Mutter wäscht Babys Haare

In Filmen und Serien kommen Babys meist sauber und rosig auf die Welt. Doch viele werdende Eltern wissen bereits, dass dies ein Hollywood-Mythos ist: In Wahrheit ist ein Baby bei der Geburt mit einer gelblich-weißen Schicht bedeckt – die sogenannte Käseschmiere. Diese ist sowohl vor als auch nach der Geburt ein wichtiger Schutz für Dein Kind.

Was ist Käseschmiere?

Vernix caseosa, im Volksmund auch Käseschmiere oder Fruchtschmiere genannt, heißt die wachsartige Schicht, mit der ein Baby in Mutterleib und meist auch nach der Geburt bedeckt ist. Der Spitzname kommt nicht von ungefähr, denn die weiße bis hellgelbe Farbe ähnelt tatsächlich ein wenig der von Käse. Im Gegensatz zu ihrem Namensgeber, ist die Käseschmiere jedoch geruchsneutral.

Wie und wann entsteht die Käseschmiere?

Die Vernix bildet sich bereits, während sich das Baby noch im Mutterleib entwickelt. Etwa nach der 14. Schwangerschaftswoche ist die Haut des Fötus im Fruchtwasser mit Käseschmiere bedeckt.

Sie besteht aus Talgdrüsensekret, abgestorbenen Gewebezellen (Epithelzellen) und Fetten. Zusammen ergeben diese Stoffe die schmalzige, weißliche Käseschmiere, die meist bis nach der Geburt auf der Haut des Kindes haften bleibt.

Man hat festgestellt, dass die Käseschmiere nicht nur jede Menge Vitamin E enthält, sondern auch besondere Eiweißstoffe, die bestimmte Bakterien, Viren und sogar Pilzsporen unschädlich machen können.

Warum haben manche Babys mehr Käseschmiere als andere?

Wie stark die Haut eines Babys mit Käseschmiere bedeckt ist, kann variieren: Bei den einen ist sie kaum sichtbar und andere sind mit einer dicken Schicht davon bedeckt. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Bespiel von der Zahl und Beschaffenheit der Talgdrüsen, die für die Produktion der Käseschmiere entscheidend sind.

Die größte Menge an Vernix befindet sich daher in der Regel am Kopf des Babys, da dort besonderes viele Poren der Talgdrüsen angesiedelt sind.

Doch die Käseschmiere überzieht bei Babys meist den ganzen Körper – ob sichtbar oder nicht.

Was es bedeuten kann, wenn die Käseschmiere fehlt

Auch der Zeitpunkt der Geburt kann eine Rolle dabei spielen, wie viel Käseschmiere vorhanden ist oder ob sie gänzlich fehlt. Wie so oft bestätigen nämlich Ausnahmen die Regel: Es kann durchaus passieren, dass ein Neugeborenes bei der Geburt keine Käseschmiere am Körper hat, was ein positives Reifezeichen sein kann.

Denn etwa in der 36. Schwangerschaftswoche erreicht die Menge der Käseschmiere, mit der das Kind im Fruchtwasser bedeckt ist, ihr Maximum. Bei spätgeborenen Kindern hat sich die Käseschmiere also nicht selten bereits zurückgebildet. Bei Frühchen hingegen kann die Schicht umso dicker sein.

Auch Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, haben oft mehr Käseschmiere auf der Haut. Denn die Vernix ist unter anderem dazu da, das Gleiten durch den Geburtskanal zu erleichtern. Müssen Neugeborene diesen gar nicht erst durchqueren, reibt sich die Käseschmiere auch nicht daran ab.

Früher galt die Vernix übrigens auch als eines der Anzeichen, auf das bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amnioskopie) geachtet wurde. Flocken von Käseschmiere im Fruchtwasser deuteten auf ein reifes Kind hin, fehlende Käseschmiere-Flocken auf eine Übertragung.

Nicht zuletzt wegen der hohen Fehlerquote und der unangenehmen Prozedur wird die sogenannte Amnioskopie heute nur noch selten durchgeführt. Stattdessen wird bei vorgeburtlichen Untersuchungen auf sanftere Methoden wie Ultraschall gesetzt. Ob Käseschmiere im Fruchtwasser ist, spielt bei der Diagnostik keine Rolle mehr.

Dass ein Baby weit nach dem errechneten Termin geboren wurde, erkennt man trotzdem oft an der fehlenden oder wenigen Käseschmiere nach der Geburt.

Unabhängig davon, wie viel oder wenig Käseschmiere zum Zeitpunkt der Geburt an der Haut Deines Babys haftet: Du kannst Dir sicher sein, dass sie in der Fruchtblase vorhanden war und Deinem Schatz gute Dienste erwiesen hat.

