Mutter spielt mit ihrem Sohn Ball

Körperliche Aktivitäten sind für Kinder wichtig und legen den Grundstein für eine gesunde Entwicklung. Ein wenig Sport kann man sogar schon mit Kleinkindern machen. Später gibt es zahlreiche Sportarten, die sich für Kinder eignen und richtig viel Spaß machen.

Warum ist Bewegung für Kinder im Alltag wichtig?

Vielleicht hast auch Du schon den Bewegungsdrang Deines kleinen Mädchens oder Jungen bewundert. Viele Kinder sind von morgens bis abends in Aktion: Rennen, Klettern, Springen, Tanzen und vieles mehr steht auf dem täglichen Sportprogramm. All diese Aktivitäten fördern eine gesunde Entwicklung und könnten später beispielsweise in einem Sportverein in anderer Weise fortgeführt werden.

Das tägliche Sportprogramm für kleine Kinder

Für Kleinkinder ist es noch schwer, lange bei einer Sache zu bleiben und sie wechseln daher manchmal blitzartig von einer Aktivität zur nächsten. Das ist völlig in Ordnung und du solltest trotzdem jegliche Art der körperlichen Betätigung fördern.

Manchmal sind es auch schon Alltäglichkeiten, die für kleine Kinder zu echten Sportübungen werden können:

  • Lass Dein Kind während des Spaziergangs z. B. wenn es möchte mit dem Kinderwagen von Zeit zu Zeit aussteigen und den Wagen selbst schieben.

  • Wenn der Abwasch in der Küche abgetrocknet werden muss, überreiche Deinem Kind ein Geschirrtuch, schalte etwas Musik an und lass Deinen Liebling das Tuch hin und her schwingen.

  • Bevor Du zu Hause aufräumst, kannst Du mit nur wenigen Handgriffen einen Parkour für Dein Kind aufbauen. Ein paar Kissen und Decken auf dem Boden sind für kleine Kinder eine Herausforderung und sie zu überqueren echter Sport.

  • Krabbelkinder klettern gerne Treppen hinauf. Unter Deiner Aufsicht kann das für Dein Baby eine tolle körperliche Beschäftigung sein.

Was für uns eine alltägliche Bewegung ist, ist für die Kleinen eine echte Anstrengung und kann daher schon als echter Sport angesehen werden.

Vorteile von körperlicher Aktivität für Kinder

Wenn Du Deinem Kind die Freude am Sport erfolgreich vermitteln kannst, wird es davon langfristig profitieren – selbst als Erwachsener. Sport verbessert die Fitness und kann darüber hinaus das Risiko vieler späterer Erkrankungen verringern:

  • Verbesserung der Ausdauer

  • Aufbau starker Knochen und Muskeln

  • Unterstützung der Gewichtskontrolle

  • Mögliche Verringerung der Symptome von Angst und Depression

  • Risikominimierung von Erkrankungen am Herz, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Osteoporose und/oder Fettleibigkeit

Es macht Kindern meistens Spaß, körperlich aktiv zu sein und fördert ihr Körper- und Selbstbewusstsein. Jede noch so kleine Bewegung ist für Deinen Liebling eine Vorbereitung auf das, was noch kommt: Laufrad und Fahrrad fahren, schwimmen lernen oder eine Mitgliedschaft im Sportverein.

Wie viel körperliche Aktivität braucht Dein Kleinkind?

Insgesamt sollten sich Kinder zwischen 3 und 6 Jahren ungefähr drei Stunden täglich bewegen. Experten empfehlen neben den alltäglichen körperlichen Tätigkeiten für dieses Alter ca. 1,5 Stunden Bewegung bei mittlerer bis höherer Anstrengung (z. B. Sport):

  • Angeleitete Bewegung: Ungefähr 30 Minuten am Tag sollten Kinder, von einem Erwachsenen angeleitet, körperlich aktiv sein. Dafür bieten sich zum Beispiel Ballwerfen oder Tanzen an.

  • Freie Bewegung: Ungefähr 60 Minuten pro Tag solltest Du für freie körperliche Bewegungen einplanen. Das kann ein Spaziergang im Park sein oder ab und an auch eine Spielverabredung mit einem anderen Kind, bei der die Kleinen die Möglichkeit haben, sich auszutoben.

Diese Empfehlungen sind nur ein grober Richtwert und körperliche Aktivitäten können selbstverständlich über den ganzen Tag verteilt in kleineren Einheiten stattfinden.

Um Überlastungsschäden an Knochen und Gelenken zu vermeiden, sollten kleine Kinder in der Regel nicht länger als eine Stunde am Stück toben. Sollte Dein Kind später regelmäßig Sport treiben, achte darauf, dass es auch genügend Ruhetage einlegt.

Welche Sportarten eigenen sich für Kinder?

Viele Kinder freuen sich über die Möglichkeit, körperlich aktiv zu sein und einige zeigen schon in jungen Jahren Interesse an Sport. Das bedeutet jedoch nicht, dass Dein Kind mit 4 Jahren gleich zum Fußballprofi wird.

