Verstopfung Baby

Verstopfung, also harter, nur sporadisch auftretender und schmerzhafter Stuhlgang, ist ein relativ häufiges Problem, von dem drei Prozent aller Kindergartenkinder und ein bis zwei Prozent aller Kinder im schulpflichtigen Alter betroffen sind. Auch kann es vorkommen, dass schon ein Neugeborenes Verstopfung hat.

Ab wann spricht man von Verstopfung bei Babys?

Gerade bei frischgebackenen Eltern dreht sich oft alles um den Säugling. Daher ist es völlig normal, wenn auch du dich gelegentlich fragst, ob es sich bei etwas hartem Stuhl deines Babys schon um eine Verstopfung handelt und ob du etwas dagegen tun müsstest.

Wie oft ist Verstopfung bei Babys normal?

Anfangs haben Stillbabys mehrmals am Tag eine volle Stuhl-Windel. Das nimmt im Laufe der Zeit ab. Es kann sogar vorkommen, dass dein Säugling oder Neugeborenes bis zu zwei Wochen lang kein großes Geschäft verrichtet. Das heißt aber nicht unbedingt, dass dein Baby an Verstopfung leidet. Solange der Stuhlgang bei der nächsten Ausscheidung weich ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Auch Kinder im Alter zwischen drei und vier Jahren zeigen große Unterschiede in der Häufigkeit des Stuhlgangs: Von drei Mal pro Woche bis drei Mal am Tag ist alles möglich. Mach dir also vorerst keine Gedanken, wenn dein Kind nur alle paar Tage Stuhlgang hat, denn vielleicht ist das ganz einfach sein normaler Rhythmus.

Was sind die Symptome einer Verstopfung bei Babys?

Solltest du folgende Anzeichen feststellen, könnte es sich tatsächlich um einen Säugling mit Verstopfung handeln:

  • trockener und harter Stuhlgang beim Baby

  • zu fester Stuhlgang des Babys verursacht Schmerzen

  • länger als fünf Tage keinen Stuhlgang

  • Baby hat Bauchschmerzen

  • Blähungen und ein vergrößerter Bauch

  • Appetitlosigkeit

  • Abgeschlagenheit

  • Risse an der Haut rund um den After oder entzündliche Stellen

Kleinere Krämpfe und auch ein wenig Blut im Stuhl sind in Verbindung mit einer Verstopfung bei Babys nicht ungewöhnlich und nicht unbedingt Anlass zur Sorge. Bei diesen Anzeichen ist aber dringend eine ärztliche Untersuchung notwendig:

  • Unterleib schwillt plötzlich an

  • starke Schmerzen beim Stuhlgang

  • Blut im Stuhl

  • Kind erbricht während einer Verstopfung

Was ist ein Darmüberlauf?

Wenn eine Verstopfung beim Baby längere Zeit andauert, kann es vorkommen, dass weicher Stuhl an dem verhärteten Stuhl vorbeiläuft. Du entdeckst dann eventuell halbweichen oder flüssigen Stuhl in der Unterhose oder Windel deines Kindes entdecken. Dieser durchfallähnliche Zustand wird als Darmüberlauf bezeichnet und ist kein regulärer Stuhlgang.

Das Kind hat keine Kontrolle über den Vorgang. Er ist ein Zeichen dafür, dass es dringend an der Zeit ist, etwas zu unternehmen. Darüber hinaus kann dieses unkontrollierte Einkoten zu einer großen seelischen Belastung für dein Kind werden – besonders, wenn es schon etwas älter ist.

Verstopfung bei Babys und ihre Ursachen

Eine Verstopfung bei Babys oder Kleinkindern kann ganz unterschiedliche Ursachen haben:

  • Falsche Ernährung: Dies ist die häufigste Ursache für einen harten Stuhlgang. Zu wenig Ballaststoffe (wie Obst, Vollkornprodukte oder Gemüse) auf dem Speiseplan und keine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme führen nicht selten zu Verstopfung beim Baby.

  • Beikosteinführung: Auf die Umstellung vom Stillen auf Beikost reagieren viele Säuglinge mit Verstopfung.

  • Veränderungen: Lange Reisen, ungewohnte Speisen oder auch psychische Belastungen können den Kleinen auf den Darm schlagen.

  • Verhalten:Dein Kind hat womöglich im Prozess des Trockenwerdens versucht, seinen Stuhlgang zu kontrollieren.

  • Schmerzen: Wenn dein Kind einmal Schmerzen beim Stuhlgang hatte, kann es sein, dass es Angst davor hat, erneut seinen Darm zu entleeren. Der Versuch, den Stuhlgang zu unterdrücken, kann zu Verstopfung bei Babys führen.

  • Antibiotikabehandlung: Hat dein Baby gerade eine hartnäckige Kinderkrankheit überstanden und leidet nun an Verstopfung? Falls ein Antibiotikum verschrieben wurde, könnte das Medikament ein Grund für die Verstopfung des Babys sein.

