Frage:
Mein Sohn ist 20 Monate alt. Vor ca. sechs Monaten wurde er plötzlich sehr ängstlich, wenn ich ihn baden wollte. Er schreit, wenn ich nicht die ganze Zeit neben der Wanne hocke. Wie kann ich ihm diese Angst nehmen?
Antwort:
Linda Jonides: Es ist sehr verbreitet, dass Kleinkinder Ängste vor Gegenständen oder Situationen entwickeln, obwohl diese Ängste vorher nicht vorhanden waren. Neben dem Angst vorm Baden kann Ihr Baby auch Angst vor anderen Gegenständen - der Dunkelheit, vor Donner, dem Staubsauger oder anderen lauten Geräten entwickeln. Damit äußert sich die Entwicklung seiner kognitiven Fähigkeiten. Bleiben Sie daher jetzt ruhig beim Baden neben ihm und strahlen Sie Ruhe aus: Ihre Worte und Ihre Nähe werden ihm gut tun. Sie können das Thema auch aufgreifen, indem Sie Geschichten über das Baden oder über andere Ängste, die das Baby entwickelt hat, zur Schlafenszeit vorlesen. Oder Sie versuchen, dem Baby das Baden besonders angenehm zu machen, beispielsweise mit Schaum oder einem neuen Badewannenspielzeug. Es ist häufig schwer herauszufinden, ob sich eine Angst anlässlich irgendeiner tatsächlichen Begebenheit oder aber anlässlich einer eingebildeten Situation ergeben hat: Die meisten Babys in diesem Alter kennen nämlich noch nicht genügend Wörter, um ihre Ängste zu formulieren. Da sich die Sprachkenntnisse des Kindes jedoch weiterentwickeln, können Sie mit ihm über diese Ängste sprechen. Vielleicht hilft ihm auch das, seine Angst vor Gegenständen zu überwinden.