Die Aufgaben der Käseschmiere

Die Käseschmiere ist eine natürliche Schutzschicht, die gleich mehrere wichtige Funktionen übernimmt. Und das nicht nur, während Dein kleiner Schatz im Fruchtwasser schlummert, sondern auch nach der Geburt.

Die Funktion der Käseschmiere im Fruchtwasser

Babys bewegen sich im Mutterleib eingebettet in das schützende und nährende Fruchtwasser. Ohne die Fettschicht würde dieses die Haut des Kindes aufweichen.

Noch dazu wirkt Käseschmiere von Natur aus antibakteriell. Schon vor der Geburt spielt die Vernix also eine wichtige Rolle:

  • Sie schützt die Haut des Babys vor dem Fruchtwasser.

  • Sie hält schon im Mutterleib Infektionen von Babys Haut fern.

  • Sie unterstützt durch enthaltende Nährstoffe die Entwicklung der Haut.

Die Funktion der Käseschmiere während der Geburt

Auch während der Geburt kann die Käseschmiere eine Rolle spielen. So unterstützt sie das Neugeborene bei der Entbindung:

  • Sie erleichtert dank ihrer fettigen Konsistenz das Gleiten durch den Geburtskanal.

  • Sie hält potentielle Keime fern, die während der Geburt mit dem Baby in Kontakt kommen könnten.

Die Funktion der Käseschmiere nach der Geburt

Mit der Geburt ändert sich das Umfeld für ein Neugeborenes radikal – und auch hierbei kommt die Käseschmiere zum Einsatz. Wurde das Baby zuvor noch bei wohlig-warmen 37 Grad im Fruchtwasser gewiegt, findet es sich urplötzlich an fühlbar kühlerer Luft wieder.

Die Fettschicht der Käseschmiere kann dem Baby helfen, sich an das ungewohnte Milieu zu gewöhnen:

  • Sie schützt das Neugeborene vor Wärmeverlust.

  • Sie erweist sich auch hier dank der antibakteriellen Eigenschaften als Schutz vor Keimen und Pilzbefall.

  • Sie schützt die Haut vor Austrocknung.

  • Sie hat pflegende Eigenschaften, die Babys Haut in den ersten Lebenstagen zugute kommen.

Vielleicht sollte Hollywood seine Darstellung von Geburtsszenen also noch einmal überdenken und Käseschmiere nicht als etwas Unangenehmes betrachten, sondern als die wunderbare Substanz, die sie ist.

Sollte man Käseschmiere entfernen?

Eine wärmende Funktion hat die Käseschmiere nur zu Beginn, bis sich der kleine Körper an die neue Umgebung angepasst hat. Sie schützt allerdings auch nach der Geburt noch mehrere Tage lang den Organismus Deines Babys vor Keimen.

Denn direkt nach der Entbindung ist die Haut eines Babys noch nicht mit den körpereigenen Bakterien besiedelt, die dabei helfen, schädliche Erreger fernzuhalten. In der Übergangszeit, bis sich diese Hautflora entwickelt hat, kommen die antibakteriellen Eigenschaften der Käseschmiere Deinem Baby zugute.

Aus diesem Grund ist es heutzutage nicht mehr üblich, Neugeborene noch im Kreißsaal zu baden. Stattdessen werden lediglich Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sekret-Reste mit etwas warmem Wasser abgewaschen.

Es wird viel Wert darauf gelegt, dass Mutter und Kind so schnell wie möglich Haut-zu-Haut-Kontakt bekommen. Die Käseschmiere vom Kopf und Körper des Babys zu entfernen, ist eher überflüssig und auch nicht ratsam.

Innerhalb weniger Stunden ist die Käseschmiere nämlich von ganz alleine in die Haut eingezogen. Letzte Reste fallen oder reiben sich in der Regel nach wenigen Tagen einfach ab.

Käseschmiere: Natürliche Hautpflege mit Heilwirkung

Längst ist bekannt, dass es sich bei der Fruchtschmiere nicht etwa um ein überflüssiges Nebenprodukt handelt, sondern um die erste Hautpflege, die einem Baby zur Verfügung steht.

Neugeborene, die nach dem Geburtstermin auf die Welt kommen, haben nicht selten eine trockene und schuppige Haut, da die schützende Schicht der Käseschmiere kaum vorhanden ist. In einem solchen Fall kannst Du es einmal täglich mit ein wenig Babyöl einreiben.

Wegen ihrer heilsamen Eigenschaften hat die Forschung sich die Käseschmiere sogar zum Vorbild für die Entwicklung von Hautpflegeprodukten für Erwachsene genommen – zum Beispiel zur Behandlung bei Neurodermitis.

Auch in der Homöopathie ist die Käseschmiere ein beliebtes Heilmittel (z. B. die Substanz Vernix caseosa bei Hypersensibilität).

