Auch wenn Eltern noch so gut auf Ihre Schützlinge aufpassen, kann ein Unfall schnell passieren. Eine Vorbereitung könnte Sie im Fall der Fälle dabei unterstützen, direkt zu handeln. Wir haben im Folgenden ein paar Erste-Hilfe-Maßnahmen für Sie gesammelt.

Was Sie in Ihrem Erste-Hilfe-Kasten haben sollten

Manchmal geht es schneller, als man denken kann: Ihr Kind ist vom Klettergerüst gefallen, hat sich verschluckt oder die Hand an der heißen Herdplatte verbrannt. Manche kleineren oder größeren Unfälle lassen sich leider nicht verhindern, auch wenn Sie als Eltern noch so achtsam sind. Was Sie allerdings tun können: Gestalten Sie Ihr Zuhause möglichst babysicher, lernen Sie, wie man in einer Notfallsituation richtig reagiert und haben Sie ein Erste-Hilfe-Set zu Hause. Da Kinder nicht mit denselben Medikamenten behandelt werden können, wie Erwachsene, ist es sinnvoll, einen eigenen kleinen Erste-Hilfe-Kasten zusammenzustellen.

Verbandsmaterial und Hilfsmittel

Verbandsmaterial und diverse Hilfsmittel sollten in einem Erste-Hilfe-Kasten nicht fehlen:

  • Pflaster

  • Mullbinden

  • Brandwundauflage

  • sterile Kompressen

  • Dreieckstuch

  • Verbandsschere

  • Fieberthermometer

  • Pinzette

  • Wärmekissen bzw. Wärmflasche (Diese bitte nur sehr vorsichtig verwenden, damit es zu keinen Verbrennungen oder Verbrühungen kommt)

  • Taschenlampe (z. B. zur Pupillenkontrolle nach Kopfverletzungen)

  • Einmalhandschuhe

  • Rettungsfolie

Medikamente

Folgende Medikamente könnten sich als hilfreich erweisen:

  • Hautdesinfektionsmittel

  • Wund- und Heilsalbe

  • Zäpfchen oder Saft gegen Schmerzen und Fieber

  • abschwellende Nasentropfen

  • Antihistamin-Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche

  • ggf. Notfallmedikamente Ihres Kindes (z. B. bei Asthma oder Diabetes)

Kontrollieren Sie diese in regelmäßigen Abständen, um sicherzugehen, dass alle Medikamente noch haltbar sind. Selbstverständlich sollten abgelaufene Produkte dann sofort ersetzt werden.

Sonstiges

Zusätzlich zum Erste-Hilfe-Set ist es sinnvoll, noch ein paar andere Dinge zu Hause griffbereit zu haben:

  • Kühlpad

  • Kräutertees (z. B. Fencheltee)

  • Broschüre über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern

  • Liste der Notfallnummern

  • Hinweiszettel zu Erkrankungen, Allergien etc. Ihres Kindes

Den Erste-Hilfe-Kasten sollten Sie an einem gut zugänglichen Ort aufbewahren, der im Notfall für jeden einfach zu erreichen ist – außer natürlich für Ihr Kind. Denn auch die Großeltern und Babysitter sollten wissen, wo sie im Falle eines Falles alles Erforderliche finden können. Beachten Sie dabei auch die Aufbewahrungshinweise der Medikamente, denn fast alle müssen an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort gelagert werden. Die Küche oder das Bad sind daher für die Lagerung vieler Medikamente nicht so gut geeignet.

Was ist bei einem Unfall als Erstes zu tun?

Bevor der Erste-Hilfe-Kasten zum Einsatz kommt, sollten Sie bei einem Unfall immer zuerst abklären, was überhaupt geschehen ist und ob sich Ihr Kind in Gefahr befindet.

Was ist passiert?

Im Falle eines Unfalls, versuchen Sie Ruhe zu bewahren und verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick:

  • Ruhe bewahren. Gerade im Umgang mit einem verletzten Kind oder Baby sollten alle Helfer möglichst besonnen bleiben. Ein ruhiger Ton besänftigt zudem die Kleinen.

