Fliegen mit Baby

Fliegen mit Baby: Tipps - Was Eltern wissen müssen

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24.01.20
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Endlich Urlaub! Die Vorfreude auf entspannte Ferien mit der Familie und eine schöne gemeinsame Zeit steigt. Besonders vor dem ersten Langstreckenflug mit Ihrem Baby oder Kleinkind gibt es natürlich viele Fragen, die es zu klären gilt. Wir helfen Ihnen dabei, die Urlaubsvorbereitungen so stressfrei wie möglich zu gestalten. So wird das Fliegen für Sie und Ihr Baby zu einem aufregenden Teil der Reise.

Im folgenden erhalten Sie viele Tipps zur Flugreise mit Ihrem Baby oder Kleinkind. So kann Ihr erstes gemeinsames Ferienabenteuer beginnen!

Worum geht es in diesem Artikel?

Ab wann darf man mit einem Baby fliegen? Reisepass für die jüngsten Passagiere! Wie lange kann mein Baby umsonst fliegen? Was ist ein Bassinet? Checkliste vor dem Abflug Fit auf Reisen Ein Reisetag mit Ihrem Baby

Ab wann darf man mit einem Baby fliegen?

Frischgebackene Eltern freuen sich auf die Zeit mit Ihrem Baby. Die ersten Monate mit einem Neugeborenen sind etwas ganz besonders. Einige Eltern planen daher eine gemeinsame Zeit mit dem Neuankömmling und möchten diese so schön wie möglich gestalten. Eine Reise kann ein Teil davon sein. Oft stellt sich daher die Frage, ab wann man mit Babys überhaupt fliegen darf.

Grundsätzlich ist es Babys und Kleinkinder erlaubt zu fliegen. Doch, ab welchem Alter sie mit an Board dürfen, hängt von der jeweiligen Fluggesellschaft ab. Manche erlauben bereits Säuglingen, die gerade mal 48 Stunden alt sind, mitzufliegen. Dies allerdings nur mit einem ärztlichen Attest. Bei den meisten Airlines dürfen Babys ab ein bis zwei Wochen mit ins Flugzeug.

Die Entscheidung ab wann Sie Ihr Baby auf eine Flugreise mitnehmen wollen, hängt ganz von Ihrem Bauchgefühl ab. Ein Mindestalter von 3 - 4 Monaten wird empfohlen, da die Kleinen sich dann schon besser in unserer Welt zurechtfinden.

Auch ist Ihr Baby in den ersten drei Monaten besonders sensibel, da sich das Immunsystem noch nicht voll entwickelt hat. Aus diesem Grund fühlen sich viele Eltern sicherer, mit Ihrem Kind erst etwas später in die Lüfte abzuheben.

Wegen möglicher Strahlenbelastung brauchen Sie sich im Übrigen nicht zu sorgen. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt an, dass diese bei Gelegenheitsflügen sehr gering ist. Daher ist das Fliegen mit einem Baby gesundheitlich unbedenklich.

Am wichtigsten ist es, dass es Ihnen als Eltern dabei gut geht und Sie die Reise mit einem sicheren Gefühl antreten. Ansonsten könnte sich Ihre Nervosität auf das Kind übertragen. Setzen Sie sich also nicht unter Druck und planen Sie eine Flugreise erst, wenn Sie sich bereit dafür fühlen.

Reisepass für die jüngsten Passagiere!

Auch Babys und Kinder benötigen einen eigenen Reisepass. Egal wie jung sie sind, bereits ab der Geburt müssen sich die Kleinen ausweisen können. Der Kinderreisepass wird bis zum 12. Lebensjahr ausgestellt und gilt für sechs Jahre. Da die Bearbeitung eines Passes einige Zeit benötigt, beantragen Sie ihn rechtzeitig.

Laut der International Civil Aviation Organization (ICAO) ist es generell möglich, mit einem Kinderreisepass jedes Land zu bereisen. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen, wie zum Beispiel für eine Einreise in die USA. Hier ist ein regulärer Reisepass erforderlich. Hat Ihr Baby aber nur einen Kinderreisepass, muss ein Visum beantragt werden.

