
In Hypnobirthing-Kursen sollen mithilfe von Hypnosetechniken Ängste und Unsicherheiten bezüglich der anstehenden Geburt in positive Überzeugungen umgewandelt werden. Das soll helfen, Geburtsschmerzen zu reduzieren. Wie läuft Hypnobirthing ab? Und für wen ist es geeignet? Die wichtigsten Fakten im Überblick.
Was ist Hypnobirthing?
Hypnobirthing ist eine Methode zur natürlichen Geburt unter Selbsthypnose.
Der Grundgedanke vom Hypnobirthing: Ängste können während der Geburt zu Verkrampfungen führen. Das kann den Geburtsschmerz verstärken. Werden die Ängste durch gezielte Entspannungstechniken minimiert, ist die werdende Mama entspannter und die Geburt sanfter. Wichtig: Mit Hypnobirthing können keine Komplikationen, die während einer Geburt auftreten können, verhindert werden. Es ist lediglich ein Weg, etwas gelassener mit der Geburt umzugehen.
Ursprünglich stammt die Idee zum Hypnobirthing aus den USA. Dort wurde das Konzept 1989 von Marie F. Mongan entwickelt. Mittlerweile ist diese Geburtsmethode auch bei uns angekommen und hat sich zu einem wahren Trend entwickelt. Das liegt vielleicht auch ein bisschen an prominenten Frauen wie Herzogin Kate, die alle ihre drei Kinder mithilfe von Hypnobirthing zur Welt gebracht haben soll. In Deutschland wurden bislang schätzungsweise etwa 6.000 Babys unter Selbsthypnose geboren.
So funktioniert Hypnobirthing
Wenn man es ganz genau nimmt, ist Hypnobirthing nichts anderes als ein Geburtsvorbereitungskurs – nur eben ein etwas anderer, als wir ihn sonst kennen. Ziel ist, dass du dir bewusst machst, dass die Geburt ein natürlicher Prozess ist, den du selbst mit steuern kannst. Um eine möglichst selbstbestimmte, angstfreie und entspannte Geburt erleben zu können, werden dir dafür in einem mehrstündigen Hypnobirthing-Kurs zahlreiche Techniken und Übungen beigebracht. Dazu gehören:
Hypnose klingt erst einmal verrückt. Aber keine Sorge: Es hat wenig mit dem zu tun, was wir von Zaubershows aus dem Fernsehen kennen! Beim Hypnobirthing legst du dich entspannt hin und die Kursleiter:in zählt herunter, bis du in einer Entspannungsphase bist. Dann wiederholst du immer wieder eine von dir gewählte Affirmation oder einen bestimmten positiven Satz. Zum Beispiel:
Durch das häufige Wiederholen speichert dein Unterbewusstsein die positiven Sätze ab und verknüpft sie mit der anstehenden Geburt.
Mit dieser Technik bringst du dich dann auch während der Geburt selbst in einen Entspannungszustand – Ängste und Verkrampfungen lösen sich. Gleichzeitig machst du Atemübungen, um während der Wehen nicht zu pressen, da auch das zu Verkrampfungen führen kann. Trotz Hypnobirthing bist du die ganze Zeit ansprechbar.
Für wen eignet sich Hypnobirthing?
Grundsätzlich steht Hypnobirthing allen werdenden Mamas offen. Aber gerade für Frauen, die große Angst vor einer natürlichen Entbindung haben, bietet sich Hypnobirthing laut Expert:innen an. Das können Frauen sein, die das erste Mal ein Kind bekommen. Oder Frauen, bei denen sich durch traumatische Erlebnisse bereits erlebter Geburten Ängste entwickelt haben.
Wann sollte ich mit Hypnobirthing starten?
Du willst Hypnobirthing ausprobieren und ziehst eine natürliche Geburt unter Selbsthypnose in Erwägung? Dann kannst du schon zu Beginn deiner Schwangerschaft mit den Übungen und Entspannungstechniken beginnen. Spätestens aber drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin raten Expert:innen dazu, sich intensiv mit dem Hypnobirthing zu beschäftigen.
Denn um die Techniken bei der Geburt anwenden zu können, müssen diese ausreichend im Inneren verankert werden. Beachte dabei:
Muss ich Hypnobirthing als Geburtsvorbereitung selbst zahlen?
Streng genommen ist Hypnobirthing zwar eine Geburtsvorbereitung, aber nicht alle Krankenkassen tragen dafür die Kosten. Frage vorab bei deiner Kasse nach, ob sie die Kosten (ca. 300–500 Euro, Einzelkurse sind in der Regel teurer) für einen Hypnobirthing-Kurs voll oder anteilig übernimmt.
Bei vielen werdenden Mamas trifft Hypnobirthing auf Begeisterung. Ob dieser Trend für dich eine Alternative zur klassischen Geburtsvorbereitung ist, kannst nur du allein entscheiden. Denn jede Mama, jedes Schmerzempfinden und jede Geburt ist anders. Auch bei einer Entbindung unter Selbsthypnose bist du von den Geburtsschmerzen nicht befreit – mithilfe von Hypnobirthing lernst du aber, die Wehen in sanfte Wellen zu verwandeln.
Alle Inhalte in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt bzw. deine Ärztin.

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