Kind mit Warze am Finger

Warzen sind lästig und ansteckend. Die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern diese kleinen unliebsamen Knubbel früher oder später bei ihren Kindern entdecken, ist sehr hoch. Die gute Nachricht: Sie sind in aller Regel harmlos und – obwohl äußert hartnäckig – gut behandelbar. Alle Infos zum Thema Warzen bei Kindern und wie Du damit umgehen kannst, findest Du im Folgenden.

Was sind Warzen?

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die bei jedem vorkommen können, aber besonders häufig bei Kindern anzutreffen sind. Warzen werden durch Viren ausgelöst und sind damit zwar sehr ansteckend, jedoch größtenteils ungefährlich.

Wie erkennt man Warzen bei Kindern?

Warzen sind wenige Millimeter große Erhebungen auf der Haut, die weich oder an der Oberfläche leicht verhärtet sein können. Sie sehen meist entweder hautfarben, weißlich oder bräunlich aus und können unter Umständen schwarze Pünktchen auf der Oberfläche aufweisen.

In der Regel bereiten Warzen keine Beschwerden und machen sich, abgesehen von der optischen Erscheinung, kaum bemerkbar. In einigen Fällen werden jedoch folgende Symptome beobachtet:

  • Juckreiz

  • Druckgefühl

  • Spannungsgefühl

Manchmal können Schmerzen auftreten. Dies kommt in erster Linie dann vor, wenn die Warze in tieferen Hautschichten oder an einer ungünstigen Körperstelle sitzt, auf der häufig Druck lastet. Hat ein Kind beispielsweise eine Warze an der Fußsohle, am Fuß oder am Zeh, wird das Gehen unter Umständen als unangenehm empfunden.

Warzen am Po oder am Knie werden Kinder jedoch eher nicht stören, wenn sie sitzen oder auf allen Vieren krabbeln, denn dabei lastet im Gegensatz zum Fuß nicht das ganze Körpergewicht auf der Warze.

Ohnehin bleiben Schmerzen die Ausnahme: In den meisten Fällen wird Dein Schatz die kleinen Knubbel gar nicht bemerken.

Endgültige Sicherheit darüber, ob es sich bei einer Erhöhung auf der Haut bei Deinem Kind wirklich um eine Warze handelt, kann im Zweifel immer eine ärztliche Untersuchung geben.

Wo am Körper können Warzen bei Kindern auftreten?

Warzen sind nicht wählerisch, wo am Körper sie sich bei Kindern niederlassen. Sie können also an jeder Hautstelle auftreten. Besonders groß ist die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass Du eine Warze bei Deinem Kind an der Hand, am Finger oder am Fuß entdeckst.

Da sich Kinder mit ihren Händen, an denen sich die ansteckenden Viren womöglich tummeln, gerne an den Kopf fassen, können Warzen häufig auch im Gesicht, am Hals und im Nacken auftreten.

Warzen sind nicht schön, aber zumindest nichts, worüber Du Dir große Sorgen machen müsstest. Sie mögen Dich und Deinen süßen Fratz zwar stören, fügen ihm jedoch in der Regel keinen Schaden zu.

Welche Arten von Warzen gibt es bei Kindern?

Es gibt verschiedene Warzenarten, die bei einem Kleinkind auftreten können:

  • Gemeine Warze (auch: vulgäre Warze/Verrucae vulgares): Dies ist die häufigste Form der Warze beim Kind. Sie taucht vor allem an der Hand und am Fuß auf. Vulgäre Warzen sind stecknadelkopfgroß, können aber auch die Größe einer Erbse erreichen. Zu Beginn sind die gewölbten Wucherungen glatt und hautfarben und bilden mit der Zeit oft eine Hornhaut. Dann erscheinen sie rau und bräunlich. Wie viele andere Warzenarten wird auch diese Form vom sogenannten Humanen Papillomavirus (HPV) ausgelöst.

  • Dornwarze (auch: Plantarwarze/Verrucae plantares): Sie kommt größtenteils an der Fußsohle vom Kind vor. Optisch kann diese Warze einer Schwiele oder einem Hühnerauge ähneln. Anders als die vulgären Warzen, bildet die Dornwarze keine erhabene Kugel, sondern bleibt flach. Der Grund dafür: Beim Gehen wird Druck auf die Fußsohle ausgeübt und die Warze damit nach innen gedrückt. Sitzt die Dornwarze beim Kind an einer ungünstigen Stelle, kann sie auch Schmerzen bereiten.

  • Dellwarze (auch: Mollusken/Mollusca contagiosa): Dellwarzen zeigen sich bei Kindern durch kleine, hautfarbene Knubbel, die in der Mitte eine Delle haben – daher auch der Name. Sie sind stecknadelkopf- bis erbsengroß und können Kinder im Gesicht sowie an Armen und Beinen befallen. Dellwarzen enthalten ein Sekret, das sich ausdrücken lässt, was für ein Kleinkind verlockend sein mag. Da die Flüssigkeit jedoch äußerst ansteckend ist, sollte dies vermieden werden. Strenggenommen handelt es sich hierbei übrigens nicht um eine Warze, denn der Auslöser ist nicht das HPV, sondern eine harmlose Form der Pockenviren.

