Die Ursachen einer Frühgeburt

Die Gründe für eine Frühgeburt sind nicht immer leicht festzustellen – meist spielen mehrere Faktoren eine Rolle und oft findet sich aus medizinischer Sicht auch gar keine erkennbare Ursache. Allerdings gibt es Umstände, die eine Frühgeburt begünstigen. Sie zu kennen, hilft dir dabei, dich auf eine mögliche Frühgeburt einzustellen.

Mehrlinge

Wenn mehrere Babys unterwegs sind, werden diese nur selten bis zum errechneten Geburtstermin ausgetragen: Bereits Zwillinge haben ein um 25 bis 50 Prozent höheres Risiko, als Frühchen zur Welt zu kommen, und mit jedem weiteren Mehrling steigt die Wahrscheinlichkeit. Gründe hierfür können beispielsweise ein frühzeitiger Blasensprung sein oder ein geschwächter Muttermund durch den erhöhten Druck. Bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird daher besonders darauf geachtet, ob der Muttermund noch ausreichend verschlossen ist.

Infektionen und Erkrankungen

Zu den bekannten Risikofaktoren gehören auch infektiöse Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen, Atemwegserkrankungen oder Vaginalinfektionen. Eine gründliche Abklärung ist hier wichtig, denn eine Behandlung vor oder während der Wehen kann verhindern, dass sich eine Infektion auf das ungeborene Baby überträgt. Zahnfleischerkrankungen sowie unentdeckte Viruserkrankungen werden ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt in Verbindung gebracht.

Angeborene Unregelmäßigkeiten beim Baby

Bei einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob es Unregelmäßigkeiten bei der Entwicklung des ungeborenen Babys gibt und ob möglicherweise eine frühzeitige Entbindung in die Wege geleitet werden muss. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn das Baby vor dem errechneten Geburtstermin einen medizinischen Eingriff benötigt.

Von der Mutter ausgehende Faktoren

Fehlbildungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses machen eine frühzeitige Entbindung ebenfalls häufiger erforderlich, ebenso (chronische) Erkrankungen wie:

  • Nierenerkrankungen,

  • Präeklampsie/Eklampsie – eine schwangerschaftsbedingte Krankheit mit hohem Blutdruck,

  • Diabetes sowie

  • eine in ihrer Funktion beeinträchtigte, blutende oder beschädigte Plazenta.

Für das Wohlergehen von Mutter und/oder Baby kann eine eingeleitete Entbindung oder eine Entbindung per Kaiserschnitt sinnvoll sein. Dies ist auch davon abhängig, in welcher Schwangerschaftswoche Mama und Baby sich befinden.

Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem für werdende Mamas, die …

  • bereits in der Vergangenheit eine Frühgeburt hatten,

  • sechs Wochen oder weniger nach einer vorausgegangenen Geburt wieder schwanger werden,

  • zum Zeitpunkt der Empfängnis untergewichtig sind oder die im Verlauf der Schwangerschaft weniger als 10 kg zunehmen,

  • sehr jung sind oder über 40,

  • bis gegen Ende der Schwangerschaft im Stehen arbeiten, schwere körperliche Arbeit verrichten oder starkem körperlichen oder seelischen Stress ausgesetzt sind sowie

  • Nikotin, Alkohol oder andere Drogen konsumieren.

Wichtig: Dieser Artikel kann keine ärztliche Beratung ersetzen. Damit du und dein Kleines sicher versorgt seid, nimm Kontrolltermine regelmäßig wahr und suche bei Beschwerden zeitnah deine Ärztin oder deinen Arzt auf.

Übrigens, wenn dein erstes Baby ein Frühchen war und keine Risikofaktoren auf dich zutreffen, liegt die Chance bei über 80 Prozent, dass dein zweites Baby nah am errechneten Termin geboren wird!

Hilfe für Eltern

Die gemeinnützige wellcome gGmbH steht Eltern rund um die Themen Schwangerschaft, Baby und Kind zur Seite: mit praktischer Hilfe nach der Geburt sowie über www.elternleben.de mit Hebammensprechstunden, Online-Beratung und nützlichen Download-Ratgebern.