Vollkommen normal: Käseschmiere in der Scheide

Die Käseschmiere bedeckt zu Beginn jeden Winkel des kleinen Babykörpers und kann sich auch in der Scheide beziehungsweise zwischen den Schamlippen des Neugeborenen befinden.

Das ist vollkommen normal und unbedenklich. Sollte die Käseschmiere in diesem Körperbereich mit Urin oder Stuhl verunreinigt werden, kannst Du sie beim Windelwechseln einfach sanft abwischen.

Abgesehen davon darf die nützliche und pflegende Käseschmiere normalerweise dort bleiben, wo sie ist.

Käseschmiere entfernen: Wann ist das nötig und wie geht das?

So gut die Käseschmiere zu Beginn für die Babyhaut ist, desto störender ist sie, wenn sie sich in den Hautfalten absetzt. Besonders in den Achseln und Leistenbeugen kann es besonders lange dauern, bis sie vollständig eingezogen oder abgerieben ist. Da Käseschmiere von Natur aus antibakterielle Eigenschaften hat, ist auch dies eigentlich kein Problem.

Auf Dauer kann sie jedoch möglicherweise zu Infektionen führen, wenn sie sich nicht ablöst oder von alleine einzieht. Zudem kann die Käseschmiere trocken und hart werden und dann durch die Bewegung des Babys für wunde Stellen sorgen.

Solltest Du beobachten, dass die Käseschmiere nach zwei bis drei Wochen noch nicht von diesen Körperstellen verschwunden ist oder sich verhärtet, kannst Du sie selbst entfernen.

Käseschmiere sanft entfernen: So geht es

Dies sollte jedoch weder durch grobes Abrubbeln mit einem nassen Handtuch geschehen, noch muss das Baby gleich in die Badewanne. Die Käseschmiere lässt sich am besten folgendermaßen entfernen:

  • Nimm einen Wattebausch oder ein weiches Kosmetiktuch.

  • Gib etwas Babyöl oder anderes hautfreundliches Öl darauf.

  • Entferne die Käseschmiere damit sanft von den entsprechenden Stellen.

Käseschmiere beim Baden abwaschen? Vollkommen unnötig

Den Gedanken, die Käseschmiere beim Baby durch ein Bad zu entfernen, kannst Du also getrost verwerfen. Bei der Körperpflege eines Säuglings gilt die Devise: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Das erste Babybad sollte erst dann stattfinden, wenn der Nabel verheilt ist. Und auch danach muss ein Säugling in der Regel nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche in die Wanne.

Gerade in den ersten Lebenstagen profitiert Dein kleiner Liebling schließlich noch von dem, was die Natur ihm auf den Weg gegeben hat – nicht zuletzt von der Käseschmiere.

FAKTEN IM ÜBERBLICK

  • Vernix caseosa oder auch Käseschmiere genannt, ist eine gelblich-weiße Schicht, die sich im Mutterleib bildet und die Haut des Fötus bedeckt. Auch bei der Geburt sind die meisten Babys mit Käseschmiere bedeckt. Sie schützt die Haut vor dem Austrocknen, hält Keime fern und verhindert nach der Geburt das Auskühlen.

  • Die Käseschmiere sollte bei Babys nach der Geburt nicht abgewaschen werden. Sie zieht von alleine in die Haut ein und dient auf diese Weise als natürliche Pflege für das Neugeborene. Nur, wenn sie nach ein paar Wochen noch in den Hautfalten festsitzt, sollte sie sanft entfernt werden.

  • Nach der 14. Schwangerschaftswoche sind Babys mit der Käseschmiere bedeckt und bleiben dies meist bis zum Ende der Schwangerschaft. In der 36. SSW ist die Menge tendenziell am größten und nimmt dann langsam ab. Wird ein Kind nach dem Geburtstermin geboren, kann die Käseschmiere fehlen.

  • Da die Menge der Käseschmiere bis etwa zur 36. SSW in der Regel zunimmt und danach langsam weniger wird, deutet ein Fehlen der Käseschmiere nach der Geburt auf eine Übertragung hin. Wird ein Baby mehrere Wochen vor dem Geburtstermin geboren, hat es hingegen meist mehr Käseschmiere am Körper.

Wie Du siehst, hat die Natur mal wieder an alles gedacht: Die Käseschmiere trägt einen entscheidenden Beitrag dazu bei, dass Dein Baby geschützt ist, während es im Fruchtwasser gedeiht. Selbst nach der Geburt kann Dein Kind noch von den wunderbaren Eigenschaften profitieren. Sieh die Käseschmiere also nicht als etwas Störendes an, das man entfernen muss, sondern als Geschenk für Deinen kleinen Schatz.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest Du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Deinen Arzt/Deine Ärztin.

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