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Ein Mann spielt Ukulele neben seiner schwangeren Frau und freut sich auf das Vater werden

Die Vorbereitung aufs Vaterwerden

3 Min. LesezeitAktualisiert am 28 September 2026

Das Wichtigste im Überblick

  • Emotional ankommen. Auch Väter durchleben einen Wandel – Sorgen und Selbstzweifel sind normal und liefern die Energie, sich auf das Baby einzulassen.

  • Praktisch planen. Ein Geburtsvorbereitungskurs, die Begleitung zu Vorsorgeterminen, eine gepackte Kliniktasche und ein geklärter Anfahrtsweg zur Klinik geben Sicherheit.

  • Gesundheit prüfen. Die STIKO empfiehlt engen Kontaktpersonen eines Neugeborenen – auch dem Vater – eine Keuchhusten-Impfung, wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt.

  • Rechtliches klären. Unverheiratete Väter sollten Vaterschaftsanerkennung und ggf. Sorgeerklärung regeln; Elternzeit muss spätestens 7 Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber angemeldet werden.

  • Beziehung stärken. Mit dem Baby im Bauch sprechen, singen und den Bauch sanft berühren fördert die Bindung von Anfang an.

Die emotionale Seite des Vaterwerdens

Es ist offensichtlich, dass sich eine werdende Mutter verändert. Doch auch Männer machen bei der Vorbereitung aufs Vaterwerden viel durch. In dieser Zeit der Anpassung ändern Väter ihr Selbstwertgefühl und ihre Beziehung zu ihrer Frau und anderen Kindern. Damit schaffen sie Platz für das Neugeborene.

  • Einige Männer ändern während der Vorbereitung aufs Vaterwerden ihr Äußeres, indem sie beispielsweise einen Bart wachsen lassen.

  • Andere nehmen eine zusätzliche Arbeit an, damit sie ihre wachsende Familie auch versorgen können.

  • Wieder andere bringen zur Vorbereitung aufs Vaterwerden das Haus in Ordnung oder übernehmen neue Aufgaben.

Zudem denkt während der Vorbereitung und Schwangerschaft jeder Mann an seinen eigenen Vater und fragt sich, ob er wohl genauso wird oder doch anders. Die meisten machen sich große Sorgen – auch wenn es manchen Männern schwerfällt, das zu zeigen. Diese Gefühle erzeugen die Energie, die Männer brauchen, um sich anzupassen, das Baby zu lieben und der Vater zu werden, den das Kind braucht. Diese Sorgen sind also etwas Positives.

Im Leben eines Kindes – selbst vor seiner Geburt – spielt der Vater eine wichtige Rolle. Zur Baby Vorbereitung des Vaters gehört es etwa, dass er vor der Geburt mit dem Kind „spielt“, indem er mit ihm redet und ihm etwas vorsingt oder sanft den Bauch der Mutter massiert.

Eine gute Vater-Kind-Beziehung wirkt sich auf Babys sehr positiv aus. Sowohl Jungen als auch Mädchen kommen leichter zur Welt, haben ein höheres Selbstwertgefühl, wenn sie älter werden, und zeigen in der Schule bessere Leistungen, wenn sich ihre Väter weiterhin an ihrer Erziehung beteiligen.

Väter sind keine Mütter – das wäre auch nicht wünschenswert

Bedenke bei der Vorbereitung aufs Vaterwerden, dass die Beziehung zwischen Vätern und ihren Kindern nicht dieselbe ist wie die zwischen Müttern und ihren Babys. Babys bekommen also etwas anderes von ihrem Vater als von ihrer Mutter. Im Alter von vier Wochen zeigt ein Baby eine ganz bestimmte Reaktion, wenn es seinen Vater sieht. Es beugt sich nach vorne und hat einen erwartungsvollen Blick – mit hoch gezogenen Augenbrauen, offenem Mund und strahlenden Augen. Es ist bereit zu spielen. Ihre gemeinsamen Spiele, Geschichten, Grüße und ihr Gekicher unterscheiden sich von denen zwischen einer Mutter und ihrem Baby.

Väter und Mütter haben bei der Erziehung oftmals ihren eigenen Stil. Sie vermitteln einem Kind unterschiedliche Lebenshaltungen und bringen unterschiedliche Fähigkeiten ein. Väter und Mütter brauchen Zeit, um diese neuen Fähigkeiten auszuprobieren.

Männer können zur Vorbereitung aufs Vaterwerden nicht nur an Geburtsvorbereitungskursen teilnehmen und dem Baby etwas vorlesen. Es ist auch empfehlenswert, dass während der Schwangerschaft der Vater über folgende Fragen nachdenkt:

  • Wie spielst du mit deinem Baby oder beruhigst es während der Vorbereitung aufs Vaterwerden im Bauch der Mutter? Wie reagiert es? Hast du ein besonderes Lied für dein Baby?

  • In welchem Maße willst du in die Körperpflege deines Babys einbezogen werden? Welche Aufgaben willst du übernehmen? Wann willst du sie erledigen?

  • Welche Verhaltensweisen willst du von deinem Vater übernehmen? Was willst du anders machen?

  • Hast du dich äußerlich verändert? Was verstehst du unter einem guten Vater? Wird dein Kind deinen Namen tragen und mit deinen alten Spielsachen spielen? Oder willst du einen neuen Anfang machen?

Eine weitere tolle Aufgabe bei der Vorbereitung aufs Vaterwerden ist das Aussuchen des Namens für das Baby. Und weil es dabei natürlich viel zu beachten gibt, hilft dir der Namensgenerator, aus den vielen Optionen zu wählen.