Je nach Alter, Reifegrad und Fähigkeiten Deines Kindes, eigenen sich bestimmte Aktivitäten besser als andere. Wenn Du Dir nicht sicher sein solltest, welche sportliche Betätigung für Dein Kind infrage kommen, zieh gern Deinen Kinderarzt / Deine Kinderärztin zurate.

Als allgemeine Richtlinie gilt, dass ein Kleinkind ab 3 Jahren in der Regel zu folgenden Dingen in der Lage ist:

  • gut gehen und laufen

  • auf der Stelle springen

  • auf einem Fuß balancieren

  • einen Ball fangen und werfen

  • einen Ball nach vorne kicken

  • in die Pedale eines Dreirads/Fahrrads treten

Unstrukturiertes aktives Spielen wie Laufen, Hüpfen, Fangen spielen, Wasserspiele, Dreiradfahren oder Spielen auf einem Spielplatz sind daher ideale Aktivitäten für Kleinkinder.

Je älter Dein Liebling wird, desto mehr könnten bestimmte Sportarten in den Fokus rücken:

 

 

Alter Sportarten 
ab 2 Jahren:Eltern-Kind-Turnen
ab 3 Jahren: Tanzen, Turnen
ab 4 Jahren: Hockey, Radfahren
ab 5 Jahren: Akrobatik, Fußball, Kampfsport
ab 6 Jahren: Schwimmen
ab 7 Jahren:   Badminton, Tischtennis, Volleyball
ab 8 Jahren: Basketball

 

Du solltest immer die individuelle Entwicklung und die Interessen Deines Kindes berücksichtigen, bevor Du Dich für einen bestimmten Sport entscheidest.

Sportspiele für Kinder

Ist Dein Kind ein kleiner Sportmuffel? Zusammen macht es vielleicht mehr Spaß. Im Folgenden findest Du ein paar Anregungen für sportliche Aktivitäten mit Kindern.

Aktivitäten für draußen

Frische Luft und viel Bewegung sind für Kinder eine ideale Kombination. Dafür ist noch nicht einmal ein Sport- oder Spielplatz nötig. Die folgenden Aktivitäten könnt ihr auch im Garten oder im Park starten:

  • Gymnastikseil: Z. B. Seilspringen oder darauf balancieren (Seil liegt auf dem Boden)

  • Parkour und Balance: Baue draußen für Dein Kind eine kleine Hindernisbahn auf. Sie kann zum Beispiel aus Baumstämmen, einem Gartenstuhl oder Stöcken bestehen. Dein Schatz soll diesen Parkour bewältigen und gleichzeitig etwas Leichtes auf seinem Kopf oder Handrücken balancieren (z. B. einen Schwamm oder ein klein zusammengefaltetes Tuch). Dieses Spiel kann sich auch für einen Kindergeburtstag eignen.

  • Ball-Sport: Kinder sind meistens von Bällen fasziniert. Egal ob Dein Liebling 2 oder vielleicht schon 5 Jahre alt ist: Es wird wahrscheinlich einem Ball immer hinterherjagen und ihn fangen oder werfen wollen. Für kleine Kinder ist das Fangen eines Balles noch sehr schwer. Du kannst ihn zum Beispiel auch einfach über einen Baumstamm rollen lassen oder versuchen, ihn mit dem Fuß zu kicken.

Indoor-Sport für Kinder

Nur weil das Wetter nicht mitspielt, heißt das noch lange nicht, dass Kinder auf Bewegung verzichten müssen. Es gibt viele Spiele für Kinder, die man auch zu Hause ausüben kann:

  • Stopptanz: Dieses Spiel ist bei Kindern besonders beliebt. Spiele das Lieblingslied Deines Kindes ab und tanzt gemeinsam dazu. Stoppe den Song bisweilen für ein paar Sekunden. Wann immer die Musik pausiert, muss Dein Kind „einfrieren“ und darf sich erst dann wieder bewegen, wenn das Lied zu hören ist.

  • Tiere imitieren: Kennt Dein kleiner Schatz schon alle Tiere? Ahmt zusammen Tiere nach und watschelt zum Beispiel wie ein Pinguin, hüpft wie ein Frosch, stampft kräftig mit den Füßen auf wie ein Elefant oder zappelt umher wie ein Affe.

  • Luftballon-Spiel: Ein aufgeblasener Luftballon soll mit der Hand ständig hochgeworfen werden, sodass er möglichst nie den Boden berührt. Bei diesem Spiel wird die Hand-Augenkoordination gefördert. Mit einem Luftballon umzugehen, ist gerade für sehr kleine Kinder leichter als Sport mit einem Ball, da die Reaktionen noch langsam ablaufen. Daher macht auch schon Babys ab 1 Jahr dieses Spiel viel Freude. Allerdings solltest Du Dein Kind bei diesem Spiel nie unbeaufsichtigt lassen, weil geplatzte Ballons für kleine Kinder gefährlich werden können.

  • Bewegungen nachahmen: Du bist Spielführer:in und Dein Liebling muss hinter Dir herlaufend alle Bewegungen nachmachen, die Du ausführst. Dabei kannst Du zum Beispiel mit nach oben gestreckten Armen auf den Zehenspitzen laufen, rückwärts gehen oder verschieden große Schritte machen.