Ein anderes Beispiel ist Südafrika: Dort wird die Original-Geburtsurkunde des Kindes benötigt, da es sonst zu Schwierigkeiten bei der Ausreise kommen kann.

Damit Sie bei der Passkontrolle nicht nervös werden müssen, informieren Sie sich am besten frühzeitig bei der jeweiligen Botschaft des Landes über die Einreisebestimmungen.

Wie lange kann mein Baby umsonst fliegen?

Vorbei sind die Zeiten, als Babys und Kleinkinder bis zu zwei Jahren kostenfrei fliegen konnten. Auch wenn Ihr kleiner Schatz auf dem Schoß der Eltern mitreist, ist der Flug meist nicht kostenfrei. Jedoch sind die Ausgaben bis zum zweiten Lebensjahr sehr gering. Die Flugkosten für mitreisende Kinder sind je nach Fluggesellschaft unterschiedlich. Meistens betragen sie zwischen 10 bis 20 Prozent des Flugpreises eines Erwachsenen.

Ist Ihr Kind zwei Jahre alt oder älter, führt kein Weg an einem eigenen Sitzplatz vorbei. Manchmal vergeben die Fluggesellschaften einen Kinderrabatt. Stellen Sie sich aber darauf ein, dass Sie 75 bis 100 Prozent vom Erwachsenentarif zahlen müssen.

Abgesehen von dem Preis ist eine frühe Buchung sinnvoll. Denn dann haben Sie die Möglichkeit, einen für Sie passenden Sitzplatz zu buchen. Ein Platz in der vorderen Reihe zum Beispiel macht den Flug angenehmer für Sie: Dort haben Sie mehr Beinfreiheit und wenn Ihr Baby noch ins Bassinet passt, wird dieses auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Was ist ein Bassinet?

Ein Bassinet ist ein Kinderbett im Flugzeug. Es befindet sich zum Einhaken an der Wand in der ersten Reihe. Dort können Sie Ihr Baby zwischendurch mal ins Bettchen legen. Bassinets können Sie im Vorfeld bei Ihrer Fluggesellschaft reservieren. Allerdings ist es wichtig abzuklären, bis zu welchem Alter oder Gewicht die Fluggesellschaft Ihrer Wahl das Baby im mobilen Bettchen schlafen lässt.

Sie haben auch die Möglichkeit, einen eigenen Kindersitz mitzubringen. Beachten Sie hierbei, dass ein Sitzplatz benötigt wird. Auch wenn Ihr Kind unter zwei Jahre alt ist, muss in diesem Fall der volle Ticketpreis gezahlt werden. Informieren Sie sich im Vorfeld, ob die Größe Ihres Kindersitzes mit denen des Flugzeugsitzes kompatibel und er für die Nutzung im Flugzeug zugelassen ist.

Checkliste vor dem Abflug

Vor dem Abflug mit Ihrem kleinen Passagier ist immer viel Los! Damit Sie einen klaren Kopf bewahren und nichts vergessen, haben wir Ihnen eine Checkliste zusammengestellt:

  • Alle gesund? Ist Ihr Baby gesund und der Impfplan für Ihr Kind auf dem neusten Stand? Konsultieren Sie am besten vor dem Abflug Ihren Kinderarzt und lassen Sie sich die Flugtauglichkeit Ihres Babys bescheinigen.
  • Platzreservierung getätigt? Haben Sie einen Platz in der ersten Reihe und bei Bedarf ein Babybett reserviert?
  • Fliegen mit Kinderwagen? Fragen Sie bei der Fluggesellschaft nach, ob Sie den Kinderwagen bis zum Boarding mitnehmen dürfen oder ein Kinderwagen vom Flughafen zur Verfügung gestellt wird.
  • Alles im Handgepäck dabei? Nehmen Sie alles im Handgepäck mit, was Ihr Baby braucht, um sich während der Reise wohlzufühlen: Windeln, Windelunterlage, Feuchttücher, Wechselkleidung, Babynahrung, Snacks, Spielzeug, Kuscheldecke und Medikamente.
  • Was kommt auf den Tisch? Braucht Ihr Baby eine eigene Mahlzeit während des Fluges? Wenn ja, vergessen Sie nicht, ein Kindermenü vorab bei Ihrer Fluggesellschaft zu bestellen.
  • Ist für genug Entertainment gesorgt? Denken Sie an Spielzeuge, Bücher oder Kuscheltiere, um Ihren Liebling während der langen Reise abzulenken.
  • Sind die Flugzeiten babyfreundlich? Versuchen Sie, bei Langstreckenflügen die Zeiten so zu wählen, dass Ihr Baby im Schlafrhythmus bleibt.

