Kind wird getauft

Ob katholisch oder evangelisch: Viele Eltern möchten ihr Kind taufen lassen. Die Taufe ist für die Eltern, Großeltern und Taufpaten ein wichtiges und emotionales Ereignis. Erfahre hier alles Wissenswerte zur Taufe und was dabei zu beachten ist.

Was ist eine Taufe?

Die Taufe ist ein religiöser Akt, der seinen Ursprung in den Anfängen des Christentums hat. Laut dem Neuen Testament der Bibel rief der Prediger „Johannes der Täufer“ dazu auf, Gott und seinem Wort zu folgen.

Seine Anhänger und Anhängerinnen reinigten sich von ihren Sünden und bekräftigen ihren Glauben, indem sie sich im Fluss Jordan wuschen und untertauchten. Nach dieser Handlung verstanden sie sich als Kinder Gottes. Auch Jesus ließ sich der Bibel zufolge von Johannes taufen.

Die Taufe wird sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche vollzogen und gegenseitig anerkannt. Allerdings nimmt das getaufte Kind die Konfession derjenigen Kirche an, in der es getauft worden ist. Wird Dein Baby also in einer katholischen Gemeinde getauft, ist es danach automatisch auch katholisch.

Die Taufe zählt in beiden Kirchen zu den heiligen Sakramenten und ist für gläubige Menschen von großer Bedeutung. Ein Sakrament ist eine Handlung, die die Nähe und Verbundenheit zu Gott ausdrückt. Mit der Taufe geht das Kind einen Bund mit Gott ein und wird gleichzeitig in die Kirchengemeinde aufgenommen.

Während der Taufe gehen die Eltern und die Taufpaten stellvertretend für den Täufling diesen Bund mit Gott ein. Später kann das Kind mit der Konfirmation (evangelisch) bzw. Kommunion (katholisch) erneut seinen Glauben bekräftigen und aus freien Stücken eigenständig Teil der Kirchengemeinde werden.

Viele Eltern lassen ihr Baby innerhalb seines ersten Lebensjahres taufen. Es ist aber durchaus auch üblich, die Taufe erst mit dem Eintritt in den Kindergarten zu feiern. Es gibt keinen festen Zeitpunkt, wann die Taufe vollzogen werden sollte. Die Entscheidung liegt also ganz bei Dir, ob Du Dein Kind taufen lassen möchtest – und wenn ja, wann. Natürlich kannst Du die Entscheidung auch Deinem Kind selbst überlassen und warten, bis es alt genug ist, diese zu treffen und getauft werden möchte.

Wer darf sein Kind taufen lassen?

Manch einer mag sich fragen, ob es bestimmte Voraussetzungen gibt, die man erfüllen muss, um sein Kind taufen zu lassen. Viel gibt es dabei nicht zu beachten. Grundsätzlich sollte lediglich gewährleistet sein, dass es für das Kind einen Ansprechpartner gibt, der sich der Kirche verbunden fühlt und ihm christliche Werte vermitteln kann. Dabei zeigt sich die Kirche flexibler, als man möglicherweise vermuten würde.

Die Taufe kann zum Beispiel auch angemeldet werden, wenn das Elternpaar nicht verheiratet ist und/oder die Eltern aus der Kirche ausgetreten sind. In letzterem Fall kann es jedoch sinnvoll sein, im Vorfeld das Gespräch, mit dem/der Pastor:in zu suchen.

Auch Alleinerziehende können ihr Kind taufen lassen. Haben beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht, muss allerdings auch der andere Elternteil seine Einwilligung dazu geben.

Für die Taufe selbst benötigst Du keine besonderen Unterlagen. Du musst lediglich der Gemeinde bzw. dem/der Pfarrer:in Deinen Personalausweis und die Geburtsurkunde Deines Babys vorlegen können.

Für die Durchführung der Taufe fallen vonseiten der Kirche keine Kosten an, noch werden dafür irgendwelche Gebühren erhoben. Einzig und allein die anschließende Familienfeier könnte Dich etwas kosten, zum Beispiel für Kaffee und Kuchen. Doch hier hast Du die Ausgaben selbst in der Hand und kannst die Feier so gestalten, wie es Dein Geldbeutel zulässt.

