Babyschwimmen ist in Deutschland sehr beliebt und oft eine der ersten Freizeitaktivitäten für die Kleinen. Vielleicht bietet auch ein Schwimmbad in Ihrer Nähe Kurse für Sie und ihren kleinen Schwimmstar an?

Was ist Babyschwimmen?

Wenn Babys im Wasser schwimmen bzw. von der Mutter oder dem Vater durchs Wasser getragen oder gezogen werden, strahlen sie oft über das ganze Gesicht und scheinen in ihrem Element zu sein. Kein Wunder, denn immerhin waren sie auch während der Schwangerschaft im Mutterleib von Wasser umgeben.

Drei wichtige Reflexe

In der Regel kommen Babys mit drei lebenswichtigen Reflexen zur Welt, die es möglich machen, dass auch schon ein Säugling gemeinsam mit den Eltern schwimmen kann. Dennoch ist beim Planschen im Wasser natürlich immer eine besondere Vorsicht geboten:

  • Tauchreflex: Beim Eintauchen in Wasser passt sich der Kreislauf an die neuen Bedingungen an. So verlangsamt sich zum Beispiel der Puls und es findet eine Umverteilung des Blutvolumens in Richtung Brustkorb statt.

  • Stimmritzenreflex: Durch den Verschluss der Stimmritze wird verhindert, dass man flüssige oder auch feste Stoffe einatmet.

  • Atemanhalte-Reflex: Benetzt man das Gesicht eines Neugeborenen mit Wasser, wird es reflexartig den Atem anhalten. Dieser Automatismus verliert sich innerhalb des ersten Lebensjahres – bei manchen Kindern früher als bei anderen.

Aber Achtung! Der Tauchreflex, der Stimmritzenreflex und der Atemanhalte-Reflex sind kein zuverlässiger Schutz vor dem Verschlucken oder gar dem Ertrinken! Beim gemeinsamen Schwimmen mit ihrem Kind ist immer besondere Vorsicht geboten! Lassen Sie ihr Kind im Wasser nie unbeaufsichtigt.

Was passiert beim Babyschwimmen

Ein Baby kann sich noch nicht aus eigener Kraft im Wasser fortbewegen. Erst im Alter von ungefähr vier oder fünf Jahren sind die motorischen Fähigkeiten von Kindern so weit entwickelt, dass sie richtig schwimmen lernen können. Der Spaß steht beim Babyschwimmen also im Vordergrund: Mit verschiedenen Spielmaterialien im Wasser spielen und Entspannungsübungen, gewöhnen die Kleinen behutsam an das Element Wasser. Sie als Eltern lernen beim Babyschwimmen beispielsweise verschiedene Grifftechniken, mithilfe derer Sie Ihr Baby sicher im Wasser halten können.

Ab wann können Sie mit dem Babyschwimmen beginnen?

Es wird empfohlen mit dem Babyschwimmen nicht vor dem 3. Lebensmonat zu beginnen. Das Immunsystem Ihres Kindes hat sich erst dann stabilisiert und Ihr Schatz hatte schon Gelegenheit, sich an das Leben außerhalb des Mutterleibes zu gewöhnen. Bedenken Sie auch, dass Ihr Baby ab einem bestimmten Alter eine gewisse Scheu vor Fremden entwickeln könnte. Ein Schwimmbecken voller unbekannter Gesichter könnte in dieser Phase Ihr Kleines verunsichern und überfordern. Als Startbeginn für einen Babyschwimmkurs wird daher die Zeit zwischen dem dritten und sechsten Monat empfohlen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Säuglingsschwimmkurs für Sie und Ihr Baby das Richtige ist, erkundigen Sie sich bei einem Anbieter, ob es die Möglichkeit einer Schnupperstunde gibt.

Warum ist ein Babyschwimmkurs sinnvoll?

Sie haben es sicherlich selbst schon festgestellt: Ihr Baby liegt nur selten vollkommen ruhig in Ihren Armen, sondern bewegt sich viel, wann immer es wach ist. Dieser natürliche Bewegungsdrang ist wichtig, denn Ihr Kind bildet so seine grob- und feinmotorischen Fähigkeiten und Sinne aus. Babys können dabei durchaus unterstützt werden, indem Eltern dieses natürliche Bedürfnis nach Bewegung nicht einschränken. Bieten Sie Ihrem Kind Bewegungsfreiheit an – sei es zu Hause auf der Krabbeldecke oder beim Schwimmen mit anderen Babys. Natürlich nur mit einem wachsamen Auge. Ein Babyschwimmkurs kann für kleine Wasserratten eine schöne Gelegenheit sein, sich auszutoben. Er hat nebenbei noch so einige andere positive Effekte:

  • Bewegung fördert die motorische Entwicklung und Gesundheit Ihres Kindes.

  • Für kleine Bewegungsmuffel könnte das Spiel im Wasser ein Anreiz sein, einmal alle Gliedmaßen von sich zu strecken

  • Sie als Eltern verbringen eine intensive Zeit zusammen mit Ihrem Baby, was sich vorteilhaft auf die Bindung zu Ihrem kleinen Schatz auswirken könnte

  • Lassen Sie sich beim Babyschwimmen von neuen Spielideen inspirieren, die sicherlich auch zu Hause in der Badewanne oder im Strandurlaub Spaß machen.

Kann Babyschwimmen gefährlich für die Gesundheit sein?

Überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen, haben Bakterien ein leichtes Spiel. Das gilt natürlich auch für ein Schwimmbad. Über das Wasser könnten sich Besucher im schlimmsten Fall mit einem Krankheitserreger anstecken.

Infektionen

Da Kinder beim Babyschwimmen mit Sicherheit auch Wasser verschlucken, sind sie im Vergleich zu den „Nicht-Schwimmern“ einem leicht höheren Risiko ausgesetzt, an einer Magen-Darm-Infektion (z. B. Durchfall) zu erkranken. Eine Ansteckung mit Magen-Darm-Virus kann natürlich auch außerhalb des Schwimmbeckens passieren. Für Eltern, die ihr Kind impfen lassen möchten, könnte beispielsweise eine Impfung gegen Rotraviren eine Option sein, da diese als die häufigsten Auslöser einer Darmerkrankung gelten (mind. 14 Tage vorher). Natürlich gibt es auch weitere Optionen und wir empfehlen Ihnen ein Gespräch mit Ihrem Kinderarzt, um eine Möglichkeit zu finden bei der sich Ihr Baby und Sie am Wohlsten fühlen. Außerdem konnte man beobachten, dass Kinder, die an einem Babyschwimmkurs teilnehmen oder Kleinkinder, die häufig und gern im Wasser spielen, statistisch gesehen leichter an einer Infektion der Atemwege oder der Ohren erkranken können. Von einem echten Risiko kann man hier aber nicht sprechen.

Wie schädlich ist das Chlorwasser?

Viele Eltern sind sich unsicher, ob das Chlor im Schwimmbadwasser – welches notwendig ist, um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern - für ihr Baby schädlich ist. Tatsächlich steht bzw. stand ein Nebenprodukt des Chlors, Trichloramin, im Verdacht, Asthma zu begünstigen. Trichloramin entsteht immer dann, wenn Chlor mit Wasser und Schweiß vermischt wird. Es verursacht den typischen Schwimmbad-Geruch. Eine bestimmte Konzentration dieses Stoffes gilt allerdings als unbedenklich. Bevor Sie sich beim Babyschwimmen anmelden, sollten Sie trotzdem sicherheitshalber Ihren Kinderarzt dazu befragen – besonders dann, wenn Ihr Baby bereits eine Allergie hat oder es familiär vorbelastet ist.

Babyschwimmen: Tipps für Eltern

Damit der gemeinsame Ausflug ins Schwimmbad möglichst entspannt verläuft, planen Sie dafür genug Zeit ein. Sowohl Sie als auch Ihr Kind müssen sich vor dem Schwimmen erstmal in Ruhe umziehen und in der neuen Umgebung zurechtfinden. Weitere Tipps:

  • Ab unter die Dusche! Vor der Kursstundesollten sich alle Teilnehmer – auch die kleinen – kurz abbrausen

  • Alle fit? Informieren Sie sich beim Anbieter Ihres Kurses, ob Sie vor Beginn eine Bescheinigung von Ihrem Kinderarzt benötigen, dass Ihr Baby gesund ist. Im Allgemeinen gilt: Lassen Sie Ihr Baby bitte nicht mit schwimmen, wenn es einen Husten oder eine verstopfte Nase bzw. eine Erkältung hat.

Was sollte in die Schwimmtasche?

  • Schwimmwindeln

  • In etwa drei Handtücher (für die Wickelunterlage und zum Abtrocknen für Ihr Baby und Sie)

  • ggf. ein sanftes Babyduschbad

  • Babycreme (für die Pflege der Babyhaut nach dem Schwimmen)

  • ausreichend warme Kleidung (Mützchen etc.)

  • mind. eine frische Windel

  • Ihre eigene Schwimmkleidung und Badeschlappen

Fakten im Überblick

  • Für Babys ist das Schwimmen bzw. die Bewegung im Wasser in erster Linie ein großer Spaß und unterstützt die motorische Entwicklung. Eltern dagegen lernen, wie Sie Ihr Baby sicher im Wasser halten können.

  • Neugeborene sollten keinen Babyschwimmkurs besuchen, da ihr Immunsystem noch nicht stabil genug ist. Ein idealer Zeitpunkt ist zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat.

  • Eine zu hohe Konzentration von Trichloramin im Schwimmbad, einem Nebenprodukt des Chlors, ist schädlich für die Gesundheit. Allerdings wird in Deutschland darauf geachtet, dass ein bestimmter Wert nicht überschritten wird – besonders beim Babyschwimmen. Sollte Ihr Kind an einer Allergie oder Sonstigem leiden, halten Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt Rücksprache, bevor Sie an einem Babyschwimmkurs teilnehmen.

  • Eine Grundvoraussetzung sollte es sein, dass Sie und Ihr Kind Spaß am Schwimmen bzw. an der Bewegung im Wasser haben. Beginnen Sie einen Kurs am besten im ersten halben Lebensjahr. Stellen Sie ggf. sicher, dass Ihr Baby rechtzeitig vor dem Kurs gegen Rotaviren geimpft wurde, um das Risiko einer Ansteckung mit einer Magen-Darm-Krankheit zu minimieren. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten, falls Ihr Baby an einer chronischen Erkrankung leiden sollte.

Babyschwimmen ist ein schönes Erlebnis für die ganze Familie. Manche Babys sind so begeistert, dass sie gar nicht mehr aus dem Wasser hinauswollen. Probieren Sie es ruhig einmal aus und steigen Sie zusammen mit Ihrem Liebling ins Schwimmbecken.

Zur Entstehung dieses Artikels: Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

Flexible banner