  • Erkennen, was geschehen ist. Entfernen Sie Ihr Kind ggf. aus der akuten Gefahrensituation. Falls Ihr Kind hierzu in der Lage sein sollte, lassen Sie sich zeigen, wo es weh tut und befragen Sie es, was genau passiert ist.

  • Beurteilen Sie die Schwere des Unfalls. Sollte Ihr Kind ernsthaft verletzt sein, kontrollieren Sie immer zuerst die Atmung und den Herzschlag. Danach sollten Sie Ihr Kind so bald wie möglich auf Verletzungen untersuchen.

Bleiben Sie dabei immer im engen Kontakt und reden Sie beruhigend auf Ihr Kind ein.

Muss der Notarzt kommen?

Sobald Sie feststellen konnten, was genau passiert ist, sollten Sie entscheiden, ob ein Anruf bei einem Notdienst nötig ist. Speichern Sie die wichtigsten Nummern in Ihrem Telefon ab:

WerRufnummerWann Sie dort anrufen sollten:
Rettungsdienst und Feuerwehr112Bei allen  lebensbedrohlichen Notfällen.
Giftnotruf(Vorwahl der Bundeshauptstadt) 19240Sie vermuten, dass Ihr Kind eine giftige Substanz eingenommen hat und benötigen eine ärztliche Einschätzung und Beratung.
Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst116117Ihr Kind ist erkrankt und Sie benötigen außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten ärztliche Hilfe.

 

Bei einem Telefonat werden Sie knapp zu den Ereignissen befragt, damit das Notfall-Team vor Ort schnell handeln kann:

  • Wo ist der Unfall passiert?

  • Was genau ist geschehen?

  • Wie viele Personen sind betroffen?

  • Welche Art der Verletzung liegt vor?

  • Warten Sie auf Rückfragen!

Informieren Sie Ihren Gesprächspartner auch über Besonderheiten, wie chronische Krankheiten oder Behinderungen.

Wie Sie kleinere Unfälle selbst versorgen können

Bei kleineren Unfällen können Sie die Verletzung gegebenenfalls auch selbst versorgen. Falls sich der Zustand Ihres Kinders allerdings verschlechtern sollte, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf.

Nasenbluten

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie als Eltern einmal eine blutende Nase behandeln müssen. Ein Wachstumsschub oder schon ein kleiner Sturz oder Schlag reicht manchmal schon aus, um Nasenbluten bei Ihrem Kind zu verursachen. So können Sie Schritt für Schritt vorgehen, um die Blutung zu stoppen:

  • Kopf gerade oder leicht nach unten halten. Legen Sie den Kopf nicht in den Nacken, denn hier besteht die Gefahr, dass das Blut in den Rachen läuft und sich Ihr Kind bzw. Baby daran verschluckt. Außerdem kann das verschluckte Blut Übelkeit verursachen.

  • Nase zuhalten. Drücken Sie den Nasenflügel, aus dem das Blut kommt, für einige Minuten fest zu.

  • Kühlen. Legen Sie einen kalten nassen Waschlappen oder ein Kühlpad in den Nacken Ihres Kindes. Das unterstützt das Zusammenziehen der Gefäße in der Nase und die blutende kleine Wunde verschließt sich.

Sollte trotz dieser Erste-Hilfe-Handgriffe die Blutung nicht zu stoppen sein, suchen Sie umgehend einen Arzt auf oder rufen Sie bei einem starken Blutverlust den Notdienst. Bei immer wiederkehrendem Nasenbluten sollten Sie Ihren Kinderarzt zurate ziehen.

Insektenstiche

Sofern keine Insektengiftallergie vorliegt, ist ein Wespen- oder Bienenstich zwar schmerzhaft, jedoch nicht gefährlich! Neben Trost und Zuwendung, helfen die folgenden Maßnahmen:

  • Kühlen Sie die betroffene Stelle (z.B. mit einem Kühlpad, aber Vorsicht: legen Sie sehr kalte Produkte nicht direkt auf die Haut, sondern umwickeln Sie diese vorher mit einem sauberen Tuch).