  • Stielwarze (auch: Fibrome): Auch dies ist keine echte Warze. Sie verdankt ihren Namen ihrem Aussehen. Stielwarzen sind sogenannte Fibrome, die bei Kindern ebenso wie Erwachsenen anzutreffen sind. Es handelt sich dabei um vollkommen harmlose, nicht ansteckende Hautanhängsel, die vor allem im Achselbereich und am Hals vorkommen. Falls Stielwarzen kosmetisch sehr stören oder Kinder beim Ankleiden daran hängenbleiben, kann man sie entfernen lassen.

Eine weitere Form von Warzen, die sogenannten Feigwarzen, kommen beim Kind nur äußerst selten vor. Sie werden zwar ebenfalls durch einen Stamm des Humanen Papillomavirus ausgelöst, befallen jedoch nahezu ausschließlich den Genitalbereich und werden daher meist sexuell übertragen.

Ein Kind könnte in der Regel also nur dann Feigwarzen bekommen, wenn es gemeine Warzen an den Händen hat und sich im Intimbereich oder am Po kratzt. In solch einem Ausnahmefall sollte eine Kinder- oder Hautarztpraxis aufgesucht werden.

Auch besteht die Möglichkeit, dass sich die HPV im Falle einer Infektion der Mutter bei der natürlichen Geburt auf das Baby überträgt. Wer während der Schwangerschaft Symptome bei sich bemerkt, sollte den Frauenarzt oder die Frauenärztin konsultieren. Meist können die Warzen noch vor der Entbindung entfernt werden.

Wie entstehen Warzen bei Kindern?

Schon durch minimale Kratzer können die Humanen Papillomaviren in die oberste Hautschicht eindringen, sich dort vermehren und die kleinen Wucherungen heranwachsen lassen. Von dort aus können sie sich weiterverbreiten und auf andere Kinder übertragen – insbesondere dann, wenn die Warzen vorsätzlich oder unabsichtlich geöffnet werden.

Warum kommen Warzen bei Kindern häufiger vor?

Warzen sind eine Erkrankung, die sich in allen Altersklassen finden lassen, aber besonders häufig bei den Jüngeren. Dass Kleinkinder anfällig für Warzen sind, hat gleich mehrere Gründe:

  • Das Immunsystem ist noch nicht so gut gegen eine Vireninfektion gewappnet.

  • Die Haut ist zarter und befindet sich im Wachstum, was es für den Virus leichter macht einzudringen.

  • Kinder haben im allgemeinen häufiger kleine Wunden, wodurch das Virus schneller in die Haut eindringen kann.

  • Warzen können sich besonders gut verbreiten, wenn sie geöffnet werden. Kinder neigen dazu, an Hauterhebungen zu kratzen und zu knibbeln. Dadurch bekommen sie nicht nur selbst neue Warzen, sondern können auch andere anstecken.

Ansteckende Warzen verbreiten sich bei Kindern rasch. Oft genügt es schon, einen Gegenstand anzufassen, den zuvor eine Person mit einer Warze benutzt hat. Da Viren ein feuchtes, kühles Umfeld bevorzugen, ist auch das Schwimmbad ein beliebter Ansteckungsort.

Wie kann man Warzen vorbeugen?

Es lässt sich also nicht immer vermeiden, dass es auch mal den eigenen Liebling erwischt, wenn ansteckende Warzen bei Kindern im Umlauf sind. Einige Dinge könntest Du dennoch beachten, um die Verbreitung eventuell zu vermeiden:

  • Im Hallenbad, in Umkleidekabinen oder Sporthallen, Badeschuhe, Schlappen oder Socken tragen.

  • Die Füße nach dem Schwimmen oder Baden gründlich abtrocknen.

  • Handtücher nicht teilen – vor allem, wenn ein Familienmitglied Warzen hat.

  • Handtücher und Socken regelmäßig bei 60 Grad waschen.

  • Die Hände öfters und gründlich waschen.

Hat Dein Kind bereits Warzen, sollte es nicht daran kratzen und zupfen – auch, wenn es schwerfällt. Dies ist gerade bei einem Kleinkind leichter gesagt als getan. Erkläre ihm jedoch, dass die lästigen Warzen am schnellsten wieder verschwinden, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Denn in vielen Fällen gehen Warzen bei Kindern von allein weg.

Warzen entfernen: Für Kinder geeignete Mittel und Methoden

Das wichtigste Warzenmittel heißt also Geduld. Das Immunsystem kümmert sich in vielen Fällen selbst ganz gut um die lästigen Knubbel. Dies kann jedoch seine Zeit dauern. Entscheidend ist hierbei, dass die Warzen nicht aufgekratzt werden. Dass Warzen in 3 Tagen wieder weg sind, ist also utopisch.