Du musst nicht immer der Spielführer:in sein. Die Hauptsache ist, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, körperlich aktiv zu sein. Dabei ist jede Art der Bewegung schon eine kleine Sporteinheit.

Sollten Kinder einem Sportverein beitreten?

Kinder, die schon in jungen Jahren regelmäßig ein Sportprogramm besuchen, haben nicht unbedingt einen Vorsprung, was ihre späteren sportlichen Leistungen angeht. Dennoch kann Sport in einem Verein viele Vorteile bieten.

Ab wann kann man mit organisiertem Sport beginnen?

Für manche Kinder kann organisierter Sport frustrierend sein, weil sie körperlich noch nicht in der Lage sind mitzuhalten oder ganz einfach keine Lust darauf haben. Eine Krabbelgruppe ist für kleine Kinder zum Beispiel schon Sport und Aufregung genug.

Falls Dein Kleinkind aber unbedingt eine Sportart ausüben möchte, achte darauf, es für ein Sportprogramm oder einen Mannschaftssport anzumelden, der seinem Entwicklungsstand entspricht. Es gibt einige Sportvereine, die gezielt Programme für unterschiedliche Altersklassen anbieten.

Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren lernen noch die Grundlagen wie Werfen, Fangen und sicher auf einem Bein zu hüpfen. Sie verfügen wahrscheinlich noch nicht über alle sensorischen und motorischen Fähigkeiten, die für manche Sportarten erforderlich sind.

Oft ist es möglich, eine Schnupperstunde in einem Verein zu absolvieren und erst danach zu entscheiden, ob Du Dein Kind anmelden möchtest. Probiert zusammen ruhig mehrere Sportarten aus. Für manche Kinder ist Sport in einer großen Gruppe schön, während andere lieber mit nur wenigen Kindern zusammen sind.

Fördert Sport bestimmte Fähigkeiten?

Es gibt Sportarten, die bestimmte Fähigkeiten fördern können und für die Entwicklung Deines Kindes vielleicht von Vorteil sein könnten:

 

FähigkeitSportarten
AusdauerBadminton, Fußball, Leichtathletik
BeweglichkeitSchwimmen, Akrobatik, Tanzen
GleichgewichtBasketball, Fahrradfahren, Kampfsport, Schwimmen, Tanzen, Akrobatik
KonzentrationAkrobatik, Klettern
KörperkoordinationBadminton, Schwimmen, Tanzen, Akrobatik
Kraft und MuskelaufbauVolleyball, Akrobatik, Kampfsport, Leichtathletik
ReaktionsvermögenBallsportarten, Kampfsport
SchnelligkeitBallsportarten, Leichtathletik
TeamfähigkeitMannschaftssportarten, Tanzen

 

Sprich Dich auch gern mit Deinem Kinderarzt / Deiner Kinderärztin ab, welcher Sport für Deinen Schatz ideal wäre.

Egal, für was Ihr Euch am Ende entscheidet: Der Spaß und nicht der Wettbewerb muss dabei im Vordergrund stehen. Wettkampfsportarten, bei denen es ausschließlich um Sieg oder Niederlage geht, könnten sich negativ auf das Selbstwertgefühl auswirken. Gerade für kleine Kinder ist dieses Konzept nur schwer zu verstehen.

Setz Dich nicht unter Druck, eine Sportart für Dein Kind finden zu müssen, denn auch die tägliche Bewegung ist Sport. Später hat Dein Kind auch noch Zeit genug, einem Sportverein beizutreten.

FAKTEN IM ÜBERBLICK

  • Bewegung kann die gesunde Entwicklung und auch das Selbstbewusstsein von Kindern fördern. Viele körperliche Aktivitäten trainieren sowohl motorische als auch sensorische Fähigkeiten.

  • Laut allgemeinen Richtwerten sollten sich Kinder täglich ungefähr eine Stunde richtig austoben können. Insgesamt sind drei Stunden Bewegung über den Tag verteilt empfohlen. Ist das Kind schon älter und Mitglied in einem Sportverein, sollte man auf ausreichend Ruhetage und Pausen zwischen den Sporteinheiten achten.

  • Sobald Dein Kind die nötigen motorischen und sensorischen Fähigkeiten entwickelt hat, kann es mit dem Fußballspielen beginnen. Das kann bei manchen Kindern im Vorschulalter der Fall sein. Beim Fußball sollte immer der Spaß und nicht der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund stehen.

  • Kinder können in der Regel ab 5 oder 6 Jahren mit Kampfsport beginnen. Jedoch müssen dafür gewisse körperliche und geistige Voraussetzungen erfühlt werden. Bevor Du Dich für diesen Sport entscheidest, erkundige Dich über die verschiedenen Kampfsportarten und ziehe Deinen Kinderarzt / Deine Kinderärztin zurate.

Die Entwicklung Deines Kindes fördern zu wollen, indem Du es zu körperlichen Aktivitäten motivierst, ist sinnvoll. Vergiss jedoch dabei nie: Sport sollte immer Spaß machen und Dein Kleines nicht überfordern.