Wer kann Taufpate/Taufpatin werden?

Früher war es üblich, dass nicht Kinder, sondern Erwachsene getauft wurden. Auch damals gab es schon Taufpaten. Sie bürgten dafür, dass der Täufling es mit seinem Vorhaben ernst meint und fungierten als Zeugen bei der Taufe selbst. Später setzte sich dann aber mehr und mehr die Säuglingstaufe durch – so wie es heute meist üblich ist.

Der Taufpate/die Taufpatin ist meist ein:e enge:r Freund:in oder Verwandte:r der Eltern und unterstützt diese bei der Taufe. Wenn Eltern ihre Kinder bzw. Babys taufen lassen, sagen sie in der Regel damit, dass sie das Kind im Sinne christlicher Werte erziehen wollen. Dabei soll sie in Zukunft der Taufpate/die Taufpatin unterstützen.

Meist werden zwei Taufpaten bestimmt. Es ist aber auch möglich, dass dieses Amt nur von einer Person übernommen wird. Selbst das Taufen ohne Pate ist nicht ausgeschlossen. Falls Du im Verwandten- und Bekanntenkreis keine passende Person finden kannst, hilft Dir die Gemeinde in der Regel aus und kann Dir jemanden zur Seite stellen.

Taufpate/Taufpatin kann jede:r werden, der einer Kirche (evangelisch, katholisch, orthodox, altorientalisch) angehört. Hier ist wieder ein gewisser Spielraum möglich und auch konfessionsfreie Personen können als Taufzeugen fungieren. Da dies allerdings ein Sonderfall ist, sollte das dann mit dem/der Pfarrer:in besprochen werden.

Meistens benötigt der Taufpate/die Taufpatin einen sogenannten Patenschein. Dies ist eine Bescheinigung, dass er oder sie diese Rolle übernehmen darf. Dieses Dokument erhält man bei seiner Gemeinde. Als Zeugnis des Patenamts bekommt man nach der Taufe eine Patenurkunde ausgehändigt.

Wer auch immer diese schöne und ehrenvolle Aufgabe übernimmt, sollte sich bewusst darüber sein, dass er oder sie Pate auf Lebenszeit ist. Zwar endet in der evangelischen Kirche dieses Amt offiziell mit der Konfirmation, jedoch bleiben die Verbundenheit und eine gewisse Verantwortung dem Kind gegenüber auch darüber hinaus noch bestehen.

Bräuche und Rituale zur Taufe

Die Taufe blickt auf eine lange Tradition zurück und es gibt daher so einige Rituale, deren Bedeutung vielleicht schon in Vergessenheit geraten sind. Wir erklären Dir die wichtigsten Rituale:

  • Taufwasser: Das Wort „taufen“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie untertauchen oder eintauchen. Die Taufe hat sich möglicherweise in seiner Anfangszeit an dem Waschungsritual des Judentums orientiert. Dabei soll man sich von Sünden reinwaschen. Heute wird der Täufling nur noch mit Wasser aus dem Taufbecken beträufelt. Das Wasser ist ein Symbol für das neue Leben als Christ, welches mit der Taufe beginnt.

  • Taufkleid: Das Kleid ist ein Taufsymbol, was sich direkt auf Worte in der Bibel bezieht. Dort heißt es, dass der Täufling mit der Taufe Christus „anzieht“. Mit anderen Worten: Er zieht sich ein neues Leben über. In manchen Familien wird das Taufkleid von Generation zu Generation weitergegeben.

  • Taufkerze: Die Taufkerze und das brennende Licht stehen als Symbol für den Glauben, der sich an Christus entzündet hat. Der Glauben soll das Kind nach der Taufe wie eine Kerze wärmen und im weiteren Leben Licht spenden. Viele Gemeinden haben in ihrer Kirche eine besonders prachtvoll gestaltete Taufkerze auf einem großen Ständer stehen. Man kann aber auch eine eigene Kerze gestalten und zum Beispiel mit dem Namen des Kindes versehen.