  • Sollte Ihr Kind von einer Biene gestochen worden sein, kann es vorkommen, dass der Stachel mit dem Giftsack noch in der Haut steckt. Versuchen Sie, ihn so schnell wie möglich (z.B. mit einer Pinzette oder einer Scheckkarte) zu entfernen. Gehen Sie vorsichtig vor, um dabei nicht noch mehr Gift aus dem Giftsack in die Wunde zu pressen.

  • Lenken Sie Ihr Kind ab, damit es sich nicht kratz und Bakterien in die Wunde eindringen.

Sollte das Kind nach einem Insektenstich unter Atemnot leiden oder das Gefühl haben, dass der Hals anschwillt, rufen Sie bitte sofort den Notarzt an. Bis dieser eintrifft, können Sie Ihrem Kind als Erste-Hilfe-Maßnahme einen Eiswürfel zum Lutschen geben und kalte Tücher auf den Hals legen.

Richtig ernst ist solch eine Situation dann, wenn Ihr Schützling allergisch auf den Stich reagieren sollte. Im schlimmsten Fall kann es dann zu einem allergischen Schock kommen, der sehr schnell lebensgefährliche Symptome hervorrufen kann. Rufen Sie sofort einen Notarzt, wenn Sie Symptome feststellen, die nicht mehr auf die Einstichstelle begrenzt sind, sondern auf die Mitbeteiligung anderer Organsysteme hinweisen können:

  • Juckreiz und/oder Rötung/Hautausschlag am ganzen Körper, Schwellung im Gesichtsbereich

  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe

  • Heiserkeit, Engegefühl im Hals, Schwindel, Atemnot, Kaltschweiß, Herzrasen, ggf. auch verlangsamter Herzschlag bis hin zur Bewusstlosigkeit und/oder Herz-Kreislauf-Stillstand.

Glücklicherweise sind diese Fälle selten und meist wissen die Betroffenen bzw. die Eltern um diese Gefahr und sind entsprechend geschult und mit einem Notfallset ausgestattet. Bei einem akuten Notfall nach einem Stich sollte das Notfallset entsprechend den schriftlichen Vorgaben im Notfallplan eingesetzt werden.

Achten Sie gerade in den Sommermonaten darauf, dass sich keine Bienen oder Wespen auf der Nahrung Ihres Babys oder Kleinkindes niederlassen. Decken Sie süße Speisen und Getränke immer ab, wenn Sie diese draußen verzehren.

Wie Sie eine offene Wunde richtig behandeln

Aufgeschlagene Knie, kleinere Schnittwunden oder Kratzer können Sie selbst versorgen, wenn diese oberflächlich sind, nicht stark bluten und die Wundränder nicht auseinander klaffen. Dabei sollten Sie allerdings Folgendes beachten:

  • Saubere Hände. Bevor Sie offene Stellen an der Haut behandeln, stellen Sie sicher, dass Ihre Hände sauber sind, oder tragen Sie Einmalhandschuhe, damit kein Schmutz in die Wunde gelangt.

  • Wunde reinigen. Ist die verwundete Stelle stark verschmutzt, können Sie diese mit etwas lauwarmem Wasser säubern.

  • Verletzung desinfizieren. Reinigen Sie die betroffene Fläche mit einem Desinfektionsspray. Verwenden Sie hier nur Produkte, die für Babys und Kinder geeignet sind. Lassen Sie sich dazu in einer Apotheke oder von Ihrem Kinderarzt beraten.

  • Offene Stelle abdecken. Bei kleinen Blessuren ist ein Pflaster meist ausreichend. Ein bunt bedrucktes Kinderpflaster hat schon so manchen kleinen Patienten beruhigt. Ist die Verletzung etwas größer, können Sie stattdessen eine sterile Kompresse auflegen und diese mit einer elastischen Mullbinde befestigen.

Bei größeren, stark blutenden oder verschmutzten Wunden überlassen Sie die Wundversorgung einem Arzt. Dieser wird in einem solchen Fall auch den Tetanusschutz kontrollieren und gegebenenfalls auffrischen. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass die Wunde nur sehr langsam verheilt, gerötet ist oder sich Eiter bildet, sollten Sie Ihren Kinderarzt konsultieren.

