Läuse bei Kindern und Babys

Läuse bei Kindern und Babys

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01.10.19
5 Lesedauer

Der Mensch und die Kopflaus sind gute alte Bekannte. Forscher fanden schon bei einem 10.000 Jahre alten Skelett Spuren von Kopfläusen. Das wird Betroffene nicht weniger milde stimmen, denn Läuse sind einfach lästig.

Sie verbreiten zwar keine Krankheiten, dafür vermehren sie sich aber erstaunlich schnell. Und das hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Läuse lieben sogar frisch gewaschenes Haar besonders. Es kann also jeden treffen und es gibt absolut keinen Grund, sich dafür zu schämen.

Worum geht es in diesem Artikel?

Wie bekommt man Kopfläuse? Wie erkennt man Läuse? Wie bekämpft man Läuse? Wie verhält man sich bei Läusebefall? Wann ist die Gefahr vorüber?

Wie bekommt man Kopfläuse?

Wer sein Kind in eine Tagesstätte oder Grundschule schickt, kennt ihn wahrscheinlich: den Zettel an der Eingangstür, der mal wieder vor dem Ausbruch von Kopfläusen warnt. Durch engen Körperkontakt beim Spielen kommen bei Kindern im Vor- und Grundschulalter Läuse besonders häufig vor. Der Parasit ist ein flinker Krabbler und kann leicht zum nächsten Wirt wechseln. So breiten sich Kopfläuse rasch aus und machen es Ihnen als Eltern schwer, sie zu vermeiden bzw. zu bekämpfen.

Springen können Läuse übrigens nicht. Daher erfolgt die Übertragung nur durch engen Körperkontakt oder über Gegenstände, die von Kindern kurz hintereinander verwendet wurden, wie zum Beispiel Mützen, Schals oder Kämme. Wo immer also viele Kinder zusammen agieren – sei es in der Schule, im Zeltlager oder einfach nur auf einer Kindergeburtstagsparty – besteht die Gefahr, dass sich Läuse verbreiten.

Von Ihrem Haustier haben Sie allerdings nichts zu befürchten. Denn Kopfläuse können nur das menschliche Blut verdauen. Ihr Vierbeiner kommt als Wirt also nicht in Frage und kann Ihr Kind demnach auch nicht anstecken.

Wie erkennt man Läuse?

Beobachten Sie Ihren Nachwuchs gut, falls Sie erfahren, dass jemand in Ihrer näheren Umgebung unter Läusebefall leidet. Jedes Mal, wenn sich Läuse am Blut Ihres Schützlings bedienen, geben sie ein wenig gerinnungshemmenden Speichel an die Kopfhaut ab. Das führt zu dem allgemein bekannten Symptom: dem Juckreiz. Sollte Ihr Kind also auch betroffen sein, wird es sich wahrscheinlich auffällig oft am Kopf kratzen. Aber Achtung: dieser Juckreiz tritt nicht immer auf.

Daher ist es wichtig, dass Sie den Kopf genau untersuchen. Hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen verstecken sich die kleinen Parasiten besonders gern. Hier herrscht für das Heranreifen der Läuseeier eine optimale Temperatur.

Kämmen

Um jeden Zweifel auszuschließen, sollten Sie es nicht bei einer kurzen Kontrolle belassen. Gerade wenn sich unter Umständen anfangs nur ein paar einzelne Kopfläuse auf dem Schopf des Kindes tummeln, werden sie gern übersehen.

Schritt für Schritt: Kopfläuse rauskämmen

Daher empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Feuchten Sie die Haare an.
  • Tragen Sie eine Haarspülung auf. Das behindert die Bewegung der Laus und darüber hinaus lässt sich das Haar besser kämmen.
  • Durchkämmen Sie Strähne für Strähne das Haar mit einem speziellen Läusekamm (aus der Apotheke).
  • Kontrollieren Sie nun nach jedem Haarstrang, ob sich Läuse, Eier oder Larven darauf befinden.

Kopfläuse

Wer noch nie mit ihnen in Berührung gekommen ist, wird sich sicherlich fragen, wie Läuse eigentlich aussehen. Die Kopflaus ist ungefähr drei Millimeter groß und grau. Sollte sie sich allerdings gerade eine Mahlzeit gegönnt haben, kann ihre Farbe auch ins Rötliche gehen. Kopfläuse sind flach und haben sechs Beine, mit denen sie sich sehr gut auch am dünnsten Haar entlangbewegen können.

Beim Auskämmen sollten Sie eigentlich keine Probleme haben, eine Laus mit bloßem Auge zu erkennen.

