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Pflege des Nabelstumpfes bei Neugeborenen

Nachfolgend finden Sie Ratschläge für die Pflege des Nabelrestes, damit er sicher heilt, austrocknet und abfällt. Außerdem erklären wir Ihnen die ersten Zeichen einer Infektion, bei denen Sie sich an Ihre Hebamme oder Ihren Arzt wenden müssen.


Nützliche Tipps für die Pflege des Nabelstumpfes


  • Bei den täglichen Hausbesuchen in den ersten Wochenbetttagen wird Ihre Hebamme die Abheilung des Nabels kontrollieren.

  • Schauen Sie sich jedes Mal, wenn Sie die Windeln des Babys wechseln, den Bereich des Nabelrestes direkt um den Nabel an. Reinigen Sie den Bereich sanft, aber gründlich, wenn sich dort Schmutz angesammelt haben sollte. Ein Wattestäbchen eignet sich dafür gut. Sie können Ihrem Baby damit nicht wehtun, denn im Nabelstumpf befinden sich keine Nervenenden. 

  • Stellen Sie sicher, dass Luft an den Nabelstumpf gelangt. Dadurch kann er schneller heilen und austrocknen. 

  • Verhindern Sie, dass die Windeln gegen den Nabelrest scheuern. Sie können die Windeln unterhalb des Nabels nach unten falten oder Windeln mit Aussparungen im Bauchbereich verwenden. 

  • Lassen Sie den Nabelschnurrest von selbst abfallen. Sie müssen keine Desinfektionsmittel, Tinkturen oder Puder dafür verwenden. Sollten spezielle Maßnahmen erforderlich sein, wird Ihre Hebamme das mit Ihnen absprechen und Ihnen ein geeignetes Mittel geben. Der Nabelrest löst sich am besten, wenn man ihn „in Ruhe“ lässt. Dies geschieht in der Regel fünf bis zehn Tage nach der Geburt. Der eingetrocknete Nabelrest sieht dunkel aus und fühlt sich hart an.

  • Einige Babys haben einen herausstehenden Nabel und andere nicht. Versuchen Sie nicht, den Nabelbereich mit Münzen, Verbänden oder Binden abzudecken, um das Aussehen des Nabels zu verändern. Das funktioniert nicht und führt nur zu zusätzlichen Reizungen. 
  • Solange Ihr Neugeborenes den Nabelstumpf hat, reinigen Sie das Baby am besten nur kurz mit einem Waschlappen, anstatt den Nabelstumpf ins Wasser einzutauchen. Sobald der Nabelstumpf abgefallen ist, können Sie das Baby ruhig baden. 


Alarmsignale erkennen


  • Wenn aus dem Nabelstumpf gelber Eiter austritt und sich ein schlechter Geruch entwickelt, oder wenn der Bereich um den Bauchnabel herum rot und geschwollen ist, kann eine Infektion vorliegen. Bitte wenden Sie sich daher in diesem Fall an Ihre Hebamme bzw. an Ihren Kinderarzt. 

  • Hautrötungen können auch auftreten, wenn der ausgetrocknete Nabelstumpf die umliegende Haut irritiert. Um herauszufinden, warum die Haut gereizt ist, schieben Sie den Nabelstumpf vorsichtig vom irritierten Hautbereich weg und überprüfen Sie die Haustelle nach 30 bis 60 Minuten erneut. Falls die Hautrötung immer noch vorhanden ist, und besonders wenn sie sich ausgeweitet hat, wenden Sie sich umgehend an Ihre Hebamme oder Ihren Arzt. Falls die Hautrötung lediglich auf eine Reizung durch den Nabelstumpf zurückzuführen ist, dann klingt sie nach einer Weile von selbst ab. Manchmal ist die Haut auch von der noch vorhandenen Nabelklemme gereizt. Diese kann die Hebamme mit einer speziellen Zange entfernen, sobald der Nabelrest eingetrocknet ist. Eine kleine Mullkompresse, die um den Nabel gelegt wird, kann aber auch verhindern, dass Nabelrest oder die Klemme die empfindliche Bauchhaut Ihres Babys reizen.

  • Ab und zu wird der Bauchnabel leicht blutig schmieren. Das ist normal, weil sich die Blutgefäße erweitern. Das Blut finden Sie meist an der Windel, der Kleidung oder an einer zum Schutz aufgelegten Mullkompresse. Sie können die Haut einfach mit etwas abgekochtem Wasser reinigen oder überlassen dies Ihrer Hebamme. Eine laufende Blutung aus dem Nabel sollten Sie immer umgehend abklären lassen. Als Erstmaßnahme drücken Sie eine sterile Mullkompresse auf den blutenden Bereich. Die Blutung sollte nach wenigen Minuten stoppen. Informieren Sie Ihre Hebamme oder Ihren Kinderarzt.

  • Wenn der Nabelstumpf abgefallen ist, kann es sein, dass sich in der Nähe eine rötliche, feuchte Beule oder ein Knoten bildet. Diese kleine Geschwulst kann unter Umständen wachsen und weiterhin leicht eitern. Man bezeichnet sie als Nabelgranulom. Ob und welche Behandlung erforderlich ist, besprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt.

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