Nabelbruch Baby

Wenn sich der kleine Babybauch nicht nur vorwölbt, sondern der Bauchnabel regelrecht raus steht oder eine kleine Beule in Nabelnähe zu sehen ist, könnte es sich um einen Nabelbruch handeln. Das Wichtigste vorweg: Ein Nabelbruch verursacht Ihrem Baby in der Regel keine Schmerzen und ist meist auch nicht gefährlich.

Wie kommt es zum Nabelbruch bei Babys?

Der Nabelbruch bzw. die Nabelhernie, ist bei Babys keine Seltenheit. Die Ursache ist eine Bindegewebsschwäche des Nabelrings, die häufig nach der Geburt auftritt. Der Nabelring ist die Öffnung in der Bauchdecke, durch die die Nabelschnur führte, als Ihr kleiner Schatz noch in Ihrem Bauch war.

Nach dem Durchtrennen der Nabelschnur bleibt ein Nabelstumpf zurück, der mit einer Klemme abgebunden wird. Innerhalb weniger Tage schließt sich normalerweise der Nabelring und der Stumpf fällt von ganz allein ab.

Das geht mal schneller, mal langsamer. Bei einer Bindegewebsschwäche im Nabelbereich ist eher letzteres der Fall. Hier bleibt eine Lücke, durch die ein Stück Bauchfell oder im schlimmsten Fall ein Stück Darm hervortreten kann. Frühgeborene sind häufiger betroffen. Ein Nabelbruch bei Babys wird zudem öfter bei Mädchen diagnostiziert. Tritt er erst nach der Geburt auf, spricht man auch von einem erworbenen Nabelbruch.

Anders verhält es sich beim angeborenen Nabelbruch – also einer Nabelhernie, die bei Babys bereits im Mutterleib festzustellen ist. Grundsätzlich gehört ein Nabelbruch zur Entwicklung Ihres ungeborenen Babys dazu: Im ersten Trimester Ihrer Schwangerschaft dehnt sich der Darm des Babys zunächst bis in die Nabelschnurhaut aus.

Die sogenannte Nabelschleife wächst weiter, bis die Bauchhöhle sie nicht mehr fassen kann und sie heraustritt, es also zum Nabelbruch kommt. Ab der 9. Schwangerschaftswoche bildet sich dieser wieder vollständig zurück. In einigen wenigen Fällen passiert das nicht: Dann kommt das Baby mit einem Nabelbruch zur Welt. Man spricht in diesem Fall von einem angeborenen Nabelbruch.

Wie Sie einen Nabelbruch erkennen

Hat Ihr Baby einen Nabelbruch, kann sich das auf unterschiedliche Arten zeigen:

  • Deutlich sichtbar: Am besten erkennen Sie einen Nabelbruch, wenn der Bauchnabel deutlich heraustritt. Ein ständig vorstehender Bauchnabel beim Baby ist eines der sehr eindeutigen Symptome.

  • In Aktion sichtbar: Manchmal wird ein Nabelbruch auch erst so richtig beim Schreien, Husten oder Pressen sichtbar – also immer dann, wenn Ihr Baby die Bauchdecke anspannen muss. Durch diese Anstrengung entsteht eine Beule.

  • Tastbar: Wenn Sie Ihrem Baby über den Bauch streichen und Sie eine leichte Delle oder sogar ein Loch in der Nabelgegend ertasten, könnte ein Nabelbruch vorliegen.

Wann Sie mit einem Nabelbruch bei Ihrem Kinderarzt vorstellig werden sollten, hängt zum Beispiel davon ab, ob Ihr Baby Schmerzen hat.

Sollte Ihr Baby schmerzfrei sein und Sie sind sich aber nicht sicher, ob der Nabelbruch dennoch behandelt werden sollte, gilt wie so oft: Suchen Sie lieber einmal zu viel Ihren Arzt auf, als einmal zu wenig. Weisen Sie ihn aber in jedem Fall auf den Nabelbruch hin, falls dieser nicht eh schon bei einer der ersten Vorsorgeuntersuchungen entdeckt wurde.

So wird ein Bauchnabelbruch beim Baby behandelt

Gute Nachrichten für Eltern: In etwa 98 Prozent der Fälle besteht bei einem Nabelbruch gar kein Handlungsbedarf. Nabelbrüche bilden sich nämlich in den allermeisten Fällen während der ersten Lebensjahre von selbst zurück. Ein leichter Nabelbruch bedarf also keiner Behandlung.