Eier und Nisse

Anders verhält es sich da mit den Eiern und Nissen (leere Eihüllen). Diese sind nur 0,8 Millimeter groß und eine Lupe könnte hier bei der Suche hilfreich sein. Sie haben eine braune bis graue Farbe und ähneln einem Tropfen. Nissen sind dagegen weißlich schimmernd.

Eine weibliche Laus legt im Laufe ihres Lebens (ca. einen Monat) zwischen 90 und 140 Eier. Diese befestigt sie mit einer Art Kleister nah an der Kopfhaut. Der Klebstoff verhindert ein einfaches Ausschütteln oder Auswaschen der Eier, wie es zum Beispiel bei Haarschuppen der Fall wäre.

Larven

Nach sieben bis zehn Tagen schlüpft aus dem Ei eine Larve. Wenn Sie Larven finden, sind keine Fragen mehr offen: Ihr Kind ist befallen und muss so schnell wie möglich behandelt werden. Denn bereits nach ungefähr elf weiteren Tagen ist das Weibchen geschlechtsreif und kann Ihrerseits wieder Eier legen.

Sollten Sie sich nach Ihrer ganz persönlichen Läuse-Fahndung immer noch nicht sicher sein, ob Ihr Kind betroffen ist, suchen Sie am besten Ihren Hausarzt auf.

Wie bekämpft man Läuse?

Das frühzeitige Erkennen und eine gründliche Behandlung ist im Kampf gegen Läuse ausschlaggebend. Es gilt zu verhindern, dass sie sich weiter ausbreiten. Dabei wird der Einsatz eines Läusemittels sowie zusätzlich das Auskämmen mithilfe einer Haarpflegespülung und einem Läusekamm empfohlen.

Um ein Mittel gegen Läuse zu kaufen, brauchen Sie nicht unbedingt ein Rezept vom Arzt, sondern können es ganz unkompliziert in einer Apotheke erwerben. Sollte Ihr Kind jünger als 12 Jahre alt sein, übernehmen die meisten Krankenkassen offiziell zugelassene Mittel, um Kopfläuse zu behandeln. Voraussetzung hierfür ist lediglich das Rezept Ihres Kinderarztes.

Da das Phänomen der Kopfläuse weit verbreitet ist, lassen sich mittlerweile viele verschiedene Präparate zur äußeren Anwendung auf dem Markt finden. Lassen Sie sich am besten in der Apotheke oder von Ihrem Arzt beraten, welches für Sie in Frage kommt. Die Behandlung können Sie dann einfach zu Hause vornehmen.

Mittel gegen Läuse

Mitteln, die Läuse lähmen, wurde früher beim Bekämpfen von Läusen das meiste Vertrauen entgegengebracht, da es die Parasiten uneingeschränkt abzutöten schien. Grundsätzlich ist es immer noch eine effiziente Art, um den Läusebefall zu behandeln.

Allerdings sind Kopfläuse gegen manche Produkte über die Jahre resistent geworden. Deshalb wirken diese Präperate mittlerweile weniger zuverlässig als früher.

Beachten Sie bei der Anwendung unbedingt den Beipackzettel und halten Sie sich streng an die Angaben. Wendet man das Mittel etwa auf zu nassem Haar an, wird es verdünnt und wirkt nicht mehr, wie es sollte. Auch das ungleichmäßige Verteilen und eine zu sparsame Verwendung kann den gewünschten Erfolg schmälern.

Sind Sie schwanger, spüren Anzeichen einer Schwangerschaft oder stillen? In dem Fall müssen Sie von einigen Präperaten Abstand nehmen oder eine andere Person bitten, Ihr Kind damit zu behandeln. Ihr Apotheker wird Ihnen darüber Auskunft geben, welche Substanzen Sie meiden müssen.

nicht-chemische Mittel

Da eine Behandlung mit chemischen Mitteln zu leichten Hautreizungen führen kann, greifen manche Eltern zu Alternativen bzw. natürlicheren Mitteln. „Alternativ“ heißt aber keinesfalls, dass es nicht auch hier zu gewissen Nebenwirkungen kommen kann. Auch ist die Wirksamkeit weniger gut bewiesen und oftmals erfordern nicht-chemische Medikamente eine weitaus intensivere Anwendung, um Kopfläuse erfolgreich zu bekämpfen.

Beliebt ist Dimeticon – ein Silikon. Die Flüssigkeit bedeckt die Läuse mit einer Ölschicht und sie ersticken. Dimeticon wird nicht von der menschlichen Haut aufgenommen und daher bleiben meist Hautirritation aus. Das Mittel gilt als ungiftig. Aber Achtung: Silikonhaltige Substanzen sind leicht entflammbar. Halten Sie unbedingt Ihr Kind während der Behandlung von offenen Flammen oder Föhns fern.