  • Taufsprüche: Mit dem Taufspruch geben Eltern ihrem Kind Wünsche für sein Leben mit auf den Weg. Er kann von den Eltern und den Paten gemeinsam ausgesucht werden. Der Taufspruch wird beim Taufgottesdienst laut vorgelesen und außerdem in die Taufurkunde eingetragen. Der Spruch soll den Täufling ein Leben lang begleiten.

  • Taufschmuck: Es hat sich eingebürgert, dass der Täufling Taufgeschenke erhält. Sehr beliebt ist ein Schmuckstück (Taufarmband, Taufring, Taufkettchen, Taufkreuze etc.), welches das Kind im Erwachsenenalter noch an diesen besonderen Tag erinnern soll. Taufarmbänder eigenen sich besonders gut, um das Datum der Taufe und den Namen des Kindes eingravieren zu lassen.

  • Patenbrief: Der Pate kann dem Täufling einen Brief schreiben, in dem er erklärt, warum er das Patenamt übernimmt und in welcher Beziehung er zu den Eltern steht. Außerdem könnte darin die Tauffeier beschrieben werden. Der Patenbrief kann dann im Erwachsenenalter von dem ehemaligen Täufling gelesen werden und ist ein wunderschönes Erinnerungsdokument.

Nach der vollzogenen Taufe wird zumeist für die Eltern eine Taufurkunde ausgestellt und eine Notiz dazu im Kirchenbuch der Gemeinde gemacht.

Der Ablauf einer Taufe

Eine Taufe und die Tauffeier können zu einer echten Planungsaufgabe werden. Es gibt viele Dinge zu beachten und die unterschiedlichsten Leute und Interessen müssen unter einen Hut gebracht werden.

Vor der Taufe

Das Wichtigste ist allerdings, dass Du Deine Kirchengemeinde bzw. die Gemeinde Deines Partners kontaktierst und Dein Vorhaben mit dem/der Pastor:in besprichst, bevor Du alles Weitere planst. Der/Die Pfarrer:in wird Dich und ggf. auch die Taufpaten zum Taufgespräch bitten oder dafür sogar zu Dir nach Hause kommen.

Bei diesem Gespräch werden sich bereits viele Fragen für Dich klären. Dabei werden wahrscheinlich diese Themen angesprochen:

  • Erläuterung der Rituale und Bedeutung der Taufe

  • genauer Ablauf des Gottesdienstes

  • die Aufgaben der Eltern und Taufpaten bei der Taufe

  • Auswahl des Taufspruches und der Lieder für den Gottesdienst

  • Einsatz der Fürbitten und wer sie auswählt und spricht

Du kannst dieses Gespräch aber auch zusätzlich dazu nutzen, Deine Wünsche (z. B. speziellen Blumenschmuck oder Musik) zu äußern und alles abzufragen, was Dir auf dem Herzen liegt.

Der Taufgottesdienst

Oft findet der Taufgottesdienst im Rahmen des üblichen sonntäglichen Gottesdienstes oder beim Kindergottesdienst statt. Da die Taufe aber etwas ganz Besonderes ist, werden dem normalen Gottesdienst noch einige Elemente hinzugefügt:

  • Die Predigt könnte sich beispielsweise auf den Taufspruch beziehen.

  • Die Eltern und die Paten werden noch einmal vor der versammelten Gemeinde befragt, ob sie das Kind taufen lassen wollen.

  • Der Täufling wird am Taufbecken mit dem Taufwasser dreimal beträufelt, während der/die Pastor:in die Taufformel („Ich taufe dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“) spricht.

  • Die Taufkerze wird angezündet. Dabei könnte der/die Pastor:in noch ein paar begleitende Worte sprechen.

  • Gegen Ende des Gottesdienstes werden die Fürbitten verlesen und alle Beteiligten werden gesegnet.

Manchmal wird zum Abschluss der kirchlichen Feier die ganze Familie nach vorn gebeten und dazu eingeladen, einen Kreis zu bilden. Dieser Kreis soll symbolisieren, dass alle gemeinsam den Segen Gottes erhalten haben.