Väter haben ein anderes Verhältnis zu ihren Kindern. Je ernster du die Vorbereitung aufs Vaterwerden nimmst und je mehr du als Vater mit deinem Baby spielst und interagierst, desto inniger wird das Verhältnis zwischen euch beiden.

Was empfehlen Expert:innen werdenden Vätern zur Vorbereitung?

Expertinnen und Experten empfehlen werdenden Vätern eine Vorbereitung in drei Phasen: eine gesunde Ausgangsbasis vor der Empfängnis, aktive Beteiligung während der Schwangerschaft und eine gute Planung für die letzten Wochen vor der Geburt. Dazu gehört auch die emotionale Seite – laut Fachstellen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stärkt es Partnerschaft und Bindung, wenn Väter Gefühle offen ansprechen, zu Vorsorgeterminen mitkommen und mit dem Baby im Bauch in Kontakt treten.

Vor der Empfängnis

Schon vor einer geplanten Schwangerschaft lohnt es sich, gemeinsam auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Alkohol und Nikotin unterstützen die Fruchtbarkeit beider Partner und schaffen ein gesundes Umfeld für die Familie. Auch der Impfstatus (u. a. Masern, Röteln, Keuchhusten) kann in dieser Phase in Ruhe beim Hausarzt geprüft werden.

Während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft geht es darum, Verantwortung zu zeigen und da zu sein: Vorsorgetermine begleiten, gemeinsam einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen (es gibt Kurse speziell für Partner und Väter) und sich früh über Elternzeit und Elterngeld zu informieren. Auch kleine Gesten helfen: mit dem Baby sprechen, den Bauch sanft berühren, Musik hören – das fördert die Bindung und entlastet die Partnerin.

Die letzten Wochen

In den letzten Wochen vor dem errechneten Termin sollten praktische Fragen geklärt sein: Kliniktasche packen, den Weg zur Klinik samt Alternativroute testen und die ersten Anzeichen der Geburt kennen. So kannst du im entscheidenden Moment ruhig und handlungsfähig bleiben.

Wie können sich werdende Väter gesundheitlich vorbereiten?

Werdende Väter können sich gesundheitlich vor allem dadurch vorbereiten, dass sie ihren Impfschutz überprüfen lassen, den eigenen Lebensstil im Blick behalten und auf ausreichend Schlaf, Bewegung und ausgewogene Ernährung achten. Ziel ist ein sicheres und gesundes Umfeld für das Neugeborene sowie eine gute eigene Belastbarkeit in den fordernden ersten Wochen.

Keuchhusten (Pertussis) – die sogenannte Kokonstrategie. Laut STIKO sollten enge Kontaktpersonen eines Neugeborenen – auch der Vater – ihren Keuchhusten-Impfschutz prüfen lassen und sich möglichst bis 4 Wochen vor dem Geburtstermin impfen lassen, wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt. So wird das Baby in den ersten Lebensmonaten geschützt, bevor es selbst geimpft werden kann.

Lebensstil. Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum können die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen und belasten das häusliche Umfeld. Ein bewusster Umgang mit beidem unterstützt einen gesunden Start in die Elternschaft.

Allgemeines Wohlbefinden. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen dir, in den ersten Wochen mit dem Neugeborenen stabil und belastbar zu bleiben. Für individuelle Fragen – insbesondere zu Impfungen – ist die Hausärztin oder der Hausarzt die richtige Anlaufstelle.

Rechtliche Schritte für (unverheiratete) Väter

Unverheiratete Väter sollten vor oder kurz nach der Geburt drei rechtliche Punkte klären: die Vaterschaftsanerkennung, ggf. eine Sorgeerklärung sowie die rechtzeitige Anmeldung der Elternzeit beim Arbeitgeber. Die folgenden Angaben sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung – für verbindliche Auskünfte sind das Jugendamt, Standesamt oder das Familienportal des Bundes zuständig.

  • Vaterschaftsanerkennung (§ 1594 ff. BGB). Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, ist der Vater nicht automatisch der rechtliche Vater. Er kann die Vaterschaft mit Zustimmung der Mutter beim Jugendamt, Standesamt oder Notar formal anerkennen – bequem bereits vor der Geburt.

  • Sorgeerklärung (§ 1626a BGB). Für das gemeinsame Sorgerecht müssen unverheiratete Eltern eine Sorgeerklärung abgeben, sonst hat die Mutter zunächst das alleinige Sorgerecht. Die Erklärung kann beim Jugendamt abgegeben werden.

  • Elternzeit anmelden. Elternzeit muss beim Arbeitgeber schriftlich spätestens 7 Wochen vor Beginn angemeldet werden. Wer früh plant, hat mehr Flexibilität bei der Aufteilung der Elternzeit.

  • Elterngeld beantragen. Elterngeld wird nach der Geburt bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt. Mehr Informationen findest du in unserem Artikel zu Elternzeit und Elterngeld sowie beim Familienportal des Bundes.

Häufig gestellte Fragen

Werdende Väter bereiten sich am besten auf drei Ebenen vor: emotional (mit dem Baby sprechen, Sorgen offen teilen), praktisch (Geburtsvorbereitungskurs, Vorsorgetermine begleiten, Kliniktasche, Anfahrt zur Klinik) sowie gesundheitlich und rechtlich (Impfschutz prüfen, Vaterschaftsanerkennung und Elternzeit rechtzeitig regeln). Diese Kombination gibt Sicherheit und stärkt die Bindung zu Partnerin und Kind von Anfang an.

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zur allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische oder rechtliche Beratung. Für Fragen zur Impfung wende dich an deine Hausärztin/deinen Hausarzt, für rechtliche Fragen an das zuständige Jugendamt, Standesamt oder das Familienportal des Bundes.

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