Mutter und Vater schauen ihrem Baby beim Schlafen zu

Wenn die ganze Familie nach der anstrengenden Krankenhauszeit nach Hause darf, sind die Vorfreude und Aufregung groß. So bereitest du dich auf die ersten Wochen mit dem neuen Familienmitglied vor.

Wir dürfen nach Hause!

Frühgeborene Säuglinge werden meist zwei bis vier Wochen vor dem ursprünglichen Entbindungstermin entlassen. Manchmal gibt es aber auch Ausnahmen, denn in die Entscheidung fließen viele Faktoren ein:

  • Die Atmung des Säuglings, die Herzfrequenz sowie die Körpertemperatur sollten in einer normalen Kindertrage stabil und regelmäßig bleiben.

  • Wenn dein Baby wegen Apnoe (Atemstillstand) oder Bradykardie (Verlangsamung des Herzschlages) mit einem Heimmonitor entlassen wird, musst du diesen bedienen und auf Alarme reagieren können.

  • Ein Hör-Screening, eine Augenuntersuchung und weitere Tests sind notwendig, bevor dein kleiner Schatz die Klinik verlässt.

  • Auch eine stetige Gewichtszunahme steht im Fokus. Füttere also auf die Weise, die für deinen kleinen Schatz am besten ist: entweder mit Muttermilch, Flaschenmilch oder mittels einer Sonde im Bauch. Auch eine Kombination verschiedener Methoden kann Erfolge bringen.

Erstausstattung – das brauchst du

Bereite Babykleidung in Größe 44 bis 50 vor. Zudem brauchst du eine ganz kleine Windel: Die kleinste Preemie Protection Windel ist dreimal so klein wie eine Neugeborenenwindel. Damit passt sie selbst Babys, die weniger als 800 g wiegen. Eine spezielle Babyausstattung, die darüber hinausgeht, ist in der Regel nicht nötig.

So lange geht’s noch zu Nachuntersuchungen

Bringe dein Kind am besten zu Nachuntersuchungen, bis es zur Schule geht. Das klingt erst mal viel, jedoch zeigen sich mögliche Einschränkungen der Lernfähigkeit oder Wahrnehmungsprobleme manchmal erst im Schulalter. Arztbesuche sind eine wichtige Form der Vorsorge und Unterstützung.

Ältere Geschwister brauchen auch Aufmerksamkeit

Ein Frühchen braucht viel Pflege und Fürsorge. In einer solchen Situation kommt es einer wahren Herausforderung gleich, die Bedürfnisse älterer Geschwister ebenfalls zu berücksichtigen. Versuche, sie von Anfang an einzubeziehen: Beschreibe in einfachen Worten, was passiert, und gib ihnen klare Erklärungen für das Auf und Ab der Gefühle.

Bitte bedenke außerdem, dass es sehr bedrückend sein kann, ein Baby auf der Neugeborenenstation zu sehen. Bis du das Gefühl hast, dass der richtige Moment gekommen ist, können ältere Geschwister zunächst Bilder für das Baby malen oder dabei helfen, kleine Spielzeuge oder Kleidungsstücke für das neue Brüderchen oder Schwesterchen auszusuchen. Sobald die lebensunterstützende Apparatur nicht mehr gebraucht wird, nimm die Geschwister, sofern sie gesund sind, zu einem Besuch im Krankenhaus mit.

Zu Hause angekommen, achte zusätzlich darauf, den Älteren jeden Tag etwas Aufmerksamkeit zu schenken – auch, wenn es sich hier nur um kleine Gesten handelt. Bitte eine nahestehende Person, sich währenddessen um das Baby zu kümmern. In der ersten Zeit beobachten viele Eltern übrigens das Zurückfallen in bereits überwunden geglaubte Verhaltensweisen: Kinder nässen sich ein, haben Schlafprobleme und vermehrte Wutanfälle. Mache dir keine Sorgen! Auch große Brüder und Schwestern müssen sich erst mal an die neuen Lebensumstände gewöhnen – genau wie du.

Mit Frühchen zu Hause: So bleibst du fit für den Alltag

Frühchen-Eltern starten die Zeit mit dem neuen Familienmitglied oftmals weniger entspannt als andere Eltern. Die Sorge um den Schützling ist groß – wichtig ist es, sich Unterstützung zu suchen, um zwischendrin auch wieder Kraft tanken zu können. Nimm Angebote wie Krankengymnastik oder Kuren wahr und kümmere dich auch um dich selbst.

Hilfe für Eltern

Die gemeinnützige wellcome gGmbH steht Eltern rund um die Themen Schwangerschaft, Baby und Kind zur Seite: mit praktischer Hilfe nach der Geburt sowie über www.elternleben.de mit Hebammensprechstunden, Online-Beratung und nützlichen Download-Ratgebern.