  • Milchunverträglichkeit: Gerade bei einer chronischen Verstopfung lohnt es sich, eine Zeit lang auf Milchprodukte zu verzichten. Möglicherweise liegt eine Unverträglichkeit zugrunde.

Sollte dein Baby immer wieder unter Verstopfung leiden, ist es in jedem Fall nötig, den Kinderarzt / die Kinderärztin aufzusuchen. Chronisch harter Stuhlgang kann viele Ursachen haben, die untersucht und behandelt werden müssen.

Das Baby hat Verstopfung – was hilft?

Zu fester oder gar kein Stuhlgang ist immer problematisch und wird deinem Baby Unbehagen bereiten und dich beunruhigen. Es besteht also immer Handlungsbedarf.

Harter Stuhlgang bei Babys: Vorbeugen durch richtige Ernährung

Achte lieber genau auf die Ernährung. Kinder, die sehr viel Milch trinken oder kaum Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen, nehmen unter Umständen zu wenig Ballaststoffe zu sich. Dein Kind braucht ballaststoffreiche Alternativen:

  • Obst (Äpfel und Birnen eignen sich gut)

  • Gemüse (z. B. Rosenkohl oder Paprika)

  • Müsli

  • Haferflockenkekse

  • Vollkornvarianten von Getreideprodukten (Reis, Brot, Nudeln)

Rohes Gemüse mit einem leckeren Dip ist nicht nur eine schmackhafte Zwischenmahlzeit, sondern auch ein guter Trick, um dein Kind davon zu überzeugen, ballaststoffreiches Gemüse zu essen. Bei Säuglingen, die gerade erst mit der Beikost begonnen haben, regen Birnenmus und Vollkornbrei die Verdauung an. So kannst du einer Verstopfung beim Baby vorbeugen.

Gegen Verstopfung von Säuglingen bewährte Hausmittel sind Trockenobst und Traubensaft. Darüber hinaus hilft es, dem Baby oder Kind immer genügend Flüssigkeit anbieten. Gerade bei kleineren Babys kann die Zugabe von etwas Milchzucker in flüssigem Joghurt ein abwechslungsreiches Getränk sein, das nebenbei noch die Verstopfung löst beziehungsweise ihr vorbeugt.

Einige Lebensmittel sind gute Helfer gegen Durchfall, aber bei Verstopfung für Babys oder Kleinkinder schädlich.Verzichtet daher lieber auf:

  • Bananen

  • Schokolade

  • Kekse oder Kuchen

  • Fast Food

  • Weißbrot

  • zu viel Milch

Wenn dein Kind ein sehr mäkeliger Esser ist, kann dein Arzt / deine Ärztin ein mit Ballaststoffen angereichertes Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.

Eine Bauchmassage tut gut

Dein Baby hat Verstopfung – was tun? Eine Bauchmassage kann die Verstopfung bei Babys lösen, denn sie regt die inneren Organe an und stimuliert die Bewegung des Darms. Streichende Bewegungen sollen den festsitzenden Kot in Richtung Enddarm befördern und somit zum Stuhlgang anregen. Der Körperkontakt mit Mama oder Papa wirkt zudem entspannend, wenn Verstopfung den Babybauch plagt.

Am besten gehst du dabei folgendermaßen vor:

  1. Verreibe etwas Massageöl (zum Beispiel Fenchel-Kümmel-Öl) in deinen Händen und wärme sie gleichzeitig etwas an.

  2. Beginne die Babymassage, indem du deine Hände erst einmal ganz leicht auf den Bauch deines Kleinen legst.

  3. Kreise nun mit deiner linken Hand immer im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel.

  4. Mit der rechten Hand zeichnest du gleichzeitig oberhalb des Nabels einen Halbkreis.

Achte bei der Massage darauf, dass deine Bewegungen am linken Unterbauch des Babys enden, da sich hier der Ausscheidungsbereich des Darms befindet. Die Verstopfung des Babys wird sich eventuell schon während der Massage in Form von Blähungen lösen. Wie lange du massieren solltest, sagt dir dein Kind selbst. Am besten hörst du auf, sobald das Kind zeigt, dass ihm die Massage nicht mehr angenehm ist.

Belohne dein Kind!

Bestrafe dein Kind auf keinen Fall, wenn es seinen Darm nicht entleeren möchte, und reagiere möglichst auch nicht gereizt oder ängstlich, wenn dies geschieht. Belohne dein Kind stattdessen dafür, wenn es „erfolgreich“ war. Positive Verstärker können bei Kindern ab circa 3 Jahren eingesetzt werden. Sucht zum Beispiel ein Stickerheft aus, in das dein Kind bei jedem erfolgreichen Toilettenbesuch einen Aufkleber einkleben darf.

