschnittlich oft – das heißt mehr als fünfmal am Tag. Als Konsequenz drohen Gewichtsverlust und Dehydrierung. Der Körper greift dann auf seine natürlichen Reserven zurück. Dies kann für die schwangere Frau zu einer starken körperlichen Belastung werden. In diesem Fall muss selbstverständlich so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, damit eine sinnvolle Behandlung besprochen werden kann.

Machen Sie sich aber nun bitte keine Gedanken, wenn bei Ihnen die Übelkeit ausbleiben sollte. Dann gehören Sie einfach zu den Glücklichen, die in der Schwangerschaft nicht unter diesem typischen Schwangerschaftssymptom leiden.

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Es gibt Einiges, was Sie gegen Übelkeit in Ihrer Schwangerschaft tun können. Ein Geheimrezept gibt es allerdings nicht und bei jeder Frau wirken andere Hilfsmittel. Probieren Sie einfach mal Folgendes für sich aus:

  • Bewahren Sie Cracker, Reiscracker oder auch ein Stück Schokolade in der Nähe des Betts auf. Essen Sie einen Bissen, wenn Sie aufwachen, damit Ihr Blutzuckerspiegel steigt, bevor Sie aufstehen.
  • Anstelle von drei großen Mahlzeiten pro Tag sollten Sie fünf bis sechs kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. So vermeiden Sie einen leeren Magen, und Ihr Blutzuckerspiegel bleibt konstant.
  • Essen Sie genügend Eiweiß (Fleisch, Fisch, Eier, Käse) und komplexe Kohlenhydrate (Obst, Gemüse, Getreide), damit Ihr ungeborenes Baby bekommt, was es braucht, um sich gut entwickeln zu können.
  • Einige Ernährungsexperten empfehlen 50 bis 100 mg Vitamin B6 als Ergänzung, um Übelkeit zu verhindern. Nehmen Sie zusätzlich auch Ihre normalen Schwangerschaftsvitamine ein.
  • Verzichten Sie auf stark gewürzte oder fettige Speisen.
  • Manche schwören im Kampf gegen Übelkeit in der Schwangerschaft auf die positive Wirkung von Akupunktur oder einer Aromatherapie.

Umgang mit der Übelkeit

An manchen Tagen scheint einfach kein Hausmittelchen mehr zu wirken und Sie fragen sich, was Sie zusätzlich noch gegen die Übelkeit tun können? Da in der Schwangerschaft die meisten Medikamente tabu sind, könnten Sie zum Beispiel noch Folgendes versuchen:

  • Entspannen Sie sich. Atmen Sie langsam und lange durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus, konzentrieren Sie sich auf etwas Angenehmes oder träumen Sie sich an einen schönen Ort. Lassen Sie sich darüber hinaus von unseren Anti-Stress-Techniken für Schwangere inspirieren.
  • Vermeiden Sie den Anblick, Geruch und Geschmack von Lebensmitteln oder anderen Substanzen (wie Zigarettenrauch), die bei Ihnen seit Beginn der Schwangerschaft Übelkeit auslösen.
  • Lutschen oder kauen Sie Eisstückchen oder lutschen Sie an einer frisch geschnittenen Zitrone.
  • Wenn das tägliche Zähneputzen abends und morgens Brechreiz auslöst, gebrauchen Sie stattdessen ab und an (aber nur ausnahmsweise während der Schwangerschaft) ein Mundwasser. Verwenden Sie es auch zwischendrin, um den Mund frisch zu halten.
  • Trinken Sie ein Glas Milch oder nehmen Sie zwei Kalziumtabletten zu sich, um die Säure in Ihrem Magen zu neutralisieren.
  • Probieren Sie Ingwer aus – ein natürliches Mittel gegen Übelkeit. Raspeln Sie ihn auf Gemüse oder andere Lebensmittel.
  • Trinken Sie Kamillen- oder Ingwertee.
  • Nehmen Sie immer ausreichend Flüssigkeit zu sich, auch wenn Ihnen nicht danach ist. Es kann helfen, wenn Sie feste und flüssige Nahrung getrennt zu sich nehmen, also während einer Mahlzeit nichts trinken.

Wenn die Übelkeits- und Brechsymptome hartnäckig sind (d.h. wenn sie mehr als ein oder zwei Mal pro Tag auftreten), Sie am Essen oder Trinken hindern oder nach den ersten drei Monaten fortbestehen, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.

Ab wann klingt Übelkeit in der Schwangerschaft wieder ab?

Es ist erstaunlich, ab wann manche Frauen schon über Übelkeit in ihrer Schwangerschaft klagen: Sie kann nämlich bereits ab der 1. Woche ein häufiges Symptom einer Schwangerschaft sein. Meistens begleitet die Übelkeit betroffene Frauen während des ersten Trimesters. Die gute Nachricht ist, dass sie tatsächlich oft nur bis zum vierten Schwangerschaftsmonat anhält, denn danach sinkt der Hormonspiegel wieder etwas ab und Ihr Körper hat sich an die Schwangerschaft gewöhnt.

Manchmal kann das Unwohlsein länger andauern. Nur in sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Übelkeit bis zur 40. Schwangerschaftswoche – also bis zum Ende – andauert. Auch ist es nicht gesagt, dass bei Ihrer zweiten bzw. nächsten Schwangerschaft die Beschwerden die gleichen sind. Hier kann alles wieder ganz anders sein.

Erinnern Sie sich selbst immer wieder daran, dass die Übelkeit ein normales Symptom dieser ganz besonderen Zeit in Ihrem Leben ist und bald von selbst wieder verschwinden wird. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte Ihrer Schwangerschaft und denken Sie daran, wie glücklich Sie sein werden, wenn Sie erst einmal Ihr kleines Wunder in Ihren Armen halten.

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