Hand-Mund-Fuß-Krankheit Babys und Kinder

Hand-Mund-Fuß-Krankheit: Was man wissen muss

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24.10.19
4 Lesedauer

In der Kita geht sie oft rum: die Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Oder auch kurz HMFK genannt. Sie ist eine der häufigen Kinderkrankheiten. Aber keine Sorge, sie hört sich schlimmer an, als sie ist. Im Folgenden erhalten Sie einen guten Überblick über Symptome, Verlauf, Dauer, Risiken und Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. So können Sie sich am besten darauf vorbereiten und wissen, was zu tun ist, falls ihr Liebling sich ansteckt.

Worum geht es in diesem Artikel?

Was ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit? Was sind die Symptome und wie ist der Krankheitsverlauf? Achtung Ansteckungsgefahr! Mögliche Komplikationen: Was könnte passieren? Wie wird die Hand-Mund-Fuß-Krankheit behandelt? Probleme beim Essen und Trinken: Was können Sie tun? Was tun bei Juckreiz?

Was ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit?

Auch wenn sie eine sehr verbreitete und leicht übertragbare Viruserkrankung (Enteroviren) ist, verläuft die Hand-Mund-Fuß-Krankheit meist harmlos für Ihr Kind - dennoch wird sie von unangenehmen Nebenwirkungen begleitet. Oft sind es Kita-Kinder zwischen ein und drei Jahren, die sich damit infizieren. Aber auch ältere Kinder und Erwachsene können sich diesen Virus zuziehen, da er hochansteckend ist.

Was sind die Symptome und wie ist der Krankheitsverlauf?

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit wird etwa von 15 verschiedene Enteroviren verursacht. Laut dem Robert Koch-Institut ist der häufigste Erreger der Coxsackie-A-16-Virus.

Symptome

Die ersten Anzeichen der Krankheit beginnen meist drei bis zehn Tage nach der Ansteckung. Achten Sie bei Ihrem Kind auf Folgendes:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Halsschmerzen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Ein bis zwei Tage nach Beginn des Fiebers: kleine Bläschen und schmerzhafte Geschwüre (Aphthen) auf der Mundschleimhaut, der Zunge oder dem Zahnfleisch möglich
  • Hautausschlag an Händen und Füßen (rote, nicht juckende Flecken und vereinzelte Blasen)
  • Eher selten: Ausschlag am Po, im Genitalbereich, am Knie oder Ellenbogen

Achtung: Auch die Eltern können sich anstecken. Bei Erwachsenen können die betroffenen Stellen jucken, andere Patienten leiden unter starken Schmerzen beim Gehen und beim Gebrauch ihrer Hände. Oft bleiben die Großen aber von den Symptomen verschont. Dennoch können sie das Virus an andere weitertragen.

Krankheitsverlauf

Häufig zeigen sich keine Symptome und viele ahnen gar nicht mit, dass sie infiziert sind. In der Regel bleiben 80 Prozent aller angesteckten Kinder beschwerdefrei. Es könnte also passieren, dass Sie bei Ihrem Kind gar nicht mitbekommen, dass es unter der Hand-Mund-Fuß-Krankheit leidet. Und genau das ist das tückische: Da Sie keine äußerlichen Symptome erkennen können, gibt es natürlich auch keinen Grund zu Hause zu bleiben und das Virus kann sich munter im Kindergarten verbreiten.

Auch wenn die oben genannten Symptome auftauchen, verläuft die Infektion meist ungefährlich. Bei immungeschwächten Personen oder Neugeborenen kann der Krankheitsverlauf allerdings intensiver und gefährlicher sein.

Überwiegend erholen sich die meisten Betroffenen schnell und müssen nur fünf bis zehn Tage zu Hause bleiben. Da nur selten Komplikationen auftreten, ist eine ärztliche Behandlung meist nicht nötig. Selbstverständlich sollten Sie dennoch sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Sie vermuten, dass Ihr kleiner Patient unter HMFK leiden könnte.

Aufgrund der vielen verschiedenen Virenarten ist eine erneute Erkrankung bei Ansteckung mit einem anderen Erregertyp möglich. Es kann also durchaus passieren, dass man die Hand-Mund-Fuß-Krankheit mehrmals bekommen kann. Oft stecken sich die Kleinen immer wieder gegenseitig an. Wer also einmal die Hand-Mund-Fuß-Krankheit durchlaufen hat, ist danach nur gegen diesen einen spezifischen Virustyp immun.

Achtung Ansteckungsgefahr!

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit kann das ganze Jahr hindurch auftreten, aber die Hochsaison in den Kitas und Kindergärten ist meist im Spätsommer und Herbst.

Es handelt sich bei der Übertragung um eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Die Krankheit wird also über Speichel beim Niesen, Husten, Küssen, Teilen vom Besteck etc. weitergegeben. Aber auch über den Stuhl und die Flüssigkeit in den Bläschen, die ggf. aufplatzen könnten, kann man sich anstecken.

Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen kann man einer Weiterverbreitung vorbeugen:

  • Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen! Vor und nach dem Windelwechsel, Toilettengang sowie dem Zubereiten von Essen ist das nun Pflicht.
  • Desinfizieren Sie Oberflächen und Gegenstände wie Türgriffe und Spielzeug regelmäßig.
  • Die beste Vorbeugung vor Ansteckung ist und bleibt: Verzichten Sie möglichst auf den engen Kontakt mit einem Erkrankten.