Eine angenehme Atmosphäre auf der Toilette unterstützt euch. Wenn Kinder einen Kinderaufsatz für die Toilette haben, erleichtert dies das Sitzen und entspannt die Muskulatur. Ein Fußhocker fördert das zusätzlich. Gerne schauen sich Kinder ein Buch an oder spielen etwas, während sie auf der Toilette oder dem Töpfchen sitzen. Wichtig ist, dass es dort so gelassen wie möglich zugeht.

Was tun bei akuter Verstopfung?

  • Gerade eine immer wiederkehrender Verstopfung bei Babys erfordert ärztliche Hilfe, um physische oder medizinische Ursachen auszuschließen. Dazu wird das Kind sich einigen Untersuchungen unterziehen müssen. Der Arzt / die Ärztin wird sich mit dem Verlauf des Problems befassen und die Größe, das Gewicht und den allgemeinen Gesundheitszustand deines kleinen Lieblings unter die Lupe nehmen.

  • Dabei müssen Ärzt:innen unter Umständen die Innenseite des Rektums des Kindes mit dem Finger abtasten. Ärzt:innen gehen dabei behutsam genug vor, um dies für dein Kind keine schmerzhafte oder traumatische Erfahrung werden zu lassen.

  • Der erste ärztliche Behandlung bei akuter Verstopfung von Babys besteht darin, den verhärteten Stuhl aus dem Darm zu entfernen. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Vielleicht wird dein Arzt / deine Ärztin deinem Kleinen ein abführendes Medikament wie Glyzerin-Zäpfchen verabreichen oder eine spezielle Darmspülung für Kinder und Babys empfehlen.

  • Eventuell bekommt dein Baby auch vorbeugend einen Stuhlweichmacher verschreiben. Dieses Präparat muss es einige Wochen oder Monate einnehmen, damit die Verstopfung beim Baby nicht erneut auftritt. Der Darm gewöhnt sich dabei an einen normalen und regelmäßigen Stuhlgang, während möglicherweise erschlaffte und ausgedehnte Darmwände wieder kräftiger werden.

Baby mit Verstopfung – was hilft langfristig?

Was auch immer der Grund für die Verstopfung eines Babys ist, es befindet sich eine Stuhlmasse im Rektum des Kleinkindes, die immer größer und härter wird. Dann ist jeder Stuhlgang mit Schmerzen verbunden, weshalb das Kind angespannt ist und vielleicht sogar Angst vor dem Toilettengang hat.

Wie lässt sich einer Verstopfung bei Babys vorbeugen? Das Wichtigste in Stichworten:

  • Biete immer genügend Getränke an.

  • Führe regelmäßige Toilettenzeiten ein – zum Beispiel nach dem Essen.

  • Übe keinerlei Druck aus, wenn das Kind auf der Toilette oder dem Töpfchen sitzt.

  • Ballaststoffreiche Ernährung fördert die Darmtätigkeit.

  • Bewegung bringt die Verdauungsorgane in Schwung.

Damit dein Kind nicht in einen Teufelskreis aus Verstopfung, Schmerzen beim Stuhlgang und Angst vor der Toilette gerät, sprich mit ihm darüber und finde heraus, ob vielleicht psychische Faktoren eine Rolle spielen.

Handelt es sich um Verstopfung bei Babys ist das natürlich nicht möglich. Hier gilt es, einfach sehr aufmerksam zu sein und besonders bei der Einführung von Beikost behutsam vorgehen. Die Fakten im Überblick:

Fakten im Überblick

  • Mit Sicherheit kannst du es erst einmal mit einer Nahrungsumstellung und einer Bauchmassage versuchen. Bei immer wieder auftretender Verstopfung von Babys ist aber ärztliche Hilfe nötig. Eventuell wird ein Abführmittel verordnet.

  • Dein Baby darf auch bei Verstopfung weiter essen. Vollkornprodukte und viel Flüssigkeit sind für die Verdauung anregend. Verzichtet aber auf Weißbrot, Süßes oder auch Fast Food.

  • Viel Flüssigkeit ist auch für einen gesunden Stuhlgang wichtig. Mit der vollständigen Einführung der Beikost (Beginn ab ca. 6 Monaten soll dein Baby ungefähr 200 ml Wasser pro Tag trinken. Ab dem ersten Lebensjahr sind es dann 6 kleine Gläser Wasser täglich.

  • Achte auf eine ballaststoffreiche Ernährung, genug Bewegung und ausreichend Flüssigkeit. Sorge für eine entspannte Atmosphäre beim Toilettengang.

Viele Kleinkinder und auch Babys unter hartem Stuhlgang leiden – besonders dann, wenn sie sehr pingelige Esser sind. Die Ernährung ein wenig umzustellen, kann sehr hilfreich gegen die Verstopfung von Babys sein.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen findest du im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschläge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultiere für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer deinen Arzt / deine Ärztin.

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