Wie lassen sich Warzen bei Kindern behandeln?

Folgende für Kinder geeignete Behandlungsmethoden stehen Dir bei hartnäckigen Warzen zur Verfügung:

  • Salicylsäure: Ein bewährtes Mittel bei vulgären und Dornwarzen, das in der Regel als Lösung aufgetragen und mit einem Pflaster bedeckt wird. Auch hier ist allerdings Geduld gefragt: Die Behandlung kann mehrere Wochen dauern.

  • Kombination aus Salicylsäure und Milchsäure: Anders als Salicylsäure allein ist dieses Mittel rezeptpflichtig und sollte nur zum Einsatz kommen, wenn Ersteres nicht geholfen hat.

  • Vereisen von Warzen: Vereisen von Warzen ist auch bei Kindern möglich. Dies wird in der Hautarztpraxis durchgeführt. Nicht selten wird diese Methode mit einem Warzenmittel zum Auftragen kombiniert.

Diese Warzenmittel werden übrigens meist nur bei vulgären Warzen und Dornwarzen durchgeführt. Bei Dellwarzen wird bei Kindern von Medikamenten abgeraten – hier ist einfach abwarten angesagt.

Warzen lasern zu lassen ist bei Kindern übrigens die Ausnahme: Dies kommt überwiegend nur bei schwierigen Körperstellen wie dem Genitalbereich infrage.

Hausmittel: Was hilft gegen Warzen bei Kindern?

Wer den Warzen bei seinen Kindern mit pflanzlichen Mitteln an den Kragen will, kann auf einige Hausmittel zurückgreifen. Dazu gehören insbesondere antivirale Mittel, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden können.

Teebaumöl kann zur äußeren Anwendung eingesetzt werden, ebenso wie Schöllkraut, Propolis oder Rosmarin.

Hausmittel gegen Warzen bei Kindern sollten jedoch ausschließlich nach ärztlicher Beratung benutzt werden. Ätherische Öle wie Teebaumöl können bei Kindern Allergien auslösen, während Schöllkraut giftig ist und nicht in Mund und Augen gelangen darf. Für Warzen an der Hand, die danach womöglich im Gesicht landet, ist dieses Mittel also nicht geeignet.

Warzen bei Kindern: Wann man zum Arzt gehen sollte

Bevor Du Dein Kind auf eigene Faust behandelst, solltest Du immer erst einmal Deine Kinderarztpraxis aufsuchen. Besonders dann, wenn:

  • Du Dir nicht ganz sicher bist, ob es sich bei der Hauterscheinung um eine Warze handelt.

  • sich die Warze an einer empfindlichen Stelle wie dem Nagelbett oder im Gesicht befindet.

  • die Warze entzündet ist, weil Dein Kind daran gekratzt hat (erkennbar an Rötung, Schwellung und/oder Wärme).

Ist es aber tatsächlich nur eine herkömmliche Warze, die Deinen Schatz plagt, gibt es normalerweise keinen Grund zur Sorge: Oft löst sich dieses Problem mit der Zeit und der stärker werdenden Immunabwehr von allein.

FAKTEN IM ÜBERBLICK

  • Warzen entstehen durch eine virale Infektion unter der Haut, für die Kinder mit ihrem noch schwach ausgebildeten Immunsystem besonders anfällig sind, zudem haben sie häufiger kleine Wunden.

  • Vor allem muss man Geduld haben, da Warzen oft von allein wieder weggehen. Salicylsäure und das Vereisen von hartnäckigen Warzen sind auch bei Kindern möglich.

  • Warzen sind sehr ansteckend, vor allem, wenn sie geöffnet werden.

  • Salicylsäure ist ein bewährtes Mittel. Ein Hausmittel wie Teebaumöl kann ebenfalls auf Warzen getupft werden. Es sollte jedoch immer vorab ein Besuch in der Hautarztpraxis stattfinden.

Mit dem Thema Warzen bist Du in jedem Fall nicht allein: Viele Kinder und deren Eltern müssen sich zumindest einmal im Leben damit herumplagen. Behalte dabei immer im Hinterkopf, dass Warzen zwar lästig, aber immerhin in der Regel nicht gefährlich sind und zumeist von allein wieder verschwinden – ob mit oder ohne Behandlung.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest Du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Deinen Arzt/Deine Ärztin.

    • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 261. Auflage. de Gruyter Verlag. Berlin. 2007..
    • Ruck, Helmut (Hrsg.): Handbuch für die medizinische Fußpflege. Hippokrates Verlag. Stuttgart 2005.
    • Spehr, Prof. Dr. Christian; Prof. Dr. Manfred Gahr: Pädiatrie. 3. Auflage. Springer Medizin Verlag. Heidelberg. 2009.
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    • Kinder- und Jugendärzte im Netz: Warzen: Nicht zupfen, reiben oder kratzen