Ein Notfall! Erste-Hilfe-Maßnahmen am Kind

So schwer es auch fallen mag: Versuchen Sie ruhig zu bleiben, wenn sich Ihr Kind in Gefahr befindet.

Vergiftung

Die meisten Unfälle ereignen sich im Haushalt. Auf der Entdeckungsreise durch Ihre Wohnung lauern so manche Gefahren für Ihren kleinen Abenteurer. Besonders Kleinkinder sind häufig von Giftunfällen betroffen. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie in solch einem Fall ergreifen können:

  • Notruf: Rufen Sie Ihre örtliche Giftnotrufzentrale an. Diese wird Ihnen ggf. schon am Telefon sagen, was Sie unmittelbar tun und beachten sollten. Ist Ihr Kind bzw. Baby jedoch bewusstlos, verständigen Sie bitte sofort den Rettungsdienst.

  • Wasser und frische Luft: Animieren Sie Ihr Kind dazu, Wasser in kleinen Schlucken zu trinken, um die giftigen Substanzen zu verdünnen und sorgen Sie für frische Luft.

  • Bei Augenkontakt: Sind die Augen mit ätzenden Stoffen in Berührung gekommen, spülen Sie diese mindestens zehn Minuten lang mit klarem kalten Wasser aus.

  • Was Sie nicht tun sollten: Versuchen Sie nicht, Ihr Kind zum Erbrechen zu bringen. Geben Sie ihm auch keine Milch zu trinken. Unter Umständen könnte das die Verbreitung des Giftes im Körper beschleunigen.

Kinder neigen dazu, sich alles in den Mund zu stecken. Daher besteht die Gefahr, dass Sie auch Gegenstände oder Flüssigkeiten verschlucken. Bewahren Sie daher Putzmittel, Kosmetika, Shampoos, Essigessenz, alle Arten von Chemikalien, Alkohol, Medikamente etc. immer außer Reichweite Ihres Kindes und am besten in einem abschließbaren Schrank auf. Auch Zigaretten und Zigarettenkippen können für Ihr Baby gefährlich sein und zu schweren Vergiftungssymptomen führen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind damit nicht in Kontakt kommt.

Verbrennung

Sie kennen es sicherlich selbst: Egal, ob es der Backofen, die Herdplatte oder eine heiße Flüssigkeit ist, Verbrennungen oder Verbrühungen sind schnell passiert. Ihrem Kind geht es da nicht anders. Denn gerade Kinder sind durch ihre natürliche Neugier und ihren Entdeckergeist besonders gefährdet und müssen im Laufe ihres Lebens erst noch lernen, die Gefahrenquellen richtig einzuschätzen.

Besonders Babys sind noch völlig unbedarft und greifen nach allem, was sie erreichen können. Dabei kann es schnell zu schweren Verbrennungen kommen. Was können Sie tun?

  • Notarzt: Bei einer großen Verbrennung oder Verbrühung gilt immer: Rufen Sie den Notarzt an. Auch bei kleineren Brandunfällen sollten Sie nach der Erstversorgung einen Arzt aufsuchen.

  • Bei einem Brand: Wenn möglich, löschen Sie das Feuer und bringen Sie sich und Ihr Kind in Sicherheit. Sollte die Kleidung brennen, ersticken Sie die Flammen mit einer Decke und ziehen Sie die Sachen ganz vorsichtig aus. Sollte Stoff an der Haut haften, reißen Sie ihn nicht mit Gewalt ab, sondern lassen Sie ihn dort kleben.

  • Kühlen: Eine kleine Verbrennung, wie zum Beispiel an der Hand, können Sie unter fließendem handwarmen Wasser (Achtung: kein kaltes Wasser verwenden!) für ungefähr zehn Minuten kühlen. Tun Sie dies allerdings nicht bei Neugeborenen und Säuglingen, da hier die Gefahr einer Unterkühlung besteht. Hat sich Ihr Kind jedoch großflächig verbrannt, wickeln Sie es in saubere Handtücher oder eine Rettungsfolie (die goldene Seite sollte zum Kind zeigen), bis der Notarzt eingetroffen ist.

