Einnistungsblutung

Sollten Sie im Laufe der Frühschwangerschaft ein wenig Blut in Ihrem Slip entdecken, ist das noch lange kein Grund zur Besorgnis. Es könnte sich hierbei um eine sogenannte Einnistungsblutung (auch Nidationsblutung oder Implantationsblutung genannt) handeln.

Was ist eine Einnistungsblutung?

Ganz zu Beginn Ihrer Schwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein. Die Einnistung beginnt zwischen dem fünften und sechsten Tag nach der Befruchtung und ist ungefähr am 12. Tag abgeschlossen.

Bei der sogenannten Nidation (Einnistung) können Blutgefäße verletzt werden, was zu leichten Blutungen bzw. Schmierblutungen führen kann. Das ist völlig normal und stellt für den weiteren Verlauf Ihrer Schwangerschaft kein Risiko dar.

Manche Frauen sorgen sich, denn Sie spüren während dieser Zeit einen leichten Schmerz bzw. ein leichtes Ziehen oder Krämpfe. Auch das ist nicht ganz ungewöhnlich. Sollten Sie dennoch deswegen beunruhigt sein, kontaktieren Sie Ihren Gynäkologen.

Wie erkennen Sie den Unterschied zwischen einer Einnistungsblutung und der Periode?

Auch wenn diese Blutung einer normalen Menstruation ähnlich sein kann, gibt es doch einige Unterschiede zwischen einer Nidationsblutung und Ihrer Periode. Am Anfang werden Sie möglicherweise die Einnistungsblutung für eine eher leichte Regelblutung halten, da sie im Zeitraum Ihrer normalen Periode herum auftreten kann.

Obwohl jede Periode anders ist – manche Frauen haben stärkere, manche nur leichte Blutungen – können Sie dennoch den Unterschied erkennen. Seien Sie achtsam! Auch wenn Ihre Regel nicht immer gleich abläuft, so unterscheidet sich diese doch in der Art der Blutung, wie zum Beispiel der Farbe, der Stärke und der Dauer.

Diese Anzeichen könnten auf eine Einnistungsblutung hinweisen:

  • Die Stärke der Blutung. Eine Einnistungsblutung ist einer Schmierblutung ähnlich. Falls Sie also eher an eine starke Regelblutung gewöhnt sind, sollte es Ihnen leichter fallen, beide voneinander zu unterscheiden.

  • Die Farbe. Die Farbe der Einnistungsblutung ist hellrot/rosa oder auch bräunlich. Sie gleicht daher weniger dem tieferen Rot der Regelblutung.

  • Beschaffenheit. Im Menstruationsblut lassen sich bisweilen geleeartige Blutgerinnsel (dies sind natürliche Reste der Gebärmutterschleimhaut) finden. Dies ist bei einer Einnistungsblutung nicht der Fall. Hier bleibt die Konsistenz des Blutes gleich.

Frühe Anzeichen einer Schwangerschaft, wie Spannungsgefühl in den Brüsten, Übelkeit und morgendliches Erbrechen etc. deuten ebenfalls darauf hin, dass es sich um eine Nidationsblutung und nicht um Ihre Periode handeln könnte.

Machen Sie im Zweifel einen Schwangerschaftstest. Dieser kann das Hormon hCG in Ihrem Körper ermitteln, welches als sicheres Anzeichen für eine Schwangerschaft gilt. Wann immer Sie unsicher sind gilt: Suchen Sie Ihren Frauenarzt auf.

Wie lange dauert eine Einnistungsblutung?

Ein weiterer Indikator ist die Dauer der Blutung. Während die Länge der Regelblutung bei den meisten Frauen zwischen vier und sieben Tagen liegt, dauert eine Einnistungsblutung lediglich bis zu zwei Tage an – manchmal sogar nur ein paar Stunden.

Da Nidationsblutungen von ganz alleine wieder aufhören, ist eine weitere Behandlung nicht nötig. Dauert die Blutung länger oder ist sie mit stärkeren Schmerzen verbunden, dann suchen Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt auf.

Was sind die typischen Symptome einer Einnistungsblutung?

Die typischen Symptome der Einnistungsblutung sind also:

  • kurze Blutung (bis zu zwei Tagen)

  • leichte Blutung bzw. Schmierblutung

  • tritt zwischen dem 5. und 12. Tag nach der Befruchtung auf

  • hellrot/rosa oder bräunlich Färbung

Sollten Sie keine Blutung und andere körperliche Symptome feststellen, müssen Sie auf keinen Fall nervös werden. Jede Schwangerschaft ist anders und oft bleibt die Einnistung ganz und gar unbemerkt.

Welche Risiken birgt eine Einnistungsblutung?

Sicherlich haben Sie gerade zu Beginn Ihrer Schwangerschaft jede Menge Fragen und Unsicherheiten. Eine Einnistungsblutung ist jedoch kein Grund zur Sorge.

Auch abseits einer Einnistungsblutung kann es während der Schwangerschaft zu leichten Blutungen kommen. Diese können durch die unterschiedlichsten Gründe, wie eine Gebärmutterhalsreizung nach einer Untersuchung oder nach dem Geschlechtsverkehr, hervorgerufen werden. Sie können jedoch auch auf eine Infektion, eine beginnende Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Vorsorglich sollten Sie jede Blutung bei Ihrem Frauenarzt vorstellen.

Falls es zu einer längeren oder starken Blutung kommen sollte, konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Gynäkologen, um der Sache nachzugehen. Achten Sie auf weitere Symptome und tauschen Sie sich ggf. mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihre Bedenken und Sorgen aus.

Die gängigste Herausforderung einer Einnistungsblutung ist es, dass viele Frauen noch nicht bemerkt haben, dass sie überhaupt schwanger sind – besonders, wenn sie davon ausgehen, dass es sich hierbei um eine leichte Regel handelt. Das könnte es schwieriger machen, den Geburtstermin zu bestimmen. Aber keine Sorge: Ihr Frauenarzt wird Ihnen bei der ersten Vorsorgeuntersuchung eine genaue Einschätzung geben können.

Häufig gestellte Fragen

  • Die Farbe der Blutung ist hellrot/rosa oder auch bräunlich. Sie ist also nicht tiefrot, wie das bei der Regelblutung der Fall ist.
  • Manche Frauen spüren ein leichtes Ziehen oder sachte Krämpfe. Wiederum andere spüren gar nichts.
  • Die Einnistung findet ungefähr zwischen dem fünften und zwölften Tag nach der Befruchtung der Eizelle statt. In diesem Zeitraum kann es also ggf. zu leichten Schmerzen kommen. Sollten Sie viel früher oder später anhaltende Schmerzen spüren, suchen Sie bitte Ihren Gynäkologen auf.
  • Im Gegensatz zur Blutung der Periode dauert die Einnistungsblutung nur kurz an – d. h. sie dauert im Regelfall nur bis zu zwei Tagen.
  • Das Schwangerschaftshormon hCG lässt sich bereits etwa zwei Tage nach der Einnistung in geringer Menge feststellen. Ein Bluttest liefert normalerweise schon zwei Tage vor dem Einsetzen der Regel ein sicheres Ergebnis. Mit einem Urintest – also dem handelsüblichen Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder der Drogerie - sollten Sie bis zum zweiten Tag nach dem Ausbleiben der Periode warten. Erst dann ist das Resultat eindeutig.

Konsultieren Sie immer Ihren Gynäkologen, wenn Sie sich nicht sicher sein sollten, wie Sie eine Blutung deuten sollen. Gehen Sie lieber einmal mehr, als einmal zu wenig zum Arzt.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

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