Wann Sie zum Arzt müssen

Bemerken Sie, dass Ihr Baby auf Berührung an der entsprechenden Stelle empfindlich reagiert oder sogar vor Schmerzen weint, ist ein Besuch beim Kinderarzt dringend zu empfehlen.

Im schlimmsten Fall ist ein Stück Darm eingeklemmt. Dann verfärbt sich der Nabelbruch beim Baby blau. Hier ist ebenfalls schnelles Handeln gefragt, denn dieser Zustand muss in der Regel dringend operiert werden.

Das Einklemmen kann zu einem Darmverschluss führen. Das bedeutet, dass der Darm nicht mehr ausreichend durchblutet wird oder zu wenig Sauerstoff bekommt. Das eingeklemmte Stück Darm kann absterben. Diese Situation tritt allerdings extrem selten ein.

Nabelbruch Operation

In den wenigen Fällen, bei denen der Nabelbruch für das Baby schmerzhaft ist oder er sich nicht allein zurückbildet, ist eine Operation notwendig. Diese erfolgt sehr wahrscheinlich ambulant und mit geringem operativen Aufwand.

Die Nabelbruch OP bei Babys ist sehr risikoarm und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Eingriff dauert etwa 20 – 30 Minuten. Über einen kleinen Hautschnitt am Bauch wird der Inhalt des Bruchsacks zurück an Ort und Stelle geschoben. Anschließend wird der Bruchsack zugenäht. Der Nabel bleibt bei diesem Eingriff erhalten.

Wenn es sich nicht um einen akuten Fall handelt, wird empfohlen, die Nabelbruch OP zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr durchzuführen.

Nabelpflaster, Nabelbruchband & Co

Vielleicht haben Sie schon einmal von Nabelpflastern, Nabelbruchbandagen oder Nabelbruchbändern gehört. Diese wurden vor einiger Zeit noch als Möglichkeit in Betracht gezogen, um Nabelbrüche bei Babys zurückzudrücken, also den Nabelbruch zu tapen bzw. zu kleben.

Weil das aber unter Umständen zu viel Druck auf das schwache Bindegewebe des Kindes ausübt, was wiederum einen Leistenbruch zur Folge haben könnte, wird heute auf diese Methode verzichtet.

Ein Nabelbruch bei Babys lässt sich übrigens nicht durch vorbeugende Maßnahmen verhindern. Sie können keinen Einfluss darauf nehmen, ob Ihr Neugeborenes davon betroffen ist oder nicht.

Fakten im Überblick

  • Ein Nabelbruch bei Babys ist eine Schwachstelle des Bindegewebes im Bereich des Bauchnabels, die nach dem Abfallen der Nabelschnur nur sehr langsam zuwächst. Es bleibt eine Lücke, die sich aber in der Regel von allein wieder schließt.

  • Bei einem Nabelbruch ist häufig der Bauchnabel des Babys nach außen gestülpt. Es kann aber auch sein, dass die Wölbung erst beim Anspannen der Bauchdecke sichtbar wird und sich der Nabelbruch beim Schreien, Pressen oder Husten zeigt. Ein Nabelbruch beim Baby kann sich auch in Form einer Beule auf der Bauchdecke in der Nähe des Nabels äußern. Diese Beule kann bis auf die Größe eines Hühnereis heranwachsen.

  • Ein Nabelbruch kommt bei Neugeborenen häufig vor. In 98 Prozent der Fälle ist ein Nabelbruch bei Babys ungefährlich. In sehr seltenen Fällen kann der Nabelbruch schmerzhaft und gefährlich sein, weil beispielsweise ein Stück Darm eingeklemmt ist.

  • Ein Nabelbruch beim Baby erfordert in den meisten Fällen keine Operation. Nur wenn sich der Nabelbruch nicht von selbst zurückbildet, ist eine OP in der Regel notwendig. Sie sollte bis zum Vorschulalter durchgeführt worden sein.

Ein genauer Blick auf den Bauch Ihres Babys lohnt sich - und das nicht nur, weil er so unglaublich süß ist. Wenn Sie eine Wölbung entdecken, wenden Sie sich am besten direkt an Ihren Kinderarzt. Und machen Sie sich vor allem keine Sorgen, denn in fast allen Fällen verläuft ein Nabelbruch völlig harmlos.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.