Es ist ratsam, dass Ihr Kind möglichst früh ein Gefühl dafür entwickelt, an welchen Gegenständen es sich verbrennen könnte und wo Gefahren lauern. Wenn Sie also zum Beispiel gemeinsam kochen , weisen Sie Ihren Liebling immer auch auf mögliche Gefahrenquellen, wie zum Beispiel die heiße Herdplatte oder den Wasserkocher, hin.

Lebensrettende Erste-Hilfe-Handgriffe am Kind

Es gilt: Versuchen Sie immer Erste Hilfe zu leisten. Bis ein Notarzt am Unfallort ist, können einige Minuten vergehen. Lassen Sie diese Zeit nicht ungenutzt verstreichen und wenden Sie, wenn es erforderlich ist, Erste-Hilfe-Handgriffe an.

Verschlucken

Babys nehmen gerne alles in den Mund, was ihnen zwischen die Finger kommt. Gefährlich sind hierbei vor allem kleine Gegenstände, die aus Versehen eingeatmet werden und zu einem lebensbedrohlichen Verschluss der Atemwege führen können. Schnelles Handeln ist dann erforderlich:

  • Rückendruck: Halten Sie den Säugling in Bauchlage. Dabei muss der Kopf nach unten zeigen und von Ihnen gestützt werden, ohne, dass Sie den Hals dabei zudrücken. Drücken Sie nun bis zu fünfmal kräftig, aber vorsichtig mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter, um den Fremdkörper zu entfernen. Ist Ihr Kind zu groß für diesen Handgriff, legen Sie es über eines Ihrer Beine.

  • Kompression beim Säugling: Falls der Rückendruck nicht den gewünschten Erfolg erzielt, drehen Sie Ihr Baby auf den Rücken, sodass der Kopf etwas nach unten gerichtet ist und in Ihrer Hand liegt. Verabreichen Sie nun, ähnlich wie bei einer Herzdruckmassage, fünf Kompressionen.

  • Der Heimlich-Handgriff: Dieser Handgriff kann bei größeren Kindern (mind. 12 Monate alt) angewendet werden. Stehen oder knien Sie dafür hinter Ihrem Kind, umfassen Sie es und beugen Sie es nach vorn. Machen Sie eine Faust und platzieren Sie diese zwischen Bauchnabel und dem unteren Rand des Brustbeines. Mit der anderen Hand umfassen Sie die Faust und ziehen diese fünfmal kräftig nach innen und oben.

Stabile Seitenlage

Sollte Ihr Kind das Bewusstsein verloren haben, ist die stabile Seitenlage eine sichere Position, in die Sie es bringen können, bis der Notarzt eingetroffen ist. In dieser Lage stellen Sie als Ersthelfer sicher, dass die Atemwege offengehalten werden. So bringen Sie Ihr Kind in die stabile Seitenlage:

  1. Legen Sie Ihr Kind zunächst mit ausgetreckten Armen und Beinen auf den Rücken und knien Sie sich neben Ihr Kind.

  2. Bringen Sie den Arm des Kindes, der Ihnen zugewandt ist, in einen rechten Winkel. Dabei zeigt die Handinnenfläche nach oben.

  3. Greifen Sie den anderen Arm des Kindes, ziehen Sie ihn über den Brustkorb zum Gesicht des Kindes und platzieren Sie die Handinnenfläche an der Wange, die in Ihre Richtung zeigt.

  4. Greifen Sie nun nach dem gegenüberliegenden Bein und ziehen Sie es hoch, sodass es einen rechten Winkel bildet. Das Bein bleibt dabei auf dem Boden.

  5. Ziehen Sie das Bein zu sich heran und bewegen Sie so Ihr Kind vorsichtig auf die Seite. Die Hand des Kindes liegt dabei weiterhin an seiner Wange.