Die Symptome zeigen sich meist für eine Woche und sind so lange auch besonders ansteckend. Um nicht andere Babys und Kinder zu infizieren, sollten sie Ihr Kind nicht in Kindergärten und andere Gemeinschaftseinrichtungen schicken, solange die Symptome sichtbar sind.

Man erkennt das Ende der Krankheit meist an den abgeheilten infektiösen Bläschen. Um ganz sicherzugehen, können Sie Ihren Arzt dazu befragen. Auch wenn die akute Krankheitsphase vorbei ist, empfiehlt es sich, weiterhin eine gute Hygiene beizubehalten. Da die Viren noch mehrere Wochen über den Stuhl ausgeschieden werden, besteht in der Zeit noch eine leichte Ansteckungsgefahr.

Mögliche Komplikationen: Was könnte passieren?

In sehr seltenen Fällen kann es passieren, dass sich der Virus im zentralen Nervensystem ausbreitet. Im Einzelfall kann sich eine virale Hirnhaut- oder Gehirnentzündung daraus entwickeln. Falls das Rückenmark betroffen ist, können Lähmungserscheinungen auftreten. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie mit Ihrem Kind schon bei einem ersten Verdacht den Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie sicherlich sofort beruhigen können.

Oft wird gefragt, ob die Hand-Mund-Fuß-Krankheit für ein Ungeborenes gefährlich ist. Während einer Schwangerschaft hat die Infektion meist keine Auswirkungen auf das Ungeborene. Falls sich die werdende Mutter aber kurz vor dem Geburtstermin ansteckt, ist es möglich, dass sich das Virus während der Geburt auf das Neugeborene überträgt. Da Ihr Frauenarzt Sie gerade gegen Ende Ihrer Schwangerschaft sehr regelmäßig untersucht, tritt dieser Fall glücklicherweise nur sehr selten auf.

Wie wird die Hand-Mund-Fuß-Krankheit behandelt?

Die Symptome können unterschiedlich behandelt werden: Hohes Fieber bei Babys kann zum Beispiel durch Wadenwickel gesenkt werden. Falls das nicht hilft, kann der Arzt Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen, alters- und gewichtsgerecht dosiert, verordnen um das Fieber zu senken.

Am unangenehmsten sind für Ihr krankes Häschen wahrscheinlich die schmerzenden Geschwüre im Mundbereich. Alternative Behandlungsmethoden wie Hausmittel oder Homöopathie können bei leichten Beschwerden Abhilfe schaffen:

  • Zum Beispiel beruhigen und kühlen bestimmte Tinkturen, Gele und Salben auf Kamillen-Basis den Mundraum.
  • Auch Mundspülungen mit Melisse oder Thymian können Erleichterung verschaffen.
  • Abgekühlter Ringelblumen- oder Kamillentee zum Trinken oder zum Gurgeln bei älteren Kindern sind effektiv, um die Schmerzen zu lindern.
  • Eine entzündungshemmende Zinkoxid-Schüttelmixtur kann den juckenden und schmerzenden Ausschlag beruhigen. Als Lotion verteilt sie sich gut auf der Haut, sie wirkt kühlend und stärkt außerdem die Hautbarriere.

Diese Methoden können Ihrem kranken Schatz helfen, die unangenehmen Symptome der Hand-Mund-Fuß-Krankheit etwas zu lindern. Ein echtes und sofort wirksames Heilmittel gibt es nicht. Da heißt es: Abwarten und Tee trinken. Machen Sie es sich zu Hause gemütlich!

Probleme beim Essen und Trinken: Was können Sie tun?

Da in der akuten Krankheitsphase der Mund empfindlich und die Entzündung sehr schmerzhaft sein kann, empfiehlt es sich, erst mal auf heißes, hartes oder scharf gewürztes Essen zu verzichten. Auch saures Obst, Säfte oder Früchtetees könnten unangenehm sein.

Gerade durch die lästigen Beschwerden im Mund müssen Sie besonders darauf achten, dass Ihr Kind genügend trinkt. Kühle Getränke lindern den Schmerz und ein Strohhalm hilft beim Trinken und bereitet Ihrem kleinen Pflegefall nebenbei wahrscheinlich noch Freude.

Auch bei Speisen hilft es, wenn sie zimmerwarm oder kühl angeboten werden. Am leichtesten „rutschen“ flüssige und weiche Speisen wie Breie, Joghurt, Pudding, püriertes Obst und Gemüse oder auch ein Fruchtshake mit Haferflocken. Außerdem kann Eis die Schmerzen im Mund lindern und liegt hoch im Kurs bei den jungen Patienten.

Was tun bei Juckreiz?

Falls ihr Kind einen starken Juckreiz entwickelt, achten Sie darauf, dass die Fingernägel kurz geschnitten sind. Baumwollhandschuhe oder Fäustlinge helfen, sich in der Nacht nicht unbewusst die Bläschen aufzukratzen.

Auch tut es den Kleinen gut, luftig angezogen zu sein und unter leichter Baumwollbettwäsche zu liegen. Überheizen Sie die Räume nicht.

Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass die Kleinen nicht länger als zehn Minuten baden, solange die Bläschen nicht verkrustet sind.

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit taucht immer wieder in Kindergärten oder Schulen auf. Da der Virus meist harmlos ist, wird es den Kleinen bald besser gehen. Ihr Schatz benötigt nun viel Ruhe, Fürsorge und Liebe – lenken Sie Ihren süßen Knuffel ab, indem Sie ihm eine Geschichte vorlesen, Musik vorspielen oder hin und wieder mit einer kleinen Kugel Eis verwöhnen.

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