Fit auf Reisen

Auch unterwegs steht das Wohlbefinden Ihres kleinen Schatzes an oberster Stelle. So ein Flug ist nicht nur für Sie, sondern auch für Ihr Baby eine besondere Situation und kann anstrengend sein.

Druck auf den Ohren: Was kann man tun?

Druck auf den Ohren ist für große und kleine Passagiere unangenehm. Gerade beim Start und der Landung kann das Babys und Kleinkindern Probleme bereiten. Schlucken und Saugen helfen dabei, den Druckausgleich wiederherzustellen. Versuchen Sie es mit Stillen oder einem Fläschchen. Auch Schnuller können eine gute Methode sein, um den Druck im Ohr auszugleichen.

Wann sollte man nicht fliegen?

Hin und wieder passiert es, dass Ihr Kind vor der Abreise erkrankt. Falls Ihr Baby erkältet ist und an Ohrenschmerzen, Fieber, Erbrechen oder Durchfall leidet, ist es ratsam, nicht zu fliegen. Sollten Sie unsicher sein und sich fragen, ob das Fliegen für Ihr Baby gefährlich sein könnte, wenden Sie sich am besten an Ihren Kinderarzt. Im Fall von ansteckenden Kinderkrankheiten wie zum Beispiel Windpocken, dürfen Babys definitiv nicht mit auf die Reise.

Ein Reisetag mit Ihrem Baby

Zu Hause:

  • Reisedokumente: Denken Sie an Flugtickets, Reisepässe und ggf. noch andere Dokumente (Geburtsurkunde, Hoteladresse etc.).
  • Handgepäck: Packen Sie alle wichtigen Babyartikel, Babynahrung, Windeln und Wechselkleidung ein, die Sie während des Fluges benötigen.

Zum Flughafen:

  • Planen Sie immer einen guten Zeitpuffer für die Anreise ein.
  • Bei Langstreckenflügen sollten Sie mindestens zwei Stunden vor dem Boarding am Flughafen sein.

Am Flughafen:

  • Gehen Sie zu den Fast-Lanes für Familien mit Kindern.
  • Bei Verspätungen suchen Sie wenn vorhanden am besten den Familienbereich im Flughafen auf.
  • In der kindergerechten Umgebung können Sie entspannt auf Ihren Flug warten.

Am Security Check:

  • Packen Sie alle flüssigen Babyartikel, Nahrungsmittel, inklusive abgepumpte Muttermilch und Medikamente, in einen durchsichtigen Behälter.
  • Kinderwagen, Kindersitze und Autositze werden inspiziert und ebenfalls durchleuchtet.
  • Wenn Ihr Kind noch nicht laufen kann, nehmen Sie es auf den Arm und gehen Sie gemeinsam durch den Metalldetektor.

Im Flugzeug:

  • Finden Sie Ihren Sitzplatz und richten Sie sich in Ruhe ein.
  • Bei Fragen zum Bassinet oder zu einem speziellen Babymenü, sprechen Sie ruhig eine der Stewarts an.
  • Lassen Sie sich immer ausreichend mit Getränken versorgen – gerade falls Sie noch stillen sollten.

Auch unsere Tipps für den Urlaub mit Ihrem Baby werden hilfreich sein, um die Reise entspannt vorzubereiten. Drucken Sie auch gerne unsere Checkliste und Grafik aus. So werden Sie an alles Wichtige denken und nichts vergessen. Wir wünschen Ihnen eine schöne Reise und ein gutes Flugerlebnis mit Ihrem Baby!

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