  6. Strecken Sie zum Schluss den Kopf Ihres Kindes leicht nach hinten.

Auch wenn diese Position dazu dient, Ihrem Kind das Atmen zu erleichtern: Bleiben Sie immer neben ihm und kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung, bis der Notarzt eingetroffen ist.

Wiederbelebung und Herzdruckmassage

Auch hier gilt: Ihr schnelles Handeln ist wichtig und könnte lebensrettend sein! Überprüfen Sie zuerst, ob Ihr Kind bei Bewusstsein ist und auf Ansprache bzw. Berührung reagiert. Falls nicht, rufen Sie nach Hilfe. Sollten Sie alleine sein, reanimieren Sie Ihr Kind zunächst für eine Minute und setzen dann den Notruf ab.

1. Kontrollieren Sie den Atem:

  • Legen Sie Ihr Kind auf den Rücken. Wählen Sie, wenn möglich, eine harte Unterlage.

  • Strecken Sie den Kopf leicht nach hinten und halten ihn vorsichtig in dieser Position fest.

  • Halten Sie nun Ihr Ohr über den Mund und die Nase Ihres Kindes, um Atemgeräusche zu hören.

  • Richten Sie dabei Ihren Blick auf den Bauch Ihres Kindes und schauen Sie, ob Sie Atembewegungen erkennen können.

  • Vielleicht spüren Sie auch nur einen leichten Hauch an Ihrer Wange.

Die Kontrolle der Atmung sollte nicht länger als zehn Sekunden dauern. Können Sie keine Atmung feststellen, fahren Sie unverzüglich fort:

2. Beatmen Sie Ihr Kind:

  • Atmen Sie einmal normal ein.

  • Bei Säuglingen sollte eine sog. Mund zu Mund-Nase-Beatmung erfolgen. Dabei umschließen Sie mit Ihren Lippen sowohl die Nase als auch den Mund des Kindes und beatmen so Ihr Kind.

  • Bei Kindern, die älter als ein Jahr sind, erfolgt eine Mund zu Mund-Beatmung. Dabei halten Sie die Nase Ihres Kindes mit Daumen und Zeigefinger verschlossen und beatmen Ihr Kind über den Mund.

  • Bei der Atemspende muss sich der Brustkorb des Kindes heben.

Sollte Ihr Baby nach fünf Beatmungseinheiten nicht reagieren (z. B. Husten), machen Sie wie folgt weiter:

3. Führen Sie eine Herzdruckmassage durch:

  • Dabei gibt es bei Babys zwei Möglichkeiten: entweder Sie führen die Herzdruckmassage mit dem Zeige- und Mittelfinger einer Hand durch. Oder Sie umfassen den Brustkorb des Babys mit beiden Händen, so dass Ihre Daumen auf dem Brustbein des Kindes liegen.

  • Bei größeren Kindern benutzen Sie Ihren Handballen für die Massage.

  • Um den richtigen Druckpunkt zu finden, denken Sie sich eine Linie zwischen den Brustwarzen Ihres Babys. Suchen Sie die Mitte der gedachten Linie auf und setzen Sie den Druckpunkt direkt unterhalb dieser Linie an.

  • Drücken Sie nun in kurzen regelmäßigen Abständen auf diesen Punkt (zweimal pro Sekunde). Bei der Druckmassage sollte ca. 1/3 des Brustkorbes eingedrückt werden.

  • Nach 30 Kompressionen halten Sie so kurz wie mögliche inne und beatmen Sie zweimal.

  • Falls Sie zu zweit sind, kann eine Person die Herzdruckmassage und die andere Person die Beatmung übernehmen.

Sollte eine Beatmung nicht möglich sein (z.B. bei einem Unfall mit Verletzungen im Gesichtsbereich), fangen Sie gleich mit der Herzdruckmassage an.

Neben den bereits hier erwähnten, gibt es noch unzählige weitere Gefahrensituationen, in die Ihr Kind geraten könnte. Sie können nicht auf alles vorbereitet sein, aber Sie können Sich mit einem Erste-Hilfe-Kurs für Eltern auf gängige Notfallsituationen vorbereiten.

Zur Entstehung dieses Artikels: Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

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