Auch Präparaten auf Basis von Kokosöl wird ein positiver Effekt nachgesagt. Ob Shampoo, Lotion oder Spray: Sie können sich beim Kauf sicher sein, dass diese Produkte offiziell zugelassen sind. Bedenken Sie allerdings bei der Verwendung eines Sprays, dass der Sprühnebel aus Versehen mit eingeatmet werden könnte.

Neben Naturprodukten kursiert auch das ein oder andere Hausmittel (Föhn, Essigwasser, Saunaaufenthalt etc.) gegen Läuse. Hier sollten Sie skeptisch bleiben. Trotz gelegentlicher Erfolge gelten sie nicht als zuverlässig.

Auskämmen

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung muss das Haar alle vier Tage nass ausgekämmt werden, um eventuell nachgeschlüpfte Larven zu entfernen. Gehen Sie dabei wie oben beschrieben vor. Das Auskämmen alleine ist nicht ausreichend, da die Läuse bzw. Larven und Eier nicht abgetötet werden.

Vorgehen

Ihr Vorgehen kann nur erfolgreich sein, wenn es über mehrere Tage hinweg konsequent verfolgt wird.

  • Tag 1: Wenden Sie das Mittel Ihrer Wahl an und kämmen Sie die Haare wie oben beschrieben akribisch mit einem Läusekamm durch.
  • Tag 5: Das Haar sollte erneut nass durchgekämmt werden, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil werden.
  • Tag 8, 9 oder 10: Wiederholen Sie die erste Behandlung mit dem Läusemittel.
  • Tag 13: Verwenden Sie wieder den Läusekamm.
  • Tag 17: Kontrollieren Sie den Kopf Ihres Kindes ein letztes Mal, indem Sie wieder Strähne für Strähne das Haar durchkämmen.

Wie verhält man sich bei Läusebefall?

Erst nach Beginn der eben beschriebenen Prozedur könnten Sie nun auch Kleidungsstücke und Gegenstände, die direkt mit dem Kopf in Verbindung gebracht worden sind, reinigen. Die Ansteckung durch diese Dinge ist relativ unwahrscheinlich, kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden.

Vorsichtshalber sollten Sie also:

  • Kämme und Haarbürsten mit einer heißen Seifenlösung gründlich reinigen.
  • Handtücher, Bettwäsche und Schlafanzüge wechseln.
  • Kuscheltiere, Mützen Schals etc. drei Tage in einer verschlossenen Plastiktüte aufbewahren (Kopfläuse benötigen ständig neues Blut, um zu überleben).

Weitere Putzaktionen, wie zum Beispiel die Reinigung des Teppichs, sind völlig überflüssig.

Besonders wichtig ist es nun, dass Eltern von betroffenen Kindern Ihr Umfeld informieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Auch die Tageseinrichtung oder Schule sollte umgehend kontaktiert werden. In der Regel benachrichtigt die Leitung dann das Gesundheitsamt. Dieses berät sowohl die Erzieher als auch die Eltern in allen Fragen des Kopflausbefalls.

Eltern sollten auf keinen Fall aus einem falschen Schamgefühl heraus ihr kleines Problem verschweigen. Solch ein Verhalten kann zu einer weiteren Ausbreitung der Parasiten führen und auch Ihr Kind könnte sich selbst nach einer erfolgreichen Behandlung wieder neu anstecken.

Wann ist die Gefahr vorüber?

Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass Betroffene erst wieder mit anderen Kindern in Kontakt treten dürfen, wenn eine Weiterverbreitung der Läuse durch sie ausgeschlossen ist.

Die gute Nachricht: Das kann rein theoretisch schon nach dem ersten Behandlungstag der Fall sein. Dies setzt allerdings voraus, dass Sie sich als Eltern streng an den Beipackzettel des Läusemittels halten und immer wieder regelmäßige Kontrollen durchführen. Auch die Wiederholungsbehandlung darf nicht vergessen werden, da es sonst zu einem erneuten Ausbruch kommen könnte.

Untersuchen Sie auf jeden Fall den Kopf Ihres Kindes immer wieder gründlich. Finden Sie lediglich weißliche Nissen, die weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt am Haar kleben, sind diese in der Regel leer. Es geht keine Übertragungsgefahr mehr von Ihrem Kind aus.

Woher sie auch immer kommen mögen: Läuse können jeden treffen und es gibt absolut keinen Grund, sich dafür zu schämen. Wenn man in Kontakt mit anderen Menschen bzw. Kindern ist, kann man sich kaum vor ihnen schützen oder einem Befall vorbeugen. Machen Sie den Läusen den Gar aus, indem Sie den Kopf Ihres Nachwuchses regelmäßig kontrollieren.

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