Die Feier mit der Familie

Viele Familien feiern nach der eigentlichen Taufe in der Kirche mit der Familie und/oder Freunden noch weiter. Die Taufparty kann zu Hause oder auch an einem anderen Ort wie in einem Restaurant stattfinden. Dabei ist die Gestaltung des Festes ganz und gar Dir überlassen.

Du solltest Dich mit den Vorbereitungen und der Umsetzung der Feier nicht übernehmen. Lass Dir also jeder Zeit dabei helfen. Das Gestalten und Versenden der Einladungen können zum Beispiel auch die Paten übernehmen. Übrigens: Den/Die Pfarrer:in einzuladen, der/die die Taufe durchgeführt hat, ist eine nette Geste und durchaus üblich – aber keine Pflicht.

Stelle sicher, dass Du während der Feier genug Helfer:innen hast, die Dir unter die Arme greifen können. Du selbst wirst wahrscheinlich so einige Glückwünsche zur Taufe entgegennehmen und daher froh sein, wenn sich jemand anderes um den Getränkenachschub kümmert oder die Tür für die Gäste öffnet.

Checkliste für die Taufe Deines Kindes

Eine Taufe ist für die Eltern und für die Taufpaten ein großes Ereignis und es muss einiges geplant und bedacht werden. Diese Checkliste kann Dir dabei helfen, den Überblick zu behalten:

  • Terminabstimmung mit der Kirchengemeinde

  • Terminfindung mit den Gästen

  • Taufgespräch mit dem/der Pastor:in vereinbaren und führen

  • Taufpaten anfragen

  • Versenden der Einladungen

  • Taufspruch finden

  • ggf. Formulierung der Fürbitten

  • ggf. Auswahl der Lieder für den Gottesdienst treffen

  • ggf. Gestaltung der Taufkerze

  • Taufkleid oder anderes Outfit für das Kind auswählen

  • Budget für Familienfeier festlegen

  • ggf. Ort für die Familienfeier reservieren

  • Bewirtung der Taufgäste klären

  • Helfer für die Organisation und Durchführung der Feier finden

  • evtl. Versendung von Danksagungen an die Gäste nach der Taufe

Eines darf bei all den Vorbereitungen zur Taufe nicht vergessen werden: Dein Kind ist der Mittelpunkt dieser Feier und es sollte ihm zu jeder Zeit gut gehen. Wenn der Trubel zu groß wird, kann auch Dein Baby unruhig werden. Halte also die Aufregung lieber etwas in Grenzen.

Fakten im Überblick

  • Mit der Taufe geht das Kind einen Bund mit Gott ein. Dies tun die Eltern stellvertretend für ihr Baby. Darüber hinaus wird es in der Gemeinde willkommen geheißen und offiziell dort aufgenommen.

  • Viele Eltern entschließen sich dazu, ihr Kind während des ersten Lebensjahres taufen zu lassen. Im Grunde ist aber eine Taufe jeder Zeit möglich. Es können also auch Erwachsene getauft werden.

  • Als Voraussetzung für die christliche Taufe eines Kindes gilt die Mitgliedschaft der Eltern in der Kirche. Allerdings können hier auch Ausnahmen gemacht werden. Jede:r, der sich oder sein Kind taufen lassen möchte, sollte zuerst das Gespräch mit der Kirchengemeinde suchen.

  • Schwebt ein Kind in akuter Lebensgefahr, entscheiden sich manche Eltern dazu, eine Nottaufe durchzuführen. Hierfür muss kein:e Pastor:in anwesend sein. Es sind lediglich ein bis zwei Personen nötig, die als Zeugen fungieren und jemand, der den Segen erteilt. Dies können auch die Eltern sein. Eine Nottaufe hat dieselbe Gültigkeit wie eine Taufe unter normalen Bedingungen.

Auch wenn Du im Alltag vielleicht weniger mit der Kirche zutun hast und auch sonst nicht unbedingt fest im Glauben stehst: Die Taufe kann immer noch eine sehr bedeutsame Festlichkeit für die ganze Familie sein.